Supernatural 10x18

© ean und Sam mit einer alten Bekannten in âSupernaturalâ. / (c) The CW
Book of the Damned
Das Kainsmal schwebt nun schon eine ganze Weile wie ein Damoklesschwert ĂŒber Dean Winchester (Jensen Ackles). Einige Möglichkeiten, das Mal wieder loszuwerden, wurden bereits ausgelotet und letztendlich verworfen beziehungsweise erwiesen sich als Sackgassen. Diese Woche eröffnet sich durch den Fund von Charlie (Felicia Day) eine neue Möglichkeit, denn das âBuch der Verdammtenâ hĂ€lt angeblich jede Menge ZaubersprĂŒche parat, mit denen sich schwerwiegende FlĂŒche heraufbeschwören und auch wieder beheben lassen. Also ein Weg, das Kainsmal zu entfernen?
Die Antwort lautet: âJa, aber...â Denn mit einem simplen Spruch ist es natĂŒrlich nicht getan. Es gilt zunĂ€chst herauszufinden, in welcher Sprache das Buch geschrieben ist. Obendrein ist es auch noch codiert. AuĂerdem verspĂŒrt Dean eine Wirkung, die vom Buch ausgeht und ihn dazu animiert, es fĂŒr ĂŒble Zwecke zu verwenden.
Als wĂ€re das alles nicht schon genug, ist auch noch eine Gruppe schwer kleinzukriegender SektenanhĂ€nger hinter dem Buch her und sitzt Charlie sowie spĂ€ter auch den Winchesters im Nacken. Gute Zutaten fĂŒr eine spannende Folge Supernatural.
Ăber weite Strecken war die Handlung dabei vorhersehbar. Klar, eine Lösung wĂŒrde sich trotz Besitz des Buches nicht einfach finden lassen und Jacob Styne (Jeff Branson) schlieĂt samt Konsorten zu Sam (Jared Padalecki), Dean und Charlie auf, um uns im letzten Drittel der Episode einen kleinen Kampf zu prĂ€sentieren. Dort sah es dann so aus, als wenn Sam das Buch verbrennen wĂŒrde. Der Rezensent ist sich dabei noch unsicher, ob er es nicht wirklich hĂ€tte brennen sehen wollen. Einerseits wĂ€re es schade gewesen, wenn die mögliche Kainsmal-Kur gleich wieder in Flammen aufgegangen wĂ€re und wir somit bloĂ einen leicht bedeutsameren Fall der Woche bekommen hĂ€tten. Andererseits... aber dazu kommen wir spĂ€ter noch.
Charlie
Charlies Anwesenheit ist immer etwas Besonderes. Wenn man mal darauf zurĂŒckblickt, wie sie einst der Serie beigetreten ist, hat sie inzwischen eine ordentliche Entwicklung durchgemacht - eine Sache, die den meisten Gastdarstellerinnen der Serie verwehrt geblieben ist. Mit jedem ihrer Auftritte Ă€ndert sich auch die Dynamik zwischen den BrĂŒdern ein wenig, und diese Woche bekommt sie einige gute Szenen mit Sam. Es macht sich bemerkbar, dass sie mittlerweile zur Familie gehört. Nicht zuletzt auch dadurch, dass sie jetzt selbst am JĂ€gerleben teilnimmt, inklusive Hetzjagden, Schussverletzungen und Kontakt mit dem ĂbernatĂŒrlichen.

FĂŒr die Serie ist das gut, denn Charlie bringt durch ihre Anwesenheit eine andere Stimmung in die Episoden als Castiel (Misha Collins) oder Crowley (Mark Sheppard) - und mehr VerbĂŒndete können den Winchesters ohnehin nie schaden. Hier passt sie hervorragend dazu, um uns Sams GemĂŒtszustand aufzuzeigen. Der ist nĂ€mlich nach wie vor bereit, alles zu tun, um Dean zu helfen - was Padalecki im Zusammenspiel mit Day auf gute Weise zur Geltung bringt (und uns einen Hinweis darauf liefert, dass er das Buch nur ungern vernichten wĂŒrde).
Dean
Was ist denn da passiert? Als sich die potenzielle Lösung anbietet und in Reichweite kommt, scheint der Ă€ltere Winchester-Bruder wie ausgewechselt zu sein. Es tat richtig gut, Dean mal wieder optimistischer zu sehen. Er ist anfangs mit Eifer bei der Sache und diesmal ist es nicht bloĂ ein Fall der Woche, mit dem er sich vom eigentlichen Problem ablenken will. Man konnte spĂŒren, wie die Hoffnung in ihm wieder aufkeimt und er sich fast wie in alten Zeiten ins Abenteuer begibt.
Umso hĂ€rter saĂ dann natĂŒrlich der Schlag, als er erkennen musste, dass das Buch zu gefĂ€hrlich ist und sein Kainsmal danach verlangt, um schlimme Dinge anzustellen. Wie gewonnen, so zerronnen - und somit geht Dean wieder in den Modus zurĂŒck, den er uns in den letzten Folgen beschert hat.
Nebenbei bemerkt war auĂerdem der Kampf im Laden mit Jacob Styne und einem seiner Gefolgsleute sehr gelungen. Sehr schön inszeniert und ausgefĂŒhrt, ein kleines Highlight der Folge.
Sam
Abseits von den Szenen mit Charlie sticht bei Sam seine Handlung wĂ€hrend des Endkampfs heraus, die uns spĂ€ter im wahren Licht prĂ€sentiert wird. Er hat das Buch also nicht verbrannt, sondern heimlich ausgetauscht. Somit agiert er (erneut) hinter Deans RĂŒcken und lĂ€sst auch die anderen Team-Mitglieder nichts von seiner Aktion wissen.
Dass dabei meist nichts Gutes herauskommt, ist uns bereits klar. Immer, wenn einer der BrĂŒder dem anderen etwas verheimlicht, fĂŒhrt das frĂŒher oder spĂ€ter zu neuen Konflikten zwischen den beiden. Aber man kommt nicht umhin, die Aktion halbwegs positiv zu betrachten, gerade weil er zuvor noch Charlie erklĂ€rt hat, dass er alles fĂŒr Dean tun wĂŒrde.
Aber warum wendet er sich mit dem Buch gerade an Rowena (Ruth Connell)? Er hĂ€tte doch Charlie, Castiel oder vielleicht sogar Crowley einweihen können. Sam weiĂ zwar nicht, was Rowena alles schon so auf dem Kerbholz hat (bekam er von Dean eigentlich etwas von der Auseinandersetzung zwischen dem King of Hell und âMommy Dearestâ mit - nicht wirklich, oder?), aber nach allem, was er von der Hexe bereits mitbekommen hat, sollte es eigentlich die letzte Person sein, mit der er einen Handel abschlieĂen will. Erst recht, wenn es um ein so mĂ€chtiges Buch geht, das die gefĂ€hrlichsten FlĂŒche beinhaltet. Da lĂ€sst sich schon riechen, dass dieser Deal nach hinten losgehen wird und es wahrscheinlich besser gewesen wĂ€re, wenn Sam das verdammte Buch doch verbrannt hĂ€tte.
Castiel und Metatron
Der kleine Roadtrip von Castiel und Metatron (Curtis Armstrong) sorgt zunĂ€chst fĂŒr ein paar humorvolle Szenen. Metatron ist sicher keine Figur, die viele Fans hat. Aber bei seiner Darbietung kommt man nicht umhin, doch das eine oder andere Mal zu schmunzeln.
Die Suche nach Castiels Grace stellt sich jedenfalls nicht so einfach heraus, wie man hĂ€tte annehmen können. Zwar bringt Metatron ihn schlieĂlich ans Ziel, aber er weiĂ selbst nicht so genau, wo die Engelsessenz verstaut wurde (oder gibt es zumindest vor).
Zudem kann Metatron Castiel davon zu ĂŒberzeugen, ihm die Fesseln abzunehmen. Dass er Castiel vorher noch das Leben gerettet hat, trug sicher einen Teil dazu bei. Und dass es ein Fehler war, wird wenig spĂ€ter deutlich, als Metatron wieder die Oberhand gewinnt - ja, der Mann ist belesen und es fĂ€llt ihm nicht schwer, Castiel mit ein paar Zeichen schwer zuzusetzen.
Im Endeffekt bekommt Castiel zwar sein Grace zurĂŒck und ist damit endlich wieder voll einsatzfĂ€hig. Aber auf der anderen Seite gelingt Metatron die Flucht und hat die DĂ€monentafel weiterhin beziehungsweise erneut im Besitz. Es ist zwar nicht so ganz klar, was er damit vor hat, aber dass er nichts Gutes im Schilde fĂŒhrt, steht wohl auĂer Frage.
Fazit:
Mit Book of the Damned liefert die Serie eine weitere gute Episode ab und legt langsam, aber sicher den Weg fĂŒrs Finale. Abgesehen vielleicht von Sams angepeiltem Handel mit Rowena, der trotz guter Absichten doch arg fragwĂŒrdig daherkommt. Von mir gibt es diese Woche abermals vier von fĂŒnf Sternen.
Promo zur Episode 10x19 der Serie âSupernaturalâ: Verfasser: Christian SchĂ€fer am Freitag, 17. April 2015Supernatural 10x18 Trailer
(Supernatural 10x18)
Schauspieler in der Episode Supernatural 10x18
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?