The 100 5x01

The 100 5x01

Im Staffelauftakt Eden gehen wir mit Clarke durch den Zeitsprung, nachdem sie auf der postapokalyptischen Erde zurückgelassen wird. The 100 zeigt sich in dieser Episode emotional und aufreibend wie üblich.

Clarke (Eliza Taylor) in der Serie „The 100“ (c) USA Network
Clarke (Eliza Taylor) in der Serie „The 100“ (c) USA Network
© larke (Eliza Taylor) in der Serie „The 100“ (c) USA Network

The 100 kehrt mit einer emotionsgeladenen Episode zurück auf die Mattscheibe. In Eden begleiten wir Clarke (Eliza Taylor) durch eine einsame Welt, die voller Gefahren lauert.

Anderthalb Monate nach dem großen Desaster kriecht Clarke zwischen den Steinen hervor und macht sich dann erstmal auf den Weg nach Polis. Zunächst noch recht optimistisch freut sie sich darüber, immerhin nicht schwimmen zu müssen. Ein Gedanke, der später kaum entgegengesetzter sein könnte. Denn Polis liegt in Schutt und Asche, keine Menschenseele weit und breit. Und eben auch nichts zum Überleben, keine Nahrung, kein Wasser.

Der Kampf ums Überleben: I have lost everything!

Nächster Stopp ist der Eingang zum Bunker, in dem sich ihre Mutter Abby (Paige Turco) und die anderen unter Octavias Führung vor der Katastrophe in Sicherheit gebracht haben. Doch zu ihnen durchzudringen, gelingt Clarke nicht. Das weiß sie im Grunde schon vorher, auch dieser Zwischenstopp ist mehr aus emotionaler Überforderung als aus echter Hoffnung geboren. Denn Clarke weiß nicht, wohin mit sich, ihre Vorräte sind überschaubar und zum ersten Mal überhaupt hat auch Clarke einfach keinen Plan. Sie tut zunächst, was sie gewohnt ist: Sie versucht, andere zu retten, in diesem Fall die Gemeinschaft aus dem Bunker. Es dauert ein bisschen, doch dann reißt sie sich los. Als ihr eigenes Leben in Gefahr gerät, sieht Clarke endlich ein, dass es keine Chance für sie gibt, Abby und die anderen zu retten. Sie weiß ja nicht einmal, ob es einer Rettung bedarf. In ihrem Panzerfahrzeug stattet sie Arkadia einen Besuch ab, ebenso zerstört wie Polis.

Im ehemaligen Camp Jaha findet sie Mayas (Eve Harlow) MP3-Player und Jaspers (Devon Bostick) Brief an Monty (Christopher Larkin). „Ein Teil von mir denkt, dass Jasper richtig lag“, sagt Clarke ins Funkgerät, ohne zu wissen, ob sie jemand hören kann. In einem Akt Clarke-typischer Güte, spricht sie Bellamy (Bob Morley) und den anderen die Absolution aus. Es ist ihr letzter Strohhalm. Zum ersten Mal ist niemand da, den sie retten kann, um den sie sich kümmern kann, den es zu bekämpfen gilt. Sie ist ganz auf sich alleine gestellt. Das Ziel ist überleben und der Feind ist die zerstörte Erde.

Die wirft ihr mit einem nächtlichen Regenschauer einen ersten Rettungsanker hin, doch das ist dann auch das letzte Wasser für lange Zeit. Nach einer zermürbenden Suche fällt Clarke in den Wüstensand, wo ein Vogel sie weckt, den sie verfolgen kann, um auf lebensfreundlichere Umstände zu treffen. Der kurze Hoffnungsschimmer endet im Totalzusammenbruch, als sich die letzte Hoffnung in Luft auflöst. Sollen wir wirklich glauben, dass Clarke aufgibt? Hätte sie abgedrückt, wenn der Vogel nicht zurückgekehrt wäre? Schwer vorstellbar, nachdem was wir an ihrer Seite schon durchlebt haben. Doch die Waffe im Anschlag wird in den nächsten Sekunden zu einer der stärksten Szenen. Innerhalb einer Minute wird nicht nur Clarkes Leben, das Leben auf der postapokalyptischen Erde, sondern die Essenz der Serie zusammengefasst. Clarke bedankt sich bei dem Vogel, der ihren Suizid unterbricht, ihr also das Leben gerettet hat, ihr die Oase namens Eden gezeigt hat, richtet die Waffe auf den Vogel und isst ihn auf.

Hier kannst Du „The 100 4x13 Praimfaya“ bei Amazon.de kaufen

Das Leben, wie die Grounder und mittlerweile auch die Sky People es verstehen, ist ein Kampf und das Ende des Kampfes ist das Ende des Lebens. Und was Clarke, in ihrem Paradies erstmal sicher aufgehoben, nun einsieht: Kampf bedeutet auch, dass es keine Guten und keine Bösen gibt, alle wollen überleben und wenn das nur durch Mord geht, dann gehört das dazu. „Mein Kampf ist vorbei“, sagt Clarke ins Leere. „Die Frage ist, wer bin ich nun?“ Für einen kurzen Moment in diesem idyllischen See ist sie frei. Sie hat das Ende der Welt überlebt und das Paradies gefunden. Es ist niemand da, um den sie sich kümmern muss, niemand, den sie retten muss. Das Bad im See ist wohl so gelöst, wie wir Clarke jemals gesehen haben.

Die Rettung: I caught, you cook.

Doch auch im Angesicht des totalen Glücks kann sie nicht lange ruhig sitzen und erkundet erstmal ihr neues Zuhause. Die erste Entdeckung ist die Shallow Valley Clan, eine Gruppierung, von der wir bisher noch nie etwas gehört haben. Aber sicher, die Erde ist riesig, auch die Grounder können sich nicht alle untereinander kennen, wie auch wir trotz Internet und Globalisierung nicht zwangsläufig alle Völker auf der Erde kennen. Der Horror hat bereits Einzug gehalten im Hippieparadies, denn auch wenn die Traumfänger noch im Wind flattern, findet Clarke aufgrund der Verstrahlung nur noch entstellte Leichen in dem Dorf vor - bis auf Madi (Lola Flanery), eine junge Nightblood, die alles andere als hilflos ist.

Ihr erstes Aufeinandertreffen ist schmerzhaft für Clarke, denn auch Madi hat ihre Lektion gelernt, erst angreifen, dann fragen, oder auch niemals fragen. Doch Madi tötet die Fremde nicht. Stattdessen beobachtet sie sie. Mit Kunst gewinnt Clarke das Vertrauen des Kindes und wir treffen die beiden sechs Jahre später wieder, als sie sich im Shallow-Valley-Camp ein Zuhause eingerichtet haben. In der Art einer Mutter-Tochter-Beziehung leben die beiden zusammen, kämpfen um ihr Essen und sitzen abends gemütlich zusammen. Der einzige Wermutstopfen ist die Tatsache, dass Clarke ihrem Schützling fast etwas schroff die eigene Muttersprache verbietet. Das hat mehr als einen bitteren Beigeschmack als Echo auf die reale Welt, in der diese Dinge mit Kindern von Ureinwohnern in Amerika, Australien, Kanada und zahllosen anderen Teilen der Erde passiert sind. Wieso bringt Clarke Madi dazu, ihre eigene Identität zu verleugnen und zieht sie stattdessen durch Erzählungen in ihre eigenen Vergangenheit.

Wir wissen noch nicht viel über die Umstände, unter denen Madi gelebt und vor allem überlebt hat. Vielleicht will Clarke ihr eine neue Identität geben, damit sie für ihre alte nicht gejagt wird. Aber von wem schon? Alle Menschen, mit deren Überleben sie rechnen können, sitzen im Bunker oder im All und es gibt keinen Hinweis auf eine Bedrohung Madis durch sie. Der Moment des Ermahnens, auf Englisch zu sprechen, ist wie ein kurzes, aber schmerzhaftes Zucken, von dem man nur hoffen kann, dass es nicht ohne Erklärung im Raum stehen gelassen wird.

Rückkehr auf die Erde: There are no good guys.

Gegen Ende der Episode Eden ziehen wir dann ein paar Minuten auch die Raumstation, auf der es ebenso wenige Überraschungen gibt wie auf der Erde. Bellamy (Bob Morley) ist der Anführer, Monty derjenige, der sich um alle kümmert und als ausgleichender Puffer im Konfliktfall dient, Raven (Lindsey Morgan) ist an der nächsten technischen Erleichterung dran und Murphy (Richard Harmon) hat es geschafft, sich wieder in die Außenseiterrolle zu boxen. Auch wenn wir noch nicht genau wissen, was passiert ist, sollte vermerkt werden, dass Emori (Luisa D'Oliveira) zu der Gruppe hält und sich dort sehr gut integriert hat. Das könnte in erster Linie ihrem Überlebenswillen geschuldet sein. Sie hat schon in der Vergangenheit oft gezeigt, dass sie alles machen würde, um zu überleben. Wenn Murphy und die Gruppe zur Auswahl stehen, sind ihre Chancen auf ein langes Leben unter dem Schutz der Gruppe natürlich viel größer.

Hier kannst Du „The 100 4x13 Praimfaya“ bei Amazon.de kaufen

Während Emori und Murphy als Traumpaar also erstmal ausgedient haben, sind Monty und Harper (Chelsey Reist) weiterhin ein Herz und eine Seele. Bellamy datet wenig überraschend Echo (Tasya Teles), was spätestens auf der Erde Probleme geben wird.

Vom All aus beobachtet die Clique, dass von dem ominösen anderen Raumschiff eine Kapsel auf die Erde geschickt wird. Das landet mitten in Eden, also neben Clarke und Madi, die erkennen, dass es sich um einen Gefangenentransport handelt. Anders als Bellamy („Erst fragen!“) findet Clarke die umgekehrte Reihenfolge besser („Erst schießen!“). Gut, dass die Neuankömmlinge ohnehin größtenteils gewalttätige Verbrecher sind, nicht wenige Serienkiller darunter. Und auch gut, dass sie mit Haltung, Tonfall und Kleidung auch das Klischee von postapokalyptischen Schwerverbrechern erfüllen.

Auch zum gewalttätigen verändert hat sich Octavia (Marie Avgeropoulos), die wir nur einen Moment als grausam dreinblickende Herrscherin über einen Käfigkampf sehen, eine Welt, in der das Blut von den Balkonen tropft. Was zur Hölle ist das los im Bunker?

Fazit

Als Staffelauftakt funktioniert Eden sehr gut. Wir begleiten Clarke durch den Zeitsprung und sind an jedem wichtigen Ereignis in ihrem Leben beteiligt. Wir gehen durch den gesamten Emotionskreislauf mit ihr, der folgt, wenn man alleine auf der apokalyptischen Erde zurückgelassen wird. Doch auch die anderen zeigen sich für kürzere oder längere Auftritte und machen Lust auf mehr.

Hier kannst Du „The 100 4x13 Praimfaya“ bei Amazon.de kaufen

Verfasser: am Mittwoch, 25. April 2018

The 100 5x01 Trailer

Episode
Staffel 5, Episode 1
(The 100 5x01)
Titel der Episode im Original
Eden
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 24. April 2018 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 3. Januar 2019
Autor
Jason Rothenberg
Regisseur
Dean White

Schauspieler in der Episode The 100 5x01

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?