Sweet/Vicious 1x01

Sweet/Vicious 1x01

Jules ist eine blonde Verbindungsstudentin, Ophelia ist eine Grasdealerin, doch beide haben gemeine Hobbys und Talente. Zusammen ziehen sie gegen die um sich greifenden Date Rapes auf dem Campus ins Feld und liefern dabei in der Serie Sweet/Vicious überraschend amüsante Momente ab.

Eliza Bennett and Taylor Dearden in „Sweet/Vicious“ / (c) MTV
Eliza Bennett and Taylor Dearden in „Sweet/Vicious“ / (c) MTV

Die Prämisse der MTV-Serie Sweet/Vicious ist schnell erklärt: Zwei junge Frauen, eine Kämpferin und eine Hackerin, werden vom Schicksal zusammengebracht um die grassierenden Date Rapes auf dem Campus zu rächen. Schnell und kompromisslos werden wir in die Story geworfen, um uns dann auf das Wesentliche konzentrieren zu können: eine überraschend unterhaltsame Geschichte mit Charme, Witz und Action, die viel besser ist, als sie auf den ersten Blick wirkt.

Worum geht es?

Ophelia - grüne Haare, hochintelligent, Hacking-Talent und reiche, entfremdete Eltern - hat keine Lust auf Mainstream und versteckt sich lieber in dem Plattenladen ihres Freundes, in dem sie arbeitet, statt in den Unterricht zu gehen. Dort hat sie auch ein kleines Nebenbusiness in Sachen Marihuana laufen. Schnitt zu einer mysteriösen Rächerin im schwarzen Ganzkörperanzug, die sich mit gekonnten Martial-Arts-Künsten diejenigen vornimmt, die es in Ordnung finden, ein Mädchen zum Sex zu zwingen. In der Pilotepisode erfahren wir und Ophelia, wer dahinter steckt: die blonde, niedliche Jules aus der Schwesternschaft, die zwar ein paar Probleme mit ihren Noten hat, aber ansonsten wie das All-American-Girl von nebenan wirkt.

Durch Zufall stoßen die beiden immer wieder aufeinander, bis Ophelia die Fährte aufnimmt und die mysteriöse Kämpferin in deren Verbindungshaus aufspürt. Doch Jules ist zumindest in ihrem geheimen Doppelleben Einzelgängerin und hat keine Lust auf Austausch. Dennoch verfolgt Ophelia sie zu ihrem nächsten Angriff und das stellt sich als Glücksgriff heraus, denn der Typ ist nicht so einfach zu überwältigen und schlägt Jules bewusstlos. Im letzten Moment greift also Ophelia zum Werkzeug und holt aus. Am Ende liegt der Vergewaltiger tot auf dem Boden und die beiden Möchtegern-Superheldinnen kriegen das Muffensausen. Sie laden die Leiche in Ophelias Auto und machen sich zwecks Lagebesprechung auf zur nächsten Bar. Dort trifft Jules einen Kommilitonen, auf den sie ein Auge geworfen hat und die beiden verabreden sich in peinlich-niedlicher Weise für ein Date. Doch wer erscheint da auf dem Smartphonehintergrund des Schwarms? Der Tote aus dem Kofferraum, denn er ist sein Stiefbruder. Doch die Situation ist noch lange nicht verzwickt genug. Denn nicht nur, dass Jules' Freundinnen aus der Verbindung sich sorgen, auch das Autoversteck ist nicht so sicher wie gedacht, zumindest nicht, wenn der Wagen von der Polizei abgeschleppt wird.

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Wie kommt es rüber?

Was auf dem Papier ein bisschen albern und unoriginell wirkt, wird in der Serie Sweet/Vicious bezaubernd und unterhaltsam umgesetzt. Die Idee zweier Möchtegern-Superheldinnen, die auf dem Campus gegen Vergewaltiger kämpfen, ist gut und wird von den Autoren sehr ernst genommen. Das lockern sie mit Albernheiten auf, die sich jedoch vor allem aus dem komödiantischen Talent der Darstellerinnen speisen. Denn dass die Verwicklungen und Umstände ein bisschen albern sind, weiß man auch im Writers' Room und nimmt es daher selbst nicht zu ernst. Eine reiche Erbin, die auch noch über die Maßen intelligent und begabt ist, eine zierliche, freundliche Person, die plötzlich zur Superkämpferin wird, von den unwahrscheinlichsten Verstrickungen zwischen den Figuren mal ganz zu schweigen.

Doch wer es durch die ein bisschen schmerzhaften, ersten Minuten geschafft hat, der wird mit einer unterhaltsamen Story belohnt, die ein gutes Gleichgewicht zwischen Ernst und Komik gefunden hat. „Sweet/Vicious“ hat trotz des ersten Eindrucks weniger mit Serien wie K.C. Undercover zu tun. Vielmehr versorgt es eine neue Generation mit einem starken Freundinnenduo, das für das Gute kämpft. Den beiden Polizistinnen von Rizzoli & Isles würde das sicher gefallen, auch wenn Ophelia und Jules auf der anderen Seite des Gesetzes stehen. Denn schließlich widmen sie sich einem Umstand an amerikanischen Universitäten, der auch daran krankt, dass die zuständigen Autoritäten keine Lösung finden und damit eher zum Teil des Problems werden.

Fazit

Ziemlich einfach hätte Sweet/Vicious eine Serie werden können, die ein ernstes Thema wie Date Rape mit dem Versuch, eine junge Zuschauerschaft vor die Mattscheibe zu locken, an die Wand fährt. Doch nichts da, wir bekommen eine intelligent gemachte Serie über ein starkes Freundinnenduo mit einem wichtigen Anliegen, einem Hauch Batman, jeder Menge Wortwitz und überraschend gelungenen Slapstick-Einlagen.

Verfasser: Serienjunkies.de am Donnerstag, 17. November 2016

Sweet/Vicious 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Sweet/Vicious 1x01)
Titel der Episode im Original
The Blueprint
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 15. November 2016 (MTV)
Regisseure
Joseph Kahn, Rebecca Thomas

Schauspieler in der Episode Sweet/Vicious 1x01

Darsteller
Rolle
Eliza Bennett
Brandon Mychal Smith
Nick Fink

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