The Blacklist 10x20

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Arthur Hudson
In den Eröffnungsszenen sehen wir Arthur Hudson (Toby Leonard Moore) zusammen mit seinem FBI-Kumpel Jordan Nixon (Derrick Williams) vor dem United States Attorney General Stromberg (Dan Butler). Mit Hilfe der Aufnahmen von letzter Woche und der Verbindung zum Lauschangriff aufs Kapitol gelingt es Hudson, die Aufmerksamkeit von Stromberg zu gewinnen. Dieser lädt anschließend Harold Cooper (Harry Lennix) und Cynthia Panabaker (Deirdre Lovejoy) vor, um sie persönlich und zusammen mit Hudson und Nixon zu den Vorwürfen zu befragen. Zwar gelingt es Raymond (James Spader) mit der Hilfe von Tadashi (Alex Shimizu), sich in die Anhörung einzuklinken, aber er kann nicht verhindern, dass die Taskforce vorerst aufgelöst und alle Teammitglieder verhört werden.
Raymond selbst besucht derweil die Leute, mit denen er jahrelang zusammengearbeitet hat. Heddie (Aida Turturro) gehört dazu, ebenso wie Teddy (Teddy Coluca) und Weecha (Diany Rodriguez), mit der er zusammen das nächste Kapitel seines Lebens starten will, welches offenbar nach einer Weltreise aussieht. Er lädt Agnes (Sami Bray) zum Eisessen ein und auch hier sieht alles nach Abschied aus. Red bricht also alle Zelte ab, wenn er sich von diesen Personen verabschiedet und ihnen Tipps für die weitere Zukunft gibt.
Am Ende der Episode stellt Stromberg Cooper vor ein Ultimatum. Die Taskforce darf wieder zusammenkommen, aber nur unter der Voraussetzung, dass sie jetzt Jagd auf Reddington macht und ihn inhaftiert. Sollte ihnen das nicht gelingen, werden sie doch noch angeklagt. Somit ist der Weg für das Serienfinale vorbereitet: „Catch me if you can.“ - Raymond Reddington.
Das Ende der Taskforce?
Bereits mit Blick auf die Geschehnisse aus Room 417 fragen sich Dembe (Hisham Tawfiq), Siya (Anya Banerjee), Donald (Diego Klattenhoff) und Herbie (Alex Brightman), wie es um die Zukunft der Taskforce bestellt ist. Denn ohne das große Spionage-Netzwerk schätzt unser Team, dass Red ihnen keine neuen Fälle bescheren wird. Dass sie damit richtig liegen, demonstriert uns Red durch seine Abschiedstour. Er hat zwar nicht vor, gänzlich aus der Welt zu scheiden, aber sein neues Kapitel sieht nicht vor, weiterhin mit der Taskforce zusammenzuarbeiten. Insofern steht es auch ohne Arthur Hudson schon schlecht ums Team, welches einer unsicheren Zukunft entgegenblickt.
Dass die Lage sich anschließend zuspitzt und Hudson der große Schlag gelingt, ließ sich irgendwie erwarten. Cooper und Panabaker sind anfangs zwar noch recht gelassen, was das Treffen mit Stromberg betrifft, aber nachdem Jonathan (Mackenzie Astin) Donald eröffnet hat, dass dessen Telefon abgehört wurde, wird auch Harold der Ernst der Lage bewusst. Es lässt sich nicht mehr unter den Teppich kehren, wer der Informant der Taskforce ist und dass Red hinter der weltweiten Lauschaktion steckte, die er jahrelang betrieben hat. Unser Team mag davon nichts gewusst haben, aber die Tatsache, dass Red von der Zusammenarbeit profitiert hat, ist eindeutig.
Mir hat übrigens sehr gefallen, dass Harold gar nicht erst versucht, sich vor Stromberg und den anderen zu rechtfertigen. Wozu auch? Er weiß, dass Red seinen Namen aus den Archiven entfernt hat und damit auch die Grundlage, mit der die Taskforce einst ins Leben gerufen wurde. Außerdem ist jedem bewusst, wie die Arbeit mit kriminellen Informanten gestaltet ist und weshalb diese Arbeit geheim gehalten wurde. Der Unterschied zu anderen Undercover-Projekten liegt hier im Ausmaß von Reds Organisation(en) und es lässt sich nicht abstreiten, dass er vom Immunitätsdeal profitiert hat.
Also legt Cooper seine Marke auf den Tisch und lässt auf sich zukommen, was als nächstes passiert. Reds Zuschaltung war amüsant, aber geholfen hat er Cooper damit vermutlich nicht. Er liegt allerdings richtig, wenn er meint, dass Hudson die falschen Leute beschuldigt, denn der echte Kriminelle trägt nun einmal den Namen Raymond Reddington und das sollte auch die einzige Person sein, die zur Rechenschaft gezogen wird. Schließlich ist jeder Fall und alles drumherum auf Reds Mist gewachsen, während Cooper und sein Team Woche für Woche und Jahr für Jahr alles darangesetzt haben, Kriminelle zu verhaften, Anschläge zu verhindern und ganz allgemein, das „Richtige“ zu tun. Jedenfalls, soweit es ihnen möglich war.

Insgesamt war das Ende der Taskforce, wie sie bisher funktioniert hat, vorprogrammiert. Die große Frage ist nun, ob unser Team der Aufgabe gewachsen ist, Raymond Reddington zu fassen. Denn andernfalls sieht es für unser Team düster aus. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Red sich nach dem letzten Gespräch mit Cooper - welches als Abschied gedacht war - tatsächlich fangen lässt und anschließend auch noch ein paar Fragen beantwortet, die uns seit Serienbeginn verfolgen. Andererseits läuft mit Red eigentlich nie etwas, wie wir es erwarten würden. Insofern findet er vielleicht noch einen Kniff, mit dem er unser Team aus dem Schlamassel bekommt und am Ende doch noch sein neues Kapitel mit Weecha starten kann. Da dürfen wir gespannt sein.
Hexenjagd?
Arthur Hudson ist mir letzte Woche bereits negativ aufgefallen, weil er Jonathan Pritchard dazu benutzt hat, Donalds Handy zu verwanzen. Und zwar ohne Rücksicht darauf, welchen Druck er damit auf Jonathan ausübt, der wieder rückfällig wird. Außerdem hatte ich mich gefragt, ob er wirklich einen richterlichen Beschluss erhalten hat, um Donald (und den Rest des Teams) abzuhören, was nun kurioserweise tatsächlich der Fall gewesen ist. Was Jonathan betrifft, versucht Donald zwar, ihm zu helfen und ihn wieder auf die Beine zu bringen. Aber dank der Auflösung der Taskforce und der anschließenden Verhöre erhält Donald die Nachrichten von Jonathan zu spät und kann am Ende lediglich dessen Leiche vorfinden - Überdosis. Mir ist zwar bewusst, dass Jonathan selbst den tödlichen Cocktail zu sich genommen hat, aber die treibende Kraft hinter diesem Schicksal liegt für mich bei Arthur Hudson, der es einfach hätte besser wissen müssen als Jonathan für seine Zwecke zu benutzen.

Des Weiteren nimmt die Untersuchung, die Hudson einleitet, immer mehr die Form einer Hexenjagd an. Er wirkt geradezu besessen, wenn er Cooper und die Taskforce zu Fall bringen will und wird sogar von Nixon und Stromberg teilweise darauf hingewiesen, dass er sein Kompetenzgebiet überschreitet. Von dem rechtschaffenden Abgeordneten, der sich über ein riesiges Budget wundert, ist da nicht mehr viel übrig. Gut, am Ende konzentriert sich die Untersuchung wieder darauf, Red zu schnappen und damit den eigentlichen Strippenzieher zu Fall zu bringen. Aber für das Finale würde ich mir dennoch wünschen, dass wir noch zu sehen kriegen, wie Hudsons Karriere den Bach runtergeht. Wer weiß, vielleicht arbeitet Red ja bereits an einer Idee in dieser Hinsicht.
Raymond Reddington
Der Abschied naht und das macht uns Red diese Woche bewusst, wenn er eine regelrechte Abschiedstour unternimmt, bei der wir bekannte Gesichter wie Heddie und Teddy treffen, aber auch Agnes und Harold ein Teil dieser Tour sind. So richtig realisiert habe ich immer noch nicht, dass die Serie bald enden wird, auch wenn uns nur noch zwei Episoden in Form einer Doppelfolge erwarten. Wie sieht das bei euch aus?
Den Zwischenfall mit dem explodierten Flugzeug muss ich an dieser Stelle aber auf jeden Fall noch ansprechen. Ein Foto von Herbies frisch dekoriertem Schreibtisch zeigt ihn vor Reds Privatjet, womit Nixon und sein Team nun einen Anhaltspunkt haben, wo sie Red finden können. Dembe riskiert hier einiges, um seinen ehemaligen Arbeitgeber und Freund zu warnen, was sich durchaus skeptisch betrachten lässt. Schließlich wird die Taskforce gerade aufgelöst, weil die Vermutung im Raum steht, dass sie mit Red zusammengearbeitet und dessen Imperium bewusst gefördert haben. Nicht gerade der beste Moment, um Red eine Warnung zukommen zu lassen.

Wenig überraschend ist derweil, dass die Explosion nur als Ablenkung dient und Red gar nicht an Bord des Flugzeugs war. Mit etwas besserer Vorbereitung hätte er vielleicht eine verbrannte Leiche und ein paar DNA-Spuren platzieren können, damit Nixon und die anderen auch hinters Licht geführt werden. Vielleicht eine Option für die Zukunft? Also, den eigenen Tod vortäuschen und damit unsere Taskforce aus der Schlinge ziehen? Das würde vermutlich gut zu Red passen, ist aber nur Spekulation meinerseits. Wie die Serie wirklich endet, erfahren wir in ein paar Tagen. Ich bin gespannt.
Fazit
Das Ende von The Blacklist naht und wird diese Woche entsprechend vorbereitet. Reds Abschiedstour macht deutlich, dass dieses Kapitel seines Lebens kurz vor dem Abschluss steht, während Cooper und unser Team zusehen müssen, wie sich ihre Zukunft gestalten wird. Scheinbar läuft das Finale auf „Red vs. Taskforce“ hinaus, aber es würde mich nicht überraschen, wenn wir dahingehend noch einen Twist erhalten. Von mir gibt es diese Woche vier von fünf Sternen. Und von Euch?
The Blacklist 10x22 Teaser Trailer
Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 9. Juli 2023(The Blacklist 10x20)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 10x20
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