Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 5x16

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 5x16

Himmel und Hölle sind die Orte für die die Winchester-Brüder eine Art Monatskarte besitzen. Die Frage ist, wann sie abläuft? Serienjunkies.de-Redakteur Vladislav Tinchev schrieb die folgende Seiten für euch, während er in Hamburgs Planten un Blomen auf ein Zeichen von Gott wartete.

Joshua überbringt Gottes Nachricht: Back Off! / © 2010 CW
Joshua überbringt Gottes Nachricht: Back Off! / © 2010 CW

Können die Winchester-Brüder ihren Weg zum Heldentum finden und die Welt retten, nachdem mehr oder weniger jeder die beiden im Stich lässt, kein Interesse an dem Ganzen hat oder einfach stirbt? Apropos Sterben: Dean (Jensen Ackles) und Sam Winchester (Jared Padalecki) sind tot! Und es ist kein Traum. Die beiden werden in ihrem Hotelzimmer von zwei Hunter-Morons erschossen. So eine Art Dank ihrer Mitmenschen für den Versuch die Welt zu retten. Obwohl kommt dieser Dank nicht mit Recht?

Haben denn nicht die Winchester-Brüder bei ihrem Versuch alle zu retten überhaupt die Sache so weit gebracht, dass sie alle retten müssen? Damit ist eine fundamentale Frage innerhalb der Supernatural-Mythologie gestellt - Entspringt nicht die Wahrheit, das tatsächliche Zustandekommen der Ereignisse, nicht einem Verkennen (dieser Wahrheit)? Was ist damit gemeint? Um das zu illustrieren, kann man die Geschichte vom Treffen in Samara benutzen:

Der Diener eines reichen Kaufmanns aus Bagdad stößt auf dem Markt mit dem Tod zusammen, der ihn böse anzublicken scheint: erschrocken kehrt er nach Hause zurück und erzählt seinem Herren: „Der Tod verfolgt mich, in der Nacht will er mich holen; leihe mir, o Herr, dein Pferd, ich will Tag und Nacht reiten und morgen in Samara sein. Dort wird mich der Tod gewiss nicht finden.“ Der Herr leiht ihm also sein Pferd und geht dann selbst zum Markt. Dort sucht er den Tod auf und spricht ihn an: „Warum hast du meinen Diener so böse angeschaut?“ Der Tod aber antwortet ihm: „Es muss sich wohl um ein Missverständnis handeln, dein Diener hat meinen Blick ganz falsch gedeutet: keineswegs wollte ich ihm drohen, ich war nur verwundert, ihn hier zu sehen, da ich doch morgen mit ihm in Samara verabredet bin!

Die Entscheidungen, die in Supernatural von den Figuren getroffen werden, sind ganz persönliche und nicht von einer fundamentalen Erkenntnis oder fundamentaler Wahrheit hervorgerufen beziehungsweise die Figuren nehmen an, dass es so ist, aber was ist, wenn ihre Interpretation falsch war? Wenn ausgerechnet ihre Annahme von der Wahrheit letztendlich diese erst konstruiert hat? Haben die Winchester-Brüder nicht diesen Zustand hervorgerufen, durch das eigene Tun, in dem sich die Welt befindet? Es geht um den eigenen Blick auf die Welt und unterschiedliche Ereignisse, um die eigene Reaktion darauf, ausgelöst von der subjektiven Annahme, was die Welt von einem erwartet.

In dieser fünften Staffel haben wir gelernt, dass man vielleicht Erwartungen zu erfüllen versucht, die gar nicht da waren, aber durch den eigenen Versuch erst kreiert wurden. Denn was ist mit der einzigen möglichen objektiven Instanz, die die Wahrheit aussprechen kann, mit Gott? Er ist nicht da. Haben ihn seine Kreationen in eine Lage gebracht, die schlicht nicht zulässt das Richtige zu tun? Da diese Lage durch das Verkennen der Wahrheit seiner Worte, durch eine subjektive Annahme zustande kam. Und eins der besten Sachen an Supernatural ist, dass die Position sowohl von Guten als auch von Bösen (falls die Unterscheidung so gemacht werden kann) oft absolut nachvollziehbar ist. Es kommt letztendlich auf die eigene Vorstellung vom gewissen Sachverhalt an. Damit bekommt die oft von Kripke angesprochene Opposition "Freier Wille vs. Schicksal" eine interessante Zusatzkomponente!

Und in Dark Side of the Moon erfahren wir, dass der Himmel für die Menschen ihre eigene Vorstellung davon ist, ihre eigene Konstruktion. Die beiden Brüder erfahren das Paradies als eine Verkettung von Zeiten und Orten ihrer schönsten Erinnerungen. Für Dean sind das innige Momente mit seiner Mutter und seinem kleinen Bruder. Für Sam sind es die Momente ohne die Familie. Und hier wird nach langer Pause wieder einmal der Konflikt zwischen den beiden aufgegriffen und wir sehen, dass Dean trotz allen Versöhnungen Sam immer noch nicht sein Weglaufen verzeihen kann. Genauso wenig kann Zachariah (Kurt Fuller) den beiden Brüdern verzeihen, dass sie ihn zur Lachnummer des Himmels gemacht haben: It's personal!

Aber Dean und Sam bekommen unerwartete Hilfe von einem Mix aus Superman und mexikanischem Wrestler. Es ist Ash (Chad Lindberg)! Und Zuflucht findet man in dem Roadhouse! Ich hab in diesem Moment erwartet, dass Ellen (Samantha Ferris) und Jo (Alona Tal) auch dort auftauchen, aber stattdessen bekommen wir Pamela (Traci Dinwiddie) zu sehen, die genauso wie Ash (awesome - „I'm cool with it!“) den Brüdern verzeihen kann, dass sie wegen der beiden getötet wurde. Sie genießt ihr Paradies. Wie Ash schnell erklärt, ist das Paradies kein Ort, sondern eine Anhäufung von Orten. Jeder bekommt seinen eigenen und mit wenigen Ausnahmen (Ash) kann man ihn nicht verlassen. Also eine ziemlich einsame Angelegenheit, genauso wie auf der Erde. Ashs Zusammenfassung: „Like Disneyland, but without all of that Anti-Semitism.

Oh, und Ash hat einen Engel-Scanner gebaut, mit dem er die Engelkommunikation (ein mehrstimmiges Flüstern, wie das im Vorspann beziehungsweise Titelbild) überwacht. Das Zentrum dieser individuellen Paradiese ist der Garten Eden, wo die Brüder den Gärtner, den Engel Joshua, unbedingt treffen müssen. Das sind Castiels (Misha Collins) Anweisungen, der die Brüder einmal aus dem Impala-Radio und dann aus einem Fernseher kontaktiert. Wie wir uns erinnern - er darf nicht mehr ins Paradies. Dafür darf Gott wo er hin will.

Und wie Joshua, der Dean und Sam aus Zachs Fingern befreit, mitten in so eine Art botanischem Garten (vermutlich die Winchesters Vorstellung vom Garten Eden) erklärt, befindet sich Gott tatsächlich auf der Erde und will in Ruhe gelassen werden. Seine Nachricht: „Back off.“ Alles sei nicht sein Problem. Schnitt und die Brüder befinden sich wieder am Leben und in ihrem Hotelzimmer. Ratlosigkeit gewinnt die Oberhand. Die beiden Figuren mit Daddy-Issues - Dean und Cas - sind desillusioniert und resigniert.

Was macht Gott auf der Erde? Ist er allein? Interessant wäre zu erfahren, wo er sich aufhält? Macht er das grundlos? Schwer zu glauben! Warum mag er die Winchester-Brüder so sehr, dass er sie so oft auferstehen lässt? Ist alles ein Test wie die ganze Garten-Metaphorik es vermuten lässt? Genauso wie Joshua ist auch Gott eine Art Gärtner und sein Garten die Erde. Und einen Garten soll man pflegen! Was ist wenn man zu müde dafür ist? Soll man das Unkraut zusammen mit den anderen Pflanzen verbrennen, wenn man zu müde ist um zu trennen? Oder zuschauen, ob sich die Pflanzen gegen das Unkraut durchsetzen können? Kann man überhaupt so genau zwischen Pflanzen und Unkraut unterscheiden? Gespannt auf die nächsten Episoden! Wirklich gespannt! Und Gott ... wenn du wirklich keinen Plan hast, I'm not cool with it!

Verfasser: Vladislav Tinchev am Sonntag, 4. April 2010
Episode
Staffel 5, Episode 16
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 5x16)
Deutscher Titel der Episode
Sonnenfinsternis
Titel der Episode im Original
Dark Side of the Moon
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 1. April 2010 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 21. Februar 2011
Autoren
Andrew Dabb, Daniel Loflin, Stephanie Dicker, Cacey Riggan
Regisseur
Jeff Woolnough

Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 5x16

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?