The Blacklist 4x12

© iz und Tom genieĂen das Familienleben in âThe Blacklistâ. / (c) NBC
Natalie Luca
Anhand eines RĂŒckblicks wird gezeigt, wie ein junges MĂ€dchen den Ausbruch einer tödlichen Krankheit in Moldawien ĂŒberlebt. In der Gegenwart steht Natalie Luca (Elizabeth Lail) im Fokus unseres FBI-Teams, nachdem sie Reds (James Spader) BuchfĂŒhrer umgebracht hat. Natalie ist die ĂbertrĂ€gerin einer tödlichen Krankheit und infiziert ihre Opfer durch bloĂe BerĂŒhrung - meist mit den Lippen. Dabei ist sie keine Auftragskillerin im eigentlichen Sinne. Die meisten ihrer Morde begeht sie, damit ihr Freund Malik (RJ Brown) - seines Zeichens Wissenschaftler - einen Weg finden kann, um mit ihr zusammen zu sein.
Die Geschichte von Natalie und Malik nimmt dabei oft romantische ZĂŒge an. Ein PĂ€rchen, dass sich zwar gefunden hat und die alles fĂŒreinander tun wĂŒrden, aber denen jeglicher Körperkontakt verwehrt ist. Der Romanze wohnen somit tragische ZĂŒge bei und das Ende, als Malik stirbt, wird sicher dem einen oder anderen Zuschauer eine TrĂ€ne entlocken.
The Blacklist schlĂ€gt mit dieser Episode einen ungewohnten Weg ein. Normalerweise sind die Blacklister böse Figuren, die unbedingt und fraglos aufgehalten werden mĂŒssen. Hier ist das nicht der Fall und die Grenze zwischen Gut und Böse verschwimmt mehr als je zuvor. Gerade mit Blick auf den Werdegang von Natalie, die ĂŒber Jahre eingesperrt und isoliert wurde, kommt man mehr als einmal in die Versuchung, ihr ein Happy End zu gönnen - was es aber nicht gibt.

Auf der kritischen Seite lĂ€sst sich allerdings einrĂ€umen, dass unser PĂ€rchen in seinem Vorhaben ĂŒber Leichen geht und auch Natalies Opfer Familien haben, die durch ihre tödlichen BerĂŒhrungen geliebte Angehörige verlieren. Deren Verluste werden oft auĂer Acht gelassen und somit lĂ€sst sich die Vorgehensweise der beiden sehr zwiespĂ€ltig sehen - schlieĂlich hĂ€tten Natalie und Malik sich auch darauf fokussieren können, ihre teure Forschung durch die Gelder von bösen Kriminellen zu finanzieren. In dem Fall wĂ€re es dem Zuschauer vermutlich einfacher gefallen, sich auf die Seite der beiden zu schlagen (auch wenn das mitunter trotzdem passiert).
Zu guter Letzt sei noch angemerkt, dass trotz aller ErklĂ€rungen sehr oft mit der Stirn gerunzelt werden darf. Die Geschwindigkeit, mit der Natalie ihre Opfer ĂŒber den Jordan bringt und dass sich dort niemand anders ansteckt, ist schon sehr weit hergeholt und wirkt schlicht unmöglich. Diese UnglaubwĂŒrdigkeiten lassen sich auch nicht so einfach wegerklĂ€ren und wirken mitunter störend.
Samar und Aram
Die Geschichte von Natalie und Malik geht auch an Samar (Mozhan Marno) und Aram (Amir Arison) nicht spurlos vorĂŒber - hier können wir weiterhin auf ein Happy End hoffen. Aber die kleine Nebenhandlung, die bei unseren beiden FBI Agenten im Fokus steht, ist zunĂ€chst anderer Natur. Samar hat versehentlich Arams Gehaltsabrechnung bekommen und bemerkt, dass sie 32 Prozent weniger Kohle erhĂ€lt als ihr mĂ€nnlicher Kollege.
Da die Bezahlung weiblicher Angestellter auch in unserer realen Welt oft unter dem liegt, was mĂ€nnliche Kollegen bei gleicher Qualifizierung erhalten, war es gut, dass diese Anomalie auch in unserer fiktiven Serie einmal angesprochen wird. Es ist zwar fraglich, ob Differenzen aufgrund des Geschlechts auch bei Bundesbeamten existieren (in Deutschland ist das, soweit der Rezensent weiĂ, nicht der Fall - die Tarife des öffentlichen Dienstes machen hierzulande keinen Unterschied zwischen Mann und Frau), aber in der Wirtschaft sieht das leider anders aus. Insofern ist es schön, dass das Thema auch in einer fiktiven Serie einmal aufgegriffen und kritisiert wird.
Es wĂ€re zwar schöner gewesen, wenn Samar sich tatsĂ€chlich an Cooper (Harry Lennix) gewendet und eine Angleichung der GehĂ€lter bewirkt hĂ€tte. Aber es war dennoch ein feiner Zug von Aram, hier auf einem unkonventionellen Weg fĂŒr Gleichstellung zu sorgen.

Tom
Tom Keen (Ryan Eggold) erhĂ€lt diese Woche unverhofften Besuch von Red, der seine Dienste benötigt. Dem Ehemann von Liz (Megan Boone) tut der kleine Exkurs diese Woche auch richtig gut, obwohl ihm schwant, dass sich dadurch einige Probleme fĂŒr das Familienleben ergeben könnten. Und auch als Zuschauer kommt man nicht umhin, Gefallen an der kleinen Mission zu finden, die Red unserem Tom auftrĂ€gt.
Tom Undercover und in Action ist jedenfalls etwas, was irgendwo dazu gehört und wovon es im kommenden Spin-off sicher noch mehr zu sehen geben wird. Wobei er Liz gegenĂŒber auch nichts verschweigt und die beiden gegen Ende gemeinsam am Tisch sitzen und ĂŒberlegen, ob sie ĂŒberhaupt lĂ€ngerfristig als Familie funktionieren können. Ein bisschen auĂer Acht gelassen wird dabei, dass auch Liz einen nicht gerade ungefĂ€hrlichen Beruf hat. Erst kĂŒrzlich durfte sie ebenfalls Undercover gehen, um sich in eine diebische Frauengruppe einzuschleusen. Unterm Strich riskieren folglich beide Elternteile von Agnes auf mehr oder weniger regelmĂ€Ăiger Basis ihr Leben.
Ob die Familie Keen dauerhaften Bestand haben wird, lĂ€sst sich nur schwer vorhersehen. Es wird bestimmt nicht leicht bei Muttis Beruf und Papis âGelegenheitsjobsâ, hier noch ein halbwegs normales Familienleben zu haben. Es ist allerdings gut, dass die beiden sich ĂŒber ihre Lebensweise im Klaren sind und die Problematik diskutieren, statt Geheimnisse vor dem anderen zu haben. Mal schauen, ob und wie das Ganze in Zukunft funktioniert.
Raymond
Red steckt momentan in einer finanziellen Klemme und hat noch keine Ahnung, wer ihm da in die Suppe spuckt. Nach der letzten Episode hat er Baldur Magnusson (Daniel Davis) in Verdacht und versucht sich diese Woche daran, diesen Verdacht mit der Hilfe von Tom zu bestÀtigen.
Wir erleben es nicht oft, dass Red relativ ahnungslos ist. Normalerweise ist er derjenige mit den groĂen PlĂ€nen und den anderen zwei bis sieben Schritte voraus. Dieses Blatt hat sich seit ein paar Folgen nun gewendet und Red muss zusehen, dass er wieder die Oberhand gewinnt. Eine nicht gerade unbedeutende Ănderung des sonst so ĂŒblichen Serienschemas, welche aber zu gefallen weiĂ. Red hangelt sich hier von einem Hinweis zum nĂ€chsten und darf, um Magnusson auf den Zahn zu fĂŒhlen, trotzdem in seinem Element bleiben.

Am Ende entpuppt sich Baldur als Sackgasse und nicht als der groĂe Gegenspieler, wie sich noch letzte Woche vermuten lieĂ. Von Vorteil fĂŒr Red ist allerdings, dass das FBI Natalie fassen konnte, die sich nun wieder in Isolierung befindet und unserem angeschlagenen Strippenzieher einen Namen geben kann: Isabella Stone. Aber wer ist Isabella Stone? Warum hat sie es auf Reds GeschĂ€fte abgesehen? Und was wird Red nun unternehmen, nachdem er weiĂ, wer ihm zusetzt?
Diese Fragen werden vermutlich nĂ€chste Woche beantwortet, wie ein Blick auf den Titel der nĂ€chsten Episode ahnen lĂ€sst. Ob es dabei aber bei einer Folge bleiben wird, ist fraglich. GröĂere Gegner haben die Angewohnheit, nicht so leicht aus dem Verkehr gezogen zu werden. Aber wir können in jedem Fall gespannt sein, wohin die weitere Reise der Serie gehen wird.
Fazit
So langsam wird die Sache wieder interessanter. Nicht nur, dass uns diese Woche ein guter und ungewöhnlicher Fall der Woche prĂ€sentiert wird. Auch Reds Handlungsstrang nimmt wieder mehr Fahrt auf und visiert einen neuen, nicht zu unterschĂ€tzenden Gegenspieler an. Im Ăbrigen war es schön, Tom mal wieder in Action zu sehen und auch die Shipper von Aram und Samar dĂŒrften auf ihre Kosten gekommen sein. Von mir gibt es vier von fĂŒnf Sternen.
Verfasser: Christian SchÀfer am Samstag, 4. Februar 2017The Blacklist 4x12 Trailer
(The Blacklist 4x12)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 4x12
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