Supernatural 12x01

© ea, Castiel und Mary in âSupernaturalâ / (c) The CW
The British Invasion
Sam (Jared Padalecki) ist natĂŒrlich nicht tot. Der Schuss, den Toni Bevell (Elizabeth Blackmore) im letzten Staffelfinale von Supernatural auf ihn abfeuerte, hat ihn lediglich am Bein erwischt (auch wenn der Winkel dafĂŒr mal ĂŒberhaupt nicht passte). In Keep Calm and Carry On findet sich der jĂŒngere Winchester in den FĂ€ngen der britischen Men of Letters wieder und muss den gröĂten Teil der Folge diverse Foltermethoden ĂŒberstehen.
Eines ist dabei sicher: Sympathiepunkte können die Briten vorerst keine ernten. Was ist nur aus der guten alten Tasse Tee geworden, bei der man zusammensitzt und in Ruhe alles bespricht, was einem auf dem Herzen liegt? Immerhin erfahren wir aber, weshalb die Inselbewohner in den letzten Jahren keine Anstalten gemacht haben, sich blicken zu lassen. Der Old Man, seines Zeichens wohl der Chef der britischen Men of Letters-Abteilung, hat es untersagt - nicht gerade die beste ErklĂ€rung, aber wir mĂŒssen das vorerst akzeptieren.
AuĂerdem haben die Briten ein ausgefeiltes System, mit dem sie jeder Bedrohung Herr werden, noch bevor diese sich ĂŒberhaupt manifestieren kann. Schon toll, dass es somit seit Mitte der 1960er Jahre keine ĂŒbernatĂŒrlichen TodesfĂ€lle mehr in dem Land zu verzeichnen gibt - haben also scheinbar alle stĂ€rkeren Monster einen groĂen Bogen um GroĂbritannien gemacht. Kaum vorstellbar, gerade mit Blick auf Leviathane oder dem Fall der Engel ein paar Staffeln zuvor. Andererseits, beim britischen Wetter durchaus verstĂ€ndlich. Da grenzt es schon an ein Wunder, dass die Verdunklung der Sonne durch Amara (Emily Swallow) ĂŒberhaupt aufgefallen ist.

Aber gut, akzeptieren wir einfach, dass die Briten sich jetzt einmischen. Der AufhĂ€nger zur Folter - Toni möchte von Sam mehr ĂŒber andere JĂ€ger erfahren - wirkt dennoch misslungen. ZunĂ€chst einmal wĂ€re es wohl erfolgsversprechender gewesen, wenn sie wie oben erwĂ€hnt einfach ein GesprĂ€ch gesucht und nicht gleich ihre Waffe gezĂŒckt und abgefeuert hĂ€tte. Zum anderen darf man sich fragen, weshalb es Toni ĂŒberhaupt so schwerfĂ€llt, andere JĂ€ger in den Staaten ausfindig zu machen, wenn sie die Winchesters beziehungsweise deren geheimen Bunker doch im Handumdrehen gefunden hat. Da passt doch etwas nicht zusammen. Mit dieser Episode bekommen wir jedenfalls einen ganz und gar schlechten, nicht nachvollziehbaren Eindruck von einer Organisation, die eigentlich dem Wohl der Menschheit dient und somit nicht auf Folter von Gleichgesinnten setzen sollte.
Ansonsten waren die Folterszenen teilweise schon recht hart und Sam konnte einem leidtun. Dass er trotzdem einmal kurz die Oberhand gewinnt, war eine erstaunliche Leistung und vielleicht gibt es Toni ja zu denken, dass er sie nicht erwĂŒrgt hat, obwohl er es hĂ€tte tun können - ĂŒbrigens ein klassischer Fehler von Sams Seite. Er hĂ€tte sie ja nicht umbringen mĂŒssen, aber wenn er schon einmal die Oberhand hat, hĂ€tte er wenigstens sicherstellen können, dass sie ihm nicht noch gefĂ€hrlich wird (und ihm genug Zeit bleibt, sich vom Acker zu machen).
Unterm Strich bringt dieser Handlungsstrang viel Stirnrunzelei mit. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge da entwickeln werden und ob es Toni noch gelingen wird, etwas sympathischer und gleichzeitig weniger ĂŒberheblich zu wirken. Bislang lassen sich ihre Methoden und ihr Handeln jedenfalls nicht nachvollziehen, aber vielleicht bekommen wir da noch einen besseren Einblick - spĂ€testens wohl dann, wenn der Old Man die BĂŒhne betritt.
Lucifer Lives
Einen kleineren Handlungsstrang bekommt Crowley (Mark Sheppard) spendiert, der ein paar DÀmonen verfolgt, die wiederum Lucifer verfolgen. Letzterer hat offensichtlich Probleme damit, einen passenden Wirt zu finden und hinterlÀsst eine Spur aus Leichen.
Wir können also erstmal davon ausgehen, dass Lucifer nicht von Amara ausgelöscht wurde. LĂ€sst sich leicht akzeptieren, auch wenn sein Abgang in We Happy Few recht endgĂŒltig aussah. Ob Metatron (Curtis Armstrong) wohl auch noch irgendwo da drauĂen ist? Aber zurĂŒck zu Lucy. Dass der Charakter weiterhin dabei ist, lĂ€sst sich vorerst als positiv betrachten. Denn so bleiben noch einige Möglichkeiten fĂŒr interessante Entwicklungen offen. Wir dĂŒrfen jedenfalls gespannt sein, was passiert, wenn Crowley zu ihm aufschlieĂt - zumal es ja den Anschein hat, dass der Teufel zurzeit sehr geschwĂ€cht ist und unser ehemaliger King of Hell noch ein HĂŒhnchen mit ihm zu rupfen hat. Ganz zu schweigen davon, dass er wieder das Kommando ĂŒber die Hölle mitsamt ihren störrischen DĂ€monen haben will (auch wenn diese sich teilweise wie vierzehnjĂ€hrige MĂ€dchen verhalten).

Mother Mary
Dean (Jensen Ackles) darf derweil Mary Winchester (Samantha Smith) erklĂ€ren, dass sie von den Toten zurĂŒck ist und die letzten 33 Jahre verpasst hat. SpĂ€ter stöĂt Castiel (Misha Collins) zu den beiden dazu und die Suche nach Sam beginnt.
ZunĂ€chst einmal sei angemerkt, dass dieser Handlungsstrang der gelungenste der gesamten Episode ist. Mary wurde in eine Zukunft geworfen, in der vieles neu und phantastisch auf sie einwirkt. Obendrein steht sie ihrem jetzt erwachsenen Sohn gegenĂŒber, der ihr in Kurzfassung verdammt viel erklĂ€ren muss. Das sind einige Informationen, die sie da verarbeiten durfte und wohl auch in Zukunft noch verarbeiten wird. Smith gelingt es, ihre Rolle dabei ĂŒberzeugend zu spielen. Eine der besten und lustigsten Szenen war das Wiedersehen mit dem Impala und der Blick auf die RĂŒckbank - Deans Gesichtsausdruck als er bemerkt, woran Mutti da wohl gerade denken muss: Unbezahlbar!
Aber vieles ist nicht so, wie sie es sich vorgestellt hat. Ihre beiden Söhne sind JĂ€ger geworden und auch wenn Dean ihr mitteilt, dass sie die Welt durch ihr Handeln zu einem besseren Ort machen wollen (da muss man wieder lĂ€cheln, wenn man an diverse Beinahe-Katastrophen denkt, die die beiden mehr oder weniger mitverursacht haben), hatte Mama Winchester fĂŒr ihre Kinder doch etwas ganz anderes im Sinn. SpĂ€ter in der Episode darf sie Dean und Castiel vor Ms. Watt (Bronagh Waugh) retten, indem sie den Engelstöter durch den Körper der Antagonistin rammt. Wie sie daraufhin ihre HĂ€nde betrachtet, die gerade einen Menschen umgebracht haben, spricht BĂ€nde. Sie hatte dem JĂ€gerleben abgeschworen und nun war beziehungsweise ist sie doch wieder gezwungen, mit eben diesen HĂ€nden ein Leben auszulöschen.
Aber wo wir gerade bei Ms. Watt waren: Dean und Castiel zu Boden zu bringen, war schon eine beachtliche Leistung. Zumal Castiel - wie anfangs gezeigt - noch immer ĂŒber besondere FĂ€higkeiten verfĂŒgt. Die TotschlĂ€ger scheinen jedenfalls eine besondere Wirkung zu haben - hoffentlich hat Dean die eingesteckt. Und es ist auch ein bisschen schade, dass wir nicht mehr von Watt zu sehen bekommen werden. SchlieĂlich sind es oft die skrupellosen Sidekicks der Antagonisten, die mitunter fĂŒr gute Momente sorgen.

Insgesamt wusste die Handlung um Mary, Dean und Castiel jedenfalls zu gefallen. Wir können uns jetzt vorstellen, dass sie ordentlich Schwung in die Serie bringen und den Alltag ihrer Söhne etwas durchwirbeln wird. Zudem macht sie einen sympathischen Eindruck und fĂŒgt sich schon jetzt an der Seite von Dean und Castiel sehr gut ins Geschehen ein. Mal abwarten, wie es wird, wenn sie auch Sam gegenĂŒbersteht.
Fazit:
So richtig ĂŒberzeugend war der Auftakt zur zwölften Staffel leider nicht, was hauptsĂ€chlich der weiteren EinfĂŒhrung der britischen Men of Letters zu verdanken ist, sich aber hoffentlich im weiteren Verlauf noch Ă€ndern wird. Derweil lĂ€sst Crowleys Suche nach dem Teufel die Erwartungen ein wenig steigen, wĂ€hrend Marys EinfĂŒhrung in die Serie rundum gelungen wirkt. Von mir gibt es diese Woche 3,5 von 5 Sternen.
Verfasser: Christian SchÀfer am Freitag, 14. Oktober 2016Supernatural 12x01 Trailer
(Supernatural 12x01)
Schauspieler in der Episode Supernatural 12x01
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