The 100 2x12

The 100 2x12

Die Episode Rubicon bringt weitere schwierige Entscheidungen für die Anführer der Gruppen. Doch langsam nutzt sich die Idee der Parallelität zwischen Mount Weather und Camp Jaha ab. Immerhin ist Murphy da, um uns abzulenken.

Wartet auf Hilfe: Jasper (Devon Bostick) in der Serie „The 100“ / (c) The CW
Wartet auf Hilfe: Jasper (Devon Bostick) in der Serie „The 100“ / (c) The CW

Drinnen geraten Vater Dante (Raymond J. Barry) und Sohn Cage (Johnny Whitworth) aneinander, draußen finden Mutter Abby (Paige Turco) und Tochter Clarke (Eliza Taylor) in der Episode Rubicon ebenfalls keinen gemeinsamen Lösungsweg. Nur Lexa bleibt als alleinstehende Anführerin unangefochten von moralischen Bedenken und elterlicher Überwachung.

Schwierige Entscheidungen

In der letzten Episode haben die neuen Wilden die alte Führungsgarde abgelöst, in Mount Weather und im Camp Jaha. Die Idee, die Jungen und die Erfahrenen gegenüberzustellen, war da noch interessant. Die The 100-Macher fanden sie wohl so toll, dass sie sie in der Episode Rubicon direkt weiterführen. Dieses Mal steht die erste große Entscheidung, sozusagen die Feuertaufe für die Junganführer, an. Sowohl Clarke als auch Cage stoßen dabei auf wenig Verständnis ihrer Eltern. Das letztendlich zu bewerten, bleibt jedem selbst überlassen.

Clarke steigt als Anführerin in die Episode ein. Sie blafft Raven (Lindsey Morgan) an und verlangt mehr Einsatz, bessere, schnellere Ergebnisse und alle verfügbaren Informationen. Sie lügt Bellamy (Bob Morley) an, damit er nicht abgelenkt wird. Sie beginnt, Menschen als Einsatzfiguren zu betrachten, deren Gefühle nicht in den Schlachtplan passen. Sie ist zu einer Anführerin geworden und sie wird dafür sogar von dem Grounder respektiert, der sie begleitet.

Doch dann erfährt sie von dem geplanten Angriff auf das Koalitionstreffen. Clarke steht vor einer Entscheidung, die in dieser Form wohl viele Anführer in der Geschichte treffen mussten. Rettet sie die Menschen und riskiert den großen Plan oder opfert sie eine Gruppe von Menschen, um andere zu retten. Ab wann ist es gerechtfertigt, Menschen sterben zu lassen, um andere zu retten? In der fiktionalen Welt von The 100 ist die Ausgangslage ziemlich speziell. Man kann Clarke und Lexa (Alycia Debnam Carey) verstehen, denn es geht nicht in erster Linie darum, die Teenager aus Mount Weather zu befreien, sondern auch das System der Ungerechtigkeit zu beenden.

Lexa muss also nicht lange überlegen. Die Bergmenschen entführen, foltern und töten ihre Leute seit Generationen. Sie nutzen sie als Zwangssoldaten gegen die eigenen Leute, setzen sie unter Drogen, töten sie für ihr Blut. Für sie ist die Bombardierung des Treffens ein überschaubarer Preis für die Befreiung ihres Volkes von einem bedrohlichen Übel.

Für Clarke sieht die Sache schon anders aus. Ihre erste Reaktion ist dementsprechend auch, die Menschen in Sicherheit zu bringen, die man jetzt retten kann, und sich um die daraus entstehenden Probleme später zu kümmern. Sie hat keinen jahrzehntelangen Krieg mit den Bergmenschen, für sie sind sie eher eine noch nicht genau definierte Art von Feind, die eine Gruppe der eigenen Leute gefangen hält. Doch seit Wochen trimmt Clarke sich selbst darauf, immer stark zu sein, um den Respekt der Grounder zu gewinnen.

Das führt zu einem schleichenden Zusammenbruch. Sie hat vielleicht mehr Erfahrung auf der Erde, aber wie sich in der Episode Rubicon zeigt, ist sie vielleicht doch noch zu unerfahren für die Größe der Aufgabe. Sie versucht, jemand anders zu sein, als sie ist. Sie passt sich Lexas Einfluss an und hört auf sie in dieser so wichtigen Entscheidung. Das Problem ist nicht einmal die Entscheidung an sich, sondern die Tatsache, dass Clarke sich erst noch finden muss. Sie sieht Lexas Argumente ein und trägt deren Entscheidung mit. Doch dann geht sie hin und blickt direkt ins Chaos. Manchmal hört sie auf ihr Herz, ihr Bauchgefühl und manchmal hält sie sich an das, was sie für Führungsstärke hält.

Doch diese Mischung bringt sie an den Rand des Zusammenbruchs. Lexa wird man wohl nicht dabei erwischen, wie sie ihre Mutter rettet oder schuldbeladen in das Chaos starrt. Clarke will alles auf einmal, sie will stark sein, moralisch bleiben und dabei auch ihre Freunde nicht vergessen.

Muttergefühle ade

Abbys Reaktion ist trotzdem ziemlich überraschend. Sie war dagegen, dass Clarke die Führung übernimmt, weil die noch ein halbes Kind sei. Doch nun, da Clarke in einer schwierigen Situation eine Entscheidung getroffen hat, die ihr nicht gefällt, sagt sie ihr die schlimmsten Dinge ins Gesicht. Dinge, die man schwer wieder zurücknehmen kann. Sie hält Clarke für Entscheidungen verantwortlich, von denen sie zuvor behauptet hat, dass Clarke zu jung sei, sie zu treffen. Sie hat vorgegeben, ihre Tochter in Schutz nehmen zu wollen und nun, wo Clarke Schutz mehr als nötig hätte, stößt sie sie von sich.

Ebenfalls nicht die nettesten Dinge muss sich Cage von seinem Vater Dante anhören. Doch der entscheidende Unterschied ist, dass Cage einen Angriff begangen hat, während Clarke reagieren musste.

Cage selbst sieht das anders. Er denkt, er beschützt seine Leute, indem er die Grounder ablenkt. Doch nicht nur die Blutrünstigkeit und der Sadismus, die seine Verbündete Dr. Tsing (Rekha Sharma) immer wieder an den Tag legt, weisen darauf hin, dass hier die Bösen am Werk sind. Kaum ein Fernsehtod erscheint dermaßen gerechtfertigt wie der der Ärztin, die ohnehin schon grausame Experimente mit einem Schuss Sadismus garniert hat. Sie stirbt auf eine Art, die sie anderen auch zugemutet hätte und als ausgleichende Gerechtigkeit dürfen Jasper und Konsorten ihr dabei ihren grausamen Satz zurückgeben.

Neuanfang

Unterdessen lenken uns immerhin Murphy (Richard Harmon) und Jaha (Isaiah Washington) von der sich endlos wiederholenden Geschichte um Clarkes Führungsmethoden ab. Sie sind immer noch auf der Suche nach der Stadt des Lichts. Die Geschichte der Frau, die sie austrickst und ihnen anschließend all ihre Sachen abnimmt, ist zwar weniger spannend, aber sie führt zu etwas Interessantem.

Bevor wir wissen, was sie vorhat, präsentiert sie sich als nette Person, der gegenüber Murphy endlich mal wieder die Deutungshoheit über seine eigene Geschichte zurückgewinnen kann. Er sagt ihr ins Gesicht, dass er zwei Menschen getötet hat, aber seine Gründe hatte, die niemand hören will.

Es gab eine Zeit, da waren sich alle Figuren einig, dass Murphy verabscheuenswürdig ist und die The 100-Autoren hatten dem nicht viel entgegenzusetzen. Doch die Ursünde, den Mord an Wells, hat er nicht begangen. Ihm ist viel Unrecht passiert und er hat es doch geschafft, immer wieder Anlauf zu nehmen. Immer wieder wollte er dazugehören, doch niemand hat ihm eine Chance gegeben.

Mit den jüngsten Ereignissen wirkt sein Geständnis noch befremdlicher. Er ist von den Teenagern ausgestoßen worden, weil er zwei Menschen umgebracht hat. Mittlerweile haben diejenigen, die ihn einst verurteilt haben, selbst mehr Blut an den Händen. Und das führt uns natürlich direkt zu Clarke zurück, deren Moral zur selben Zeit geprüft wird, wie Murphy seine Geschichte erzählt.

Weniger interessant ist in der Episode Rubicon die Story von Octavia (Marie Avgeropoulos) und Lincoln (Ricky Whittle). Es ist ein beeindruckendes Bild, dass die Himmelsfrau und der Grounder am Ende Hand in Hand vor den Trümmern der Koalition stehen. Das gilt besonders deshalb, weil sie auch die beiden sind, die sich der anderen Gruppe am meisten angenähert haben. Lincoln war zwischendurch mehr Himmelsmensch als Grounder und Octavia bezeichnet sich in dieser Episode selbst als Grounder. Das Konstrukt ist stimmig, doch an der Umsetzung hadert es. Um die beiden zusammen zu den Trümmern zu bringen, müssen sie sich wieder einmal durch Zufall treffen. Das war ja schon in der verlassenen Garage ein seltsamer Zufall, nun ist es in erster Linie wenig engagiertes Erzählen.

Dass sie ihm, dessen Sucht gerade erst thematisiert wurde, dann auch noch mit Vernunft kommt, kommt einem Augenrollen fast gleich. Ihre kleine Kampfrede hat also mehr Auswirkungen als der Betrug an Bellamy? Hier hätte man sicher auch schönere Lösungen finden können.

Fazit

Die Episode Rubicon ist nicht im eigentlichen Sinne schlecht, aber gegen die letzte fällt sie enttäuschend ab.

Promo zur Episode „Resurrection“ (2x13) der US-Serie „The 100“:

Verfasser: Serienjunkies.de am Donnerstag, 12. Februar 2015

The 100 2x12 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 12
(The 100 2x12)
Deutscher Titel der Episode
Schwer wiegt die Krone
Titel der Episode im Original
Rubicon
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 11. Februar 2015 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 11. November 2015
Autoren
Aaron Ginsburg, Wade McIntyre
Regisseur
Mairzee Almas

Schauspieler in der Episode The 100 2x12

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