The Blacklist 6x16

© zenenfoto aus der „The Blacklist“-Folge „Lady Luck“ (c) NBC
Lady Luck
Der Fall der Woche um Lady Luck (Mary Pat Gleason) bietet eine eher ungewöhnliche Geschichte, welche sich uns nach und nach offenbart. Henry Morris (Max Casella) arbeitet für Red (James Spader) und versinkt in einem Schuldenberg, als ihm eine ältere Dame ihre Hilfe anbietet und überraschend viel über Henry weiß. Er soll einen Mord begehen und im Gegenzug wird Lady Luck seine Finanzen in Ordnung bringen. Doch selbstverständlich gibt es einen Haken an der Sache.
Agathe Tyche, die letztlich von unserer Taskforce als Lady Luck entlarvt und überführt wird, erhält eine nachvollziehbare und tragische Hintergrundgeschichte, welche der Figur genügend Motivation mit auf den Weg gibt, um ihre Taten durchzuführen. Aus ihrer Sicht hilft sie denjenigen, die unter einem spielsüchtigen Partner leiden, indem sie einerseits die Schulden deckt und andererseits den Suchtfaktor endgültig (durch Mord) aus dem Spiel nimmt. Was unsere Taskforce hier zu Tage fördert, ist zwar etwas weit hergeholt, aber dennoch gut ausgearbeitet. Mir hat die Geschichte um Lady Luck jedenfalls ganz gut gefallen, was auch den abschließenden Twist, dass Tochter Moira (Katherine Willis) das Familiengeschäft weiterführen wird, beinhaltet.
Obendrein gibt es am Ende noch einen kleinen Hinweis zur größeren Verschwörung, was nun nicht unbedingt zu erwarten gewesen war. Kein wirklich großer Sprung, aber immerhin verliert unsere Taskforce Anna McMahon (Jennifer Ferrin) diese Woche nicht komplett aus den Augen.
Donald Ressler
Ressler (Diego Klattenhoff) ermittelt gegen den Willen von Liz (Megan Boone) weiter, um Raymond Reddingtons wahre Identität zu enthüllen. Dazu bemüht er seinen Kontaktmann M.J. Ward (Sullivan Jones), der ihm einige alte Akten verschafft. Resslers Spur soll über Katarina Rostova und deren vermeintlichen Selbstmord führen - ein etwas anderer Ansatz als der, den Jennifer (Fiona Dourif) und Liz vor geraumer Zeit noch hatten.
Dass Donald hier hinter Lizzies Rücken ermittelt, wird sicher noch ein Nachspiel haben. Allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass er bei den Resultaten, die er bereits jetzt zu Tage fördert, lange Rechtfertigungen wird abgeben müssen. Wenn Liz erst einmal sieht, was Ressler aufzudecken vermag, wird sie bestimmt schnell wieder ihre Meinung ändern (wäre nicht das erste Mal) und neugierig werden. Nicht nur auf Reds Identität, sondern auch auf den Verbleib von Katarina Rostova, deren Ableben nicht wirklich als gesichert gilt.
Interessanter dürfte es werden, wenn Red auf Resslers Ermittlungen aufmerksam wird. Schließlich soll das große Geheimnis ein Geheimnis bleiben und die Bewahrung desselben hat schon vielen Leuten das Leben gekostet. Da ist auch (oder erst recht) ein Donald Ressler keineswegs vor sicher. Ich bin derweil gespannt, was da bis zum Staffelende noch offenbart wird. Insofern gut, dass die Sache nicht links liegen bleibt.
Raymond Reddington

Red ist derweil drauf und dran, den Verräter aufzudecken, der ihn hinter Gitter brachte. Dazu fühlt er einigen Leuten seiner eigenen Organisation gründlich auf den Zahn und zeigt sich kompromisslos in seiner Vorgehensweise. Während er hinter schwedischen Gardinen saß, haben mehrere seiner Leute ihre eigenen Geschäfte durchgeführt und dazu seine Verbindungen und Wege genutzt. Im Fall von Carlo (Al Sapienza) geht die Sache noch harmlos aus, aber bei Walcott (Laurence Mason) und Smokey Putnum (Michael Aronov), die ins Drogengeschäft eingestiegen sind, lässt Red keine Gnade walten.
Wobei Smokey sicher eine Chance erhalten hätte, wenn er Red direkt zu Beginn oder wenigstens vor seiner Entlarvung reinen Wein eingeschenkt hätte. Er hätte schlicht wissen müssen, dass Red ihn nicht grundlos von einem zum nächsten Mitarbeiter mitschleift, die sich heimlich und durch seine Verbindungen bereichert haben. Raymond hat Smokey getestet, der ihm eingangs noch hundertprozentige Loyalität bestätigt hat und dieser hat den Test nicht bestanden. Als er gegen Ende erklärt, die ganze Drogenoperation einzustellen, ist es zu spät.
Dembe (Hisham Tawfiq) muss sich derweil um die eigene Person Sorgen machen. Am Beispiel von Smokey hat er gesehen, was ihn erwartet, sollte Red dahinterkommen, dass er den Verräter kennt. Es ist sogar gut möglich, dass Red bereits vermutet, dass Dembe mehr weiß, als er vorgibt. Smokeys Test kann gleichermaßen ein Test für Dembe sein. Eine Aufforderung, seinem Boss besser direkt in das Geheimnis einzuweihen, ehe dieser aus eigenen Stücken dahinterkommt. Es ist auch am Schluss eine große Unsicherheit in Dembes Gesicht zu erkennen. Ob er Red bald mitteilen wird, dass Liz ihn verraten hat?

Ich glaube, Dembe bleibt da keine andere Wahl. Mir wäre zwar schleierhaft, wie Red alternativ dahinterkommen sollte, dass Liz ihn verpfiffen hat, aber an Dembes Stelle würde ich lieber kein Risiko eingehen wollen, gerade nach den letzten Ereignissen. Und die große Frage ist anschließend, was Red mit dieser Information machen wird. Irgendwie fällt es schwer zu glauben, dass er Lizzie dann wie Smokey oder Walcott entsorgt. Andererseits hat er genau das angekündigt. Hmm.
Fazit
Lady Luck kommt mit einem gut ausgearbeiteten Fall der Woche daher, dessen letzter Twist eine Fortsetzung möglich macht und der obendrein ein weiteres Informationshäppchen zur großen Verschwörung um Anna McMahon liefert. Resslers Ermittlungen zu Katarina Rostova lassen vermuten, dass uns noch einiges zum Thema offenbart werden wird, ehe die Staffel vorbei ist. Red räumt derweil in den eigenen Reihen auf und sucht den Verräter, der ihn hinter Gitter brachte, womit es für Dembe als Geheimnishüter sichtlich eng wird. Alles in allem eine gute Episode, die Lust auf die weiteren Folgen macht. Von mir gibt es vier von fünf Sternen. Und von euch?
Verfasser: Christian Schäfer am Montag, 15. April 2019The Blacklist 6x16 Trailer
(The Blacklist 6x16)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 6x16
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