Switched at Birth 5x10

Switched at Birth 5x10

Nach fünf Jahren ist die Familien-Serie Switched at Birth zu Ende gegangen. Im Serienfinale blieb die Serie sich selber treu und bewies noch einmal wo ihre Stärken liegen - gefühlvolle Momente, starke Beziehungen und eine tolle Atmosphäre.

Am Dienstagabend ging die Serie Switched at Birth mit Long Live Love zu Ende. Darin bekommen wir ein sentimentales Spektakel geboten, das den Namen der Folge zu ehren scheint. Dieser scheint auch sonst das Motto des Dramas zu bilden und macht dadurch das Serienende zu einem perfekten Abschluss der Familiengeschichte. Die Sentimentalität der Folge wird durch die vielen emotionalen Flashbacks unterstrichen, die gekonnt in die Episode eingebunden werden. Zudem wird in der letzten Episode keine einzige Figur außen vor gelassen, sodass jeder Charakter sein eigenes Ende bekommt.

Long Live Love

Getreu dem Motto der Folge startet diese mit einem Rückblick, der eher weniger sentimental und gefühlvoll erscheint. Kathryn (Lea Thompson) und Regina (Constance Marie) streiten sich über Reginas Einzug in das Gasthaus. Diese Szene wird jedoch bereits mit dem Sprung zurück in die Gegenwart erklärt und bekommt dadurch erst die sentimentale Note: Es ist nun schon fünf Jahre her, dass der Tausch von Bay (Vanessa Marano) und Daphne (Katie Leclerc) entdeckt wurde. Zudem entscheidet sich Regina dazu, aus dem Gästehaus auszuziehen, da die Kinder bereits aus dem Haus sind und Toby (Lucas Grabeel) und Lily (Rachel Shenton) den Platz gut gebrauchen könnten. Im Gegensatz zu vor fünf Jahren haben sich die beiden Mütter mittlerweile gut aufeinander eingestimmt und schwingen nur so in Harmonie.

Währenddessen macht Bays Karriere Fortschritte. Emmetts Fotografien von ihr, wie sie ihn tätowiert, wurden in dem „Life Ink“-Magazin veröffentlicht, Dazu wird eine Party veranstaltet, zu der sowohl sie, als auch ihre komplette Familie eingeladen ist. Als sie ihren Eltern davon erzählt, reagieren diese sehr unterschiedlich. Ihre Mutter ist sehr stolz auf sie. Im Gegensatz dazu, betrachtet John (D.W. Moffett) nur den finanziellen Aspekt ihres Jobs und will diesen nicht anerkennen, da Tätowieren kein richtiger Job sei. Ihr Vater ist nun mal ein traditioneller Mensch, der nur Jobs anerkennen will, die mit Prestige und festem Gehalt verbunden sind. Diese unterschiedliche Betrachtung ihres Jobs setzt der Beziehung der beiden sichtlich zu.

Toby

Auch Toby hat mit seinem Job zu kämpfen. Dieser ist mit seiner jetzigen Beschäftigung unzufrieden, da er findet, dass er mit seiner Arbeit nicht viel bewirkt und möchte eine Änderung in seinem Leben vornehmen. Während er sich mit einem Partner in einem Café für die Besprechung eines neuen Auftritts als DJ trifft, wird er auf einen Mann aufmerksam gemacht, der wie sein Sohn Down-Syndrom hat. Durch die Reaktionen der Menschen in dem Café wird ihm bewusst, dass kaum einer weiß, wie man mit solchen Menschen umzugehen hat und entscheidet sich dazu, einen Job in dieser Richtung einzuschlagen. Er will dafür sorgen, dass in Zukunft die Menschen besser auf solche Situationen reagieren können.

Regina

Bei Regina stehen auch große Veränderungen an. Sie will nicht nur aus dem Gästehaus nach fünf Jahren ausziehen, sondern entscheidet sich auch dazu bezüglich ihrer Karriere mehr zu riskieren und plant die Eröffnung ihres zweiten „The Cracked Mug“-Cafés. Zudem macht sie mit ihrem deutlich jüngeren Freund Luca (Michael Galante) Schluss. Die beiden waren zwar stets ineinander verliebt, jedoch hat sie vor kurzem ihren Ex-Freund Eric (Terrell Tilford) wieder getroffen und ihre alten Gefühle sind wieder aufgeflammt. Nachdem sie die Beziehung mit Luca beendet, fährt sie zu Eric, um ihn davon zu unterrichten. Dieser soll nicht mehr fliehen und sich stattdessen der Polizei stellen, um für sein Verbrechen zu bezahlen. Dadurch können die beiden zusammen mit seinem Sohn Will (Sayeed Shahidi), nach seiner Haftstrafe, endlich ein normales Leben beginnen. Während Eric also im Knast sitzt, wird Regina auf seinen Sohn Will aufpassen und mit ihm in ihrem neuen Haus in East Riverside wohnen. Diese Entscheidungen wirken wie ein Neustart für Regina. Sie zieht wieder in ihre alte Wohngegend, hat ein Kind, das sie großziehen kann und wird bald mit ihrem Partner zusammenwohnen. Zudem hat sie endlich ihre Selbstständigkeit gefunden, indem sie ihre eigene Café-Kette eröffnet hat.

Melody

Auch Melody (Marlee Matlin) bekommt in dieser Folge ihr verdientes Ende. Zuerst scheint es so, als ob sie zusammen mit ihrem Sohn Emmett nach Washington, D.C. ziehen würde, da sie endlich ihren Traumjob an der Gaudette bekommen hat, jedoch wird in der Folge klar, dass das gar nicht die richtige Entscheidung für sie wäre. Melody wird durch eine ehemalige Schülerin von ihr wieder an die eigentlichen Gründe erinnert, warum sie an dieser Schule arbeitet. Sie möchte anderen helfen, insbesondere taubstummen Jugendlichen, die ihre Hilfe brauchen. Einer dieser Jugendlichen ist Matthew (Daniel Durant), der nicht mehr zur Schule geht und von seinen Eltern aus dem Haus geschmissen wurde, weshalb er nun auf der Straße lebt. Emmetts Mutter entscheidet sich zusammen mit ihrem Partner, Matthew bei sich aufzunehmen und an ihrer Schule weiterzuarbeiten. Auch diese Entwicklung scheint genau richtig für die stets Hilfe anbietende Melody zu sein. Jetzt, da ihre beiden Söhne aus dem Haus sind, braucht sie wieder ein neues Kind, um das sie sich kümmern kann und die Carlton war schon immer ihr Zuhause.

Kathryn und John

Aufgrund der Tatsache, dass der Tausch fünf Jahre her ist und dass Regina auszieht, entscheidet sich Kathryn dazu, die alten Unterlagen zu dem Bluttest herauszuholen. Dabei muss sie feststellen, dass John bereits wenige Wochen vor dem Besuch im Krankenhaus von dem Tausch wusste. Als diese nun ihren Mann darauf anspricht, meint dieser, dass er gedacht hat, dass sie ihn damals betrogen hätte und Bay nicht von ihm gewesen sei. Trotzdem habe er sie damals nicht verlassen, weil er sie liebe. Dieser Konflikt zwischen den beiden erscheint zwar an manchen Stellen an den Haaren herbeigezogen, jedoch macht es trotzdem Sinn dem so perfekt scheinenden Ehepaar ein paar Steine in den Weg zu legen. Durch die Meisterung dieser Hürde beweisen die beiden mal wieder, wie stark ihre Verbindung zueinander ist und dass sie einfach alles gemeinsam meistern können.

Daphne

Daphne hat bereits öfters bewiesen, dass sie eine starke, junge und gebildete Frau ist. Jeder, der das Gegenteil behauptet, bekommt schnell zu spüren, dass dem so ist. In dieser Folge bekommen wir diesen Teil von Daphne wieder zu Gesicht. Als sich Daphne für ein sechswöchiges Praktikum bei einem Chirurgen bewerben möchte, behauptet dieser, dass sie nicht qualifiziert sei, weil sie taub ist. Wie so oft werden in dieser Serie reale Szenen dargestellt, die reale Probleme adressieren. So auch hier: Wie soll eine taube Frau als Chirurgin arbeiten? Daphne antwortet darauf, dass es dafür technologische Entwicklungen und vieles anderes gibt, das ihr dabei helfen kann. Jedoch schüchtert dieses Gespräch Daphne mehr ein, als sie zuerst eingestehen will und sie hinterfragt, ob sie wirklich als Ärztin arbeiten sollte.

Daphne und Kathryn
Daphne und Kathryn - © Freeform

Aus diesem Grund befragt sie ihre Mutter Kathryn zu ihrer ersten Begegnung - die uns auch wieder kurz in Form eines Flashbacks vorgeführt wird - und wie sie darauf reagiert hat, dass sie taub ist. Hier bekommen wir eine dieser wunderschönen Mutter-Tochter-Szenen präsentiert, die zu den eindeutigen Stärken des Dramas gehören. Kathryn erklärt Daphne, dass sie ihre Weltansicht zu dem Thema Taubheit komplett verändert hat. Davor dachte sie, dass es etwas Schlimmes sei, taub zu sein. Nun weiß sie, dass es eine andere Art zu leben ist, die durchaus Anpassungen erfordert. Das kann manche Menschen erst mal abschrecken, aber sie sieht es mittlerweile als Bereicherung für ihr Leben an. Genau aus dem Grund, dass sich Daphne öfters sozialen, aber auch anderen Hürden stellen muss, ist sie zu so einer starken Person geworden. Dieser Umstand wird aus ihr eine bessere Chirurgin machen, meint Kathryn zu ihrer Tochter. Das war die Bestätigung, die Daphne gebraucht hat und sie kehrt zu dem Chirurgen zurück, um ihm ihre Meinung zu geigen und ihm zu beweisen, dass sie durchaus ihrem Traum als Ärztin nachgehen kann und wird. Man weiß, dass sie ihren Traumberuf verfolgen und erreichen wird und durch ihre Taubheit nur noch besser darin sein wird. Außerdem wird sie sich, wie gewohnt, von niemandem sagen lassen, dass sie etwas nicht schafft. Das macht sie zu einer starken Figur und auch zu einem Vorbild für Mädchen, Taubstumme, aber auch viele Andere.

Bay

Ganz im Zeichen der Folge, die bis jetzt schon viele Veränderungen mit sich gebracht hat, muss sich auch Bay vielen Wendungen und Veränderungen in ihrem Leben stellen. Dazu gehört, dass Travis (Ryan Lane) nach Japan ziehen wird, um dort seiner Baseball-Karriere nachzugehen. Als dieser sie fragt, ob sie mit ihm kommen will, erscheint dieser Vorschlag von ihm doch sehr naiv und undurchdacht. Insbesondere wenn man bedenkt, dass sie gerade dabei ist, sich eine Ruf als Tätowiererin zuzulegen. Das wird auch Bay bewusst und sie entscheidet sich für ihre Karriere und kommt nicht mit ihm nach Japan. Dabei lässt sie jedoch ihre Beziehung nicht außen vor. Sie plant stets mit ihm in Kontakt zu bleiben. Zudem sorgt sie dafür, dass die Beziehung zwischen Emmett und Travis wieder ins Laufen gerät. Deren Beziehung war bis jetzt aufgrund der Liebesbeziehung zwischen ihr und Travis etwas ins Wanken geraten, da sie stets eifersüchtig aufeinander waren. Aus diesem Grund erscheint es nur logisch, dass nun auch Bay diejenige ist, die diesen Knoten zwischen den beiden löst. Emmett wird nun zusammen mit Travis nach Japan ziehen und mit ihm das Land bereisen. Während Travis seiner Baseball-Karriere nachgeht, wird Emmett die neue Kultur kennenlernen und die für seine Fotografie nutzen.

Obwohl sich hier Bay eindeutig für eine Zukunft mit Travis entscheidet, bekommen auch die Bemmett-Shipper genug Stoff geboten. Bay und Emmett treffen sich noch einmal, um sich zu verabschieden und zeigen einander, wie viel sie sich bedeuten und wie stolz auf den anderen sind. Hier wird bewiesen, dass die beiden bereits viel durchgestanden haben und für einander die erste Liebe dargestellt haben, jedoch ist diese Zeit nun vorbei und sie sind nur noch echte Freunde füreinander. Auch hier bekommen wir wieder einen Flashback präsentiert. Dieser stellt für mich den wohl emotionalsten dar, da dieser eine Montage aus der Beziehung der beiden ist. Man sieht, wie sie sich kennengelernt und sich verliebt haben, wie sie harte Zeiten durchstehen mussten, wie sie diese überwunden haben und wie sie letzten Endes miteinander Schluss gemacht haben. Der nächste Schritt ihrer Beziehung ist ganz eindeutig ihre Freundschaft, die in diesem Moment sowohl für die beiden als auch für mich richtig und passend erscheint.

Once in a lifetime

In der finalen Szene werden alle Mitglieder der Kennish-Vasquez vereint. Der Anlass hierfür ist, dass Regina aus dem Gästehaus ausziehen wird. Dabei können Bay und ihr Vater ihren Konflikt bezüglich Bays Karriere lösen. John muss anerkennen, dass Bay ihren eigenen Weg geht und er gesteht ein, dass ihm das aufgefallen ist und dass es das so schwer für ihn gemacht hat. Ohne diesen Moment zwischen den beiden wäre das Ende der Serie nicht ganz so gut zu ertragen gewesen.

Einer der emotionalen Höhepunkte der Folge, wenn nicht sogar der kompletten Serie, stellt die Szene zwischen Daphne und ihren Eltern dar. Nachdem diese ihr bekunden, wie wichtig sie ihnen ist und wie stolz sie auf sie sind, nennt Daphne Kathryn zum ersten Mal in ihrem Leben ihre Mutter - mit dem Einverständnis von Regina. Daphne hat nun einmal zwei Mütter und das wird in dieser Szene wieder sehr schön dargestellt.

Freeform
Freeform - © Freeform

Diese Szene läutet die nächste und finale Szene ein, die symbolisch für das weitere Leben der Figuren steht. Jeder von ihnen hat ihr „Happily Ever After“ bekommen und diese Beziehungen zueinander kommen nur einmal im Leben vor („once in a lifetime“). Das Serienfinale wird durch die Rekonstruktion des ersten Promobildes perfektioniert. Daphne und Bay legen sich auf die Wiese und schauen dabei in die Sterne. Danach wird zurückgezoomt und man sieht alle Familienmitglieder wie sie auf dem Boden liegen und in die Sterne schauen.

Fazit: Happily Ever After

Die durchaus sentimentale Folge stellt ein perfektes Ende zu der gefühlvollen Serie dar. Alle Erzählstränge werden zu Ende erzählt oder erhalten eine Geschichte, die die Zukunft der Charaktere weitererzählt. Auch in der letzten Folge müssen die Figuren ein paar Hürden überstehen, jedoch werden dadurch die einzelnen Stärken der Serie (starke Beziehungen) und der Figuren (starke Rollen) hervorgehoben. Zudem führen die vielen Rückblicke, die auf den Anfang der Serie verweisen, zu einem abgerundeten Ende. Diese gefühlvollen Szenen machen die Atmosphäre des Dramas aus und man bekommt hier als Serienfinale eine perfekte Dosis Sentimentalität geliefert, die mit der letzten Szene noch ein märchenhaftes Tüpfelchen auf das i setzt.

Hier könnt Ihr Euch durchlesen, was die Serienschöpferin zum Serienfinale zu sagen hatte.

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Verfasser: Maike Karr am Donnerstag, 13. April 2017

Switched at Birth 5x10 Trailer

Episode
Staffel 5, Episode 10
(Switched at Birth 5x10)
Deutscher Titel der Episode
Es lebe die Liebe
Titel der Episode im Original
Long Live Love
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 11. April 2017 (Freeform)
Regisseur
Steve Miner

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