The Blacklist 5x04

© zenenfoto aus der âThe Blacklistâ-Episode âThe Endlingâ (c) NBC
The Endling
Der Fall der Woche dreht sich um Nirah Ahmad (Poorna Jagannathan), die in Reds (James Spader) Kreisen als der titelgebende âEndlingâ bekannt ist. Nirah wird uns in den ersten Minuten der Episode als eiskalte Killerin vorgestellt, was nicht nur den Besitzer eines seltenen Pferdes betrifft, denn sie fackelt gleich den gesamten Stall ab. Pferdefreude mĂŒssen hier sehr stark sein.
Durch den Tipp von Raymond macht sich nun unsere Task Force daran, Nirah ausfindig zu machen und ihre weiteren PlĂ€ne zu vereiteln. ZunĂ€chst mit der ĂŒblichen Ermittlungsarbeit, die im Handumdrehen mit Prinzessin Sonya von Montenegro (Rezeta Veliu) das nĂ€chste Opfer des Endlings liefert. Im Verlauf der Folge gibt es allerdings ein paar Wendungen zu verzeichnen, denn Nirahs Absichten haben in diesem Fall ein anderes Ziel - die Rettung ihres Sohnes Ethan (Shiv Ajay), der ein neues Herz benötigt und eine extrem seltene Blutgruppe hat.
Die Entwicklung des Falles ist ganz angenehm geraten, wenngleich sich unser Team hĂ€tte fragen können, weshalb Nirah im Sinn haben sollte, die Blutlinie von Sonya auszulöschen - schlieĂlich betreibt sie Wertsteigerung, womit Sonya noch eine Schwester oder Ă€hnliches hĂ€tte haben mĂŒssen. Aber okay, der Wandel von einer AttentĂ€terin zur besorgten Mutter, die ihr Kind retten möchte und sich am Ende dafĂŒr selbst das Leben nimmt, hatte was. Denn neben Figuren wie Liz (Megan Boone) und Red werden sich bestimmt auch einige Zuschauer fragen, wie weit sie gehen wĂŒrden, um ihr todkrankes Kind zu retten.
Probleme ergeben sich aber durch den Anfang. Nirahs BemĂŒhungen mögen sich zwar letztlich um Ethan drehen und nachvollziehbar sein. Dennoch sind ihre Taten natĂŒrlich nicht gerechtfertigt, zumal sie sicher nicht vorhatte, selbst als Spender zu fungieren. Vielmehr stellt Red sie vor die Wahl, entweder Selbstmord zu begehen oder ihren Jungen sterben zu lassen - andere Optionen gab es am Ende nicht mehr.
Was seltene Blutgruppen angeht, ist dem Rezensenten ĂŒbrigens die Bombay-Blutgruppe bekannt, womit das âkönigliche Blutâ dieser Episode zumindest eine Grundlage in der RealitĂ€t hat, was die GlaubwĂŒrdigkeit akzeptabel gestaltet. Die WertsteigerungsgeschĂ€fte von zuvor sind aber wieder der ĂŒbliche Unfug, dem wohl jeder halbwegs versierte Ermittler auf die Schliche kommen könnte - allzu schwer dĂŒrfte es jedenfalls nicht sein, da Motiv und TĂ€ter zu erkennen.

Tom Keen
Pete (Karl Miller) benötigt Zugriff auf eine Datenbank, um das Ergebnis seiner DNA-Analyse zu vergleichen und somit die IdentitĂ€t der Leiche im Koffer herauszufinden. Diesen Zugang gewĂ€hrt ihm die IdentitĂ€t einer FBI-Agentin wie Liz und da Tom (Ryan Eggold) natĂŒrlich herausfinden möchte, wessen Ăberreste er da im Koffer hat, stibitzt er kurzerhand Lizzies Ausweis.
Uns ist natĂŒrlich klar, dass er vorerst das Geheimnis lĂŒften möchte, um Lizzie eventuell spĂ€ter einzuweihen. Aber ihren Ausweis zu verwenden, ist doch sehr dumm. Daraus werden sich bestimmt noch unangenehme Fragen fĂŒr sie ergeben, die dann wiederum in Richtung Tom zeigen werden. Ein anderer Ausweis wĂ€re bei Toms Möglichkeiten bestimmt auch zu organisieren gewesen und hĂ€tte dieses Risiko gesenkt.
Abgesehen davon ist nun aber noch jemand anderes auf die Recherche von Pete aufmerksam geworden, was Nik (Piter Marek) am Ende das Leben kostet. Pete dĂŒrfte ein Ă€hnliches Schicksal ereilt haben, wĂ€hrend wir uns fragen, wer die vermummte Gestalt ist, die auch den Koffer samt Inhalt mitgehen lĂ€sst. Irgendwelche Vermutungen? Hat Pete nach erfolgreicher Identifikation womöglich eine dritte Partei involviert, in der Hoffnung, Gewinn aus dieser Information zu schlagen? Falls ja, war das ein Fehler, der noch ungeahnte Konsequenzen fĂŒr alle Beteiligten (inklusive Red) haben könnte.
Unterm Strich spitzt sich die Lage hier erwartungsgemÀà zu und die im Staffelauftakt angekĂŒndigte Konfrontation zwischen Red und Tom ist erneut ein StĂŒckchen nĂ€her gerĂŒckt. Allerdings bleibt weiterhin offen, wer im Koffer liegt. Hoffentlich zieht sich das nicht zu sehr in die LĂ€nge. Noch ist die Spannung zwar hoch, aber das kann sich schnell Ă€ndern.
The Mailman
Kennt jemand Airbnb? Der Name wird zwar nicht explizit genannt, aber dass Red und Dembe (Hisham Tawfiq) diesen Service nutzen, lÀdt zum Grinsen ein.
Die neue Behausung gefĂ€llt den beiden auf jeden Fall und ist eine Steigerung zum Motel. Allerdings bekommen sie Besuch von zwei Einbrechern, was Red direkt vermuten lĂ€sst, dass ihm wieder jemand ans Leder will. Ăberraschenderweise ist das nicht so, denn die beiden Ganoven haben es tatsĂ€chlich auf WertgegenstĂ€nde abgesehen und den Tipp fĂŒr die leerstehende Wohnung von Tony âThe Mailmanâ (Lenny Venito) bekommen - der in der Tat bei der Post arbeitet.

Die Episode demonstriert im weiteren Verlauf wunderbar, was Red von Kleinverbrechern wie Tony unterscheidet. Alleine schon, wie er der Ursache fĂŒr den Einbruch auf die Schliche kommt und alle Beteiligten verhört, machte wieder SpaĂ. Aber dass er hier mit einer gröĂeren GeschĂ€ftsidee aufwartet, die seine Einkommensprobleme in den Griff bekommen sollte, ist der eigentliche Knaller. Der Wiederaufbau seines Imperiums schreitet mit groĂen Schritten voran. Gerne mehr davon.
Red und Liz

Diese Woche gibt es wieder mehrfach Interaktionen zwischen Vater und Tochter. Die HandlungsstrĂ€nge bleiben zwar vorerst getrennt, ĂŒberschneiden sich gegen Ende aber. Es wĂ€re interessant gewesen, wie Liz reagiert hĂ€tte, wenn sie die gefesselten GĂ€ste in Reds neuer Behausung gesehen hĂ€tte. Ob sie das ebenfalls geduldet hĂ€tte?
Die gemeinsame Sache beschrĂ€nkt sich aber auf den aktuellen Fall um Nirah, fĂŒr den Lizzie Reds Hilfe benötigt und anschlieĂend die eigenen Leute hintergeht, damit der Junge gerettet wird. Dieses Handeln hat zur Konsequenz, dass Cooper (Harry Lennix) ihr am Ende eine Standpauke hĂ€lt. FĂŒr uns wird aber deutlich, wie groĂ das Vertrauen zu ihrem Vater bereits geworden ist und dass sie ihm beinahe blind vertraut. Mehr noch. Sie bleibt davon ĂŒberzeugt, richtig gehandelt zu haben, womit sie einen weiteren groĂen Schritt in Reds Richtung durchfĂŒhrt.
Was in der letzten Staffel noch undenkbar gewesen ist, nimmt somit gröĂere AusmaĂe an. Cooper wird gut daran tun, sie nĂ€her im Auge zu behalten und es dĂŒrfte nur eine Frage der Zeit sein, bis es zu einem gröĂeren Konflikt kommt. Wird sie dann auch auf Red setzen oder nicht? Der bislang eingeschlagene Weg deutet auf ersteres hin. Spannend.
Sonstiges
- Kein Henry Prescott (James Carpinello) diese Woche.
- Donald (Diego Klattenhoff), Aram (Amir Arison) und Samar (Mozhan MarnĂČ) bekommen abgesehen von kleineren Auftritten nicht viel zu tun. Persönliche Interaktionen auĂerhalb des Falles bleiben gar ganz auf der Strecke.
- Nik durfte in zwei HandlungsstrĂ€ngen dabei sein, was durchaus gefallen hat. Sehr schade, dass er die Episode nicht ĂŒberlebt.
Fazit

Es bleibt weiterhin unterhaltsam und spannend, auch wenn sich abermals im Fall der Woche ein paar Schwachstellen finden. Die Angelegenheit um Reds nĂ€chtlichen Besuch war etwas weniger gut als sein Abenteuer letzte Woche, kann aber trotzdem als gelungen bezeichnet werden. Tom hat derweil durch seine Ermittlungen schlafende Hunde geweckt, wodurch sich die Lage hier zuspitzt, aber die groĂe Offenbarung weiterhin ausbleibt. Der Rest vom SchĂŒtzenfest kommt derweil ein bisschen kurz. Von mir gibt es die gleiche Bewertung wie in der Vorwoche: 3,5 von 5 Sternen.
Trailer zur Episode Ilyas Surkov der Serie The Blacklist (5x05):
Verfasser: Christian SchÀfer am Donnerstag, 19. Oktober 2017The Blacklist 5x04 Trailer
(The Blacklist 5x04)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 5x04
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?