Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x08

© ie Winchesters und Smash in „Supernatural“ (c) The CW
Füller
Räumen wir den Elefanten gleich aus dem Weg. Die 13. Staffel der Serie Supernatural jongliert momentan mit einer ganzen Fülle an Handlungssträngen und Figuren und ließ uns in War of the Worlds mit einem Cliffhanger zurück, der Castiel (Misha Collins) und Lucifer (Mark Pellegrino) in den Fängen von Asmodeus (Jeffrey Vincent Parise) zeigte. Ferner wissen wir nicht, was Jack (Alexander Calvert) gerade macht oder wie es Mary (Samantha Smith) geht, die noch immer in der Parallelwelt und beim dortigen Michael (Christian Keyes) hockt, der nebenbei noch in unsere Realität gelangen möchte. Und dann ist da noch Arthur Ketch (David Haydn-Jones), der offenbar für Asmodeus arbeitet.
Diese ganzen Figuren pausieren diese Woche und das ist erst mal schade. Es hätte sich doch angeboten, zumindest eine Handlung (ganz gleich, welche) parallel zur aktuellen Episode zu zeigen. Zwar nehmen eine ganze Reihe neuer Figuren an The Scorpion and the Frog teil, aber am Ende bleibt nur „Smash“ (Christie Burke) als Kandidatin für eine potentielle Rückkehr übrig. Die restlichen Neulinge überleben die Episode (leider?) nicht.
Und der Zauberspruch, mit dem sich Jack finden lassen könnte? Der geht am Ende zusammen mit Barthamus (David Cubitt) in Flammen auf, womit Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) ihrem eigentlichen Ziel keinen Schritt nähergekommen sind. Eine Füllfolge eben.
Heist
Jetzt bedeutet filler aber nicht unbedingt gleich eine schlechte Episode. Im Gegenteil, diverse Fälle der Woche konnten schon in der Vergangenheit für jede Menge Spaß und Unterhaltung sorgen. Und das Spaßlevel ist diese Woche bisweilen wieder sehr hoch. Gerade die Szenen mit Smash, „Grab“ (Matthew Kevin Anderson) und Dean, der kurzzeitig zu einer menschlichen Wünschelrute für den geheimnisvollen „Schatz“ umgewandelt wird, laden zum Lachen ein. Obendrein ist es eine nette Abwechslung, die Brüder mal in ein Heist-Szenario zu werfen. Anders als sonst gilt es hier nicht, irgendein Monster ausfindig zu machen und zu vernichten, sondern bei einer zwielichtig wirkenden Person einzubrechen und eine Truhe zu besorgen. Anleihen von Indiana Jones inklusive, wobei es aber auch eine ganze Palette anderer Referenzen zu entdecken gibt.

Luther Strike (toll gespielt von Richard Brake) ist ein weiterer Faktor, der die Folge sehr ansehnlich gestaltet. Bis gegen Ende weiß man als Zuschauer nicht so recht, wie es mit seiner Gesinnung aussieht. Er wird zwar direkt als jemand gezeigt, der keine Dämonen in seinem Anwesen duldet, aber als Sam sein Ablenkungsmanöver durchziehen will, wird das durchschaut und Luther übernimmt die Rolle des Gegenspielers der Winchesters. Dass wir zudem nicht wissen, was Sam und Dean da genau entwenden sollen, macht die ganze Angelegenheit sehr spannend. Vielleicht eine gefährliche Waffe oder ein verbotenes Buch, mit dem sich schlimme Dinge anstellen lassen? Immerhin hat Luther einige Raritäten in seinem Besitz und die Tatsache, dass er auf seinem eigenen Anwesen nicht sterben kann (was beim Einbruch recht clever und witzig von Sam und Dean eingesetzt wird) und bereits einmal in der Hölle war, lassen doch verstärkt finstere Absichten vermuten.
Am Ende, als sich das Bild dann zusammenfügt, haben wir mit Luther allerdings eine eher tragische Figur vor uns. Diese Wendung, mitsamt der Geschichte um seinen Sohnemann, ist schon sehr gelungen - ob nun vorhersehbar oder nicht. Schade, dass er einen Kopf kürzer gemacht wird. Als Verbündeter hätte er womöglich in Zukunft noch ein paar interessante Gastauftritte hinlegen können. Es hätte sich auch angeboten, sein Anwesen und vor allem den gut geschützten Tresor noch einmal näher unter die Lupe zu nehmen. Eine Ungereimtheit ist allerdings, dass Luther, nachdem er sich befreit hat, die Winchesters außerhalb seiner sicheren Festung abfängt und damit quasi sein eigenes Todesurteil unterschreibt. Denn weshalb sollte er das tun? Einfach die Tür wieder schließen und verhindern, dass Sam, Dean und Smash die Schatzkammer verlassen können, wäre doch viel eher der Weg der Wahl gewesen.
Barthamus
Ein neuer Crossroads Demon, der Crowleys (Mark Sheppard) alte Stelle übernommen hat, lässt uns gleich hellhörig werden. Würde man mehr von „Bart“ zu sehen bekommen, mit David Cubitt gar eine Art Ersatz für Mark Sheppard abliefern? Barts Auftreten erinnert jedenfalls sehr stark an den verstorbenen King of Hell. Alleine schon, dass er den Winchesters (und nicht Asmodeus) den Vorzug gibt, lässt auf jemanden mit höheren Ambitionen schließen. Jemanden eben, der eigene Pläne hat und sich dabei nicht in die Karten blicken lässt - was mit Blick auf die sonstigen Kanonenfutterauftritte anderer Dämonen durchaus positiv zu bewerten ist.
Aber ob der liebe Bart tatsächlich einen adäquaten Ersatz für Crowley abgeliefert hätte, werden wir wohl nicht mehr erfahren. Vielleicht wäre es auch zu viel gewesen, jetzt neben den ganzen anderen Figuren noch einen neuen Anwärter auf den Höllenthron zu bringen, der Asmodeus stürzen will. Vielleicht aber auch nicht. Was meint Ihr? Verschenktes Potential oder doch besser, dass Barthamus direkt wegflambiert wird?

Winchesters
Bei Sam und Dean gibt es kaum Neuigkeiten zu verzeichnen. Beide gehen den Fall der Woche in gewohnter Manier an, wobei noch einmal angemerkt werden sollte, dass Dean in seiner jetzigen Verfassung besser gefällt als Depri-Dean vor ein paar Wochen. Ein neuer Deal mit einem Crossroads Demon konnte an sich nur schiefgehen beziehungsweise aus dem Ruder laufen. Die Aussicht auf einen Weg, Jack ausfindig zu machen und natürlich die erpresserische Alternative von Bart, im Zweifelsfall diesen Zauberspruch Asmodeus zur Verfügung zu stellen, lassen unseren Brüdern keine andere Wahl, als sich zum Handel bereit zu zeigen. Mal wieder ist es Sam, der schnell gewillt ist, sich darauf einzulassen, während Dean klipp und klar dagegen ist (und erst umgestimmt werden muss).
Im Endeffekt lässt sich trotzdem leicht mit den Augen rollen. Nicht nur, weil die Winchesters überhaupt am Einbruch teilnehmen, sondern vielmehr, weil sie sich strikt an den Plan halten. Hier hätte sich der eine oder andere Versuch angeboten, Barts zweite Seite mit dem restlichen Zauberspruch auf andere Art und Weise zu beschaffen. Bei zwei Jägern mit ausgiebiger Erfahrung im Umgang mit Dämonen würde es rein charakterlich jedenfalls Sinn ergeben, wenn Sam und Dean Barthamus eine Falle stellen würden. Das würde das präsentierte Abenteuer womöglich gänzlich anders gestalten, wäre aber mit Blick auf die Winchesters doch etwas stimmiger.

Schön allerdings, dass die beiden wenigstens Smash aus ihrer misslichen Lage befreien können. Die Entscheidung am Ende, den Handel abzubrechen, war jedenfalls gut und richtig. Denn auch wenn unsere beiden Helden ihren Zauberspruch nicht bekommen, haben sie wenigstens eine weitere Verbündete erhalten, die in Zukunft noch einmal wichtig werden könnte.
Fazit
Grundsätzlich ein nettes und wieder etwas anderes Abenteuer, welches die Winchesters am Ende zwar nicht weiterbringt, aber doch mehr Stärken als Schwächen an Bord hat. Dass andere Figuren sich im Pausenmodus befinden, obwohl es doch recht viele Baustellen gibt, ist natürlich ebenso schade wie das Verheizen potentieller neuer Kandidaten diese Woche. Unterm Strich weiß die Episode aber zu gefallen. Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.
Verfasser: Christian Schäfer am Freitag, 1. Dezember 2017Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x08 Trailer
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x08)
Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 13x08
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