Supernatural 8x16

Supernatural 8x16

In der Folge Remember the Titans der US-Serie Supernatural bekommen es die Winchesters mit der griechischen Götterwelt zu tun. Supernatural verabschiedet sich mit einer Einzelfolge in die dreiwöchige Pause.

Gruppenbild der Winchester-BrĂŒder mit Göttin - „Supernatural“ / (c) The CW
Gruppenbild der Winchester-BrĂŒder mit Göttin - „Supernatural“ / (c) The CW
© ruppenbild der Winchester-BrĂŒder mit Göttin - „Supernatural“ / (c) The CW

Was ist passiert?

Da Kevin (Osric Chau) noch keine weiteren Informationen zu den nĂ€chsten PrĂŒfungen hat, die Sam (Jared Padalecki) absolvieren muss, gibt es zunĂ€chst einen Zombie-Alarm bei den Winchesters: In Great Falls, Montana, ist der Ă€ußerst tote Shane (John Reardon) in die Schlagzeilen geraten. Den Naturgesetzen trotzend hat er sich vom Tatort davon gemacht und den Sheriff am Straßenrand stehen gelassen.

Dean (Jensen Ackles), der im Bunker schon drauf und dran war, aus Langeweile die WĂ€nde hoch zu gehen, freut sich ĂŒber den Fall. Die BrĂŒder geben sich wie ĂŒblich als FBI-Agenten aus und machen den „Zombie“ schnell ausfindig: Er wurde im nahe gelegenen Livingston von einem Grizzly-BĂ€ren zerfetzt aufgefunden und liegt dort bereits auf dem Obduktionstisch des Gerichtsmediziners. Fast sieht es so aus als wenn sich der Fall damit erledigt hĂ€tte. Doch dann heilen seine Wunden plötzlich und Shane erhebt sich erneut. Die Winchesters nehmen ihn kurzerhand mit, um herauszufinden, was vor sich geht.

Es stellt sich heraus, dass es sich bei Shane um den Titanen Prometheus handelt, der einst von Zeus (John Novak) bestraft wurde, weil er den Menschen das Geheimnis des Feuers brachte. Er wurde an einen Berg gekettet und dazu verdammt, jeden Tag aufs Neue zu sterben. Seine Leber wird dabei von einem Vogel (in der Sage ist es ein Adler) gefressen, wĂ€chst aber wieder nach fĂŒr den nĂ€chsten Tag. Prometheus' Verschwinden vom Berg ist Zeus nicht entgangen und so macht Zeus' Tochter Artemis (Anna Van Hooft) Jagd auf den WiedergĂ€nger. Als plötzlich noch Hayley (Brooke Langton) vor dem Motel auftaucht und ihren Sohn Oliver (Callum Seagram Airlie) prĂ€sentiert, der die merkwĂŒrdigen Eigenschaften seines Vater Shane/Prometheus vererbt bekommen hat, geht es zurĂŒck in den Bunker, um einen Weg zu finden, den Fluch wieder aufzuheben.

Nach ausgiebiger Recherche wird Zeus herbei beschworen und aufgefordert, zumindest dem Kind ein normales Leben zu verschaffen. Der gibt sich aber stur und möchte erst das Bannzeichen, auf dem er steht, gebrochen sehen. Hayley erfĂŒllt den Wunsch und es kommt prompt zum Kampf, wobei auch Artemis einen weiteren Auftritt hat. Sams Intuition ist es zu verdanken, dass die Göttertochter sich schließlich gegen ihren Vater Zeus stellt. Ihr tödlicher Pfeil trifft aber Prometheus, der das Geschoss an den hinter ihm stehenden Zeus weiter durchreicht. WĂ€hrend Zeus' Leiche verschwindet (ist er wirklich tot?), scheint der Fluch von Oliver entfernt worden zu sein. Aber Prometheus ist endgĂŒltig tot.

In der abschließenden Sequenz meint Sam, dass ihm bei oder nach den PrĂŒfungen vielleicht ein Ă€hnliches Schicksal wie Prometheus, Bobby, Rufus und den anderen bevor steht. Keiner hat sich den Tod ausgesucht, aber am Ende hat er sie alle getroffen. Dean will davon nichts hören, schickt aber ein Gebet an Castiel los. Ob der Engel die Worte gehört hat, bleibt offen.

Fall der Woche, mal wieder...

Die griechische Mythologie hat schon öfter einen Auftritt in Supernatural gehabt. Vor allem Chronos hat sich in Time after Time beim Rezensenten ins GedĂ€chtnis gebrannt. Und wenn es auch zunĂ€chst nach The Walking Dead trifft „Supernatural“ aussah (ein Zombie mit dem Namen „Shane“? WĂ€re ziemlich cool gewesen, wenn Jon Bernthal die Rolle hĂ€tte spielen können?) und leider nicht so umgesetzt wurde, so war die Sage um Prometheus fĂŒr einen Fall der Woche doch recht gut gewĂ€hlt.

Wenn es in einer Folge um Götter geht, wird wieder bewusst gemacht, dass es in Supernatural keineswegs nur um die christliche Mythologie geht. Hölle, Himmel, Fegefeuer und dergleichen werden dann wieder relativiert und der Fokus liegt - wie es bei Einzelfolgen generell ĂŒblich ist - außerhalb des gelegten Serienkerns. Und die Geschichte von Prometheus ist da eine willkommene Abwechslung. Wobei der Fall diesmal recht zĂ€h startet und die erste HĂ€lfte der Folge damit drauf geht, dass die Winchesters erst einmal heraus finden mĂŒssen, was ĂŒberhaupt vor sich geht. Anschließend gibt es aber genau das zu spĂŒren, was die Serie gerne macht: Einen Kampf gegen eine unrechte Strafe, in diesem Fall fĂŒr den kleinen Oliver. Und das Gute gewinnt (nicht ohne Opfer) am Ende.

Das hab' ich doch schon mal gehört...

Der Humor der Serie, der in letzter Zeit manchmal etwas zu wĂŒnschen ĂŒbrig ließ, Ă€ußert sich in dieser Folge anhand von kleinen Bemerkungen. Als Shane/Prometheus seine Amnesie verkĂŒndet, erwĂ€hnt Sam aufgrund von Prometheus' Widerstand gegen Artemis gleich „Jason Bourne“. Nach Artemis' Auftritt macht Dean eine Bemerkung in Richtung Xena: Warrior Princess. Es zieht sich durch die gesamte Folge, ob nun „Dawn of the Dead“, „real-life Kenny“, „Ocean Eleven“, „Ghostbusters“ oder „Clark Griswold“ - diese kleinen aber feinen Sticheleien der Autoren punkten bei jeder ErwĂ€hnung, was den eher durchschnittlichen Fall der Woche doch irgendwie aufwertet und amĂŒsant gestaltet.

Auch von der Sage um Prometheus wird der ein oder andere mal gehört haben und es ist - wie gesagt, fĂŒr eine Einzelfolge - recht treffend inszeniert. Ob Herakles/Herkules fĂŒr die Befreiung von Prometheus verantwortlich war (dazu gibt es auch eine Sage), wird nicht geklĂ€rt. DafĂŒr wird die Geschichte um den Charakter etwas weiter gesponnen und bekommt genau den Dreh, den die Serie schon mit anderen, frĂŒheren Geschichten absolvieren konnte.

Götter?

Ein kurzer Blick auf die bereits vorgekommenen Gottheiten zeigt, dass der Fall hier etwas anders liegt. Traten Gottheiten anderer Mythologien (oder auch der griechischen) bisher nur vereinzelt und am Rande auf, waren sie stets beinahe allmĂ€chtig und so gut wie unbesiegbar. Zeus wird hier einfach herbei beschworen, nicht zuletzt, weil die „Men of Letters“ die nötigen Informationen dafĂŒr hinterlassen haben. Das passt irgendwo, stuft den Begriff „Gott“ aber auch herab. Einen DĂ€mon kann man beschwören, wie schon oft gesehen. Aber einen „Gott“ oder gar den „Göttervater“ Zeus und dazu noch bannen mit einem Symbol auf dem Boden? Und dann gibt es noch eine Waffe, mit der man ihn (vielleicht) töten kann?

Der Fan hĂ€tte sich hier bestimmt ein anderes GesprĂ€ch mit Zeus erhofft. So in der Richtung: „Ähm, o.k., Du bist Zeus. Sag' mal, hast Du zufĂ€llig eine Ahnung, wo Jehovah sich gerade aufhĂ€lt? Der hat sich ziemlich rar gemacht und nur so'n paar Schrifttafeln hinterlassen, deren Übersetzung nicht so einfach ist. Falls Du da was weißt, wĂ€re jede Hilfe willkommen. Du kannst auch gerne den Jungen und seinen Vater haben, wenn Du uns in der Sache weiter hilfst.“ (Hier bitte einen böse grinsenden Smiley vorstellen.)

Die Winchesters

Auch hier gibt es wieder einen Rahmen, in den das Abenteuer eingebettet wird. Sam versteckt seine Blutungen im Mundbereich weiterhin vor Dean. Doch der ahnt bereits, dass mit Sam etwas nicht stimmt und will ihn auf keinen Fall im Auftrag des Ziels - Verschluss der Höllentore - geopfert sehen. Aus dieser Ahnung, die er von Sam quasi bestĂ€tigt bekommt, lĂ€sst er sein Stoßgebet an Castiel los und der Zuschauer kann sich zu Recht fragen, weshalb der Engel nicht antwortet. Gerade Dean hat eine gute Verbindung zu Castiel (in Fankreisen wird das Team auch gerne „Destiel“ genannt) und daher erwartet man eigentlich, dass der Engel eine Antwort gibt. Aber die bleibt aus.

Da bleibt den Winchesters nichts anders ĂŒbrig als auf das nĂ€chste Abenteuer zu warten. Ende MĂ€rz (am 20.) geht es weiter, gut sechs Folgen stehen fĂŒr diese Staffel noch aus. Da heißt es Daumen drĂŒcken fĂŒr die Staffelhandlung.

Fazit: Eine Durchschnittsfolge, die durch die Blume etwas mehr Spaß bietet als die ĂŒblichen FĂ€lle der Woche. Anhand der bevorstehenden Pause vielleicht enttĂ€uschend, aber im Serienrahmen durchaus gelungen. 3,5 von 5 Sternen.

Verfasser: Christian SchÀfer am Freitag, 1. MÀrz 2013
Episode
Staffel 8, Episode 16
(Supernatural 8x16)
Deutscher Titel der Episode
RĂŒckkehr der Titanen
Titel der Episode im Original
Remember the Titans
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 27. Februar 2013 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 7. November 2013
Autor
Daniel Loflin
Regisseur
Steve Boyum

Schauspieler in der Episode Supernatural 8x16

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