The 100 2x01

The 100 2x01

Die Sci-Fi-Serie The 100 kehrt mit einem spektakulären Auftakt zurück. Die zweite Staffel verspricht spannend zu werden. Die Episode The 48 zeigt, dass nichts mehr so ist wie zuvor.

Clarke (Eliza Taylor) sieht sich in der Serie „The 100“ mit einer neuen Umgebung konfrontiert. / (c) The CW
Clarke (Eliza Taylor) sieht sich in der Serie „The 100“ mit einer neuen Umgebung konfrontiert. / (c) The CW

In der ersten Staffel der Serie The 100 haben wir gesehen, wie die jugendlichen Inhaftierten auf die möglicherweise verseuchte Erde geschickt werden und sich in dieser meist feindlich gesinnten Umgebung durchkämpfen. Das Finale hat dann vieles verändert. Die Serienautoren beweisen mit der Auftaktepisode der zweiten Staffel, The 48, dass sie die Cliffhanger nicht in der Sinnlosigkeit versacken lassen. Sie schaffen es, der Story eine völlig neue Richtung zu geben, ohne den Anschluss zu verlieren.

Im Berg

Von den Bergmenschen war schon in der ersten Staffel immer wieder die Rede. Doch wer sie sind, wie sie sind, das erfahren wir erst in der Episode The 48. Sie leben in Mount Weather ein Leben, das gemessen an den Zuständen der ersten Staffel absurd erscheint. In dieser Hinsicht kann man Clarke (Eliza Taylor) verstehen, die der Idylle nicht traut. Anders Jasper (Devon Bostick), der sich an all den Annehmlichkeiten seiner neuen Situation erfreut. Das passt zu ihm. Er ist nicht naiv, aber er hat schon in der ersten Staffel jede Verbesserung der Lage dankend mitgenommen. Er ist ein Überlebender, der erkennt, dass auch große Verluste nur durch Weitermachen zu überstehen sind. Er ist nicht weniger traurig als Clarke, seine Freunde verloren zu haben, aber er holt das Beste aus der Situation heraus.

Clarke erwischt einen schlechten Start in ihr neues Leben. Sie hält an ihrem Misstrauen fest wie an einem Rettungsanker. Die neue Welt innerhalb des Berges ist gleichzeitig idyllisch und gruselig, auf den Punkt gebracht durch die Figur des Präsidenten Wallace (Raymond J. Barry). Er ist kein großer Kämpfer, er ist ein ruhiger Mann, der die Kunst und gutes Essen zu schätzen weiß. Doch etwas an ihm wirkt fehl am Platze, in jeder Szene mit Clarke gibt er einem das Gefühl, dass er mehr als ein unheimliches Geheimnis hat. Er wirkt wie der nette Nachbar, der jedem gerne seine Gartengeräte leiht, während er Unschuldige in seinem Keller foltert.

Clarke fühlt das, auch wenn wir im Moment noch nicht erkennen können, ob sie durch ihre Erfahrungen einfach die Fähigkeit verloren hat, anderen zu vertrauen, oder ob ein berechtigtes Bauchgefühl ihr Misstrauen einflößt. In jedem Fall ist es schön zu sehen, dass sie ihrem Charakter treu bleibt. Sie erkennt nur an, was sie für sich als richtig erfahren hat. Und die Tatsache, dass die Bergmenschen sie nicht an die Luft lassen wollen, nimmt im Laufe der Episode The 48 eine bedrohliche Note an, besonders als Wallace ihr sagt, dass sie ihn nicht testen solle. Jedes Eingeständnis Clarkes stellt sich nach kurzer Zeit als reines Manöver heraus. Als sie sich bei Maya (Eve Harlow) entschuldigt, stiehlt sie eigentlich nur die Schlüsselkarte. Auch am Ende, als sie die Malutensilien nutzt und offenbar mit der Situation ins Reine gekommen ist, arbeitet sie eigentlich an einem Plan der Umgebung, um hinter die Lügen der Bergmenschen zu kommen. Sie hat eingesehen, dass offener Widerstand sie nicht weiter bringt, doch sie ist noch lange nicht eingeknickt.

An der Oberfläche

Auch außerhalb des Bergwerks ist nichts mehr wie zuvor. Wir treffen Raven (Lindsey Morgan) in einer emotionalen Szene mit Murphy (Richard Harmon) wieder, was zunächst ein bisschen billig wirkt. Doch dann funktioniert es. Raven ist eine Kämpferin, die selbst auf eine harte Vergangenheit zurückblicken kann. Ihr Herz mit einer rührenden Kindheitsgeschichte zu gewinnen, ist wohl unmöglich. Doch Murphy ist nicht auf ihre Sympathie aus, in erster Linie will er verstanden werden. Auch wenn es einen Moment so wirkt, als wenn die The 100-Autoren sich für die neue Staffel überlegt haben, Murphys Weste reinzuwaschen und ihn neu anfangen zu lassen, darf man davon ausgehen, dass mehr dahinter steckt.

Unterdessen treffen Finn (Thomas McDonell) und Bellamy (Bob Morley) aufeinander und drohen den Kampf gegen den letzten Grounder zu verlieren. Doch auch hier wirkt ein einfacher Kniff Wunder und die aussichtslose Situation wird zu einem heroischen Einstand für Kane (Henry Ian Cusick) auf der Erde. Er wurde uns als schleimiger Bösewicht vorgestellt, hat sich über die erste Staffel zu einem Charakter mit mehreren Schichten entwickelt und sich durch seine Opferbereitschaft beim Start der Mission Erde reinwaschen können.

Er geht in die Situation mit der Selbstverständlichkeit eines Erwachsenen gegenüber von Teenagern. Er ist jetzt da und sorgt für Ordnung. Das macht er auch eigentlich ganz gut, bis zu dem Punkt, an dem er Bellamy festnehmen und Murphy laufen lässt. Vielleicht ist es die Arroganz eines Mannes, der immer in der Verantwortung steht, nicht auf das Wort von Jugendlichen zu hören. Vielleicht ist es aber auch nur pure Dummheit, die vor allem durch den Plot bedingt ist.

Oha-Momente

Die zwei kleineren Storylines sind es, die die großen Cliffhanger in der Episode The 48 hervorbringen. Octavia (Marie Avgeropoulos) sieht eine seltsame Gestalt, und Jaha (Isaiah Washington) hört Babygeschrei auf der todgeweihten Raumstation.

Die unheimliche Figur im Wald lässt darauf schließen, dass die The 100-Macher keine Angst davor haben, die Welt noch weiter umzukrempeln, als sie ohnehin schon ist. Gerade erst haben wir die bis dahin geheime Welt in Mount Weather kennengelernt und die Ankunft der Anderen verdaut, da müssen wir uns schon damit auseinandersetzen, dass es noch mehr Leben auf der Erde gibt. Doch da wir noch nicht viel darüber wissen, ist das eher ein Thema für die Zukunft.

Noch seltsamer ist Jahas Entdeckung, dass es außer ihm weiteres Leben auf der Raumstation gibt. Das Babygeschrei wirkt in der Episode The 48 fehl am Platz, denn auf der Erde haben wir schon so viele Veränderungen zu verdauen. Doch man konnte damit rechnen, dass die Serienmacher die Raumstation nicht so einfach gehen lassen würden.

Fazit

Bisher stemmen die Autoren die Herausforderung, die Figuren in völlig neue Umstände zu werfen mit Bravour. Schon nach der ersten Episode ist Präsident Wallace als vielversprechender Charakter etabliert, auch die Ankunft der restlichen Bevölkerung aus dem All ist gelungen. Dass dieser Balanceakt in der Episode The 48 gelingt, ohne dass wir die vertrauten Figuren aus den Augen verlieren oder sie ihre Integrität einbüßen, ist selten und dementsprechend zu feiern.

Das Review zur zweiten Episode folgt in Kürze.

Verfasser: Serienjunkies.de am Donnerstag, 30. Oktober 2014

The 100 2x01 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 1
(The 100 2x01)
Deutscher Titel der Episode
Die 48
Titel der Episode im Original
The 48
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 22. Oktober 2014 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 7. Oktober 2015
Autor
Jason Rothenberg
Regisseur
Dean White

Schauspieler in der Episode The 100 2x01

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