Supernatural 11x18

Supernatural 11x18

In der Folge Hell's Angel legt die US-Serie Supernatural ihre FĂ€lle der Woche zur Seite und macht der Staffelhandlung Platz. Die Winchesters erwarten dabei gleich mehrere bekannte Gegner. Zudem gibt es einige Überraschungen, wobei aber nicht jede gelungen ist.

Bild aus der Episode „Hell's Angel“ der Serie „Supernatural“ / (c) The CW
Bild aus der Episode „Hell's Angel“ der Serie „Supernatural“ / (c) The CW
© ild aus der Episode „Hell's Angel“ der Serie „Supernatural“ / (c) The CW

Der Teufel im Himmel

Nachdem die Engel mit ihrem „Smiting“ nicht den gewĂŒnschten Effekt bei Amara (Emily Swallow) erzielten, scheint die Bande im Himmel recht ratlos dazustehen. Falls sie jedenfalls irgendwelche anderen PlĂ€ne hatten, um der Dunkelheit beizukommen, erwĂ€hnen sie diese gegenĂŒber ihrem unerwarteten Gast nicht, obwohl sie letzten Endes doch bereit zu sein scheinen, Casifer (Misha Collins) zu unterstĂŒtzen.

NatĂŒrlich lĂ€sst er ihnen kaum eine Wahl. Seine (neue?) FĂ€higkeit, einfache Engel explodieren zu lassen, lĂ€sst ihn am lĂ€ngeren Hebel sitzen. Denn wer muckt schon auf, wenn der Teufel persönlich seine UnterstĂŒtzung anbietet, nebenbei jeden unliebsamen Gegner in Luft auflösen kann und recht ĂŒberzeugend seinen Standpunkt wiedergibt?

Klar, man kann den anwesenden (meist namenlosen) Engeln ansehen, dass sie nicht gerade begeistert davon sind, den gefallenen Engel in ihren Reihen zu haben. Noch dazu mit dem Anliegen, ihr neuer BĂŒrochef zu werden (da der alte sich noch immer nicht hat blicken lassen). Aber unterm Strich hĂ€tte sich doch mehr Widerstand erwarten lassen und vor allem nicht die hier zutage gelegte Hilflosigkeit. Gibt es im Himmel denn keinen mĂ€chtigen Engel mehr? Wo sind die alle hin? Seit Naomi (Amanda Tapping) fehlt es den BĂŒrohengsten eindeutig an FĂŒhrungspersonal.

Insgesamt war dieses kleine Nebenkapitel, was spĂ€ter auch nicht wieder aufgegriffen wird, so ziemlich der schlechteste Teil der Folge. Es macht zwar nach wie vor Spaß, Collins bei seiner Luzifer-Darstellung zuzuschauen, aber dieser Part im Himmel kommt Ă€hnlich langweilig daher, wie die BĂŒrowelt in der RealitĂ€t oft anmutet.

Dean und Crowley in „Supernatural“
Dean und Crowley in „Supernatural“ - © The CW

Crowley's Deal

Der King of Hell ist noch immer vor Luzifers DĂ€monen auf der Flucht, bleibt aber nicht untĂ€tig. Auf der Suche nach einer weiteren Hand of God wird er fĂŒndig und nimmt anschließend Kontakt zu Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) auf, die ja schon lange auf irgendein Zeichen warten - sei es von Amara, Casifer oder jetzt Crowley.

Das neue Abenteuer der Winchesters startet somit durch ein Telefonat mit Crowley, gefolgt von einem Treffen, bei dem der King of Hell verkĂŒndet, eine weitere Hand of God gefunden zu haben, die ihr Pulver noch nicht verschossen hat. Doch Crowleys Handel hat natĂŒrlich einen Haken. Die BrĂŒder sollen erstmal dafĂŒr sorgen, dass Luzifer wieder im KĂ€fig landet, bevor er gewillt ist, die Waffe herauszurĂŒcken.

So witzig und gekonnt (Stichwort: „If“) das Treffen zwischen Crowley und den Winchesters auch verlĂ€uft, es wirkt ein bisschen zu lang. Sicher, beide Parteien haben unterschiedliche Vorstellungen davon, wo die PrioritĂ€ten liegen. FĂŒr Crowley ist Luzifer ganz oben auf der Liste, wĂ€hrend bei den Winchesters die Dunkelheit das grĂ¶ĂŸere Problem darstellt (obwohl sie natĂŒrlich auch wollen, dass Castiel wieder das Steuer ĂŒber seinen Wirt ĂŒbernimmt). Aber das ganze Hin und Her wird mit der Zeit doch ein wenig ermĂŒdend, zumal sich absehen ließ, dass Crowley am Ende seinen Willen bekommt und das Team-up darin endet, dass zunĂ€chst probiert wird, den Teufel wieder in seinen KĂ€fig zu stecken. Wer die Waffe hat, diktiert nunmal das weitere Vorgehen. Aber Moment, brauchen die drei dafĂŒr nicht Rowena (Ruth Connell), die sich eigentlich die Radieschen von unten ansehen sollte?

Rowena's Comeback

An sich ist es ja nichts Neues, dass in einer Serie wie Supernatural vermeintlich Verstorbene plötzlich wieder auftauchen. Die einen kommen durch einen Deal zurĂŒck, andere werden von Engeln aus der Hölle geholt, und dieses Mal hat eine Hexe eben fĂŒr den Fall Vorkehrungen getroffen, dass ihr eines Tages mal der Hals umgedreht wird.

Dennoch hinterlĂ€sst Rowenas RĂŒckkehr einen faden Beigeschmack. Die ErklĂ€rung an sich ist zwar in Ordnung und passt irgendwo zu Crowleys Mama, aber gleichzeitig raubt man ihrem Tod bei Luzifers Befreiung doch die Bedeutung. Zumal es sowohl Crowley als auch dem gefallenen Engel entgangen ist, dass die vermeintlich Tote noch ein Ass im Bein hatte.

Aber gut, scheinbar wird sie noch gebraucht. Denn um den Teufel wieder in sein Verlies zu werfen, benötigt unser Team ein Ă€hnliches Mittel, wie das, was ihn aus seinem GefĂ€ngnis befreite - und Rowena sowie das Book of the Damned gehören natĂŒrlich dazu. Trotzdem wirkte es etwas einfallslos, dass die Autoren hier eine Figur wiederbeleben, deren Tod als Überraschung dienen sollte und obendrein noch einmal zeigen durfte, wie böse unsere Lucy doch ist.

Die Winchester-BrĂŒder in „Supernatural“
Die Winchester-BrĂŒder in „Supernatural“ - © The CW

Aber genug gemeckert, denn an sich passt Rowena ziemlich gut in die Episode. Wir können sehen, wie sie sich anfangs um Amara kĂŒmmert und sie wieder aufpĂ€ppelt. Es scheint geradezu so, als wenn sie sich - Ă€hnlich wie Crowley zu Beginn der Staffel - einen Platz an der Seite der Dunkelheit erhofft. Spinnt man diesen Gedanken ein wenig weiter, hĂ€tten sich da recht interessante Ereignisse ergeben können. Was, wenn Rowena ihre Hilfe den Winchesters und Crowley nur zum Schein anbietet und die drei in eine Falle lockt? Sie hĂ€tte Sam, Dean, Crowley und letztlich auch Casifer der Dunkelheit auf dem Silbertablett servieren können. Kurz ĂŒberlegt, hĂ€tte sich das Blatt mit einer solchen Tat womöglich derart gewendet, dass den vier genannten keine andere Wahl geblieben wĂ€re, als zusammenzuarbeiten.

Aber was kurz nach einem Gamechanger roch, wurde im Vorfeld leider schon dadurch entkrĂ€ftet, dass Rowena ihre Vision vom Treffen der Winchesters mit ihrem Sohn nicht wahrheitsgemĂ€ĂŸ offenbart. Von daher scheint die Hexe sich lediglich möglichst viele Optionen offen zu halten - nur fĂŒr den Fall eben, dass die eine oder andere Seite gewinnt. Ist zwar okay, aber leider nichts Besonderes.

Unterm Strich kann man sich trotzdem darĂŒber freuen, dass es eine weibliche Figur mal geschafft hat, den Klauen des (Serien-)Todes zu entkommen. Schade nur, dass sie dann spĂ€ter die meiste Zeit damit verbringt, sich zu verstecken. Da hĂ€tte nicht nur Crowley von Mutti mehr erwartet ...

In Castiel's Mind

Eines der Highlights dieser Episode war mit Sicherheit das Wiedersehen mit Mark Pellegrino als Luzifer, der zusammen mit Crowley in Castiels Gedankenwelt agieren darf. Von diesem Teil der Folge hÀtte der Rezensent liebend gerne mehr gesehen.

Es stellt sich zwar die Frage, wie es Crowley möglich sein soll, in den Wirt einzudringen, der bereits zwei Persönlichkeiten beherbergt, aber abgesehen davon war es eine verdammt gute Idee. Also keine Idee, mit der sich jetzt ein Spin-off anbieten wĂŒrde, aber doch eine Idee, die gerne eine ganze Episode in Beschlag hĂ€tte nehmen dĂŒrfen. Einfach mal kurz eine „FĂŒllfolge“ machen, die Sitcom-mĂ€ĂŸig zeigt, wie die drei „zusammen wohnen“. Der eine glotzt dabei stĂ€ndig in die Röhre, wĂ€hrend die beiden anderen darĂŒber streiten, wer in der Hölle das Sagen haben sollte. Doch, da hĂ€tte man eine ganze Folge draus stricken können. Auch ohne SchlĂ€gerei.

Amara

Gerade mit dieser Episode wird einem erst wieder bewusst, dass wir eigentlich recht wenig ĂŒber die Motive von Amara wissen. Also abgesehen davon, dass sie Gottes Schöpfung auslöschen möchte und ihren Bruder am liebsten gleich mit. Und dann? Und weshalb ĂŒberhaupt Gott aus dem Versteck locken, wenn der sich eh so lange nicht hat blicken lassen? Es wird zwar deutlich, dass sie auf Rache aus ist, aber ein langfristiger Plan fĂŒr danach wird noch nicht offenbart. Selbst Rowenas Angebot, ihr treu zur Seite zu stehen, scheint Amara kalt zu lassen. Und wie passt Dean da eigentlich ins Bild, von dem sie ja sehr angetan scheint?

Neben diesen Fragen gibt es aber auch einige Antworten. Wir erfahren zum Beispiel, dass Luzifer mit der Hand of God nicht in der Lage ist, Amara auch nur einen Kratzer mitzugeben. Muss also tatsĂ€chlich ein AuserwĂ€hlter eine solche Waffe bedienen, wie die Winchesters vermuten? Oder sind diese „Gotteswaffen“ generell nicht gegen sie einsetzbar? Wie auch immer, unsere JĂ€ger mĂŒssen mit ansehen, wie Luzifer grandios scheitert und schließlich von der Dunkelheit mitgenommen wird. Da dieser einst der Liebling ihres Bruders war, erhofft sie sich einen Auftritt Gottes dadurch, dass sie Casifer zusetzt. Mal abwarten, ob ihr Plan aufgeht oder ob auch das nicht zieht. Immerhin haben den Schöpfer auch so Ereignisse wie die drohende Apokalypse, die Leviathane oder die Verbannung der Engel aus dem Himmel kalt gelassen. Ob seine Schwester da mit Luzifers Folterung mehr Erfolg hat?

Winchesters

FĂŒr die BrĂŒder ergibt sich hier ein packendes Abenteuer. Erst der Kontakt mit Crowley, dann die RĂŒckkehr von Rowena. Sie schauen dabei zu, wie es fast gelingt, Castiel von Luzifer zu befreien. Sie sind dabei, wenn Luzifer eine Hand of God gegen Amara loslĂ€sst und scheitert.

Aber am Ende sind sie wieder dort, wo sie angefangen haben. Kein Plan, wie man Amara wieder wegsperren oder besiegen kann. Kein Plan, wie sie Castiel zurĂŒckholen können. Back to square one. Und jetzt? Werden sie demnĂ€chst jemanden finden, der mit einer Hand of God Chancen gegen die Dunkelheit hat? Oder ist womöglich einer von ihnen derjenige, der die Waffe schwingen muss? Wenn man an die Theorie glaubt, dass Chuck Gott ist und Chuck die Supernatural-BĂŒcher geschrieben hat, liegt der Gedanke jedenfalls nahe, dass einer von den beiden ein biblisches Artefakt schwingen wird, um Amara beizukommen. Könnte aber auch gut sein, dass die Lösung ganz anders aussehen wird.

Fazit:

Eine gute Folge, die aber leider auch einige SchwĂ€chen hat. Die RĂŒckkehr einer bestimmten Figur schmĂ€lert ein wenig vergangene Ereignisse, wĂ€hrend der Teil im Himmel auch gut hĂ€tte gestrichen werden können. DafĂŒr gab es aber gute Ideen, als es zum Beispiel in Castiels Gedankenwelt ging oder die Folge plötzlich von der Rettung Castiels zur Bedrohung durch Amara umsprang. Außerdem konnten wir sehen, wie mĂ€chtig die Dunkelheit ist und dass eine der potenziellen Waffen ihr erstmal nichts anhaben konnte. Unterm Strich hĂ€tte ich hier und dort mehr erwartet, bin aber keinesfalls enttĂ€uscht. Vier Sterne sind da drin.

Verfasser: Christian SchÀfer am Freitag, 8. April 2016

Supernatural 11x18 Trailer

Episode
Staffel 11, Episode 18
(Supernatural 11x18)
Deutscher Titel der Episode
Die Rache der Finsternis
Titel der Episode im Original
Hell's Angel
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 6. April 2016 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 5. Januar 2017
Autoren
Brad Buckner, Eugenie Ross-Leming
Regisseur
Philip Sgriccia

Schauspieler in der Episode Supernatural 11x18

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