The Blacklist 6x04

The Blacklist 6x04

In der Folge The Pawnbrokers der US-Serie The Blacklist muss Red sich in seiner neuen Umgebung zurechtfinden. Der aktuelle Fall bringt Samar einen Undercover-Einsatz ein. Liz und Jennifer machen kleine Fortschritte bei ihrer Suche.

Szenenfoto aus der „The Blacklist“-Folge „The Pawnbrokers“ (c) NBC
Szenenfoto aus der „The Blacklist“-Folge „The Pawnbrokers“ (c) NBC
© zenenfoto aus der „The Blacklist“-Folge „The Pawnbrokers“ (c) NBC

The Pawnbrokers

Die Geschichte um die beiden kriminellen Pfandleiher Rod (Larry Bryggman) und Delaine Uhlman (Dorothy Lyman) kommt sehr durchschnittlich daher. Das ist einer dieser FĂ€lle, die gewöhnlich verlaufen, kaum einen Mehrwert bieten und weit davon entfernt sind, spannungs- oder gar wendungsreich zu sein. Zwar gibt es die wöchentliche Action mitsamt Schießerei, aber die Überraschung am Ende, dass Sophia Quayle (Donna Murphy) zu den Bösen gehört, ließ sich zehn Meilen gegen den Wind riechen.

Wer sollte die Chinesen auch sonst auf den Plan gerufen haben? Samar (Mozhan Marno) sicher nicht, wobei die Skepsis, die Sophia gegenĂŒber ihr noch vor der Undercover-Mission zu Tage legt, schon zuviel verrĂ€t. Auch wird an einer Stelle erwĂ€hnt, dass die Chinesen einfach ihre Codes Ă€ndern könnten und das Interesse am gepfĂ€ndeten Objekt somit nicht groß sein kann - das wĂ€re eben nur dann der Fall, wenn da pikante Informationen drauf sind, die nicht in die falschen (oder vielmehr richtigen) HĂ€nde gelangen sollen.

Interessant (im negativen Sinne) ist der Versuch, die Uhlmans irgendwie sympathisch zu gestalten. So erzĂ€hlt Delaine Samar, wie schwierig das GeschĂ€ft in den 80ern zu betreiben war und gegen Ende, als Donald (Diego Klattenhoff) Rod vom Ableben seiner Frau berichtet, soll uns das vermutlich traurig stimmen. Funktioniert fĂŒr mich aber nicht. Einmal, weil das PĂ€rchen ein rĂŒcksichtsloses GeschĂ€ft betreibt, welches eben Schwerkriminellen die absonderlichsten Dinge in die HĂ€nde spielt und zum zweiten, weil Delaine den spielsĂŒchtigen Tom Hardekopf (Chinaza Uche) kaltblĂŒtig erschießt. Sympathien kann ich da keine finden, vielmehr ist Delaines Tod das unvermeidliche Resultat kriminellen Handelns.

Die Sorgen um Samar und ihre Aphasie erhöhen sich derweil. Wenn man schon nicht in der Lage ist, den Notruf zu wĂ€hlen, sollte man sich mit seinen Problemen vielleicht mal an jemanden wenden. Schließlich gefĂ€hrdet sie sich und andere, solange sie ihren angeschlagenen Zustand unter den Teppich kehrt.

Einen großen Pluspunkt hat der Fall aber natĂŒrlich. Und zwar die Verbindung zu Red (James Spader), der sich mit Hilfe der Auflösung eines Problems im GefĂ€ngnis entledigen kann. Mir ist zwar irgendwie klar gewesen, dass Raymond nicht einfach nur aus gutem Willen einen neuen Fall ins rollen bringt, sondern einen Vorteil davon haben wird. Aber das Ende von Baldomero (Jacinto Taras Riddick) - jedenfalls in der Form - habe ich nicht kommen sehen.

Elizabeth Keen

Es gab mal Zeiten, da habe ich mit Lizzie (Megan Boone) richtig mitgefiebert, wenn sie dabei war, Reds Geheimnisse zu ergrĂŒnden. Diese Zeiten sind mit The Pawnbrokers nun scheinbar endgĂŒltig vorbei. Es wirkt geradezu heuchlerisch, wie sie Red gegenĂŒbersitzt und eine sorgenvolle Miene wegen seines von PrĂŒgel gezeichneten Gesichts aufsetzt. Als wenn es ĂŒberraschend ist, dass Red im Knast auf Feinde treffen könnte. Kurz darauf lĂŒgt sie Ressler an, um sich mit Jennifer (Fiona Dourif) zu treffen - unter dem Vorwand, sich mit dem GefĂ€ngnisdirektor zu treffen, der Red angeblich eine sicherere Umgebung zur VerfĂŒgung stellen soll. Damit ist dann auch der letzte Sympathiepunkt verspielt.

Zwar wird uns im Verlauf der Episode vermittelt, dass Jennifer die treibende Kraft hinter den Ermittlungen zu Reds wahrer IdentitĂ€t ist und Liz tatsĂ€chlich die Suche abbrechen möchte, nachdem Buck (Matthew Stadelman) vorerst erfolglos ist. Aber das wird am Ende schnell wieder mit einem neuen Hinweis revidiert. Da hoffe ich jetzt tatsĂ€chlich, dass Liz bald auffliegt und bin gespannt, welche Konsequenzen auf sie warten. Ein kleines FlĂ€schchen Champagner stelle ich fĂŒr den Anlass schonmal kalt.

Raymond Reddington

Szenenfoto aus der The Blacklist-Folge The Pawnbrokers
Szenenfoto aus der The Blacklist-Folge The Pawnbrokers - © NBC

Jetzt habe ich viel gejammert und kritisiert, aber glĂŒcklicherweise gibt es noch die Haupthandlung um Raymond Reddington, der sich in seiner neuen Umgebung zunĂ€chst noch den nötigen Respekt verschaffen muss und dessen Überlebenschancen im GefĂ€ngnis scheinbar immer kleiner werden. Baldomero - ein alter Bekannter unseres Masterminds - wird schnell derjenige, der das Leben unseres Protagonisten bedroht.

Hilfe sucht Red derweil bei der unscheinbarsten und vermeintlich schwĂ€chsten Figur, die das GefĂ€ngnis zu bieten hat: Vontae Jones (Coy Stewart). Eine gute Wahl, denn Vontae ist nicht nur in Sachen Informations- und Gegenstandsbeschaffung hilfreich, sondern erweist sich als Ă€ußerst loyal zu Red. Und LoyalitĂ€t ist etwas, was Raymond sehr zu schĂ€tzen weiß. Gut möglich, dass er Vontae mitnehmen oder irgendwie aus dem GefĂ€ngnis holen wird, sobald seine Zeit hinter schwedischen Gardinen vorbei ist. Warum die Wahl auf Vontae fiel? Gut vorstellbar, dass der Junge ihn an Dembe (Hisham Tawfiq) erinnert. Zu Vontaes Vergangenheit erfahren wir wĂ€hrenddessen kaum etwas, aber das kann ja noch kommen.

Die ganze Entwicklung dieser Handlung ist derweil sehr gut abgestimmt. Lange dĂŒrfen wir und Vontae raten, was Red plant und wie er gedenkt, seinen geplanten Mord zu vereiteln. Dass er das schaffen wird, steht außer Frage. Aber das Wie und Reddingtons Ruhe sind es, die die Angelegenheit so spannend machen. Uns wird ein BruchstĂŒck nach dem anderen prĂ€sentiert und selbst, nachdem Dembe auf den Plan gerufen wurde, liegt keinesfalls auf der Hand, wie der Kontakt zu seinem Freund Red Vorteile verschaffen wird.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich dennoch. Es gibt einfach zu viele glĂŒckliche ZufĂ€lle, durch die Red letzten Endes die Oberhand gewinnt. Beispielsweise hĂ€tte eine andere Zelle oder die Abwesenheit eines Nagetiers, das Reißen des Fadens oder das Ausbleiben eines Anrufs bei Dembe (weil niemand die Nachricht findet oder der Finder nicht anruft) den ganzen Plan vereitelt. Klar, da hĂ€tte der findige Red vermutlich einen anderen Weg ausgearbeitet. Aber fĂŒr meinen Geschmack ist die Anzahl der ZufĂ€lle zu groß, um glaubwĂŒrdig zu sein.

Unterm Strich ist dieser Handlungsstrang aber mit Sicherheit das Highlight der Woche. Spader ist stets voll in seinem Element und es macht unglaublich viel Spaß, Reddington dabei zuzuschauen, wie er sich in der neuen Umgebung zurechtfindet, Baldomero aus dem Weg rĂ€umt und somit am Ende den nötigen Respekt der anderen gewinnt. Jetzt kann er ganz entspannt auf den nĂ€chsten Gerichtstermin warten und ich wĂ€re mir recht sicher, dass er danach wieder auf freien Fuß kommt.

Fazit

HĂ€tte sich die gesamte Folge um Red gedreht, wĂ€re sie klasse. Ein durchschnittlicher Fall der Woche und eine heuchlerische Elizabeth Keen drĂŒcken allerdings mĂ€chtig auf die Laune, was sich auch in der Wertung widerspiegeln muss. Die Sorgen um Samar wachsen derweil. Von mir gibt es diese Woche und mit einem zugedrĂŒckten Auge 3,5 von 5 Sternen. Und von euch?

Trailer zur Episode Alter Ego der Serie The Blacklist (6x05):

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Verfasser: Christian SchÀfer am Samstag, 19. Januar 2019

The Blacklist 6x04 Trailer

Episode
Staffel 6, Episode 4
(The Blacklist 6x04)
Deutscher Titel der Episode
Der Pfandleiher
Titel der Episode im Original
The Pawnbrokers
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 18. Januar 2019 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Samstag, 4. Januar 2020
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Samstag, 4. Januar 2020
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Samstag, 4. Januar 2020
Autor
Carla Kettner
Regisseur
Lin Oeding

Schauspieler in der Episode The Blacklist 6x04

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