Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 8x02

Was ist passiert?
Sam (Jared Padalecki), Dean (Jensen Ackles) und Kevin (Osric Chau) wollen die Tore zur Hölle für immer verschließen. Doch bevor sie sich auf diese Mission machen, überredet Kevin die beiden Brüder, zuerst seine Mutter (Lauren Tom) aufzusuchen, die er seit einem Jahr nicht mehr gesehen hat und die selbstredend von Dämonen bewacht wird - Crowley (Mark Sheppard) möchte schließlich seinen entflohenen Propheten zurück bekommen.
Einige Dämonenkills später besteht die Gruppe aus vier Leuten - Mrs. Tran besteht darauf, Kevin zu begleiten, vor allem nachdem sie über die Situation aufgeklärt wurde. Die Beschaffung der Schrifttafel, auf der das Ritual beschrieben steht, erweist sich aber schwerer als gedacht, denn das Schließfach, in dem Kevin die Tafel verstaut hatte, wurde ausgeraubt. Die Spur führt die vier schließlich zu einer Auktion des Gottes Pluto, wo auch Crowley als Mitbieter auftaucht. Um die Tafel zu ersteigern, bedarf es allerdings mehr als nur Geld oder eines gebrauchten Impalas. Ein paar Tonnen Zwergengold oder fünf Achtel einer Jungfrau müssen es schon sein, ganz zu schweigen davon, dass Crowley sogar den Mond und eine Unmenge an Seelen für die Tafel zu bieten bereit ist. Um die Lage noch aussichtsloser zu machen, gehört dem Höchstbieter nicht nur die Tafel, sondern der Prophet Kevin mit dazu - was wohl nicht auf seiner Einladung stand.
Mrs. Tran bietet schließlich aus Verzweiflung die eigene Seele für ihren Sohn und die Schrifttafel, wovon Pluto beeindruckt ist - für ihn zählt nicht die Anzahl der Seelen, sondern die Motivation, aus der sie aufgegeben wurde. Aber der King of Hell gibt sich keineswegs geschlagen. Es gelingt ihm, von Mrs. Tran Besitz zu ergreifen, und es kommt zum Kampf. Am Ende kann Crowley mit der Schrifttafel entkommen, Pluto und seine „Angestellten“ wurden vernichtet und Sam darf sich jetzt Eigentümer von Thors Hammer nennen. Mrs. Tran überlebt zwar, bleibt allerdings apathisch zurück, nachdem Crowley ihren Körper wieder verlassen hat. Kevin, der gesehen hat, wie Dean kurz davor war, seine Mutter beziehungsweise den darin befindlichen Crowley zu töten, macht sich mit seiner Mutter davon und lässt die Brüder alleine zurück.
In der Folge gibt es zudem einige Rückblicke zu Deans Zeit im Fegefeuer. Es gelang ihm zusammen mit Benny (Ty Olsson), seinen Kumpel und Engel Castiel (Misha Collins) ausfindig zu machen, der Dean dort verlassen hat, um die Leviathane abzulenken. In der letzten Szene, passend zu den Worten von Dean „People I don't need anymore, they end up dead“, sehen wir einen geradezu panischen Castiel, der Deans Hand nicht mehr halten kann und offenbar im Fegefeuer zurückgelassen wurde.
What's Up, Tiger Mommy?
Mrs. Tran ist eine großartige Bereicherung des Teams. Nicht nur, dass sie sich auf der Suche nach der Schrifttafel als besonders wertvoll erweist und auch etwas „Badass“ daher kommt (köstlich: die Szene im Tattoo-Laden, als Kevin und sie das „keep the demons out“-Tattoo bekommen), sie kann auch die Auktion mit ihrer Hingabe für Kevin gewinnen. Es wäre jedenfalls sehr schade, wenn sie ihren apathischen Zustand beibehält oder gar nicht mehr auftauchen würde. Interessant war Crowleys Bemerkung in Bezug auf Kevins Vater, was hoffentlich noch mal aufgegriffen wird. Und hey, wäre Tiger Mommy nicht eine tolle Partnerin für Bobby (Jim Beaver), sofern der zurückkommen sollte?
Deans Dämonen
Für Dean wecken die Ereignisse in dieser Folge viele Erinnerungen an seinen Aufenthalt im Fegefeuer, die passend immer dann aufgezeigt werden, wenn die Handlung Parallelen zur dortigen Situation aufweist. Das letzte Jahr hat jedenfalls seine Spuren bei Dean hinterlassen und lässt die Zeit, die er damals in der Hölle verbracht hat, wie einen Spaziergang aussehen.
Als die beiden Brüder den Dieb ausfindig machen und Dean ihn mit seiner Krawatte und dem Messer bearbeitet, fehlte nicht viel und er hätte zugestoßen. Gleiches gilt für die von Crowley besessene Mrs. Tran, was der Grund für Kevins Aufbruch war. Das Zögern zeigt allerdings, dass Dean trotz allem noch kein rücksichtsloser Jäger geworden ist und auch bereut, Castiel nicht zusammen mit Benny aus dem Fegefeuer befreit zu haben.
The King of Hell
Crowley erfährt in dieser Folge den Plan der Winchester-Brüder, als er von Kevins Mutter Besitz ergreift. Da er ohnehin momentan der Hauptgegner sein dürfte (gibt ja sonst niemanden, Dick ist gelutscht und ein neuer Missetäter wurde bislang nicht vorstellig), darf man hoffen, dass ihm noch viele weitere Auftritte beschert sind. Die Bieterei um die Schrifttafel war jedenfalls köstlich, und auch wie er danach noch die Tafel entwenden konnte, war typisch Crowley.
Dass Kevin jetzt alleine unterwegs ist, dürfte Crowley in die Karten spielen und macht die Sache um einiges interessanter. Aber es gab auch von den Engeln einen Vermittler in dieser Folge, dessen Angebot Mrs. Tran ausgeschlagen hat. Kein Wunder, denn die Engel haben sich nicht gerade als gute Beschützer von Kevin erwiesen. Allerdings war das zur Zeit der Leviathane, die einen Engel schon mal gerne zum Frühstück verspeisen. Jetzt gilt es wieder, die Dämonen zu bekämpfen, und da könnten die geflügelten Freunde sich noch als nützlich erweisen. Bedeutend war daher auch die Nachfrage von Alfie nach Castiel. Aber inwiefern die Engel eine Rolle spielen werden, bleibt in dieser Folge noch offen.
Pluto ist kein Planet (mehr)
Ob nun kurios oder bizarr - die Auktion des Gottes Pluto traf genau in die Humorschiene, die man von Supernatural gewohnt ist. Das Opening der Folge um den mysteriösen alten Mann, der bereits einen Fingerknochen eines Frostgiganten (Frost-Giant) in seinem Besitz hatte und sich kurzerhand auch die fünf Achtel einer Jungfrau besorgen konnte, wirft Thors Hammer ins Spiel. Und die Waffe hat durchaus Wirkung, als Sam sie im Kampf schwingen darf. Ob das nun ein kurzer Wink Richtung Comic-Verfilmungen sein soll oder ob der Hammer auch in kommenden Folgen als Waffe dabei bleibt, sei mal dahingestellt.
Etwas verwunderlich war hingegen der Pflock durchs Herz, der Pluto den Garaus macht - tötet man einen Gott (auch wenn es nur ein kleiner ist) jetzt wie einen Vampir? Und weshalb war Plutos rechte Hand so bestechlich? Wenn man etwas an dieser Folge kritisieren möchte, ist es jedenfalls der „einfache Kampf“ gegen die Veranstalter der Auktion, die viel besser hätte abgesichert sein müssen - auch wenn sie nur als Schauplatz für die Auseinandersetzung von Crowley mit den Winchesters dient.
Castiel
Am Ende von Survival of the Fittest hat man sich als Zuschauer gefragt, weshalb der Engel auf einmal verschwunden war und Dean alleine im Fegefeuer zurück ließ. Die Antwort gab es nun, denn Dick und Konsorten haben scheinbar mitbekommen, dass es auch Engelsblut im Fegefeuer gibt. Um von Dean abzulenken, musste Castiel sich von ihm trennen. Es bleibt aber weiterhin offen, wie die Flucht aus dem Fegefeuer angegangen und unter welchen Umständen Castiel zurückgelassen wurde. Hat Dean wirklich alles unternommen, was in seiner Macht stand, um Castiel zu retten oder hat er am Ende nur die eigene Haut gerettet, weil es gerade möglich war?
Dass die Engel und auch Castiel noch eine Rolle in dieser Staffel spielen werden, liegt auf jeden Fall auf der Hand. Mal schauen, was die nächsten Folgen uns da noch offenbaren werden.
Fazit: Yeah, so macht Supernatural Spaß! Genau die richtige Mischung für eine sehr gute Folge, und quasi frei von Schwachstellen. Es bleibt zwar abzuwarten, wie die Brüder nun wieder alleine weitermachen, aber die Weichenstellung hat grandios funktioniert. 4,5 von 5 Sternen von mir.
Verfasser: Christian Schäfer am Freitag, 12. Oktober 2012(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 8x02)
Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 8x02
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