The 100 5x02

The 100 5x02

In der Episode Red Queen schlägt Octavias große Stunde. Sie muss die Weltordnung für eine neue Gesellschaft aus dem Boden stampfen. Es ist nicht das erste Mal in der Serie The 100, aber dank eines Schnelldurchlaufs durch sechs Jahre eines der kurzweiligsten.

Marie Avgeropoulos in der US-Serie „The 100“ (c) The CW
Marie Avgeropoulos in der US-Serie „The 100“ (c) The CW
© arie Avgeropoulos in der US-Serie „The 100“ (c) The CW

Die Episode Red Queen bringt die Vergangenheit in den Bunker. Die Lehren von der Ark, dem Leben der Grounder und im Grunde auch der untergegangenen Mountain Men kommen dank einer Ansprache durch Jaha (Isaiah Washington) bei Octavia (Marie Avgeropoulos) an. Das führt die The 100-Story zu neuen Höhen, wenn sie auch unter der Erde im Bunker stattfinden. Schade nur, dass niemand der neuen Königin von dem Ende des Römischen Reichs erzählt hat...

Schlachtplan durch Rückblicke: We made death the enemy!

Octavia hat den Bunker allen gegeben. Und irgendwie hat sie erwartet, dass das zu einer Einigung führen würde, dass sich alles im Prinzip von alleine regeln würde. Doch spätestens jetzt muss sie erkennen, dass das ein Trugschluss war. Die anderen, die zu Beginn der Episode mit ihr am runden Entscheider-Tisch sitzen, haben fast alle ähnliche Zeiten durchgemacht. Ob auf der Ark, auf der feindlichen Welt als Grounder, sie haben erkannt, dass kein Vergehen ungestraft bleiben kann, wenn es die Gruppe in Gefahr bringt. Auch wenn diese Gefahr fern oder unwichtig erscheint. Es geht nicht um die Decken, die der anfangs Angeklagte zurückgeben soll. Es geht darum, potentielle Nachahmer zu warnen: Hier wird nicht gezögert. Eine Gesellschaft am Rande des Zusammenbruchs kann nur mit Härte geführt werden.

Doch Octavia ist jung und auf der Ark war sie lange Teil des Problems. Schon ihre Geburt war illegal, sie will aus dieser Erfahrung heraus eine offene, faire Gemeinschaft. Sie will nicht, dass jemand ihr Schicksal erleiden muss und seine Mutter sterben sieht, weil sie geboren wurde. Doch sie muss auf die brutale Tour lernen, dass Gerechtigkeit sich in einer Situation mit begrenzten Ressourcen nur durch eindeutige Regeln und strikte Strafen durchsetzen lässt.

Mit seinen letzten Atemzügen bringt Jaha die Parallele zu Octavias Mutter auf, er sagt ihr ins Gesicht, dass diese quasi selbst Schuld sei, an dem, was passiert ist. „Sie hat sich selbst zur Feindin gemacht, indem sie uns näher an den Tod gebracht hat.

Das dringt dann zu ihr durch und sie bildet Wankru, eine neue Zusammensetzung aller Bunkerbewohner, die sich zu ihr bekennen. Demgegenüber gibt es nur Feinde. Neutralität ist ein Luxus, den man sich im Bunker nicht leisten kann.

Octavias Reise von der widerwilligen Kriegerin, die den Bunker sich selbst überlassen möchte, zur Anführerin, die nicht zögert, ihre Gesetze mit Blut durchzusetzen, macht eine der stärksten Episoden der Serie bisher aus.

Das liegt vor allem an der Vorarbeit, die die Autoren in die Figur gesteckt haben. Wir haben Octavia als naives Mädchen kennengelernt, überwältigt von der Freiheit auf der Erde, die ihr noch fremder war als den anderen hundert Jugendlichen. Sie hat alles, was Teenager im Laufe mehrerer Jahre entdecken, in wenigen Wochen durchgemacht, ihre Wirkung auf andere, ihr Verhältnis zu anderen, all das war ihr fremd. Gefunden hat sie sich in einem anderen Außenseiter, Lincoln (Ricky Whittle). Gemeinsam wollten sie sich lossagen von den Stammeszugehörigkeiten, doch dann hat sie sich immer mehr zu den Groundern gewendet und erkannt, dass Skaikru nicht unschuldig ist am Krieg. Sie ist zur Kämpferin geworden und nach Lincolns Tod ist sie dem Blutdurst erlegen. Zu Beginn dieser Episode hat sie sich zurück zur Friedfertigkeit gerichtet, doch erkannt, dass die Umstände das nicht zulassen.

Hier kannst Du „The 100 4x13 Praimfaya“ bei Amazon.de kaufen

Nach allem, was sie durchgemacht hat, das Unrecht, das ihr von anderen angetan wurde und die Kämpfe, die sie gewonnen hat, ist sie nun die Anführerin, die sich am Ende der Episode zeigt. Sie ist nicht blutrünstig, aber sie scheut nicht vor dem Kampf zurück und sie ehrt die größte Lehre, die das Leben ihr mitgegeben hat: Alles ist Kampf.

Die Liebesgeschichte: I need my pills!

Unterdessen spielt sich im Lager der ehemaligen Skaikru eine schleichende Tragödie ab. Kara (Kyra Zagorsky) probt den Aufstand und setzt Abby (Paige Turco) und Kane (Henry Ian Cusick) fest.

Abby erinnert sie daran, wieso man auf der Ark die Toten ins Weltall geschossen hatte: weil die Gefahr von Kannibalismus zu groß war. Sie stürzt sich sofort auf Jaha, um ihn zu retten. Sie erfüllt ihre angestammte Aufgabe als Erklärerin der Nation und Medizinerin für alle. Darin geht sie auf. Doch in allen Momenten, in denen sie das nicht sein kann, ist Abby ein Nervenbündel. Von der ersten Begegnung in dieser Staffel an sehen wir, dass sie irgendwo falsch abgebogen ist und Kane sie retten will. Sie ist den Tabletten erlegen und durchleidet im Bunker die Schmerzmittelsucht, gegen die sie sich nicht wehren kann. Es ist wie bei Süchtigen in diesem Stadium nicht unüblich, sie funktioniert nach außen hin weiter, aber alle sehen, dass es ihr nicht gut geht und sie versuchen, sie mehr oder weniger verschleiert darauf anzusprechen.

Diese Liebesgeschichte stand von Anfang an unter keinem guten Stern, obwohl es kein Dreieck oder andere potentielle Partner gibt. Es sind die widrigen Umstände, die die beiden einfach nicht zur Ruhe kommen lassen und nun könnte es ganz schlimm kommen.

Octavia setzt neue Regeln fest, die aufsehenerregendste davon ist, dass man sich aus der Schuld freikämpfen kann. Alle, die wegen Vergehen verurteilt werden, dürfen gegeneinander antreten und können sich die Chance erkämpfen, zu überleben, indem sie die anderen töten. Es sind Gladiatorenkämpfe wie im alten Rom. Was schon schlimm genug ist, nimmt eine furchtbare Wendung, als wir den letzten Teilnehmer der Episode Red Queen sehen, Kane. Opfert er sich für Abby oder hat etwas Illegales getan, um ihr zu helfen? Ein Suchtkranker ist in einer Situation wie dem Bunkerleben eine Lebensgefahr, besonders für diejenigen, die ihn lieben. Muss es Kanes Opfer sein, das Abby zur Vernunft bringt?

Hier kannst Du „The 100 4x13 Praimfaya“ bei Amazon.de kaufen

Ein Abschied: Not as dangerous as doing nothing

Ebenfalls unter den ehemaligen Ark-Bewohnern trifft uns ein Abschied. Die Episode Red Queen ist Jahas Goodbye. Er lässt das Leben los, das für alle so schwer geworden ist, um im Jenseits mit seiner Frau und seinem Sohn Wells wieder vereint zu werden. Dabei hat er eigentlich eine sehr gute Bestimmung auch im Diesseits gefunden: Er kümmert sich um den kleinen Ethan (Beckham Skodje).

Sein Ende ereilt ihn kurz nach dem wichtigsten Gespräch der Episode. Mit eindringlichen Worten legt er den Grundstein für die neue Weltordnung unter Königin Octavia. Sie beginnt ihr Regime, nachdem Jaha ihr ins Gewissen redet. „Ihr seid eine Crew, oder ihr seid die Feinde einer Crew.“ In einer ästhetisch orchestrierten Kampfszene bringt sie mit einem Satz in unendlicher Wiederholung ihr Parteiprogramm unter die Leute. Zwischen den Leichen derer, die sie besiegt hat, verneigt sich der Rest der Grounder vor ihrer neuen Anführerin. In wenigen Minuten nimmt sie die Farm-Station wieder ein und versucht, Jaha zu retten. Doch der hat aufgeben und lässt uns und die anderen Bunkerbewohner zurück.

Ein paar Mal schon hat es sich angefühlt, als ob Jaha angezählt wird. Das erste Mal bei dem ersten Treffen mit ihm. Auf der Ark hat er sich für die anderen geopfert und ist zurückgeblieben. Dass die The 100-Autoren ihn einen Weg finden ließen, auf die Erde nachzukommen, schien immer wieder eine schlechte Idee zu sein, denn über lange Phasen war die Figur mehr Ballast als Bereicherung.

Schön, dass sie nun trotzdem einen guten Abschluss für ihn gefunden haben. Wenn man vieles zwischen diesen beiden Toden Jahas außer Acht lässt, war er eine wichtige Figur, die in der Erinnerung der anderen stärker glänzt als zu seiner echten Lebzeit.

Fazit

Die Episode Red Queen lässt Octavia glänzen und bietet einen überraschend starken Abschied für Jaha. Nach dem Zeitsprung in Clarkes Hippielager im Staffelauftakt bekommen wir in der zweiten Episode der fünften The 100-Staffel nun einen Einblick in das, was in sechs Jahren im Bunker vor sich gegangen ist. Das ist dank zahlreicher Akteure und jeder Menge starker Szenen noch eindringlicher als der Auftakt.

Hier kannst Du „The 100 4x13 Praimfaya“ bei Amazon.de kaufen

Verfasser: am Mittwoch, 2. Mai 2018

The 100 5x02 Trailer

Episode
Staffel 5, Episode 2
(The 100 5x02)
Deutscher Titel der Episode
Die rote Königin
Titel der Episode im Original
Red Queen
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 1. Mai 2018 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 3. Januar 2019
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Donnerstag, 3. Januar 2019
Autor
Terri Hughes Burton
Regisseur
P.J. Pesce

Schauspieler in der Episode The 100 5x02

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?