Ein etablierter Filmstar mit engen Verbindungen zu einer Sekte macht in der Piotepisode der Serie The Arrangement einer jungen, wenig erfolgreichen Schauspielerin ein Hochzeitsangebot. Aufgebaut auf Klatsch hat die Serie mehr zu bieten als man auf den ersten Blick denkt.

Cast der Serie „The Arrangement“ / (c) E!
Cast der Serie „The Arrangement“ / (c) E!
© ast der Serie „The Arrangement“ / (c) E!

Es ist schwer, die Beschreibung zu der Serie The Arrangement zu lesen und dabei nicht an Tom Cruise und Katie Holmes zu denken. Muss man auch gar nicht, mit den Ähnlichkeiten spielt die Pilotepisode genauso wie mit der Frage, was wohl hinter den Türen der Promis so läuft. Am Ende steht eine Serie, die stärker ist als sie sich auf den ersten Blick gibt. Denn die Serienmacher fangen die Einsamkeit hinter der Sensationslust relativ gut ein.

Worum geht es?

In der ersten Szene der Pilotepisode sehen wir Kyle West (Josh Henderson, Dallas (2012)) dabei zu, wie er seinen Stern auf dem Hollwood Walk of Fame bekommt. In der vierten sind wir dabei, als er einen Ziegenhirten samt Herde für sein Luxusanwesen bekommt, alles davon ohne offensichtliche, eigene Bemühungen, denn um ihn herum schwirrt eine Traube von Leuten, die alles für ihn erledigen.

Parallel dazu wird uns Megan (Christine Evangelista, The Walking Dead, Lucky 7) vorgestellt, eine strauchelnde Schauspielerin mit Rehaugen, die als Kellnerin arbeitet und selbst nicht versteht, wieso sie ein begehrtes Vorsprechen bekommen hat. Doch schnell erfahren wir auch, dass sie den eisernen Willen hat, sich zu beweisen und dafür auch die Gefahr sich lächerlich zu machen in Kauf nimmt.

Zusammen sind sie das verdammte Paar, zusammengeführt offenbar von der Faszination der Schönheit und gerissenen Marketingspezialisten. Denn Kyle hat ein potentielles Imageproblem, seine Ex hat ihn mehr oder weniger vor dem Altar stehen lassen und eine weitere Blamage dieser Art würde seine Kinokarriere laut den Verantwortlichen nicht verkraften. Doch seine Zugehörigkeit zu der Organisation „Institute of the Higher Mind“ macht einen Zufall ohnehin unmöglich. Die Castingvideos, mit denen Megan und andere Schauspielerinnen sich für die Rolle an der Seite des Stars bewerben, werden nicht nur von der Castingagentin sondern auch von Terence (Michael Vartan, Alias) ausgewertet. Und bei ihm handelt es sich um Kyles persönlichen Betreuer von Seiten der Sekte, der manchmal wie sein Wächter wirkt.

Terence ist von Megan alles andere als begeistert, vielleicht weil er hinter den Rehaugen den Scharfsinn spüren kann. Denn die junge Fernsehschauspielerin kann sich noch nicht zwischen Naivität und klarem Blick für die Realität entscheiden.

Nach dem Vorsprechen findet sie heraus, dass ihr Freund offenbar ein Baby mit einem Groupie seiner Band gezeugt hat und flüchtet sich zu ihren reichen Freundinnen. Dort schlagen dann ziemlich schnell attraktive Typen ein, die auch Alkohol mitgebracht haben, was zu einer feuchtfröhlichen Poolparty führt, die Megan über ihren Frust hinweghelfen soll. Am nächsten Morgen wacht sie mit Kater auf der Couch auf um einen Anruf von ihrer Agentin zu beantworten, die ihr sagt, dass sie zwei Stunden Zeit habe, um sich für den Recall vorzubereiten. Dort trifft sie dann auf den Star des Films, der von Megans Präsenz sofort hin und weg ist.

Der erste gemeinsame Tag verläuft magisch und kurz darauf bekommt sie von ihrer Agentin einen Vertrag vorgelegt: Kyle West bietet 10 Millionen Dollar für eine Ehe mit ihr an, Kinder, Scheidung und andere Eventualitäten werden einzeln abgerechnet. Was sie zunächst für einen Witz hält, stellt sich das bittere Realität heraus als Kyle ihr offenbart, dass er sich halt einen zweiten Fehltritt nicht leisten kann.

Megan, bezaubert von dem Geld, dem Ruhm und dem Charme des Mannes, willigt ein, schließlich ist sie ohnehin dabei, sich in ihn zu verlieben. Auf den Ratschlag ihrer Freundin, ein bisschen mehr Zeit ins Land gehen zu lassen, erwidert sie: „Das könnte ich machen, aber ich möchte auch gerne nach Venedig.

Wie kommt es rüber

Auch wenn der Cast oft strauchelt und die Ästhetik der Pilotepisode an einen Fernsehfilm aus den Neunzigern erinnert, haben die Serienmacher doch einige Stärken zu bieten. Zwischen Sensationsgeilheit, Gerüchten, überraschenden Emotionen und jeder Menge hübscher Menschen finden sie eine Balance, die die Figuren bis auf die Unterwäsche auszieht. Dabei sind die echten Sexszenen in Unterwäsche weit weniger bezaubernd als der Striptease, zu dem jeder eine Meinung hat, der die Regenbogenseiten auch nur streift.

Kyle und Megan bleiben Menschen, die sich in einer romantischen Verflechtung wiederfinden, aber sie hängen auch in dem Netz einer Sekte fest und diese Fesseln werden sich erst zeigen, wenn der Freiheitsdrang einsetzt. Die Autoren bleiben nicht dabei, uns das vor Augen zu führen, was wir ohnehin schon denken, das passiert, sondern sie stricken daraus eine Was-Wäre-Wenn-Geschichte, die noch weit von dem offenbar realen Vorbild wegführen kann.

Fazit

Hinter die Kulissen der Promiwelt blicken, dieses Bedürfnis ist weit verbreitet. Der Sender E!, gewöhnlich für Klatsch und Tratsch bekannt, besinnt sich auf seine Stärken und strickt daraus eine Serie, die man sicher besser machen könnte, die aber genauso oberflächlich bleibt, dass man nicht tief einsteigen muss, aber so viele eigene Ideen und tiefere Gedanken einbringt, dass es nicht als seelenlose Quotenproduktion durchgeht.

Trailer zu der Serie 'The Arrangement':

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