The Americans 1x02

In der Episode The Clock sehen wir, wie sehr sich die beiden Seiten des Jennings-Eheleben vermischen. Sie bemühen sich, die Befehle der Vorgesetzten zu erfüllen, aber auch Top-Agenten müssen einen Babysitter für ihre Kinder finden, wenn sie des Nachts losziehen um arglose Putzfrauen zu überfallen, deren Sohn sie im Vorfeld vergiftet haben. Die Serie The Americans zeigt in der zweiten Episode, dass sie diesen schmalen Grat gekonnt gehen kann: Der Zuschauer kann Mitgefühl für die Putzfrau aufbringen, die er vorher niemals gesehen hat. Aber auch das Jennings-Ehepaar bleibt auf dem Sympathie-Radar.
Eheleben mit Spion-Extras
Die Pilotepisode von The Americans hat sich bemüht, einen ersten Eindruck von den Jennings zu vermitteln. Elizabeth (Keri Russell) hat zunächst den toughen Part übernommen, während Philip (Matthew Rhys) direkt als Wackelkandidat dargestellt wurde. Nun werden diese Figurenzeichnungen erweitert. Am Ende stehen zwei Charaktere, mit denen der Zuschauer auf unterschiedlicher Weise mitfühlen kann.
In der Pilotepisode konnte man den Eindruck gewinnen, dass die Familie, speziell das Wohl der Kinder, für Philip eine weitaus größere Rolle spielt als für Elizabeth. Sie hat sich als eiskalte Agentin mit einem Herz für das Mutterland gezeigt. In der Episode The Clock wird dieses Bild erweitert. Auch Elizabeth hat mit ganz profanen Mutter-Problemen zu kämpfen, leidet darunter, dass ihre Tochter schneller erwachsen geworden ist, als sie erwartet hat.
Auch wenn sie das menschlicher macht, bricht es nicht ihren toughen Charakter. Sie trägt einen Revolver um die letztmögliche Konsequenz ziehen zu können, falls sie verhaftet werden sollte.
Auch über Philip erfahren wir mehr. Nachdem er in der Pilotepisode sogar überlegt hat, sich an die Amerikaner zu wenden, zeigt er nun sein Agenten-Gesicht. Auch er betreibt im Sinne der großen Sache außereheliche Affären. Selbst die Aufträge, von denen er nicht überzeugt ist, geht er mit größtmöglicher Kälte an.
Am Ende der Episode The Clock sehen wir uns zwei Figuren gegenüber, von denen wir erahnen können, dass verschiedene Wege sie in das Leben als Spion getrieben haben. Und auch wenn man die beiden nicht vorbehaltlos als Sympathieträger hinnehmen kann, so kann man doch ein Stück weit mit ihnen fühlen.
Der neue Nachbar
Dass das Agentenleben nicht mehr so ruhig vor sich hinplätschern würde, das hat die Ankunft des neuen Nachbarn Stan (Noah Emmerich) bereits in der Pilotepisode deutlich gemacht. In der Episode The Clock hat sich daraus eine fortwährend angespannte Situation entwickelt. Weder der Zuschauer noch Philip wissen, ob Stan sich einfach freut, seine sündhaft teure Errungenschaft nachbarschaftlich zu teilen oder ob er testet, wie der mögliche Spion auf eine russische Delikatesse reagiert.
Fazit
Die Serie The Americans zeigt uns russische Spione und amerikanische Agenten, zufällige Bauernopfer und ahnungslose Kinder. Und weckt für alle Verständnis, wenn nicht gar Sympathie. Im Fall von Stan ist es eine Sympathie, die langsam Stück für Stück durch Blicke in seinen Alltag aufgebaut wird. Im Fall der Haushälterin ist es Mitgefühl, dass mit einer kurzen Szene verstärkt wird: Wir erfahren, dass die Beziehung zwischen ihr und ihren Arbeitgebern weitaus inniger ist als ein reines Angestelltenverhältnis.
Obwohl wir uns erst in der zweiten Episode finden, ist die Bindung zu den Figuren schon eng, auch denen, die wir wahrscheinlich nicht wiedersehen werden.
Verfasser: Serienjunkies.de am Sonntag, 10. Februar 2013(The Americans 1x02)
Schauspieler in der Episode The Americans 1x02
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