Take Two 1x01

© achel Bilson (l.) in „Take Two“ (c) ABC
Wenn man die Pilotepisode eines neuen Formats wie Take Two sichtet, beschleicht einen nach nur wenigen Szenen das Gefühl, dass man bei den Network-Sendern vollends aufgegeben hat, auch nur halbwegs Anspruchsvolles zu produzieren. Das Einzige, was diese Serie vom Abrutschen in die völlige Irrelevanz abhält, ist der verlässlich abrufbare Charme von Hauptdarstellerin Rachel Bilson, die sich hier wahrlich alle Mühe gibt, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Denn das Material, was ihr die Serienschöpfer Terri Edda Miller und Andrew W. Marlowe vorlegen, ist in allen Aspekten weit unterdurchschnittlich.
Kein guter Sommer
Ja, es handelt sich hier um eine Sommerserie, und ja, es läuft gerade die WM. Aber muss man deshalb wirklich auf sämtliche Aspekte pfeifen, die eine gute Serie ausmachen? Ab der ersten Einstellung ist klar, dass hier in visueller Hinsicht mit minimalstem Budget gearbeitet werden muss. Die Prämisse ist zum Davonlaufen, genügt sie doch allenfalls, um einen schmalzigen Fernsehfilm zu füllen, aber nicht eine ganze Serie. Und das Drehbuch befindet sich auf ähnlich unterirdischem Niveau - alles, was man hier sieht, hat man schon zig Mal bei anderen, vergleichbar schlechten Formaten gesehen.
Der besondere Kniff von „Take Two“ findet sich in Bilsons Figur Sam Swift, einem ehemaligen Fernsehstar mit langjähriger Polizeiserie, die wegen eines öffentlichen Zusammenbruchs und Suchtproblemen kaum noch Aussichten hat, neue Arbeit zu finden. Lediglich ein aufstrebender junger Regisseur will mit ihr drehen, für ihn soll sie eine Privatdetektivin spielen. Um diese Rolle authentisch ausfüllen zu können, bittet ihre Managerin ihren Exfreund Eddie (Eddie Cibrian), Sam als Kurzzeit-Praktikantin zu seinen Detektivabenteuern mitzunehmen. Und siehe da: Die TV-Ermittlerin hat bei ihrem Job so einiges gelernt, das sie im echten Ermittlerleben anwenden kann.
Der Fall der Woche ist - wie eigentlich immer - völlig vergessenswert, nimmt aber natürlich einen Großteil der Auftaktepisode ein. Nach irgendeiner Form von bedeutungsvoller Charakterentwicklung sucht man dementsprechend vergebens, aber das kann ja noch kommen. Den einzigen Pluspunkt generiert die Serie mit der Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren, was vor allem an Bilsons unnachgiebigem Einsatz liegt. Das Odd-Couple-Buddy-Cop-Element ist der einzige Trumpf, den „Take Two“ vorzuweisen hat. Es sollte ihn unbarmherzig ausschlachten - und zukünftig vielleicht einen staffelübergreifenden Handlungsbogen präsentieren.
Verfasser: Axel Schmitt am Freitag, 22. Juni 2018Take Two 1x01 Trailer
(Take Two 1x01)
Schauspieler in der Episode Take Two 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?