Supernatural 11x03

Supernatural 11x03

In der Supernatural-Episode The Bad Seed geht die Handlung mit großen Schritten voran. WĂ€hrend die Dunkelheit heranwĂ€chst, stehen Sam und Dean vor der Aufgabe, Castiel zu helfen. Dabei mĂŒssen sie auf eine alte Bekannte zurĂŒckgreifen.

Gracyn Shinyei und Mark Sheppard in „Supernatural“ / (c) The CW
Gracyn Shinyei und Mark Sheppard in „Supernatural“ / (c) The CW
© racyn Shinyei und Mark Sheppard in „Supernatural“ / (c) The CW

I am hungry

Das hatte sich Crowley (Mark Sheppard) sicher einfacher vorgestellt: Amara (Gracyn Shinyei) befindet sich zwar unter seinen Fittichen und hat sogar ein dĂ€monisches KindermĂ€dchen (Tasya Teles) zur Seite gestellt bekommen, doch die Erziehung erweist sich als Ă€ußerst schwierig. Das seelenhungrige MĂ€dchen frisst unserem King of Hell nĂ€mlich allmĂ€hlich die Haare vom Kopf.

Crowley in der Vaterrolle zu sehen, ist schon eine lustige Sache. Er gibt sich wirklich MĂŒhe, Amaras Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Nebenbei probiert er natĂŒrlich, mehr ĂŒber die Dunkelheit und ihre Motive zu erfahren. Was Gott angeht, sind beide im Grunde genommen auch auf einem Ă€hnlichen Nenner. Aber ĂŒber die Zukunft scheinen beide dann doch unterschiedliche Ansichten zu haben. Crowleys normalerweise gutes Verhandlungsgeschick hilft ihm bei Amara nicht weiter. Immer wieder werden seine Versuche abgeblockt, oft mit dem Wunsch nach der nĂ€chsten Mahlzeit - und Amara gibt sich nicht mit SĂŒĂŸigkeiten zufrieden.

Wir spĂŒren, dass unserem King of Hell mit der Zeit unwohl wird. GewĂ€hrt er anfangs seinem SchĂŒtzling noch jeden Wunsch, versucht er spĂ€ter durch EinschrĂ€nkung der Seelenzufuhr erzieherische Maßnahmen zu ergreifen - was nur dazu fĂŒhrt, dass er einen weiteren seiner DĂ€monen verliert. Die Bedrohlichkeit, die von Amara ausgeht, wĂ€chst an. Der Zuschauer spĂŒrt, dass Crowley frĂŒher oder spĂ€ter nicht mehr in der Lage sein wird, sie zu kontrollieren.

Ein DĂ€mon nach dem anderen gibt seine Seele ab, am Ende hat Amara ihre nĂ€chste Entwicklungsstufe erreicht und sich zu einem Teenager (Yasmeene Ball) gemausert. Nicht auszudenken, was passieren wird, wenn sie sich jetzt - wie viele Heranwachsende - an der Auflehnung gegenĂŒber ihrem Erzieher versucht (der gleichzeitig eine verlockende Mahlzeit darstellt). Wenn Crowley sich da mal nicht ĂŒbernommen hat.

Das Tempo fĂŒr Amaras Entwicklung ist vielleicht etwas zu hoch. Aber wir bekommen mit, dass The Darkness zu einem großen Gegner aufgebaut wird, fĂŒr den es bislang noch nichts gibt, mit dem man ihm Einhalt gebieten kann. Nebenbei bekommen wir kleinere Happen zur Mythologie prĂ€sentiert, die sicher noch ausgebaut werden. Ein wenig rĂ€tselhaft erscheint derweil das GesprĂ€ch mit dem Spiegelbild, in dem wir Emily Swallow erneut erblicken. Ist das als SelbstgesprĂ€ch zu verstehen? Oder ist Swallow vielleicht doch ein anderes Wesen (ein anderer Teil der Dunkelheit), welches Amara anleitet? Auf jeden Fall dĂŒrfen wir gespannt darauf sein, was die Dunkelheit fĂŒr die Welt plant. Von Gottes Schöpfung ist sie jedenfalls nicht beeindruckt und plant „Verbesserungen“ (die sich nicht mit Crowleys Vorstellungen decken).

Mega Coven

Rowena (Ruth Connell) meldet sich diese Woche zurĂŒck. Wie wir sehen, plant sie die GrĂŒndung eines neuen Hexenzirkels, stĂ¶ĂŸt bei ihren Kolleginnen aber grĂ¶ĂŸtenteils auf taube Ohren. Und als sie endlich ein paar Hexen soweit hat, sich ihr anzuschließen, funkt einer von Crowleys DĂ€monen dazwischen - denn der King of Hell lĂ€sst nach wie vor nach seiner Mutter jagen.

ZunĂ€chst einmal sei angemerkt, dass Rowenas erster Auftritt in der neuen Staffel durchaus vielversprechend und weniger mĂŒĂŸig als ihre GesprĂ€che mit ihrem Sohn in der letzten Staffel war. Da sie noch im Besitz des Book of the Damned und zudem am Ende der Episode wieder auf freiem Fuß ist, lĂ€sst sich mit ihr noch einiges anstellen. Der Kleinkrieg mit Crowley - von dem sie nun weiß, dass er ihren Anschlag durch einen verzauberten Castiel (Misha Collins) ĂŒberlebt hat - bietet Potenzial fĂŒr kleinere Intermezzi, wĂ€hrend ihr höheres Ziel sicher noch fĂŒr eine grĂ¶ĂŸere Bedrohung sorgen wird.

Es war dieses Mal auch wesentlich amĂŒsanter, ihr zuzuschauen. Ihre Interaktionen mit den Winchesters sind zwar noch nicht auf Crowley-Niveau, aber es lĂ€sst sich eine deutliche Steigerung verbuchen. Und da unsere JĂ€ger jetzt ĂŒber den Codex verfĂŒgen, wird sie sich bestimmt bald wieder blicken lassen.

Castiel

Das kleine Aggressionsproblem, das Cas mit sich rumschleppt, steht diese Woche im Mittelpunkt. Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) suchen nach einer Lösung und können schließlich Rowena gefangen nehmen, die ihren Zauber nach einigem Hin und Her tatsĂ€chlich wieder aufhebt.

Misha Collins in „Supernatural“
Misha Collins in „Supernatural“ - © The CW

Einerseits können wir uns jetzt darĂŒber freuen, dass Cas seinen Freunden wieder mit vollem Verstand helfend zur Seite steht. Andererseits bleibt das GefĂŒhl zurĂŒck, dass die Auswirkungen des Zaubers noch etwas weiter hĂ€tten gehen können und die Lösung des Problems zu plötzlich kam. Nicht falsch verstehen, als er aus dem Bunker geflohen ist und sich daran machte, eine Frau (Masae Day) zu verfolgen, war das durchaus gut umgesetzt und spannend inszeniert. Collins hat ohnehin keinerlei Probleme damit, seinen Engel stets passend darzustellen.

Aber am Ende bleibt es dabei, dass Castiel „nur“ ein paar SchlĂ€ge verteilt und keinen grĂ¶ĂŸeren Schaden anrichtet. Verglichen mit „Berserker“-Dean unter dem Kainsmal-Einfluss bleibt es damit bei einem kleineren Problemchen, das im Nachhinein keine grĂ¶ĂŸeren Gewissensbisse verursacht. Zumindest was Menschen anbelangt. Hannahs Tod wird ihm dennoch zu schaffen machen und auch, dass er Dean grĂŒn und blau geschlagen hat, sorgt natĂŒrlich fĂŒr ein GefĂŒhl der Reue. Trotzdem bleibt unterm Strich der Eindruck, dass diese Woche bloß ein kleineres Problem abgehakt wurde.

Winchesters

Bei den beiden BrĂŒdern kommt wieder ein Geheimnis ans Tageslicht. Dieses Mal eines, was Sam seinem Bruder noch nicht erzĂ€hlt hatte - nĂ€mlich, dass er zuvor mit Rowena einen Handel machte und dafĂŒr Crowley umbringen sollte. Dean zeigt sich daraufhin ĂŒberrascht, aber das Thema wird nicht lange beibehalten.

Wir wissen derweil, dass da noch andere Dinge sind, die die beiden sich noch nicht erzĂ€hlt haben, die aber frĂŒher oder spĂ€ter ans Licht kommen könnten (wie zum Beispiel Sams beinahes Ableben letzte Woche oder Deans Verbindung zur Dunkelheit). Dabei bleibt abzuwarten, ob das wieder zu grĂ¶ĂŸeren Diskussionen zwischen den beiden fĂŒhren wird oder ob sie - wie hier - die Sache schnell beiseite schieben. Aber wer weiß, vielleicht werden wir auch ĂŒberrascht und die beiden erzĂ€hlen sich mal aus freien StĂŒcken in einer ruhigen Minute was Sache ist.

Anzumerken bleibt fĂŒr diese Woche aber noch, dass Dean sich am Ende mal wieder die Schuld fĂŒr alles gibt - ohne die Entfernung des Kainsmal wĂ€re The Darkness nicht frei, ohne das Kainsmal hĂ€tte Sam keinen Handel mit Rowena geschlossen, die Hexe hĂ€tte das Book of the Damned nicht in ihrem Besitz et cetera. Er lastet sich alles an und verzichtet deshalb auch auf Castiels heilende HĂ€nde. Seine Meinung, den Schmerz verdient zu haben, kann man da durchaus als Vorboten fĂŒr selbstzerstörerische ZĂŒge werten, und das bereitet Bauchschmerzen.

Two guys in a bar

Es gab diese Woche eine kleine, aber bemerkenswerte Szene, die angenehm aus dem Rest der Geschichte hervorsticht. Ein DĂ€mon (Adam Hurtig) und ein Engel (Lane Edwards) treffen dabei in einer Bar aufeinander. Aber statt sich gegenseitig an die Kehle zu gehen, fĂŒhren sie in aller Ruhe ein GesprĂ€ch ĂŒber ihre Arbeitgeber.

Es sieht aus, als hĂ€tten die beiden schon öfter solche Treffen gehabt. Der Gedanke, dass sich die eigentlich verfeindeten Spezies zusammensetzen und ihren Unmut ĂŒber das jeweilige Management nach Feierabend zum Ausdruck bringen (und mit einem Glas Whiskey herunterspĂŒlen), hat was.

Ruth Connell und Jared Padalecki in „Supernatural“
Ruth Connell und Jared Padalecki in „Supernatural“ - © The CW

Ob sich hier eine gemeinsame Rebellion des Fußvolks der Engel und DĂ€monen andeutet, sei mal dahin gestellt - das Treffen war ohnehin zu kurz, um großartig Spekulationen darĂŒber anzustellen. Aber was hier abermals deutlich wird, ist die Bedrohlichkeit durch The Darkness, die laut den beiden von ihren Chefs noch gar nicht richtig wahrgenommen wird. Alle sind besorgt, und das Vertrauen ins Management ist nicht mehr vorhanden.

Eine klasse Idee, einmal zu zeigen, was diejenigen denken, die sowohl im Himmel als auch in der Hölle fĂŒr die niederen Aufgaben zustĂ€ndig sind. Solche Szenen darf es gerne öfter geben.

Fazit:

Eine weitere gute Episode, die Lust auf mehr macht. The Darkness wĂ€chst unaufhaltsam weiter und Crowleys BemĂŒhungen, aus ihr einen starken VerbĂŒndeten zu machen, scheinen zum Scheitern verurteilt. Derweil konnten die Winchesters Castiel helfen und Rowena ist wieder im Spiel. Von mir gibt es diese Woche vier von fĂŒnf Sternen.

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Der Trailer zur nĂ€chsten Episode „Supernatural“:

Verfasser: Christian SchÀfer am Freitag, 23. Oktober 2015

Supernatural 11x03 Trailer

Episode
Staffel 11, Episode 3
(Supernatural 11x03)
Deutscher Titel der Episode
Die Leere der Finsternis
Titel der Episode im Original
The Bad Seed
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 21. Oktober 2015 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 10. November 2016
Autoren
Brad Buckner, Eugenie Ross-Leming
Regisseur
Jensen Ackles

Schauspieler in der Episode Supernatural 11x03

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