The Blacklist 7x09

The Blacklist 7x09

In der Folge Orion Relocation Services der US-Serie The Blacklist gilt es, einem dubiosen Umzugsservice für Kriminelle auf die Schliche zu kommen. Red erhofft sich hier, den Aufenthaltsort von Katarina ausfindig zu machen, die derweil in Ilyas Erinnerungen herumstöbert.

Szenenfoto aus der The-Blacklist-Folge Orion Relocation Service (c) NBC/Sony
Szenenfoto aus der The-Blacklist-Folge Orion Relocation Service (c) NBC/Sony
© zenenfoto aus der The-Blacklist-Folge Orion Relocation Service (c) NBC/Sony

Orion Relocation Services

Wenn jemand untertauchen möchte oder im Zeugenschutzprogramm landet, dann gibt es meistens eine neue Identität, mit der man an einem anderen Ort ein neues Leben startet. Orion Relocation Services wendet eine leicht andere Methode an und sucht für die kriminellen Klienten echte Personen, die umziehen wollen, wenig bis keine persönlichen Kontakte haben und den jeweiligen Klienten ein bisschen ähnlich sehen. Diese echten Personen werden ermordet und der kriminelle Klient nimmt dessen Identität an.

Klingt recht aufwendig, oder? Zumindest ist diese Art der neuen Identitätsbeschaffung aufwendiger, als einen gefälschten Ausweis zu erstellen und einen neuen Wohnort für die Person zu finden, die gerade untertauchen möchte - zwei Dinge, die Stella Bisset (Deborah Rush) für ihre Klienten ohnehin erledigen muss. Außerdem besteht bei Stellas Methode immer ein gewisses Restrisiko, dass ein Verwandter oder Bekannter mal am neuen Wohnort vorbeischaut und den Klienten entlarvt. Madeline Tolliver (June Ballinger) und ihr Mann erweckten jetzt jedenfalls nicht den Eindruck, mit dem Umzug alle Kontakte abbrechen zu wollen und selbst Denise Young (Adrianna Mitchell), die vor ihrem gewalttätigen Partner fliehen möchte, könnte engen Freunden oder Bekannten ihre neue Adresse mitgeteilt haben. Insofern bleibt dieser mörderische Umzugsservice wohl eher eine nette, aber fiktive Idee.

Ermittlungen

Was Orion Relocation Services mal wieder schön ausreizt, sind die unterschiedlichen Motive, mit der das FBI und Raymond Reddington (James Spader) die Verfolgung von Stella aufnehmen. Red ist ausschließlich an Katarinas (Laila Robins) neuer Adresse interessiert, um Ilya (Brett Cullen) zu retten (oder zumindest, um die weitere Befragung zu verhindern, die seine Identität preisgeben könnte) und verschweigt Liz (Megan Boone) den Namen der Zielperson. Coopers (Harry Lennix) Team geht es derweil schlicht darum, dem Umzugsservice das Handwerk zu legen - mit der großen Ausnahme von Elizabeth, die obendrein noch eigene Ermittlungen zur Leiche im Park anstellt.

Da ist es wieder interessant zu sehen, dass eine Partei ohne die andere nicht auskommt und ein Spannungsaufbau stattfindet, der schließlich im „War Room“ seinen Höhepunkt findet. Der Weg dorthin kommt mit den üblichen Schlenkern daher, die teils amüsant (Stichwort: Seltene Eule) gestaltet sind, hier und dort aber auch ein bisschen die Nerven der Zuschauer strapazieren können - oft dann, wenn Red und Liz in ihren Gesprächen umeinander herumtanzen.

NBC/Sony
NBC/Sony - © NBC/Sony

Aber zurück zum „War Room“. Lizzie darf den Wettlauf gewinnen, womit ich jetzt nicht unbedingt gerechnet hätte. Dieser kleinen Überraschung folgt aber sogleich wieder irrationales Verhalten, denn statt die gefundene Akte - die ihre neue Nachbarin zeigt - mit den anderen zu teilen oder gar Red zur Person zur Rede zu stellen, macht sie sich allein auf, um Katarina damit zu konfrontieren. Das ist schlicht dumm. Erst recht vor dem Hintergrund, was ihre Ermittlungen zu den Vorgängen im Park zu Tage gefördert haben. Sie muss zu dem Zeitpunkt doch wissen, wie gefährlich ein Alleingang ihrerseits ist. Auch für Agnes (Sarah Kell und Katherine Kell). Da geht man doch nicht ohne Unterstützung in die eigene Wohnung zurück.

Auf der einen Seite ist es zwar nett, dass das Versteckspiel von Katarina jetzt vorbei ist. Aber auf der anderen Seite fällt es auch nicht schwer, zu erahnen, wie die Konfrontation zwischen Liz und Katarina vorerst enden wird. Oder glaubt hier jemand, dass Katarina die Flucht nicht gelingen wird?

Ilya Koslov

Dr. Skovic (Michael Cerveris) bearbeitet derweil Ilya, was uns einige Rückblicke ins Jahr 1991 beschert, wo ein junger Ilya (Gabriel Mann), eine junge Katarina (Kathleen Littlefield) und eine jüngere Version von Dom (C.J. Wilson) auf uns warten. Wer hier allerdings auf die große Offenbarung wartet, wird enttäuscht. Denn das Geheimnis, hinter dem nicht nur wir her sind, wird natürlich nicht preisgegeben. Immer, wenn es an die Identität von Red geht, verschlechtert sich Ilyas Gesundheitszustand und Skovic muss seine Behandlung abbrechen oder pausieren.

Was uns derweil aber geliefert wird, sind immerhin kleinere Antworten zu den Geschehnissen in der Vergangenheit. Beispielsweise, wie der Verrat ausgesehen hat, den Ilya und Dom begangen haben. Da lässt sich durchaus verstehen, dass Katarina nachtragend ist. Doms Ausführungen aus der sechsten Staffel werden dabei um ein paar wichtige Ereignisse erweitert, allerdings klaffen auch nach der Folge noch große Lücken, die gefüllt werden müssen.

Unsereins ist sich derweil überhaupt nicht mehr sicher, noch den Durchblick zu haben. Mich würde beispielsweise interessieren, weshalb Katarina die ganzen Informationen ausgräbt, die sie ohnehin schon kennen muss. Sie war doch damals - 1991 - bei fast allen Geschehnissen dabei. Vom Wiedersehen mit Ilya über den Plan mit Raymond Reddingtons Identität bis hin zum Anschlag auf ihr Leben. Müsste sie nicht ohnehin schon über alles im Bilde sein?

NBC/Sony
NBC/Sony - © NBC/Sony

Einen Schritt weiter gedacht - und ich hoffe irgendwie, dass sich das nicht bestätigen wird - liegt nun die Vermutung nahe, dass Katarina Rostova nicht Katarina Rostova ist. Auch wenn sie Liz gegenüber zugibt, ihre Mutter zu sein. Vielleicht ist die Frau, die mit Pyotr (Mark Puchinsky) liiert war, gar nicht Katarina Rostova? Aber ergibt das Sinn, wo sie doch offensichtlich und dem Verrat zum Trotz noch viel für Ilya empfindet? Ich bin verwirrt.

Insgesamt werden wir mit Informationen versorgt, die nur bedingt weiterhelfen, um die damaligen Ereignisse zu verstehen. Es bleibt somit zu hoffen, dass die Macher sich nicht verzetteln und noch eine Auflösung liefern können, die sich relativ stimmig in den bisherigen Informationsstand einfügt - ohne, dass sich Widersprüche ergeben. Denn die klopfen schon jetzt an der Tür und verlangen nach Antworten.

Fazit

Auch wenn es sich hier noch nicht um das Midseasonfinale handelt, hatte ich mir doch ein wenig mehr von Orion Relocation Services versprochen. Besonders die Ausflüge in die Vergangenheit hätten ein wenig mehr Klarheit statt Verwirrung liefern können, wobei sich an den Szenen nicht wirklich was aussetzen lässt - die Darsteller sind gut gewählt und liefern ausgezeichnete Leistungen. In der Gegenwart gibt es mit Ende der Episode derweil einen großen Fortschritt zu verzeichnen, der allerdings durch Lizzies Verhaltensweise wieder stark getrübt wird und Schlimmes für nächste Woche erahnen lässt. Von mir gibt es diese Woche 3,5 von 5 Sternen. Und von euch?

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Der Trailer zur Episode Katarina Rostova der Serie The Blacklist (7x10):

Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 8. Dezember 2019

The Blacklist 7x09 Trailer

Episode
Staffel 7, Episode 9
(The Blacklist 7x09)
Titel der Episode im Original
Orion Relocation Services (No. 159)
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 6. Dezember 2019 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 26. Juni 2020
Autoren
Sean Hennen, Taylor Martin
Regisseur
Stephanie A. Marquardt

Schauspieler in der Episode The Blacklist 7x09

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