Swagger: NBA - Kritik zum Start der Basketball-Serie bei Apple TV+

© saiah Hill in der Serie Swagger (c) Apple TV+
Mit All American, Big Shot, Cobra Kai und The Mighty Ducks: Game Changers sind derzeit einige US-Serien im Bereich Jugendsport auf Sendung. Mit Swagger kommt bei Apple TV+ nun noch ein weiteres Format hinzu. Produziert wird das Basketball-Drama von NBA-Star Kevin Durant, der 2012 mit „Thunderstruck“ schon selbst als Schauspieler aktiv wurde. Diesmal hält er sich aber im Hintergrund und gibt eigentlich nur seinen guten Namen her. Die kreative Arbeit übernimmt stattdessen der Regisseur und Autor Reggie Rock Bythewood (Shots Fired).
Vor der Kamera führt O'Shea Jackson Jr. den Cast als Coach an. (Nur als kleine Randnotiz: Bei dem Schauspieler handelt es sich um den Sohn von Rap-Star Ice Cube, der seinen Vater auch im Film „Straight Outta Compton“ spielen durfte.) Ebenfalls im Ensemble von Swagger: Shinelle Azoroh, Tristan Wilds, Tessa Ferrer und Sean Baker sowie die Youngsters Isaiah Hill, Caleel Harris und Quvenzhane Wallis. Die einstündige Auftaktepisode trägt den Titel NBA und erschien zusammen mit zwei weiteren Folgen der insgesamt zehnteiligen Auftaktstaffel heute im Apple-Stream.
Worum geht's?
Die Serie hat nicht nur eine, sondern mehrere Hauptfiguren. Es wird zwar nicht die Lebensgeschichte von Kevin Durant nacherzählt, aber die persönlichen Erfahrungen des Spitzensportlers sollen großen Einfluss genommen haben. Im Zentrum steht der ehemalige Spieler Ike (Jackson), der nun als Jugendtrainer arbeitet. Zu den talentiertesten Shootingstars in seinem Team gehört Jace Carson (Hill), der tatsächlich gute Chancen auf einen Sprung in die NBA haben könnte. Auch seine Mutter Jenna (Azoroh) tut einiges dafür, damit ihr Sohn eine erfolgreiche Karriere starten kann.
Wie der gerade einmal 14-jährige Jace von seinem Umfeld zu Höchstleistungen angestachelt wird, wirkt auf Außenstehende sicherlich befremdlich. Dabei ist die Welt des Leistungssports für Jugendliche auch hierzulande kein Zuckerschlecken. Wenn die Eltern nicht so fest dahinterstehen wie hier im Fall von Swagger, ist der Traum oft schon geplatzt. Wobei der Druck natürlich trotzdem kritisch betrachtet wrden muss; immerhin handelt es sich um Kinder, denen früh eingeredet wird, dass ihr ganzes Leben davon abhängt, wie fleißig sie in den nächsten Jahren trainieren. Und selbst, wenn sie alles geben, gibt es niemals eine Garantie. Sie setzen schon in jungen Jahren alles auf eine Karte...
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Mehr noch als andere Serien dieser Art will sich Swagger scheinbar genau dieser Dramatik widmen. Dabei führt die Serie noch ein paar andere junge Spieler ein, deren Weg nicht immer gleich verlaufen wird. Jace kann auf den ersten Blick erst mal unsympathisch erscheinen, weil sein Talent mit einer gewissen Überheblichkeit einhergeht. Andererseits kann man schnell verstehen, wieso der Junge in seiner Situation so denken würde. Zumal man ahnt, dass Ike genau die richtigen Impulse bringen kann, um den Rohdiamanten zu schleifen. Wobei seine Motivationsreden leider nicht so eloquent sind wie zum Beispiel die von Coach Eric Taylor (Kyle Chandler) aus Friday Night Lights.
Die Serie selbst hingegen könnte ein paar mehr Alleinstellungsmerkmale gut verkraften. Im Auftakt fiel mir persönlich nur der vorzügliche Soundtrack auf, mit dem Swagger vielleicht für Aufsehen sorgen kann. Gleichzeitig sind aber auch die Darbietungen sehr stark, was dazu führt, dass die Charaktere schon früh sehr greifbar sind. Ohne viel Zeit zu verschwenden, steigt der Showrunner Reggie Rock Bythewood direkt voll ein. Die Frage ist nur, ob die Zuschauer:innen ihm folgen wollen?
Wie ist es?
Alles in allem ein zwiespältiger Start für Swagger bei Apple TV+. Das Sportdrama bringt viele gute Elemente mit, sticht aber mit nichts richtig hervor. Das Ganze riecht stark nach einem Schattendasein bei dem Streamingservice, bei dem diejenigen, die zufällig über das Format stolpern, recht zufrieden damit sein werden, der Funke aber nie auf größere Mengen überspringt. Dass der zweifache NBA-Champion Kevin Durant als Produzent auf dem Etikett steht, spielt eigentlich keine Rolle. Vielleicht erkennen wenigstens seine Fans gewisse Facetten von ihrem Lieblingsspieler wieder.
Entscheidend wird für den Erfolg der Serie sicherlich auch sein, wie sehr das Sportliche im Zentrum stehen wird. Denn bislang geht es gefühlt mehr um das, was abseits des Spielfelds passiert. Beim Apple-Kollegen Ted Lasso funktioniert diese Formel ganz gut, aber dort sind ehrlich gesagt auch die Charaktere deutlich liebenswürdiger. Nach nur einer Folge ist schwer zu sagen, was aus Swagger werden wird. Mich hat der Serienstart leider nicht vollends gepackt.
Hier abschließend noch der Trailer zur Serie Swagger auf dem Streamingdienst Apple TV+: