The Blacklist 6x02

The Blacklist 6x02

In der Folge The Corsican der US-Serie The Blacklist muss unsere Task Force ein Bombenattentat verhindern. Raymond Reddington hat eine Begegnung, die den weiteren Verlauf der Serie deutlich ändern wird.

The Corsican

Bastien Moreau (Christopher Lambert) gelingt in The Corsican, was nur wenigen Blacklistern vorbehalten ist: Er entkommt ein zweites Mal. Und zwar, obwohl die Episode seinen (Spitz-)Namen trägt und eine weitere Folge mit dem Titel „The Corsican: Conclusion“ nicht in Sicht ist. Eine kleine und recht angenehme Überraschung, schließlich verspricht uns das, in Zukunft noch einmal Moreau dabei zuzuschauen, wie er ein neues Attentat in Angriff nimmt.

Der beinahe gelungene Bombenanschlag auf das Gebäude der Vereinten Nationen umfasst mehr als die Hälfte der Laufzeit. Das Abenteuer ist spannend, stellenweise sehr humorvoll gestaltet und erfüllt nebenbei den wichtigen Zweck, uns die positive Seite einer Zusammenarbeit mit Raymond Reddington (James Spader) zu verdeutlichen - denn ohne ihn und seine Kontakte hätte es mit Sicherheit einen lauten Knall und viele Tote gegeben.

Wobei ich mich öfter mal frage, wie und wo Red seine Kontakte knüpft. Max (Dikran Tulaine) ist eine wahnsinnig komische Figur und darf hier seine eigene Arbeit entschärfen. Uns ist zwar klar, dass ihm das gelingen wird, denn andernfalls wäre Liz (Megan Boone), die die ganze Zeit neben ihm und der Bombe steht, mit Sicherheit auch hinüber. Dennoch bin ich recht unruhig in meinem Sitz hin und her gerutscht, unterbrochen von kleinen Schmunzlern, wenn Max zum Flachmann greift.

Das größte Vergnügen bereitet uns aber wieder Red. Angefangen mit seiner Spurensuche, die bei Aaron (Allan Corduner) vorbeiführt und Max erst auf den Plan bringt. Highlight bleibt aber sicher die Ansprache im Hauptversammlungsraum des UN-Gebäudes. Cary Grant, Drogentrips und die Vorzüge von LSD - einfach köstlich. Red amüsiert sich prächtig, während ein paar Räume weiter Max, Liz und Ressler (Diego Klattenhoff) am Schwitzen sind.

Apropos Ressler. Da muss ich einmal kurz den Punkt aus dem letzten Review leicht revidieren, denn von stagnieren kann bei ihm nicht die Rede sein. Er wird eher auf die nächsten Geschehnisse angepasst, was aber erst mit dieser Folge deutlich wird. Da musste er einfach Kritik an Red üben und ein wiederholtes Mal dessen Mord an Sutton Ross (Julian Sands) anführen. Der Rest unseres Teams bleibt derweil hauptsächlich im Hintergrund aktiv, wobei sie in Sachen Spurensuche tatsächlich mal schneller sind als Red und den Zielort allein ausfindig machen können. Das kleine Detail mit der Bombe erfahren sie allerdings erst durch ihn, womit erneut veranschaulicht wird, wie unverzichtbar er als Informationsquelle ist.

Szenenbild der Blacklist-Episode The Corsican.
Szenenbild der Blacklist-Episode The Corsican. - © NBC

Gamechanger

In der ersten Hälfte gibt es einige Szenen, die Jennifer (Fiona Dourif) und Liz dabei zeigen, wie sie Nachforschungen betreiben und einen Plan durchführen wollen, den Liz noch etwas skeptisch betrachtet. Zunächst einmal hat es mich aber gefreut, dass Red tatsächlich die Unterlagen von damals vernichtet beziehungsweise gelöscht hat - hätte er diese Spur nicht verwischt, wäre das auch reichlich dumm von ihm gewesen. Allerdings besteht noch die kleine Chance, dass Jennifer und Liz noch an die Daten herankommen. Sofern Red nicht dazwischenfunkt und den Braten riecht, womit wir zum Plan der beiden Frauen kommen.

An sich ergibt dieser Plan durchaus Sinn. Ungestört nachforschen lässt sich nur, wenn Red keine Überraschungsbesuche wie zu Beginn der Episode durchführt, was bedeutet, dass sie ihn irgendwie auf Eis legen müssen. Aber seine Verhaftung bereitet doch zunächst gewaltige Bauchschmerzen. Vielleicht begehe ich jetzt einen Denkfehler, aber die erste Frage, die ich mir bei der Verhaftung gestellt habe: Weshalb wird noch nach Red gefahndet? Sollte er sich nicht von offizieller Seite seit dem Piloten in Gewahrsam befinden?

Klar, sein Deal und seine Zusammenarbeit mit der Taskforce unterliegt der Geheimhaltung und vermutlich sollte er nicht in der Öffentlichkeit aufgegriffen werden. Aber er hat sich doch zu Serienbeginn selbst gestellt - weshalb also ist er noch immer auf der Liste der meistgesuchten Verbrecher? Mit Blick auf die Zusammenarbeit wäre es doch kontraproduktiv, sollte ein Zufall (wie diese Woche) dazu führen, dass er erneut verhaftet wird. Vielleicht kann mir da jemand in den Kommentaren weiterhelfen, denn irgendwas ist mir da offensichtlich entgangen.

Im ähnlichen Zusammenhang stehen Coopers (Harry Lennix) vergebliche Mühen, verschiedene Parteien von den Vorzügen einer Zusammenarbeit mit Red zu überzeugen. Man sollte doch annehmen, dass die Obrigkeiten, die die Black Site genehmigt haben und die fraglos darüber im Bilde sind, welche Erfolge es bereits gab, einschreiten würden, bevor ein eifriger Polizist (James P. Rees) oder eine Staatsanwältin (Karen Pittman) zum Zuge und die ganze Geheimniskrämerei ans Licht zu kommen droht. Von daher verstehe ich nicht, weshalb Pannabaker (Deirdre Lovejoy) die Hände gebunden sein sollen.

Szenenbild der Blacklist-Episode The Corsican.
Szenenbild der Blacklist-Episode The Corsican. - © NBC

Aber uns bleibt nichts anderes übrig, als diese Wendung und Neuausrichtung der Serie zu akzeptieren. Wobei bereits jetzt abzusehen ist, dass Liz bei der Aktion nicht weit genug gedacht hat. Jennifer führt zwar eine ganze Reihe Namen an und es gibt sogar eine kurze Diskussion über das Gute, was Reds Zusammenarbeit bewerkstelligt hat - nicht zuletzt das verhinderte Bombenattentat in dieser Episode, wo er sich auch selbst in Gefahr begibt. Aber offenbar hat Liz vergessen, was Mr. Kaplan (Susan Blommaert) zugestoßen ist, nachdem sie Red verraten hat.

Es kann folglich kein gutes Ende geben, wenn Red herausfindet, wer ihn da verpfiffen hat. Okay, vielleicht trifft es letztlich nur Jennifer oder er vergibt Liz, weil sie trotz allem der Mittelpunkt seines Handelns ist. Aber warten wir erst einmal ab, wie das Spielchen zwischen Liz und Red weitergeht - denn spannend wird es auf jeden Fall.

Da fällt mir gerade noch ein, dass auch unsere Taskforce nicht gerade erbaut darüber sein wird, wenn ans Licht kommt, wer Reds Verhaftung bewirkt hat. Liz hat bereits alle getäuscht, als sie ihren Tod fingierte. Jetzt erneut hinterm Rücken aller zu handeln, die Auflösung der Taskforce zu bewirken und alles nicht aus der Not heraus, sondern wegen persönlicher Nachforschungen, die nicht unterbrochen werden sollen? Das wird deutlich schwerer zu verkaufen sein und das Vertrauen, welches zwischen ihr und dem Team herrscht, nicht nur auf die Probe stellen, sondern gar für immer brechen. Ob es das wert ist?

Fazit

Ein spannender und humorreicher Fall der Woche mit einem Bösewicht, der erneut entkommt, liefert abermals ausgesprochen gute Unterhaltung. Nahtlos über geht die Handlung anschließend zu einem Gamechanger, der Red hinter Gitter führt und die kommenden verbalen Tänze mit Liz sicher äußerst spannend gestalten wird. Allerdings machen sich hier auch die meisten Bauchschmerzen bemerkbar. Einmal, weil die gesamte Aktion nicht so recht einleuchten will und zum anderen, weil Liz sich da auf lange Sicht in den eigenen Fuß schießen wird. Unterm Strich ist die neue Dynamik aber durchaus willkommen. Von mir gibt es erneut 4 von 5 Sternen.

Der offizielle Trailer zur „The Blacklist"-Episode „The Pharmacist" (6x03):

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Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 6. Januar 2019

The Blacklist 6x02 Trailer

Episode
Staffel 6, Episode 2
(The Blacklist 6x02)
Deutscher Titel der Episode
Der Korse
Titel der Episode im Original
The Corsican
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 4. Januar 2019 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Samstag, 4. Januar 2020
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Samstag, 4. Januar 2020
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Samstag, 4. Januar 2020
Autoren
John Eisendrath, Jon Bokenkamp
Regisseur
Kurt Kuenne

Schauspieler in der Episode The Blacklist 6x02

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