The Acolyte 1x04

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Osha (Amandla Stenberg) will in der vierten Folge der „Star Wars“-Serie nach der Aufdeckung der Morde die Jedi auf Coruscant wieder verlassen. Sols Padawan Jecki (Dafne Keen) möchte sie zum Bleiben bewegen. Zur gleichen Zeit sind Oshas Schwester Mae (ebenfalls Amandla Stenberg) und ihr Gehilfe Qimir (Manny Jacinto) auf dem Waldplaneten Khofar gelandet, auf dem Wookiee-Jedimeister Kelnacca (Joonas Suotamo) lebt. Er ist das nächste Opfer auf Maes Todesliste, die sie im Auftrag ihres mysteriösen Meisters abarbeitet.
Derweil beraten die Jedi um die Meisterinnen und Meister Vernestra (Rebecca Henderson), Sol (Lee Jung-jae), Ki-Adi-Mundi (der vorwiegend als Puppenspieler bekannte Derek Arnold) und Holden (Indra Ové, „Deadline“) über das weitere Vorgehen.
Da sie zum einen herausfinden wollen, wer Maes Meister ist und zum anderen das Potential sehen, Oshas Zwillingsschwester zurück auf ihre Seite zu holen, beschließen sie, eine Gesandtschaft nach Khofar zu schicken, da ihnen das nächste Opfer bekannt ist.
Neben Sol und Jecki gehört auch Yord (Charlie Barnett) dazu. Sol gelingt es, auch Osha zu überreden, mitzukommen. Ebenfalls mit von der Partie ist der nagetierartige Tynnaner Bazil (der kleinwüchsige Hassan Taj, der in „Star Wars: The Rise of Skywalker“ bereits R2-D2 steuerte) als Fährtenleser.
Osha äußert gegenüber Yord ihre Bedenken, Mae zurückholen zu können. Sie bittet ihn, sie im Zweifelsfall im Kampf gegen ihren Zwilling zu unterstützen. Vorerst jedoch müssen sich die Jedi erst einmal den Gefahren in den dichten Wäldern auf Khofar stellen, die unter anderem von riesigen Insekten bewohnt sind. Durch ihre unkontrollierten Macht-Kräfte macht Osha eins der Tiere aufmerksam und es muss von Sol getötet werden.
Mae eröffnet unterdessen Qimir, der ebenfalls in Verbindung zu dem Meister steht, dass die Tötung Kelnaccas ohne Waffe ihre persönliche Abschlussprüfung ist. Als Qimir in eine Fußfalle gerät, eröffnet sie ihm plötzlich ihren Wandel. Sie will Kelnacca nun nicht mehr töten, sondern sich ihm stellen. Qimir kündigt ihr den übergroßen Zorn des Meisters an.

Schließlich findet Mae Kelnaccas Zufluchtsort und begegnet dabei Bazil, der die Jedi verständigt. Die Ereignisse überschlagen sich, als sie den Wookiee-Jedi mit aufgeschlitzter Brust vorfindet, wodurch ihr klarwird, dass ihr nunmehr ehemaliger Meister ebenfalls in der Nähe ist.
Dieser zeigt sich wenig später den ebenfalls eingetroffenen Jedi. Es kommt zum Kampf.
So viel, so wenig
Auf die anhaltenden Kontroversen um The Acolyte wollen wir an dieser Stelle kein weiteres Mal eingehen. Dass weite Teile der Fanszene alles andere als begeistert von der neuen Serie sind, ist hinreichend bekannt und kann auf etlichen Kanälen mitverfolgt werden. Dennoch ist Day der bisherige Tiefpunkt der neuen „Star-Wars“-Serie. Zum einen ist die Folge mit ihrer knapp über 30-minütigen Laufzeit die bisher kürzeste der Serie. Auf der anderen Seite versucht man, entschieden zu viel in sie hineinzupacken und es gelingt dennoch nicht, die dadurch zustande gekommene überladene Geschichte temporeich genug zu erzählen.
In Gesprächs-Sequenzen werden faktisch lediglich Informationen durchgekaut, die der Zuschauer bereits aus den vorherigen Folgen kennt und die nichts wirklich Neues bieten. Die Szenen, die Mae und Qimir auf der einen und die Jedi auf der anderen Seite beim Marsch durch die Wälder von Khofar zeigen, erwecken den deutlichen Eindruck von Füllmaterial. Da nützt es wenig, dass man mit dem an eine zweibeinige Maus erinnernden eigensinnigen Tynnaner Bazil nun auch in der neuen Serie ein putziges Element einbringt, wie es in „Star Wars“ von jeher zum guten Ton gehört. Auch das Wiedersehen mit dem kegelköpfigen Cereaner Ki-Adi-Mundi (bei seinen ersten Live-Auftritten ab Kino-Episode I gespielt von Silas Carson, in seiner jüngeren Verkörperung von Derek Arnold dargestellt) geht in den kurzen Szenen zu Beginn der Folge fast komplett unter.
Allzu schneller Wandel

Ein wirklich großer Kritikpunkt hingegen dürfte die sehr rasche Umkehr von Mae auf den Pfad der hellen Seite der Macht sein. Eben noch voll von ihrer Mission überzeugt, Wookiee-Jedi-Meister Kelnacca zu liquidieren (der, falls er wirklich tot sein sollte, einen bemerkenswert kurzen Auftritt in der Serie hatte), schwenkt sie quasi von einer Sekunde auf die andere plötzlich um. Sonderlich glaubwürdig wirkt dies bei jemandem, der bereits zwei Jedi getötet hat (einen davon durch Giftmord) nicht eben gerade.
Auf ihn mit Gebrüll!
Das Cliffhanger-Ende der Folge hingegen streicht ein weiteres Mal die großteils nicht besonders positive Zeichnung der Jedi in „The Acolyte“ heraus. Als Maes behelmter Meister erscheint, zünden sämtliche Jedi der Gruppe ihre Lichtschwerter und stürzen sich auf den einzelnen (Sith?).
Wo sind sie hin, die heldenhaften Zeiten, in denen ein unerfahrener Farmerjunge mit seinem Lichtschwert gegen Lord Vader antrat? Zwei besonders kampferfahrene Jedi gegen einen nicht einzuschätzenden Gegner hätte man durchaus noch nachvollziehen können. So jedoch wirken die Jedi wie ein Haufen feiger Womp-Ratten.
Oder soll dadurch verdeutlicht werden, dass ein Sith weit stärker als ein Jedi ist? Dann wären Schilderungen von der Überlegenheit der hellen Seite der Macht zumindest zu Zeiten der ausgehenden Hohen Republik in den Welten der Saga ab jetzt obsolet.
Genug der Schelte
Doch gut - vier Folgen liegen noch vor uns und die Episode dieser Woche ist mithin die Erste, die den Rezensenten nicht wirklich überzeugen konnte; eine einzelne solche Episode ist einer Serie durchaus zuzugestehen. Allerdings bleibt weiterhin zu hoffen übrig, dass „The Acolyte“ in den nachfolgenden Teilen wieder zurück auf einen vielversprechenderen Kurs findet. Gerade angesichts der Welle der Kritik wäre es ausgesprochen schade, falls das nicht geschähe...
Merkwürdige Mischung
Nein, besonders hoch bewerten kann man die neue Folge nicht. An die Kürze der Episodenlaufzeiten hat man sich als Fan ja schon seit der ersten Staffel von The Mandalorian gewöhnen müssen, aber solche Kurzfilme waren doch meistens stringent in der gerafften Handlung. Davon ist hier leider nicht sonderlich viel zu erkennen.
Die inkohärent wirkende Folge erhält daher zwei von fünf Sith-Helmen - in der Hoffnung auf Steigerung in der kommenden Woche.
Verfasser: Thorsten Walch am Mittwoch, 19. Juni 2024(The Acolyte 1x04)
Schauspieler in der Episode The Acolyte 1x04
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?