The Blacklist 4x15

The Blacklist 4x15

In der Folge The Apothecary der US-Serie The Blacklist wird Red vergiftet. WÀhrend er versucht, seine letzten Schritte nachzuvollziehen, um den MissetÀter ausfindig zu machen, ist das FBI damit beschÀftigt, den Giftmischer zu fassen, der die tödlichen Cocktails entwickelt.

Jamie Harrold in „The Blacklist“ / (c) NBC
Jamie Harrold in „The Blacklist“ / (c) NBC
© amie Harrold in „The Blacklist“ / (c) NBC

Ermittlungen

Nachdem Red (James Spader) vergiftet wurde, setzt er das Team um Harold Cooper (Harry Lennix) davon in Kenntnis und gibt ihnen einen Hinweis, dem sie nachgehen sollen, um den Giftmischer zu fassen - denn ohne Gegenmittel hat Raymond nicht mehr lange zu leben. Der Fall um Helen Dahle (Eunice Viggers) ist nichts, was besonders hervorsticht. Es gibt zunĂ€chst die ĂŒbliche falsche FĂ€hrte, die aber schnell als solche aufgedeckt wird. Liz (Megan Boone) kommt anschließend dahinter, dass Helens Mann Robert (Daniel Eric Gold) eine AffĂ€re hat, womit sich das Blatt wendet und der Bösewicht dieser Nebenhandlung ausfindig gemacht wird.

Bei unserem Team tut sich diese Woche nicht viel. Alle erledigen ihren Job recht routiniert und professionell, wobei aber auch kaum Zeit dafĂŒr bleibt, in dieser Episode verstĂ€rkt auf einen unserer Charaktere einzugehen. Denn der Fokus liegt auf Red, der nachvollziehen muss, was er die letzten Stunden gemacht hat. Es ist aber nicht weiter schlimm, dass die Ermittlungen relativ geradlinig verlaufen und die Motive von Robert eher banal wirken. Die Besonderheiten der Folge sind an anderer Stelle zu finden. Eine davon ist die titelgebende Figur, die dank Aram (Amir Arison) lokalisiert werden kann.

The Apothecary

Asa Hightower (Jamie Harrold) ist eine der widerlichsten Figuren, die die Serie jemals hervorgebracht hat. Und das hat nichts damit zu tun, dass er als „Apothecary“ andere Leute mit speziell auf die Opfer abgestimmten Giften versorgt. Es sind vielmehr die Szenen mit seiner Frau Ruby (Stacie Morgan Lewis), die dem Zuschauer hier an die Nieren gehen. GlĂŒcklicherweise wird dabei auf explizite Darstellungen verzichtet, aber alleine die Implikationen gepaart mit Asas Verhalten reichen aus, um uns den Magen umzudrehen.

Jamie Harrold und Stacie Morgan Lewis in „The Blacklist“
Jamie Harrold und Stacie Morgan Lewis in „The Blacklist“ - © NBC

Jamie Harrold weiß jedenfalls jede Sekunde als Widerling zu ĂŒberzeugen. Sein Asa Hightower kommt erschreckend authentisch bei uns an, insofern gelingt es hier, einen glaubhaften Bösewicht abzuliefern, der sich selbst auch noch fĂŒr einen guten Menschen hĂ€lt. Da ist es am Ende dann etwas schade, dass wir nicht erfahren, ob die Todesstrafe wirklich vom Tisch ist. Nach allem, was er Ruby angetan hat (und natĂŒrlich mit Blick darauf, dass es sich hier um eine fiktive Serie handelt), wĂŒrde man ihm jedenfalls etwas von seiner eigenen Medizin in Form einer Giftspritze gönnen.

Reds Todesmarsch

Es ist natĂŒrlich unwahrscheinlich, dass Red diese Episode nicht ĂŒberlebt. Wie zuvor schon bei Liz, können wir auch hier davon ausgehen, dass Raymond Reddington am Ende gerettet wird. Aber stellenweise steht es nicht gut um ihn und wĂ€hrend der Folge kommen des Öfteren Zweifel auf, ob er tatsĂ€chlich ĂŒberleben wird. Insofern lĂ€sst sich ein gewisser Spannungsfaktor nicht bestreiten.

Eine große Hilfe ist ihm hierbei Lou Lou McLellan (Afton Williamson), die - warum auch immer - ihm bei seiner Suche nach Erinnerungen und den letzten Ereignissen zur Seite steht. Eine der Figuren ĂŒbrigens, die sich leider weniger nachvollziehen lĂ€sst. Reds Zustand hin oder her. Er hat sie in den Kofferraum verfrachtet und quasi als Geisel genommen. Jeder normale Mensch wĂŒrde da nach seiner Befreiung das Weite suchen, wĂ€hrend Lou Lou hier nach einigem Zögern ihrem Geiselnehmer helfend zur Seite steht.

Aber das ist nur ein kleines Manko in einer sonst durchgehend spannenden Schnitzeljagd nach dem VerrĂ€ter in Reds Reihen. Als aufmerksamer Zuschauer bekommt man auch die Gelegenheit, den wahren MissetĂ€ter ausfindig zu machen. Nicht nur, dass Dembe (Hisham Tawfiq) direkt zu Beginn unserem Red den tödlichen Drink verabreicht. Er ist auch wĂ€hrend der Folge verschwunden, was durchaus verdĂ€chtig wirkt. Andererseits können wir uns aber kaum vorstellen (wie bereits im letzten Review angesprochen), dass Dembe derjenige ist, der Red zu Fall bringen will. Da ist es wahrscheinlicher, dass ihm etwas zugestoßen ist - was ja auch Reds Vermutung in der Episode ist.

Obendrein wird uns mit Marvin Gerard (Fisher Stevens) ein möglicher Judas prĂ€sentiert. Ein Ablenkungsmanöver, das auch beinahe aufgeht. Seine Abwesenheit beim Dinner, die Flasche Wein, die er Red hat zukommen lassen - es gibt viele Indizien, die auf ihn deuten. Ironischerweise ist es gerade die Frage nach Dembe, die Red noch beantwortet haben will, bevor er den vermeintlichen ÜbeltĂ€ter ins Jenseits schickt. Und dann kommt der Anruf von Liz, der Marvins Unschuld bestĂ€tigt. BĂ€mm.

James Spader und Brian Stokes Mitchell in „The Blacklist“
James Spader und Brian Stokes Mitchell in „The Blacklist“ - © NBC

Diese EnthĂŒllung konnte sich jedenfalls sehen lassen. Auch Red kann kaum glauben, dass Dembe derjenige war, der ihm das Gift verabreicht hat. Aber das ist jetzt eindeutig. Dembe hat Reds Vorgehensweise seit dem (scheinbaren) Tod von Mr. Kaplan (Susan Blommaert) des Öfteren kritisiert, soviel steht fest. Aber dass er Red vergiften wĂŒrde, damit ließ sich nicht rechnen. Stellt sich nun die Frage, ob er tatsĂ€chlich das Ende der Fahnenstange ist und alleine gehandelt hat. Denn Kate hat sich noch immer nicht blicken lassen und es wĂ€re gut möglich, dass sie mittlerweile mit Dembe in Verbindung steht und die beiden ein Team darstellen - ein Team, welches sich jetzt vorsehen muss, aber vermutlich schon den nĂ€chsten Schachzug plant.

Auch stellt sich die Frage, ob Red sich noch von den ganzen SchlÀgen erholen kann. Seine Organisation hat bereits Federn gelassen und jetzt entpuppt sich auch noch sein engster Vertrauter und LeibwÀchter als Gegner. WÀre auch gut möglich, dass es Dembe gelingt, noch weitere Leute aus Reds Vertrauenskreis gegen ihren Chef aufzubringen. Womöglich könnte Red jetzt auch etwas paranoid werden, was sich ebenfalls negativ auf die Personen, die ihn umgeben, auswirken könnte. Warten wir mal ab, wie es nach der lÀngeren Pause im April weitergeht.

Fazit

The Blacklist prĂ€sentiert uns diese Woche ein Highlight. Die Aufdeckung des VerrĂ€ters ist eine echte Überraschung, mit der sich trotz einiger Hinweise nicht rechnen ließ. Obendrein gab es mit Asa Hightower einen anderen Bösewicht, der erschreckend authentisch wirkte. Ein paar kleinere Mankos und der eher gewöhnliche Fall um Helen Dahle können jedenfalls nicht darĂŒber hinwegtĂ€uschen, dass es diese Woche eine der besten Folgen der Staffel gab. Von mir gibt es dafĂŒr 4,5 von 5 Sternen.

Verfasser: Christian SchÀfer am Samstag, 25. Februar 2017

The Blacklist 4x15 Trailer

Episode
Staffel 4, Episode 15
(The Blacklist 4x15)
Deutscher Titel der Episode
Der Apotheker (Nr. 59)
Titel der Episode im Original
The Apothecary
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 23. Februar 2017 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 18. April 2017
Regisseur
Michael Caracciolo

Schauspieler in der Episode The Blacklist 4x15

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