The Acolyte 1x07

© Disney+
Eine Rückblende zeigt in der Episode Choice von The Acolyte den Planeten Brendok vor 16 Jahren. Meisterin Indara (Carrie-Anne Moss), ihr Padawan Torbin (Dean-Charles Chapman) sowie die Jedi Sol (Lee Jung-jae) und Wookiee Kelnacca (Joonas Suotamo) stellen überrascht fest, dass der Planet entgegen gängiger Annahme doch bewohnt ist. Sie vermuten, dass dies durch eine sogenannte Vergenz bewirkt wird, ein geheimnisvolles Phänomen, das die Effekte der Macht um ein Vielfaches verstärken kann.
Sol beobachtet die Zwillinge Osha und Mae (Leah Brady und Lauren Brady) und wird Zeuge ihrer Begabung in der Macht. Auch sieht er erstmals die Zabrak Mutter Koril (Margarita Levieva). Er folgt den dreien und entdeckt hierdurch den Zirkel der machtbegabten Hexen, was Koril jedoch erahnt.
Er teilt seine Beobachtungen den anderen Jedi mit, die daraufhin beschließen, Kontakt zu den Machthexen aufzunehmen. Bei der Begegnung nutzt Mutter Aniseya (Jodie Turner-Smith) einen Konflikt zwischen Indara und Torbin (der Padawan möchte gern nach Coruscant zurückkehren), um ihn mittels der Macht zu beeinflussen und auf ihre Seite zu ziehen. Allerdings schafft sie es nicht.
Nach den Tests der Zwillinge äußert Sol den Wunsch, Osha zu seiner Padawan zu machen, allerdings untersagt der Hohe Rat der Jedi, die Mädchen nach Coruscant zu bringen. Mittlerweile haben die Jedi durch eine von Torbin genommene Blutprobe herausgefunden, dass Osha und Mae genetisch vollkommen identisch sind, was ebenfalls auf die vermutete Vergenz zurückzuführen sein könnte. Torbin bricht auf eigene Faust zur Festung des Zirkels auf, um die Mädchen zu holen und wird von den anderen Jedi verfolgt.
Da Osha unbedingt zur Jedi ausgebildet werden will, während sich Mae dagegen wehrt, stachelt Mutter Koril sie dazu an, ihre Schwester daran zu hindern. Die mittlerweile eingetroffenen anderen Jedi werden erneut Zeugen der großen Macht der Hexen und Sol tötet Aniseya, von der er sich bedroht fühlt, vor den Augen von Mae.
Schließlich bringen die Hexen Wookiee-Jedi Kelnacca unter ihre Kontrolle und lassen ihn seine Ordensgeschwister angreifen, während das verheerende, von Mae gelegte Feuer auf die gesamte Anlage übergreift.
Jetzt das Angebot von Disney+ entdecken (Affiliate-Link)
Folge 3, Teil 2?
Faktisch ist Choice eine Fortsetzung beziehungsweise vertiefende Alternativfassung der dritten Folge Destiny. Grundsätzlich kennen wir die Ereignisse, welche die vorletzte Episode von The Acolyte schildert, bereits aus besagtem Teil.
Die Absicht dieses ziemlich ungewöhnlichen Vorgehens liegt auf der Hand, es geht um die Aufdeckung von diversen Ungereimtheiten. So erfahren wir nun mehr über die Umstände, die überhaupt erst zur Entdeckung des Hexenzirkels auf Brendok geführt haben und erhalten einen genaueren Einblick in das, was dort wirklich geschehen ist.
Dabei heraus kommt eine spannend gemachte, an Action reiche Episode mit einer durchschnittlichen Serienfolgenlaufzeit von etwas über 40 Minuten, an der eigentlich nicht viel auszusetzen wäre. Wenn es da das kleine Wörtchen „wenn“ nicht gäbe!
Wiederholung
Im Grunde genommen nämlich ist die aktuelle Folge wie schon erwähnt, kaum mehr als die erweiterte und ergänzende Version einer bereits gezeigten vorherigen Folge. Natürlich bereitet es einen gewissen Spaß, im bisherigen Serienverlauf deutlich zu kurz gekommene Charaktere wie Meisterin Indara und Wookiee-Jedi Kelnacca noch einmal in Aktion zu erleben. Doch ob der hierzu vorgenommene dramaturgische Schritt wirklich so klug war, darf als eher fraglich gewertet werden.
Dass die Mitglieder des Hexenzirkels nicht allein durch das von Mae (erneut Leah Brady, deren Zwillingsschwester Lauren Brady als junge Osha zu sehen ist) gelegte Feuer umgekommen sind, konnte man sich als Zuschauer freilich bereits denken. Allerdings macht es sich auch die tatsächliche Aufklärung des Todesumstände der Hexen allzu leicht, was wir an dieser Stelle nicht weiter spoilern wollen.
Ferner wird die Entstehung der Zwillinge durch Jungfernzeugung (was für reichlich Kritik in der Fanszene von „Star Wars“ sorgte) hier ansatzweise durch das mögliche Bestehen einer Machtdivergenz erklärt. Allerdings versäumt man, darauf näher einzugehen und belässt es bei der Nennung des Begriffes, über den der geneigte Zuschauer dann selbst mehr herausfinden muss. Ein, zwei erläuternde Sätze im Dialog hätten an diesem Punkt deutliche Abhilfe geschaffen.

Vorletzte Runde
Die Tatsache, dass es sich bei der Episode dieser Woche um die vorletzte der ersten Staffel handelt (wobei noch völlig im Dunkeln liegt, ob eine zweite folgen wird), macht ihren gewöhnungsbedürftigen Aufbau darüber hinaus nicht besser. Viel Zeit bleibt den Serienmachern um Leslye Headland nicht mehr, um die Ereignisse in der Gegenwart von „The Acolyte“ auf einen Punkt zu bringen, was entsprechende Zweifel aufkommen lässt.
Wie schon zuvor gesagt, rein technisch betrachtet gibt es bei der Folge nicht sonderlich viel zu bemäkeln. Allerdings brilliert die neueste Franchise-Serie im Gegensatz zu den meisten ihrer Vorgänger nicht in der gleichen Weise durch mitunter episches Kinofeeling, sondern sieht sehr viel deutlicher wie ein Format für den kleinen Bildschirm aus.
Interessant gestaltet ist der Schlusskampf, bei dem wir einen Teil der sportlichen Qualitäten von Kelnacca-Darsteller Joonas Suotamo (immerhin ein ehemaliges Mitglied der finnischen Basketball-Nationalmannschaft) zu sehen bekommen. Auch die schwelenden Konflikte der Jedi untereinander, die letztlich zu ihrem Niedergang führen, werden ein weiteres Mal thematisiert.
Die Enthüllung über Meister Sol, der dadurch die bereits zweite sprichwörtliche Leiche in seinem Keller liegen hat, ist eine höchst zwiespältige Charakterentwicklung, welche die Figur weitere Sympathiepunkte kostet. Maes Motivationen hingegen mögen hierdurch in der einen und anderen Weise nachvollziehbarer werden.
Dies alles kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass man uns hier (eher vage angelehnt an die Erzählweise im japanischen Filmklassiker „Rashomon“) eine bereits bekannte Geschichte mit zusätzlichen Facetten noch einmal erzählt. Kurz gesagt wird sicherlich längst nicht allein der Rezensent nicht wissen, was genau er nun davon halten soll.
Seltsamer Nachgeschmack
Die siebte und vorletzte Folge von „The Acolyte“ erhält von uns drei von fünf gebratenen Keulen nach Wookiee-Art; und das aufgrund ihrer durchaus unterhaltsamen Machart. Dies jedoch ändert nicht viel an ihrer unmöglich zu übersehenden Skurrilität.
Verfasser: Thorsten Walch am Mittwoch, 10. Juli 2024(The Acolyte 1x07)
Schauspieler in der Episode The Acolyte 1x07
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?