Sweet Magnolias: Review der Pilotepisode

Sweet Magnolias: Review der Pilotepisode

Die neue Netflix-Serie Sweet Magnolias kommt mit einer etwas unoriginellen Prämisse daher, schafft es jedoch, durch ihren Gilmore-Girls/One-Tree-Hill-Kleinstadtcharme und etwas Drama zur guten Unterhaltung zu werden, die Potential bietet.

Szenenbild aus der US-Serie Sweet Magnolias / (c) Netflix
Szenenbild aus der US-Serie Sweet Magnolias / (c) Netflix
© zenenbild aus der US-Serie Sweet Magnolias / (c) Netflix

In der Netflix-Serie Sweet Magnolias geht es um eine Frau und Mutter, die eine Scheidung von ihrem Mann durchmacht, der sie mit seiner Arzthelferin betrogen hat.

Darum geht's in der Netflix-Serie Sweet Magnolias

Maddie Townsends (JoAnna Garcia Swisher, Once Upon a Time) wird von einem auf den anderen Tag auf den Kopf gestellt. Ihr Mann Bill (Chris Klein) verlässt sie für seine Arzthelferin Noreen (Jamie Lynn Spears), mit der er eine Affäre hatte. Er will nun Noreen, die auch ein Kind von ihm erwartet und halb so alt ist wie er, heiraten. Maddie versucht, sich nun durch ihr chaotisches Leben zu manövrieren, das aus dem Erziehen ihrer drei Kinder, dem Schreiben von Lebensläufen, dem Überstehen ihrer Scheidung und dem Ertragen des Kleinstadtgeflüsters besteht. Bis hierhin klingt die Prämisse nicht unbedingt nach etwas Besonderem. Dieser grundlegende Aspekt der Serie mag auch nicht sehr originell erscheinen, doch dafür schafft es der Rest der Produktion, viel mehr Möglichkeiten zu eröffnen.

In ihrer schwierigen Lage erhält Maddie Unterstützung von ihren zwei besten Freundinnen, die sie schon seit ihrer Schulzeit begleiten: die Restaurantleiterin und Köchin Dana (Brooke Elliot) und ihre Anwältin Helen (Heather Headley). Diese zwei haben die verrückte Idee, ein Spa in der verträumten Südstaaten-Kleinstadt zu eröffnen. Das Haus dafür haben sie bereits erworben. Dabei soll Maddie die Leitung übernehmen, wovon diese alles andere als begeistert ist. Schließlich ist sie mit ihrer momentanen Situation schon mehr als nur beschäftigt. Auch bis zum Ende der Episode trifft sie keine endgültige Entscheidung.

So macht ihr Sohn Ty (Carson Rowland) Probleme in der Schule, indem er sich zum Beispiel im Training prügelt. Das berichtet ihr sein Coach, der ehemalige Sport-Profi Cal (Justin Bruening, Grey's Anatomy). Dieser ist neu in der Stadt und weiß deshalb, im Gegensatz zum Rest der Bewohner, nichts von der Situation der Townsends.

Auch das Leben der Restaurantbesitzerin Dana ist nicht so einfach. Ihre Tochter macht die „Mein Wohnort ist so langweilig und ich muss hier raus“-Phase durch. Außerdem muss sie ihren Souschef feuern, weil er ihren teuren Whiskey gestohlen und sich damit in ihrer Küche betrunken hat. Vor diesem hat sie deutlich Angst. Außerdem wird ihr Auto zerkratzt, was nahelegt, dass ihr ehemaliger Mitarbeiter dafür verantwortlich ist.

Die zwei jugendlichen Söhne von Maddie und die gleichaltrige Tochter von Dana sind miteinander befreundet. Hier gibt es jedoch die ersten Anzeichen dafür, dass sich diese Konstellation zu einem Liebesdreieck entwickeln wird. So hat Kyle (Logan Allen) eindeutig Interesse an Annie (Anneliese Judge), doch diese ist wiederum eher an Ty interessiert, während dieser viel zu sehr mit sich und seinen Problemen beschäftigt ist.

Außerdem soll in der Kleinstadt ein ganzer Block an Geschäften an ein Unternehmen verkauft werden, damit sie sich dort ansiedeln können. Das sorgt in dem Ort ebenfalls für Furore.

So kommt Sweet Magnolias rüber

Maddie sagt zwar bis zum Ende der Pilotepisode nicht Ja zum neuen Geschäft, aber alles in der Serie weist darauf hin, dass sie es machen wird. Sie braucht einen Neuanfang, sucht einen neuen Job und benötigt ebenso eine andere Beschäftigung. Da kommt diese Gelegenheit wie gerufen. Zudem ist die Serie so benannt, wie die drei Frauen ihr Spa nennen wollen...

Bereits in der ersten der zehn Episoden deutet sich an, davon abgesehen, an, welchen Verlauf die Serie nehmen wird. Einerseits ist es natürlich gut, dass bereits hier die Weichen für den Rest der Staffel gelegt werden. Andererseits muss darauf geachtet werden, dass die Handlungsstränge nicht zu vorhersehbar sind, da das die Spannung aus dem Drama herausnehmen würde.

So wird sich das Liebesdreieck der Jugendlichen intensivieren, Maddie und Tys Coach werden etwas miteinander anfangen, die Sache mit Danas entlassenem Souschef wird noch ein böses Ende nehmen, genauso wie der Kleinstadtkapitalismus dem Erfolg des Spas im Weg stehen könnte.

Die Prämisse der Serie klingt nicht unbedingt besonders, aber sie hat doch etwas Charmantes an sich: Sie besitzt dieses Kleinstadt-/Südstaatenflair, das sonst nur Wohlfühlserien wie Gilmore Girls auslösen können. Gemischt mit einer guten Menge Familiendrama, Kleinstadtgeflüster und Girlstalk zwischen den Frauen führt das zu einer sehenswerten und unterhaltsamen Serie.

Sie ist dabei sowohl etwas für Erwachsene, da diese Bezugscharaktere vorhanden sind, aber auch für Teenager, weil auch hier Identifikationspersonen präsent sind. Der Fokus der Serie liegt jedoch primär auf den Erwachsenen und ihrem Leben, also ihren Familien, ihren Liebesleben und ihren Karrieren.

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Der relativ große Cast hat mich etwas angestrengt. So gibt es die drei Frauen mit ihren Kindern, Lehrern, Arbeitskollegen, Stadtbewohnern et cetera. Daher fällt es zu Beginn etwas schwer, den Überblick zu behalten. Diese Vielzahl an Figuren ermöglicht aber auch eine große Interaktion der Figuren miteinander und größere Handlungsstränge. Dadurch sollte außerdem eigentlich für jeden eine Person dabei sein, mit der er sich identifizieren kann. Außerdem sollte es so auch nicht zu Langeweile kommen, da die Figuren stets etwas zu tun haben sollten. Somit hat der relativ große Cast auch seinen Vorteil und ich bin mir sicher, dass man sich auch schnell daran gewöhnt.

Die erste Staffel von „Sweet Magnolias“ besteht aus zehn Episoden à circa 50 Minuten. Dadurch ist die Serie gut verdaulich. Das Netflix-Drama basiert auf den „Sweet Magnolias“-Romanen der Autorin Sherryl Woods, die auch als ausführende Produzentin an dem Projekt beteiligt ist.

Natürlich muss wie so oft in letzter Zeit auch hier auf die englische Vertonung hingewiesen werden. Es wird erst mal keine deutsche Synchronfassung der Serie geben, welche aber dennoch so schnell wie möglich nachgereicht werden soll. So wie „immer“ sind jedoch auch hier deutsche Untertitel verfügbar.

Fazit

Sweet Magnolias fühlt sich wie eine Wohlfühlserie mit einer guten Mischung Liebes-, Kleinstadt-, Karriere- und Familiendrama an. Sie kommt zwar mit einer etwas ausgelutschten Prämisse daher, wird aber durch die charmante Freundschaft der drei Frauen trotzdem unterhaltsam und sehenswert. Zudem kann die Serie sowohl von Erwachsenen als auch von Jugendlichen angesehen werden, da sich „Sweet Magnolias“ eben nicht nur auf die Frauen, sondern auch zum Beispiel auf die Freundschaft ihrer Kinder konzentriert.

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