Supernatural 10x11

Supernatural 10x11

In der Folge There's No Place Like Home der US-Serie Supernatural treffen Sam und Dean ein weiteres Mal auf Charlie Bradbury. Sie scheint nicht mehr dieselbe Person zu sein, die die BrĂŒder kennen.

Felicia Day ist erneut in „Supernatutal“ zu Gast. / (c) The CW
Felicia Day ist erneut in „Supernatutal“ zu Gast. / (c) The CW
© elicia Day ist erneut in „Supernatutal“ zu Gast. / (c) The CW

Double Trouble

Die Folgen mit Charlie (Felicia Day) zeichnen sich stets dadurch aus, dass es immer wieder neue Seiten an der Figur zu entdecken gibt. Ob als Hackerin, Rollenspielerin oder JĂ€gerin - mit Charlie gibt es oft frischen Wind bei den FĂ€llen der Woche. Wie auch bei ihrem letzten Gastauftritt in „Slumber Party (9x04), als es um die Wicked Witch und Oz ging, wohin Charlie am Ende zusammen mit Dorothy (Kaniehtiio Horn) aufgebrochen ist.

Nun ist sie von dort zurĂŒck und gleich in doppelter Form. Es gibt eine gute und eine böse Charlie. WĂ€hrend sich die Böse daran macht, den betrunkenen Autofahrer aufzuspĂŒren, der einst den Tod der Eltern von Celeste Middleton (Charlies echter Name) verursachte, sucht die Gute nach einem Weg, ihr anderes Ich aufzuhalten und die Trennung in gut und böse wieder rĂŒckgĂ€ngig zu machen. Felicia Day bekommt damit eine Doppelrolle und darf beide Seiten der Charlie Bradbury darstellen, was ihr auch gut gelingt.

Neben einem Blick in Charlies Vergangenheit und damit rund um die Geschehnisse um den Tod ihrer Eltern, erfahren wir auch, was sie in Oz erlebt hat. Ein wenig schade ist vielleicht, dass wir dabei nichts (oder nur wenig) von der zauberhaften Welt von Oz zu sehen bekommen. Der Rezensent hatte insgeheim gehofft, dass sich Charlies nĂ€chster Auftritt zumindest zu einem Teil dort abspielen wĂŒrde. Schließlich hĂ€tte es sich schön in die bisherigen, leicht extravaganten Abenteuer um Miss Bradbury eingefĂŒgt. Oder wie wĂ€re es mit einem Spin-off, das sich auf Oz und andere mĂ€rchenhafte Welten konzentriert?

Aber zurĂŒck zur Folge: Die doppelte Charlie passt natĂŒrlich gut in den momentanen Staffelbogen hinein. Es ist kein komplett losgelöster Fall der Woche, der uns prĂ€sentiert wird, denn es werden deutliche BezĂŒge zu Deans (Jensen Ackles) Dilemma mit dem Kainsmal genommen. Und es ist immer gut, wenn die Rahmenhandlung nicht zu sehr in den Hintergrund geschoben wird.

Sam und die gute Charlie

Die Wege der BrĂŒder trennen sich im Verlauf der Episode vorĂŒbergehend. WĂ€hrend Dean versucht, die böse Charlie bei ihrem Rachefeldzug aufzuhalten, ist Sam (Jared Padalecki) mit der guten unterwegs. Dabei gilt es, die Spaltung wieder rĂŒckgĂ€ngig zu machen und das fĂŒhrt die beiden zum ehemaligen Men of Letters-Mitglied Clive Dillon (Duncan Fraser, der ĂŒbrigens schon in der Episode Hammer of the Gods, 5x19, den Odin spielen durfte). Hier spielt sich dann auch das Finale der Folge ab, denn Clive besitzt genau wie Charlie ein böses Alter Ego, welches sich als der „Wizard of Oz“ (Carter Kinsella) entpuppt.

Storytechnisch gibt es eigentlich kaum was an den Geschehnissen auszusetzen. Die physische Verbindung zwischen Clive und dem Zauberer sowie Charlie und Charlie ist einer der SchlĂŒsselpunkte der Episode und fĂŒhrt schließlich zur Auflösung des Dilemmas. Dazu muss sich „good“ Charlie allerdings ĂŒberwinden und einen Mord (oder Doppelmord, mit Blick auf den Zauberer) begehen, was ihr sichtlich schwerfĂ€llt, aber zur Rettung von Sam und auch sich selbst erforderlich ist. Die Gute muss sich also zu einer schlechten Tat entscheiden, um den Weg zum wahren Selbst zurĂŒck zu finden. Diese Art von innerem Kampf wurde vermutlich bewusst gewĂ€hlt, denn mit Blick auf Dean lassen sich spiegelbildliche Parallelen finden.

Was Sam betrifft, gibt es leider keine bedeutungsvollen Auftritte. Er ist nĂŒtzlich und hilft wo er kann, keine Frage. Aber es schleicht sich langsam das GefĂŒhl ein, dass er momentan eher eine Nebenrolle einnimmt. Es wĂ€re toll, wenn er demnĂ€chst wieder mehr machen wĂŒrde, als sorgenvoll drein zu schauen oder - wie hier mal wieder - in die Opferrolle gesteckt zu werden.

Dean und die böse Charlie

Das KernstĂŒck der Episode bilden Dean und „bad“ Charlie. Auf der Jagd nach Russell Wellington (Barclay Hope), der sich als der Verursacher vom Tod von Charlies Eltern entpuppt, treffen die beiden immer wieder aufeinander und fĂŒhren - meist verbale - Auseinandersetzungen. Ein wichtiger Faktor dabei ist, dass Dean sich stets unter Kontrolle halten muss, was bei ihrem Vorgehen nicht leicht fĂ€llt. Mehr als einmal kriegen wir da die Phrase „son of a bitch“ zu hören, wenn Charlie mal wieder entkommt.

Eine Sache, die sich etwas kritisch beĂ€ugen lĂ€sst, kommt an der Stelle als Dean den MissetĂ€ter vor Charlie erreicht hat und sie ihn ĂŒberzeugen kann, ihr Zugang zu Russell zu gewĂ€hren. Man konnte schon ahnen, dass es nicht gut fĂŒr Russell enden wĂŒrde und normalerweise hĂ€tte Dean da sehr viel misstrauischer sein mĂŒssen. Aber es gilt halt zu bedenken, dass die böse Charlie auch die dunkle Seite von Dean reprĂ€sentiert und er innerlich hofft, dass sie ihre Worte ehrlich meint. Von daher funktionierte die Szene gut und es bleibt nachvollziehbar, dass er sich von ihr tĂ€uschen lĂ€sst.

aus der Episode „There%26#039,s No Place Like Home“ der Serie „Supernatural“
aus der Episode „There%26#039,s No Place Like Home“ der Serie „Supernatural“ - © The CW

Gut war auch das anschließende GesprĂ€ch in der Bar mit einem sehr treffenden Dialog zwischen den beiden. Dort konnte man sich zudem fragen, weshalb er ihr erzĂ€hlt, wo sich ihr gutes GegenstĂŒck befindet. Aber diese Angaben entpuppen sich als Fehlinformationen, eine TĂ€uschung, damit sie zum falschen Ort fĂ€hrt. Nur dreht Charlie den Spieß erneut um, hat mit der TĂ€uschung gerechnet und folgt Dean, nachdem er sich einen neuen fahrbaren Untersatz beschafft hat. Diese Art von „wer tĂ€uscht wen?“ weiß zu gefallen und darf in Zukunft gerne öfter zum Einsatz kommen (es muss ja nicht immer Crowley sein, der Katz und Maus mit den Winchesters spielt).

Es gelingt der Episode auch, den Fokus trotz der ganzen Handlungen um Charlie immer wieder auf Dean und seine Selbstbeherrschung zu lenken. Angefangen mit seinem Zwölf- beziehungsweise Drei-Punkte-Plan ĂŒber die sehnsĂŒchtigen Blicke auf alkoholische GetrĂ€nke und die ganzen anderen selbstauferlegten Regeln - wie gesundes Essen bis hin zur zitternden Hand. Hier lĂ€sst sich auch eine deutliche Steigerung in der Spannungskurve vermerken, denn mit fortschreitender Handlung wird es immer wahrscheinlicher, dass die tickende Zeitbombe Dean Winchester explodiert.

Das ist dann auch der Punkt, der weniger gut gelöst wurde. Dean verliert am Ende die Kontrolle, aber den Vorgang bekommen wir nur in Ausschnitten zu sehen und der Übergang ist am Ende zu sprunghaft. Immer wieder wird zwischen dem Kampf mit „bad“ Charlie und den VorgĂ€ngen im Inneren des Hauses hin und her geschwenkt. Viel besser wĂ€re es gewesen, hĂ€tte man deutlich gezeigt, wie Dean wĂ€hrend des Kampfes die Kontrolle verliert - ohne Schnitte ins Haus. Denn dass Ackles solche Momente gut darstellen kann, konnten wir schon öfter sehen.

Fazit:

An sich eine gute Episode, die die Balance zwischen Fall der Woche und Rahmenhandlung besser trifft als so manch anderes Einzelabenteuer der Winchesters. Andererseits gibt es aber auch ein paar Punkte, die besser hÀtten gelöst werden können und damit Luft nach oben lassen. Dean und die doppelte Charlie funktionierten gut, wÀhrend Sams Rolle momentan leider den Eindruck einer zweiten Geige erweckt. Der braucht wieder mehr und vor allem Bedeutungsvolleres zu tun. Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.

Supernatural: promo zur Episode 10x12:
Verfasser: Christian SchÀfer am Mittwoch, 28. Januar 2015

Supernatural 10x11 Trailer

Episode
Staffel 10, Episode 11
(Supernatural 10x11)
Deutscher Titel der Episode
Zuhause ist es doch am schönsten
Titel der Episode im Original
There's No Place Like Home
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 27. Januar 2015 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 10. November 2015
Autor
Robbie Thompson
Regisseur
Philip Sgriccia

Schauspieler in der Episode Supernatural 10x11

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