The Blacklist 8x12

© zenenfoto aus der The-Blacklist-Folge Rakitin (c) NBC/Sony TV
Rakitin
Mit Rakitin konzentriert sich The Blacklist voll und ganz auf die große Geschichte um Raymond Reddington (James Spader), dessen Identität und Verbindungen zu dem „Freund im Osten“ (David E. Harrison). Eine dieser Verbindungen nennt sich Rakitin (Seth Numrich), ist sowohl für Red als auch für Sikorsky von entscheidender Bedeutung und unternimmt diese Woche den Versuch, Harold Cooper (Harry Lennix) auszuschalten. Denn Harold ist Rakitin auf der Spur und lässt sich nicht davon abbringen, dieser Spur nachzugehen, die zu Reds wahrer Identität und weiteren Geheimnissen führen könnte.
Im Folgenverlauf und mit Hilfe von Red kann Harold allerdings dem Tod von der Schippe springen, womit sich der Spieß umdreht. Jetzt sitzt Rakitin in Haft und wird von Cooper befragt, was sowohl für Red als auch für Sikorsky gefährlich ist. Eine Lösung muss her, die Rakitin daran hindert, seine Geheimnisse preiszugeben, wobei Red auf Agent Park (Laura Sohn) zurückgreifen kann, die ihm „einen Gefallen schuldet“. Als Zuschauer sitzt man da gespannt zwischen den Stühlen, denn einerseits wollen wir mehr über Raymonds Vergangenheit und Rakitins Spionagetätigkeiten erfahren, während wir andererseits darauf hoffen, dass Red sich erneut aus der Affäre ziehen und die Oberhand behalten kann.
Es ist ein Balanceakt, den Rakitin vollführt, wobei von mehreren Figuren das Wörtchen „Endgame“ in den Mund genommen wird. Aber wir wissen, dass es (mit Blick auf die Bestellung der neunten Staffel) für ein Endspiel noch zu früh ist. Entsprechend kommt Rakitin nicht dazu, uns große Offenbarungen zu bringen oder gewisse Vermutungen über Reds Rolle im größeren Geschehen zu bestätigen oder zu verwerfen. Sicher ist am Ende nur, dass uns weiterhin wichtige Puzzleteile fehlen, um Raymonds Handeln vollständig verstehen zu können. Und natürlich, dass Harold Cooper eine größere Bedeutung für Red hat als Rakitin, welcher am Ende entbehrlich ist.
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Harold Cooper

Nachdem sich Rakitin letzte Woche den Segen aus dem Osten geholt hat, soll es Harold jetzt an den Kragen gehen. Red und Dembe (Hisham Tawfiq) werden nach Moskau bestellt, damit sie nicht eingreifen können und ein Anruf vom Kongressabgeordneten Friedenberg (Patrick Breen) reicht aus, um Cooper in die Falle zu locken. Harolds Schicksal scheint besiegelt zu sein.
Wobei mir der Leiter unserer Taskforce ein bisschen zu einfach in die Falle tappt. Gerade nach der Warnung von Red (letzte Woche) hätte Harold etwas skeptischer und vorsichtiger sein können, denn bereits der Anruf von Friedenberg wirkt merkwürdig und spätestens beim Treffpunkt hätten Coopers Alarmglocken angehen müssen. Aber gut, die brenzlige Lage schürt anschließend die Spannung und nur mit der Hilfe von Red kann Harold in letzter Sekunde von unserem Team gerettet werden.
Diesem Punkt (Rettung durch Raymond) hätte Harold anschließend mehr Beachtung geben müssen. Natürlich muss er Rakitin anschließend befragen, aber ihm hätte ebenfalls klar sein müssen, dass Raymond hier eine Entscheidung getroffen hat, die mit Blick auf die Verdächtigungen ihm gegenüber widersprüchlich erscheint. Denn weshalb sollte er Cooper retten, wenn er doch mit Rakitin in einem Boot sitzt? Selbst Cynthia Panabaker (Deirdre Lovejoy) erkennt, dass das vollständige Bild über Raymond Reddington noch große Lücken aufweist. Und es ist überhaupt keine gute Idee von Harold, Rakitin aufzuzeigen, wem Cooper seine Rettung zu verdanken hat. Ja, Rakitin ist anschließend bereit auszupacken. Aber Red als Informanten der Taskforce preiszugeben, ist schlicht ein Unding und viel zu riskant.
Taskforce

Cynthia Panabaker erhält jetzt tiefere Einblicke in die Vorgänge der Taskforce und darf zurecht leicht entsetzt wirken. Mir ist auch noch immer unverständlich, weshalb bestimmte Figuren in Sachen „Red vs. Liz“ auf Elizabeth setzen. Aram (Amir Arison) scheint der einzige zu sein, der eine Rückkehr von Liz (aufgrund ihrer Taten, er führt kurz den versuchten Flugzeugcrash an) für ausgeschlossen hält. Harold glaubt derweil offenbar, mit seinen Ermittlungen Red als Landesverräter zu überführen und stellt sich deshalb (ob nun direkt oder indirekt) auf Lizzies Seite, übersieht aber die Widersprüche, die sich dabei ergeben.
Dann haben wir Donald, der heimlich Kontakt zu Liz herstellen will und ihr davon berichtet, dass man kurz davor wäre, Reddington mit Hilfe von Rakitin zu überführen. Aber Ressler verstehe ich schon länger nicht mehr, wenn es um ihn und Liz geht. Diese Beziehung hat mich noch nie überzeugt und dass er noch immer daran festhält, macht die Sache nicht besser. Gerade mit Blick auf Coopers Rettung wäre es so einfach, Liz ausfindig zu machen. Das erste Telefonat mit Skip (Drew Gehling) hätte da schon eine Spur sein können und später hätte die Spur direkt zu ihr geführt. Aber nein, Donald verheimlicht seine Kontaktmöglichkeit natürlich vor den anderen.
Zuletzt muss noch Alina Park angesprochen werden, deren Geheimnis ihr diese Woche zum Verhängnis wird. Mason Dieterle (Tye Alexander) lebt noch und es gibt Beweise für Parks „Besuch“ bei ihm vor ein paar Wochen. Somit bleibt ihr keine Wahl, als Red sie „bittet“, Rakitin ein Briefchen zukommen zu lassen. Ein sehr tödliches Briefchen. Wobei es gut möglich ist, dass Harold noch dahinterkommt, wer Rakitin das tödliche Gift überreicht hat.
Insgesamt macht unser Team diese Woche somit keinen guten Eindruck. Ressler informiert Liz heimlich über die aktuellen Vorgänge, durch Park kann Red Rakitin töten und Coopers Tunnelblick ist fast ausschließlich auf Reddington gerichtet. Da stellt sich langsam die Frage, wie lange unsere Taskforce unter diesen Bedingungen noch bestehen kann.
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Raymond Reddington

Aber bei aller Kritik an Harold Cooper und der Taskforce gibt es diese Woche dennoch einen Gewinner, der die Situation (zumindest für sich) wieder in Ordnung bringen kann. Raymond Reddington ist diese Woche voll in seinem Element und unterhaltsam wie eh und je. Er mag nicht immer den kompletten Durchblick haben (so nimmt er anfangs an, dass Sikorsky ihm bloß in die Augen sehen will, wenn es um das Händeln von Cooper geht), schafft es aber, jede Lage in die richtige (teils fragwürdige) Richtung zu lenken und bleibt damit sympathisch.
Fangen wir mit dem Wichtigsten an. Er lässt Harold nicht über die Klinge springen. Diesen Punkt kann man gar nicht oft genug betonen. Harold ist für Red wichtiger (ob nun als Freund oder als Mittel zum Zweck für Reds Endspiel, sei mal dahingestellt) als Rakitin. Weshalb das so ist, erfahren wir nicht. Wir können aber daraus schließen, dass die Ziele von Red sich nicht unbedingt mit denen von Rakitin oder Sikorsky decken. Vermutungen, dass Raymond ein Verräter ist und heimlich für die Russen spioniert oder auch agiert, würde ich somit streichen. Er bezeichnet Sikorsky als langjährigen Freund und offenbar hat dieser mit Rakitin ein Dutzend aktive Operationen am Laufen gehabt. Aber das tangiert Red nicht. Ganz offensichtlich hat er eine eigene Agenda, einen eigenen Plan und bei dem geht es sicherlich nicht (nur) um Spionage-Angelegenheiten. Vielleicht war das in der Vergangenheit mal so und vielleicht pflegt Red diese Kontakte (so gut es ihm möglich ist) und nutzt sie auch. Aber seine momentane Tätigkeit, seine (heimliche) Zusammenarbeit mit dem FBI deutet eben nicht auf das hin, was Harold vermutet. Ja, es ist ein eigenes, vermutlich egoistisches Ziel, dem Red nachgeht und weshalb er in der Vergangenheit irgendwann einen Kurswechsel vorgenommen hat. Aber nochmal: Harolds Leben wird durch Raymond gerettet, während Rakitin auf der Strecke bleibt.
Außerdem würde ich Red zustimmen, wenn er meint, dass Rakitin und Sikorsky den Ausgang dieser Woche selbst (mit-)verschuldet haben. Ich sehe zwar nicht, wie Red hätte Cooper davon abbringen können, den Spuren zu folgen, aber er wäre sicher geschickter vorgegangen, um bereits im Vorfeld den Verdacht von Andrew Patterson abzulenken. Rakitin hat sich da bereits in The Cyranoid das eigene Grab geschaufelt und Sikorsky hat dabei geholfen, als er Cooper hinter Reds Rücken zum Abschuss freigab. Wobei ich Red jetzt auch nicht in Schutz nehmen will, denn er hat Alina diese Woche dafür benutzt, um Rakitin zum Schweigen zu bringen und schwadroniert wenig später munter zum Tatort. Aber diese Selbstsicherheit, die sich auch im Umgang mit Sikorsky am Ende der Episode zeigt, ist einfach beeindruckend.
Fazit
Harold Cooper und seine Taskforce glänzen diese Woche nicht gerade, sondern scheinen vielmehr auf einen unvermeidbaren Abgrund zuzusteuern. In Kombination damit, dass Rakitin nicht mehr dazu kommt, uns mehr über Reddington zu offenbaren, könnte man von einer schwachen Folge reden. Aber dank James Spader und seiner Rolle als Raymond Reddington, die die Serie ausmacht, kann man hier nur einmal mehr Begeisterung ausdrücken. Red ist in seinem Element, trifft die richtigen - wenn teilweise auch fragwürdigen - Entscheidungen und lässt auf mehr hoffen. Von mir gibt es diese Woche vier von fünf Sternen. Und von euch?
Trailer zur Episode Anne der Serie The Blacklist (8x13):
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Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 3. April 2021The Blacklist 8x12 Trailer
(The Blacklist 8x12)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 8x12
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