Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x17

© zene aus der Episode „Game Night“ (c) The CW
Castiel
Castiel (Misha Collins) trifft sich mit Anael (Danneel Ackles) - auch bekannt als Schwester Jo - um einen Weg zu finden, Gott zu kontaktieren. Denn was die Wiederherstellung einer Seele betrifft, ist dies einzig und allein dem Schöpfer möglich. Die Spurensuche führt zu Methusaleh (Nathan Kay), der Joshua - dem Engel mit dem persönlichsten Draht zu Gott - einst Unterschlupf nach dem Fall der Engel gab und schließlich zu einer Halskette, die uns sehr bekannt vorkommt.
Castiels Versuch, Gott zu kontaktieren, ist vorerst zum Scheitern verurteilt. Jacks (Alexander Calvert) Seelenproblem durch einen Auftritt von Chuck (Rob Benedict) zu lösen, wäre natürlich eine Möglichkeit. Aber ehe diese (falls überhaupt) zum Einsatz kommt, muss erst noch mehr passieren und ich würde mal vermuten, dass der Nephilim im Fall der Fälle selbst die Aufmerksamkeit des Schöpfers erlangen wird. Schon allein wegen seiner Mächtigkeit und weil es - ähnlich wie damals bei Amara - niemanden sonst gibt, der ihn aufhalten könnte (oder übersehe ich was?).
Was uns die Nebenhandlung unmissverständlich enthüllt, ist Jacks aufgebrauchte Seele. Da ist nichts mehr übrig, was Cas vermutlich schon vorher gedämmert hat, aber eben erst jetzt durchsickert, nachdem er sich mit Anael über den Nephilim austauschen konnte. Schwester Jo hat mir übrigens verdammt gut gefallen, weil sie eine schöne Charakterisierung erhält. Sie ist mit ihren Wundern eben nicht nur auf Geld aus, sondern hält es für ihre Bestimmung, anderen zu helfen und positiv in das Leben von Menschen einzugreifen. Ein angenehmer Wandel, den die Figur da vollzieht. Ferner sind die Dialoge mit Cas zum Thema „am Ende sind wir alle allein" gut eingebaut, mitsamt seiner abschließenden Worte „we still have each other“.
Was mir allerdings Bauchschmerzen bereitet, ist die Geheimhaltung seitens Castiel, was seine aktuelle Mission angeht. Er hat weder Sam (Jared Padalecki) noch Dean (Jensen Ackles) in sein Vorhaben eingeweiht, geschweige denn davor gewarnt, dass Jacks Seele womöglich futsch ist (Stichwort: Schlange). Mit Blick auf das Episodenende (und die Vorschau auf die nächste Folge) können sich daraus nur negative Konsequenzen für unseren Engel ergeben. Er mag es gut gemeint haben und wollte die Winchesters sicher nicht beunruhigen. Aber sollte Mary (Samantha Smith) nun von Jack „entfernt" worden sein, wird mindestens Dean Castiel nie verzeihen, dass er keinen warnenden Hinweis hinterlassen hat.

Game Night
Liebend gerne hätte ich gesehen, wie Sam, Dean, Mary und Jack am Ende zusammensitzen und einen vergnüglichen Spieleabend veranstalten. Stattdessen werden sie zu Spielfiguren in Nicks (Mark Pellegrino) Vorhaben, Lucifer aus der Leere zurückzuholen. Ein Plan, der sich aus Zuschauersicht vorhersehen ließ, aber trotzdem nicht ganz offensichtlich ist.
Donatello (Keith Szarabajka) ist Nicks erstes Opfer und spielt den Lockvogel für die Winchesters. Angeblich wurde der Prophet vergiftet und hat nicht mehr lange zu leben, womit es gilt, ihn möglichst schnell zu finden. Nick wartet derweil in Donatellos Wohnung und begibt sich bereitwillig in die Hände von Dean und Mary, was nicht nur uns Zuschauer stutzig machen sollte. Hier zeichnet sich bereits ein größer angelegter Plan ab und auch, dass der Prophet in althebräisch die Bibel zitiert, sollte Sam und die anderen nachdenklich stimmen. Denn welches Gift bewirkt schon sowas? Wobei, okay, Donatello ist der Prophet Gottes. Der könnte bei Vergiftung vielleicht als Nebenwirkung tatsächlich eine andere Sprache sprechen.
Nächstes Indiz, dass hier mehr im Busch ist, stellt Nicks Forderung nach einem Treffen mit Jack dar. Dass die Winchesters sich darauf einlassen, ohne zumindest den Raum zu überwachen oder sonstige Observierungsmethoden zu nutzen, ist schon grob fahrlässig. Da hätten sie nämlich auch gut schon einen Hinweis auf Jacks veränderten Zustand bekommen können.
Aber hätte, hätte, Fahrradkette. Nicks Plan ist schon gut durchdacht. Das einzige Risiko, welches er eingeht, stellt ein unverhofftes Ableben dar - sei es durch einen zornigen Sam oder einen provozierten Jack. Pellegrino ist übrigens wieder voll in seinem Element, was bei jedem Dialog sichtbar wird. Sollte es sein letzter Auftritt als Nick gewesen sein, wird er mir fehlen. Aber irgendwas sagt mir, dass das Thema noch nicht ganz durch ist.
Jack
Nach den jüngsten Ereignissen können wir uns wohl recht sicher sein, dass Jack a) keine Seele mehr besitzt und b) die Folgen davon unseren Nephilim zum Bösewicht werden lassen. Die Krux bei alledem ist, dass Jacks Handlungen keineswegs von niederen Instinkten geprägt sind. Er will das Richtige machen, er möchte Gutes vollbringen und er fragt Mary sogar um Erlaubnis, bevor er seine Fähigkeiten einsetzt. Das Dilemma ist halt, dass sein innerer Kompass nun fehlt und er nicht mehr in der Lage ist, aufzuhören, wenn er aufhören sollte. Das wurde bereits in Don't Go in the Woods gezeigt, als er den Engelstöter nicht niederlegt.
Mir persönlich gefällt diese Entwicklung überhaupt nicht. Jack ist ein signifikanter Teil der Winchester-Familie geworden und ich hoffe inständig, dass er nicht von seiner Familie aufgegeben wird. Je nachdem, was Mary am Ende passiert ist, besteht vielleicht noch eine Option auf Rettung. Ich wünsche mir jedenfalls, dass Sam und Dean und Cas alle Hebel in Bewegung setzen, um das Seelenproblem zu lösen. Wäre ja auch nicht das erste Mal, dass ein Familienmitglied auf falschen Pfaden unterwegs ist. Beide Winchester-Brüder waren des Öfteren auf Abwegen unterwegs, genau wie Cas damals, lang, lang ist es her. Hier muss einfach - egal, wie es um Mary bestellt ist - noch eine gute Auflösung erfolgen.

Sonstige Gedanken
Dass Nick bei den Engeln Verbündete findet, überrascht doch sehr. Die Anzahl des himmlischen Geflügels lässt sich bekanntlich an zwei Händen abzählen. Weshalb sollte ihn da irgendjemand unterstützen? Die können es sich doch gar nicht leisten, irgendwelche Risiken einzugehen. Sonst geht da oben das Licht aus. Unterstützung von unten wäre da in meinen Augen sinnvoller gewesen. Aber vielleicht benötigt man ja tatsächlich Grace, um jemanden aus der Leere zu holen.
Apropos Grace. Was passiert jetzt eigentlich mit Donatello, der davon eine Ladung injiziert bekommen hat?
Was meint ihr, ist Nick hinüber und Lucifer jetzt in der Leere gefangen? Ich bin mir da nicht sicher, zumal über Cas ja auch noch ein gewisser Deal schwebt, der ihn schnell mal zurück in die Leere befördern könnte. Nick hingegen wird sicher von einem Reaper abgeholt, was vielleicht auch Tür und Tor zu einer Rückkehr ebnet. Ich wiederhole da gerne seine eigenen Worte: „Come on, Sam. Nobody stays dead anymore.“
Marys Verhalten am Ende fand ich nachvollziehbar. Sie ist lange mit Jack in der Parallelwelt unterwegs gewesen und kennt ihn vermutlich besser als Sam und Dean. Dennoch hätte sie am Schluss etwas Abstand nehmen sollen und Vorsicht walten lassen - gerade, weil sie ihn kennt und weiß, wozu er fähig ist.
Fazit
Mir gefällt zwar die Richtung, die hier mit Jack eingeschlagen wird, überhaupt nicht, aber die Durchführung von Nicks Plan sowie die Vereitelung desselben ist gut durchgeführt. Nicht zuletzt dank eines - wie immer - gut aufgelegten Pellegrino. Sam und Dean hätten vielleicht in vielerlei Hinsicht aufmerksamer sein müssen, aber verübeln kann man ihnen kaum etwas. Die Nebenhandlung um Cas wird sicher (oder hoffentlich?) noch Folgen haben, wobei Anael als nette Nebenwirkung mehr Fleisch auf die charakterlichen Knochen bekommt. Alles in Allem vier von fünf Sternen von mir. Und von Euch?
Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 6. April 2019Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x17 Trailer
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Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x17
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