The Blacklist 10x06

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Dr. Laken Perillos: Conclusion
Anhand des Episodentitels lĂ€sst sich direkt erkennen, wer sich diese Woche zurĂŒckmeldet und im Team Wujing (Chin Han) tĂ€tig wird. Dr. Laken Perillos (Laverne Cox) haben wir zuletzt in der gleichnamigen Folge Dr. Laken Perillos (8x10) gesehen, wo sie im Auftrag von Neville Townsend (Reg Rogers) erst Dembe (Hisham Tawfiq) und spĂ€ter Raymond Reddington (James Spader) folterte. Der Zusatz „Conclusion“ weist derweil daraufhin, dass es fĂŒr Perillos die letzte Episode werden wird.
Entsprechend beginnt Dr. Laken Perillos: Conclusion mit einem GefĂ€ngnisausbruch, bei dem Wujings rechte Hand Zhang Wei (Kenneth Lee) mit ein paar Schergen und nicht gerade unblutig die Titelfigur befreit und zu seinem AnfĂŒhrer bringt. Cooper (Harry Lennix) und seine Taskforce werden natĂŒrlich auf den Fall aufmerksam und kaum hat Ressler (Diego Klattenhoff) die vergangenen Ereignisse angesprochen und sich gefragt, wer jetzt gefoltert werden soll, als Dembe schon von Soren (John Hans Tester) in eine Falle gelockt wird. Reds Freund und ehemaliger LeibwĂ€chter erlebt also eine Fortsetzung dessen, was ihm in der achten Staffel widerfahren war.
Dembes Verschwinden wird fast zu spĂ€t bemerkt und als Cooper und die anderen noch rĂ€tseln, wie Red vom Aufenthaltsort erfahren konnte, wissen wir bereits mehr. Denn wir erblicken Robert Vesco (Stacy Keach) vor Ort bei Wujing und sollen unsere Ahnung bestĂ€tigt bekommen, dass Raymond ihn als Maulwurf eingesetzt hat. Donald und Siya (Anya Banerjee) eilen ihrem Kollegen zur Hilfe, wĂ€hrend Wujing mitbekommt, dass Robert fĂŒr die Gegenseite arbeitet. Kein gutes Omen fĂŒr Reds alten WeggefĂ€hrten.
Folterstunde
Bei den ersten Szenen war ich noch guter Dinge und hatte gehofft, dass Perillos sich verĂ€ndert hat. Sie hilft ihren Mitgefangenen und hat sogar bei der GefĂ€ngnisdirektorin (Carla Brandberg) medizinisches GerĂ€t angefordert, welches Diagnosen erleichtern könnte, so dass schlimme und schmerzhafte Krankheiten frĂŒhzeitig erkannt und behandelt werden können. Und tatsĂ€chlich ist gerade neues Equipment auf dem Weg, welches von Perillos begutachtet werden soll.
Aber Pustekuchen, denn kaum ist sie frei und von Wujing ĂŒber die HintergrĂŒnde ihrer Gefangenschaft informiert worden, da fĂ€llt sie auch schon in alte Gefilde zurĂŒck. SchlieĂlich erhĂ€lt sie die Gelegenheit, ihre „Arbeit“ an Dembe fortzusetzen, der einem regelrecht leidtun kann. Zwar findet die Folter dieses Mal weniger blutig statt, aber schmerzhaft anzusehen sind die Szenen trotzdem. Perillos soll Informationen ĂŒber die Taskforce und deren Aufenthaltsort aus Dembe herausquetschen, wobei sie verbal probiert, auf ihr Opfer einzureden und ihn davon zu ĂŒberzeugen versucht, dass er sich selbst einen Gefallen damit macht, wenn er seine Zunge löst. Dass das bei Dembe nicht funktioniert und er eher stirbt, bevor er redet, ist fĂŒr uns aber keine Ăberraschung.
Unterm Strich ist es jedenfalls schade, dass man aus einer ohnehin schon kaum interessanten Figur wie Perillos nicht mehr macht. Der Ansatz, der anfangs gegeben wurde, wird aber nicht weiterverfolgt und wenn die Figur in der achten Staffel wenigstens noch auf eine aktuelle Problematik aufmerksam machte, ist davon hier nichts mehr zu spĂŒren. So bleibt uns nichts anderes ĂŒbrig, als die Szenen ĂŒber uns ergehen zu lassen und darauf zu hoffen, dass Dembe lebend aus der Sache herauskommt (was der Fall ist).
Perillos nĂ€chstes Opfer dĂŒrfte anschlieĂend Robert Vesco gewesen sein, der die Episode nicht ĂŒberleben soll. Folterszenen bleiben uns hier erspart, womit sich die Frage stellt, wieviel Vesco verraten hat. Da Wujing aber keinen weiteren Nutzen in Perillos sieht (und anweist, sie zu beseitigen), dĂŒrfte sie genug Informationen von Robert erhalten haben, um Wujing seinen nĂ€chsten Schritt machen zu lassen.
Wujing
Womit wir zum Staffelgegner kommen, der diese Woche ebenfalls keinen guten Eindruck hinterlĂ€sst. Das fĂ€ngt schon damit an, dass Wujing kaum etwas ĂŒber die Taskforce oder deren Zentrale weiĂ, obwohl er regelmĂ€Ăig betont, von Marvin Gerard (Fisher Stevens) ins Bild gesetzt worden zu sein und eine Zelle mit ihm geteilt zu haben. Ich hĂ€tte jedenfalls erwartet, dass Wujing bereits mehr ĂŒber unser Team weiĂ, schlieĂlich sollte er Red mindestens ebenbĂŒrtig sein, um einen guten Gegenspieler abzugeben. Das Wissen ĂŒber die Personen, die einst auf der Blacklist standen, ist allein doch etwas wenig. Und sollten die Blacklister nicht wenigstens ein paar Namen wie Donald Ressler kennen?
DafĂŒr scheint Wujing aber ĂŒber ein paar von Reds Operationen im Bilde zu sein, wenn er Soren ins Spiel bringt, um Dembe eine Falle zu stellen. Abermals ist Zhang Wei die ausfĂŒhrende Kraft und geht erneut nicht zimperlich vor, um seine Aufgabe zu erfĂŒllen. Eine Aufgabe, die beinahe scheitert, weil die bösen Buben viel zu spĂ€t am Ort des Geschehens aufschlagen. Eine saubere EntfĂŒhrung von Dembe hĂ€tte jedenfalls anders aussehen mĂŒssen. Vielleicht hĂ€tte Wujing auch hier die Hilfe von Robert Vesco in Anspruch nehmen sollen, wie er es beim GefĂ€ngnisausbruch von Perillos getan hat.
In Zukunft sollte Wujing auf jeden Fall zulegen, wenn er noch einen wĂŒrdigen Gegner abgeben möchte. Sollte er wie angekĂŒndigt Bo Chang (Aaron Yoo) alias The Troll Farmer ins Spiel bringen, muss der Angriff auf die Zentrale der Taskforce wesentlich besser gelingen. AuĂerdem sollte er seine verbĂŒndeten Blacklister genauer unter die Lupe nehmen, um sich nicht einen weiteren Maulwurf ins Team zu holen und zu guter Letzt ist es natĂŒrlich blöd, wenn er Perillos nach vollendeter Arbeit auf der Strecke beziehungsweise umbringen lĂ€sst. Denn woher will er wissen, dass er sie nicht doch noch braucht? Ganz zu schweigen davon, dass er sein Team doch vergröĂern und nicht verkleinern will, denn unterm Strich hat er diese Woche fast nur Verluste gemacht.

Robert Vesco
Wir haben doch alle gewusst, dass Robert als Maulwurf Wujings Team beigetreten ist, oder? Mit diesem Wissen gelingt der Twist der Woche nicht und selbst, wenn wir nicht bereits vermutet hĂ€tten, dass Vesco Red die Treue hĂ€lt, wĂ€re es nicht schwer gewesen, aus Roberts Verhalten darauf zu schlieĂen. Nicht falsch verstehen, Stacy Keach spielt die Rolle hervorragend. Aber wenn Robert fragt, ob es Verluste beim GefĂ€ngnisausbruch gegeben hat, wenn er Dembe im Folterstuhl von Dr. Perillos erblickt oder auch spĂ€ter, wenn er einen Hustenanfall vortĂ€uscht und dabei in die Tasche greift, ist uns doch klar, dass er nicht die Seiten gewechselt hat. Im Dialog mit Wujing stellt Robert auĂerdem verdĂ€chtig viele Fragen ĂŒber dessen Operation und wie er diese umsetzen möchte. Da fĂ€llt es uns nicht schwer, eins und eins zusammenzuzĂ€hlen.
Ungeschickt war es allerdings, wie er Red den Aufenthaltsort von Dembe mitgeteilt hat. Klar, es musste schnell gehen und Wujing war nicht bereit, ihn erst noch ein paar „Besorgungen“ machen zu lassen. Aber zu hoffen, dass sein Handy nicht von Wujings Schergen aufgefunden wird, soll sich spĂ€ter doch als zu riskant erweisen. Irgendwie schade, dass Robert dadurch auffliegt und spĂ€ter von Red nur tot geborgen werden kann. Denn in den letzten Folgen konnte Vesco doch einige Sympathiepunkte gewinnen und hĂ€tte daher gerne lĂ€nger im Spiel bleiben können...
Sonstiges
Von Raymond Reddington sehen wir diese Woche nicht viel. Aber sein ominöser Plan scheint Fortschritte zu machen, wie wir erneut aus einem Telefonat erfahren. Was auch immer da umgesetzt werden soll, geht Red nicht schnell genug und eine Farbe soll sehr speziell ausgewĂ€hlt sein. Da heiĂt es weiter abwarten, worauf das hinauslĂ€uft.
Bei der Taskforce wĂ€re das GesprĂ€ch zwischen Donald und Siya gegen Ende erwĂ€hnenswert. Siya verbringt viel Zeit im Archiv, aber der Folterstuhl, auf dem Dembe saĂ, verdeutlicht ihr erst, mit welchen Bösewichten die Taskforce es zu tun bekommt und dass diese Arbeit einen Tribut fordert. Damit sind nicht die Toten wie ihre Mutter Meera (Parminder Nagra) gemeint, sondern Personen wie Donald, die sich durch diese Arbeit verĂ€ndern, weil sie tagtĂ€glich mit den ĂŒbelsten Kriminellen und deren Taten konfrontiert werden. Siya macht zwar nicht den Eindruck, dass sie sich dadurch abschrecken lĂ€sst, aber wir sehen deutlich, wie ihr diese Ăberlegung zu schaffen macht.
Zu guter Letzt haben wir noch Dembe, der Sorens Anruf besser ignoriert hÀtte. Aber gut, dass er Hilfestellung geben will, passt zur Figur, auch wenn er mit Reds Operationen schon lange abgeschlossen hat. Und er gibt sich nicht ohne Gegenwehr geschlagen, was uns ein paar nette Actionszenen zu Beginn und spÀter Spannung beschert, wenn sein Leben abermals in der Schwebe hÀngt. Hoffen wir mal, dass es ihm in den restlichen Episoden der Staffel besser ergeht.

Fazit
Leider erneut nicht das Gelbe vom Ei, auch wenn Wujing endlich stĂ€rker vertreten ist. Aber dieser Bösewicht bleibt zunĂ€chst hinter den Erwartungen zurĂŒck und wird ordentlich zulegen mĂŒssen, um noch bedrohlich zu wirken. Die Folterstunde mit Perillos nimmt derweil zu viel Zeit in Anspruch, wĂ€hrend sich ein GroĂteil der Episode vorhersehen lieĂ. Spannung und Action gab es zwar trotzdem, aber Charaktermomente sind doch eher spĂ€rlich vertreten. Von mir gibt es erneut lediglich zweieinhalb von fĂŒnf Sternen. Und von Euch?
Verfasser: Christian SchÀfer am Freitag, 7. April 2023(The Blacklist 10x06)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 10x06
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?