The Blacklist 9x02

© ames Spader als Red in der Serie The Blacklist (c) NBC
The Skinner: Conclusion
Nachdem uns letzte Woche mit The Skinner der Auftakt der neunten Staffel präsentiert und gezeigt wurde, was mit unseren Figuren in den letzten zwei Jahren passiert ist, bringt uns die aktuelle Episode wieder zurück in vertrautere Gefilde. Mit dem Tod von Elizabeth Keen (Megan Boone) wurde der Serie ein wichtiger Anker genommen, stand sie doch stets im Mittelpunkt, insbesondere für Raymond Reddington (James Spader), der dem FBI seine Unterstützung damals nur unter der Voraussetzung gab, wenn die Profilerin Teil der Taskforce wird.
Acht Staffeln später muss es jetzt ohne Liz weitergehen und das neue Motto scheint nun „für Liz“ zu lauten. Aber es geht auch darum, dass unser Team erkennt, welche Beiträge es zusammen leisten kann. Diese Woche die Rettung von Chen (Fernando Chien) und seiner Familie, gleichzeitig aber auch das Verhindern einer internationalen Krise, die durch Graeme Anderson (Patrick Murney) und dessen Pläne zum Greifen nahe ist. Wie wichtig die Beteiligung von Red ist, stellt die Episode zum Ende heraus. Denn ohne ihn, seine Kontakte und Möglichkeiten, wäre die Geschichte für alle Beteiligten böse ausgegangen.
Die große Frage bleibt aber, ob The Blacklist mit dieser neuen, leicht veränderten Konstellation dauerhaft Bestand haben kann. Denn eine wichtige Zutat fehlt der neunten Staffel bislang noch und das sind Reds Geheimnisse, die er mit allen Mitteln zu hüten versucht, die Dembe (Hisham Tawfiq) kennt und Liz zu ergründen versuchte. Welche Figur soll jetzt ihren Part übernehmen und in Reds Vergangenheit herumstochern? Schließlich kommt die Motivation des Zuschauers nicht allein vom Charisma des kriminellen Masterminds. Wir wollen früher oder später erfahren, wer er wirklich ist beziehungsweise einmal war und auch die letzten Fragen um seine Persönlichkeit und Vergangenheit beantwortet haben.
Du kannst die Serie The Blacklist jetzt sofort bei Amazon Prime Video, TVNOW, Netflix, iTunes oder Magenta TV streamen.
Das neue Team
Um die „Band“ dauerhaft zusammenzuhalten und überhaupt den neuen Fall um Graeme Anderson zu lösen, spricht Harold Cooper (Harry Lennix) bei Cynthia Panabaker (Deirdre Lovejoy) vor. Denn wie Dembe anfangs zusammen mit Ressler (Diego Klattenhoff) richtig bemerkt, verfügt Anderson (ähnlich wie Red) über derart große Ressourcen, dass unser frisch wieder zusammengewürfeltes Team da kaum mithalten kann. Harold hat Erfolg und kann vorerst zumindest ein wenig inoffizielle Unterstützung sichern, inklusive der uns vertrauten Räumlichkeiten.
Neu im Team, aber keineswegs unbekannt, ist Dembe Zuma. Der Rollenwechsel ins Lager des FBI fühlt sich diese Woche wesentlich besser an, was sich direkt anfangs im Dialog mit Ressler bemerkbar macht. Dembe bringt eine andere Art von Erfahrung ins Team und kennt sich dank seiner Zeit an Reds Seite besser als alle anderen mit der kriminellen Welt aus, die er nun bekämpft. Vielleicht musste Cooper doch nicht so viele Strippen ziehen, um aus Dembe einen FBI Agenten zu machen. Ich bin jedenfalls gespannt darauf, wie er sich in den nächsten Folgen in der Taskforce macht.

Auf der anderen Seite haben wir Alina Park (Laura Sohn), die mich in der Vergangenheit nicht unbedingt überzeugen konnte und sich diese Woche erneut kritisch beäugen lässt. Wilde Verfolgungsjagden und lebensbedrohliche Situationen sind natürlich unterhaltsam und spannend, aber ehrlich gesagt nicht das, was ich mit Alina verbinden würde. Da fallen mir eher ihr kleines, dunkles Geheimnis oder die Tatsache ein, dass sie Red in der letzten Staffel um einen Gefallen bitten musste. Mag sein, dass sie die Action vermisst, aber sie sollte Aram (Amir Arison) sicher zuhören und ihrem Mann Peter reinen Wein einschenken. Außerdem merkt Red etwas von einer Freelancer-Tätigkeit an, hmm. Aber falls es jetzt das Ziel ist, diese Figur etwas prominenter und komplexer zu gestalten, begrüße ich das natürlich.
Bei Aram fehlt diese Woche eine Fortsetzung zu Nick (Jared Canfield) und dem Deal mit Conroy (Jordan Lage), der seine Beteiligung an der Taskforce in Frage stellen könnte. Aber darauf verzichte ich gerne, wenn Aram erkennt, dass seine Arbeit mit dem Team mehr Früchte trägt und er seinen moralischen Kompass beibehält. Zwar ist niemand aus dem Team über die Jahre hinweg unschuldig geblieben, aber wenn es eine Person gibt, die stets richtig von falsch unterscheiden konnte, dann ist es Aram. Diese Rolle würde ich sogar wichtiger einschätzen als seine Fähigkeiten am Computer, die natürlich auch benötigt werden, aber in Bezug auf diesen liebenswerten Charakter eine kleinere Bedeutung einnehmen.
Hier kannst Du „The Blacklist: Staffel 8“ bei Amazon.de kaufen
Du kannst The Blacklist: Staffel 8 jetzt sofort bei Amazon Prime Video streamen
Donald Ressler ist noch nicht über den Tod von Liz hinweg. Im Gegenteil, seine Beteiligung am aktuellen Fall und die vertrauten Räumlichkeiten wecken Erinnerungen, mit denen er zu kämpfen hat. Falls es einen Wackelkandidaten im Team gibt, dann ihn, wie Cooper auch bemerkt. Andererseits war es Donald, der Red am Ende der letzten Episode zurückholte und das Thema „für Liz“ ins Spiel brachte. Mal schauen, was die Autoren mit Ressler noch vorhaben.
Zuletzt bleibt noch Harold als Initiator der neuen (alten) Taskforce übrig. Ich verstehe zwar noch immer nicht, weshalb er sich jetzt um Agnes kümmert und nicht jemand wie Scottie Hargrave (Famke Janssen), aber ohne Cooper gäbe es derzeit kein Team und seine Rolle in Bezug auf Agnes hält vielleicht auch Red am Ball, der Lizzies Tochter diese Woche wieder einmal aus der Ferne beobachtet. Wobei mir diese Woche sehr gefallen hat, wie sich Cooper mit Panabaker anlegt, nachdem Chen und die Software zur Herstellung der ominösen Mikrochips in seiner Hand waren.
Raymond Reddington
Reds Beteiligung an der Taskforce bleibt zunächst zweifelhaft, aber uns Zuschauern ist klar, dass er an Bord bleiben wird. Schließlich kann die Serie ohne ihn nicht weitergehen, was im Schlussakt deutlich herausgestellt wird. Und dabei spreche ich jetzt nicht von der Kiste Rum, die er Harold wie versprochen übergibt.

Raymond kann diese Woche erneut durch sein Charisma trumpfen, welches er benötigt, um Graeme Anderson aus dem Verkehr zu ziehen. Durch seine Kenntnisse der kriminellen Welt, die Vincent Duke (Matt Malloy) und Alberta Gilbert (Kathleen Chalfant) involvieren, setzt er einen anderen Hebel an, um das Ziel unserer Taskforce zu erreichen. Red gibt erneut alles, um uns zu zeigen, wie die andere Seite nicht nur den Fall löst, sondern auch noch einen Vorteil mitnimmt. Schließlich ist Red jetzt der neue Skinner und hat somit sein Imperium wieder erweitert.
Auf der anderen Seite fragt man sich natürlich, was denn aus Figuren wie Brimley (Teddy Coluca) geworden ist. Hat Red sein Imperium gepflegt, wenn schon sein engster Vertrauter (Dembe) seit anderthalb Jahren nicht mehr in der Lage war, ihn zu kontaktieren? Mit Blick auf Mierce (Karina Arroyave), die ihn jetzt ständig begleitet, wurde vielleicht ein Ersatz für Dembe gefunden, dennoch wirkt Mierce eher still und weniger wichtig als damals Dembe. Sie rät auch davon ab, sich erneut in die „alte Rolle“ zu werfen. Aber Erfolg hat sie damit nicht, denn Panabaker gewährt Red nach einem kurzen Meeting die gewünschte Immunität, womit die Serie in gewohnter Form (mehr oder weniger jedenfalls) weitergehen kann.
Fazit
Der Neustart wirkt mit der zweiten Folge besser durchdacht, auch wenn sicher diverse Fragen bleiben. Ich bin jedenfalls zuversichtlicher als nach dem Staffelauftakt. Die neue Konstellation hat einiges für sich, setzt (teils) auf bekannte Themen und Figuren, aber ob die Serie in dieser Form dauerhaft funktioniert, bleibt zunächst noch fraglich. Ich würde diese Woche dreieinhalb von fünf Sternen vergeben. Und Ihr?
Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 31. Oktober 2021(The Blacklist 9x02)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 9x02
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?