Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x20

© upernatural (c) The CW
Carry On
Mit Carry On endet also die Serie Supernatural und ich bin mir sehr sicher, dass diese letzte Folge nicht jedem Fan der Reihe gefallen wird. Dabei ist sie in meinen Augen ein Ende, was kaum perfekter sein könnte. Hätte ich mehrere, abschließende Gastauftritte erwartet und wäre das Ende anders ausgefallen, wenn die Dreharbeiten nicht durch die Pandemie erschwert gewesen wären? Vermutlich. Aber der Kern der Serie sind schon immer Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) gewesen und jetzt, wo Castiel (Misha Collins) und Jack (Alexander Calvert) fort sind, ist es nur richtig, wenn die letzte Folge sich ausschließlich auf unsere Brüder konzentriert und uns einen emotionalen Abschied beschert. Meine Augen sind noch immer leicht gerötet.
Ausschließlich Sam und Dean? Halt, nein, es gibt ein Wiedersehen mit Bobby (Jim Beaver) und einen Kurzauftritt von Jenny (Christine Chatelain) aus Dead Man's Blood (1x20). Derweil teilt sich die Episode in drei Abschnitte auf, die uns zunächst zeigen, wie Sam und Dean nach Inherit the Earth weitermachen, um anschließend mit Deans Tod bei einem Standardfall zu schockieren und uns schließlich Sams weiteren Werdegang und das Happy End im neuen (besseren) Himmel zeigen. Hangeln wir uns also an diesen Abschnitten entlang.
Ordinary Life
Die Episode beginnt mit dem Alltag unserer Brüder, nachdem Cas und Jack fort sind. Das Motto lautet weiterhin saving people, hunting things, allerdings findet sich so schnell kein neuer Fall. Stattdessen geht es zu einem „Pie Festival“, welches Dean fast die Tränen in die Augen treibt, während Sam noch immer den Verlust der anderen Familienmitglieder beklagt. Mit Miracle gibt es nun allerdings ein Haustier im Bunker und die Stimmung ist generell gut, so dass auch Platz für den einen oder anderen amüsanten Moment bleibt.
Was sich in diesen anfänglichen Szenen derweil andeutet, soll sich im weiteren Verlauf der Folge bestätigen. Es geht back to the roots und die Winchesters sind auf sich alleingestellt, was bereits stark an die erste Staffel erinnert. Mit dem neuen Fall zeichnet sich schließlich ein Abenteuer ab (eine Familie mit zwei Söhnen als Opfer dürfte kaum Zufall sein), was auf den ersten Blick gewöhnlich wirkt. John Winchesters (Jeffrey Dean Morgan) Journal wird reaktiviert, Sam und Dean geben sich als FBI-Agenten (Singer und Kripke, schöner Wink) aus und der Kurzauftritt von Jenny verdeutlicht ebenfalls ein klassisches Abenteuer. Selbst die Kampfchoreografien wirken vertraut und erinnern an die guten alten Zeiten, bis schließlich der Schockmoment kommt.
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It's okay
Ob Deans Tod wirklich für jeden Zuschauer okay ist? Mein erster Gedanke ging in eine andere Richtung, schließlich habe ich immer auf ein Happy End für beide Brüder gehofft und nachdem jetzt nur ein paar Wochen oder Monate seit der Handlung in Inherit the Earth innerhalb der Serie vergangen sind, kommt Deans Ende ein bisschen zu plötzlich daher. Auch fällt es schwer, die Endgültigkeit seines Todes zu akzeptieren, eben weil wir innerhalb der 15 Jahre so viele Möglichkeiten zur Rückkehr von Haupt- und Nebenfiguren gesehen haben. Man denke nur an Rowena (Ruth Connell) und ihre Präventivmaßnahmen.
Doch der zweite Gedanke folgte sogleich und macht Deans Tod während dieser Mission zu einem unausweichlichen Schicksalsschlag, der so oder ähnlich früher oder später eintreten musste. „Going out swinging“ wurde schon öfter von Dean thematisiert, für den ein Leben abseits der Jagd nie in Frage kam. Er mag es kurzzeitig mal probiert haben (zu Beginn der sechsten Staffel), aber das Familiengeschäft hat ihn damals schnell wieder eingeholt.
Kudos übrigens an Ackles und Padalecki für die Todsszene. Und nein, ich beschwere mich nicht über die Länge. Diese langen, qualvollen Minuten waren nötig, um die Emotionen wirken und die ersten Tränen rollen zu lassen - bis hin zu Sams Worten, die die Überschrift dieses Abschnitts bilden. Und diese Szenen sollen auch für einige Zeit noch nachhallen, wenn Dean sein Jägerbegräbnis erhält und Sam allein durch den Bunker streift.
Wird er ohne Dean weitermachen, kann er das überhaupt? Ich interpretiere den Moment, als er scheinbar nach Austin zu einem neuen Fall aufbrechen will und im Bunker das Licht ausmacht eher so, dass er dort Abschied vom Jägerleben nimmt und den Weg einschlägt, den wir anschließend zu sehen bekommen.
Happy End
Im letzten Abschnitt bekommen wir schließlich aufgezeigt, wie es für Sam bis zu seinem Tod im hohen Alter weiterging. Schade, dass Eileen (Shoshannah Stern) dort nicht an seiner Seite ist - ihre Abwesenheit ist der einzige Punkt, für den ich ein paar Abzüge geben würde (außerdem vielleicht noch für die schlechte Perücke, die Padalecki verpasst wird). Ansonsten passt es aber zu Sam, dass er eine Familie gründet und ohne Dean nicht weiterjagt. Sein Sohn (Spencer Borgeson) mag später ein bestimmtes Tattoo in die Kamera halten, aber da würde ich eine bloße Schutzfunktion vermuten.
Wenn dann Carry On Wayward Son ein letztes Mal ertönt, fließen erneut die Tränen. Zu dem Zeitpunkt ist allerdings schon klar, was Sam nach seinem Tod erwartet. Denn zuvor fand Dean sich im Himmel wieder, wo Bobby (die langjährige Vaterfigur der Winchesters) bereits auf ihn wartet und erläutern darf, dass die Büroräume von einst abgerissen wurden. Jack und Castiel (der nicht mehr in der Leere verweilt) haben ordentlich renoviert und den Himmel jetzt zu einem Ort gemacht, der sich wahrlich als Himmel bezeichnen lässt.
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Es ist einfach schön zu sehen, wie Dean seine Spritztour mit Baby unternimmt. Es ist gut zu wissen, dass John und Mary (Samantha Smith) ebenfalls da oben warten. Und wenn Sam schließlich auf der Matte steht, kann man sich kein besseres Ende vorstellen. Wie heißt es noch im Lied: „There'll be peace, when you're done.“ Und diesen Frieden haben sich unsere Brüder nach 15 Jahren wahrlich verdient.
Fazit
Ich bin sehr zufrieden mit diesem Ende und könnte mir kaum ein besseres vorstellen. Vielleicht hätte es ohne die Pandemie etwas anders ausgesehen mit ein paar Gastauftritten mehr aufgewartet und klar, ein bisschen was bemängeln ließe sich wohl immer. Wäre es eine normale Episode, hätte ich 4,5 von 5 Sternen vergeben. Hier runde ich aber auf die volle Punktzahl auf, denn einen so gelungenen, stimmigen Abschluss einer Serie, die sich über anderthalb Jahrzehnte erstreckt hat, lässt sich nicht einfach aus der Hand schütteln. Da steckt jede Menge Herz und Seele in der Episode und daher vergebe ich fünf von fünf Sternen. Und ihr?
Nachwort des Autors
Die Reise von Sam und Dean ist beendet. Oder nicht? Ganz egal, ob es in ein paar Jahren ein Revival gibt (halte ich nicht für unmöglich) oder ob die Winchesters nun für immer von den Mattscheiben verschwinden werden: ich möchte mich an dieser Stelle bedanken. Supernatural wurde mir damals von meiner Schwester empfohlen (zu dem Zeitpunkt lief die dritte oder vierte Staffel gerade), von daher geht das erste Dankeschön an sie - denn ohne den Tipp wäre die Serie vermutlich an mir vorbeigegangen.
Hier bei den Serienjunkies konnte ich anschließend die wöchentlichen Reviews von Vladislav Tinchev verfolgen und kommentieren, die aber gegen Ende der siebten Staffel ausblieben. Also habe ich mich ab Folge 7x19 (Of Grave Importance) mal daran versucht, ein eigenes Review zu schreiben und es im „Community-Bereich“ gepostet. Kurz darauf kam eine Anfrage von Adam, ob der Text auch auf der Hauptseite erscheinen dürfte. Das war quasi der Startschuss für meine wöchentlichen Reviews hier und deshalb geht auch das zweite, sehr große Dankeschön an Adam und die Redaktion von Serienjunkies.de - denn ohne diese Ermunterung wären die Reviews vermutlich nur von kurzer Dauer gewesen.
Ein weiteres Dankeschön geht natürlich an Cast und Crew der Serie. Was für eine Reise und danke, dass ihr so lange durchgehalten und uns immer wieder mit neuen Abenteuern versorgt habt. Ich hätte die Serie auch für weitere fünfzehn Jahre verfolgt, aber irgendwann kommt man halt immer an einem Ende an. Danke für 15 Jahre Supernatural!
Last but not least oder auch: das Beste kommt zum Schluss. Ohne die regelmäßigen Kommentare hier, ob nun kritisch oder zustimmend, hätte mir die ganze Sache sicher weniger Freude bereitet. Der Austausch über unser aller liebstes Hobby während dieser mehr als acht Jahre hat mir jedenfalls sehr viel Spaß gemacht und eure Einblicke sind und waren stets eine Bereicherung für mich. Vielen Dank dafür! Bleibt noch zu sagen: „Carry on!“
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Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 21. November 2020Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x20 Trailer
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x20)
Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x20
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