Supernatural 10x07

© astiel und Hannah in âSupernaturalâ / (c) The CW
Caroline und Jimmy
Seit Staffelbeginn haben wir verfolgt, wie sich Hannah (Erica Carroll) und Castiel (Misha Collins) daran gemacht haben, abtrĂŒnnige Engel zu verfolgen, die auf der Erde geblieben sind. Diesem Auftrag sind sie auch in den letzten Wochen nachgegangen und die Liste wird allmĂ€hlich kleiner. Bei den gemeinsamen Unternehmungen lieĂ sich vermuten, dass Hannah womöglich als love interest fĂŒr Castiel fungieren sollte und anfangs sieht auch alles noch danach aus - Stichwort: duschen.
Die Lage verĂ€ndert sich aber, nachdem Hannah unverhofft Besuch von Joe (Steve Belford) bekommt - der Mann von Caroline, deren Körper Hannah als Engel benutzt. Die Problematik, dass Engel sich einen Wirt nehmen mĂŒssen, um auf Erden zu wandeln, wurde schon lĂ€nger nicht mehr in dieser Form angesprochen und die Auseinandersetzung mit Carolines Ehemann fĂŒhrt bei Hannah letztlich zu der Entscheidung, dass sie ihren Wirt wieder verlĂ€sst und (in Engelsform) in den Himmel zurĂŒckkehrt. Dabei spielen auch die Emotionen, die sie vor allem gegenĂŒber Joe empfindet und nicht so recht zu verarbeiten weiĂ, eine Rolle.
Erica Carroll darf dabei in ihren Szenen mit Collins einmal zeigen, wozu sie darstellerisch fĂ€hig ist. Bei Castiel fĂŒhrt Hannahs Abreise zu Gedanken an Jimmy Novak, dessen Körper er seit seinem ersten Auftritt in der Serie benutzt beziehungsweise wieder benutzt. Somit sieht es so aus, als wenn der Handlungsbogen mit Hannah beendet wurde, um Platz fĂŒr einen inneren Konflikt von Castiel zu machen. Wird er demnĂ€chst auch seinen Körper ablegen? Vielleicht. Aber wenn, dann wahrscheinlich nur fĂŒr ein paar Episoden, denn ein Ausscheiden von Misha Collins aus der Serie wird es wohl kaum geben.
Einerseits war dieser Handlungsstrang nicht der interessanteste, insofern ist eine VerĂ€nderung durchaus willkommen und Castiel könnte demnĂ€chst wieder mit Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) in neue Abenteuer gehen. Andererseits wurde man gerade mit dieser Folge besser mit Hannah warm - da ist es schade, dass sie plötzlich von der BĂŒhne verschwindet.
Dieser Nebenplot steht bei der Episode ein wenig auĂen vor, denn, wĂ€hrend die anderen Plots miteinander verknĂŒpft werden, stehen Castiel und Hannah abseits vom Rest des Geschehens. Fraglich bleibt auch, ob und wann das Thema Grace erneut angesprochen wird, welches mit Crowleys (Mark Sheppard) Hilfe bloĂ vorĂŒbergehend gelöst wurde.
Cole
Eine RĂŒckkehr von Cole (Travis Aaron Wade) ist spĂ€testens nach den ersten Sekunden der Episode zu erwarten und, wie sich vermuten lĂ€sst, kommt er gerade in einem fĂŒr Dean ungĂŒnstigen Moment wieder zurĂŒck. In den letzten Wochen hat Cole sein Wissen ĂŒber DĂ€monen erweitert, wovon wir anfangs auch ein wenig zu sehen bekommen.
Die (nunmehr zweite) Konfrontation mit Dean lĂ€uft aber alles andere als erwartet - sowohl fĂŒr Cole als auch fĂŒr uns. Dean ist kein DĂ€mon mehr, reagiert somit nicht auf Weihwasser und obendrein gibt es von ihm eine einschneidende Offenbarung bezĂŒglich Coles Vater. Der war angeblich ein Monster, welches sich von roher menschlicher Leber ernĂ€hrte. Und dieser Art Monster ist Dean bislang nur einmal begegnet (Fall der Woche, ick hör' dir trapsen).
Wades Mimik zeigt uns, wie fĂŒr Cole daraufhin eine Welt zusammenbricht. Jahrelang hatte er zum Ziel, den Tod seines Vaters zu rĂ€chen und nun wird ihm gesagt, dass nicht der TĂ€ter, sondern sein Vater das Monster war. Ein starker Moment und vielleicht auch das letzte Mal, dass wir Cole zu Gesicht bekommen.
Wobei auch hier gilt: Einerseits ist die Auflösung gelungen und aufgrund der Tatsache, dass Cole Familie hat, lĂ€sst sich eine erneute RĂŒckkehr nicht erwarten. Andererseits kommt das Ende ziemlich plötzlich, denn gerade mit Blick auf die Vorarbeit in den ersten Folgen der Staffel hĂ€tte sich angeboten, weitere RĂŒckblicke zu bringen und noch mehr auf die Figur des Cole Trenton einzugehen. Vielleicht kommt da auch noch was, aber sehr wahrscheinlich wĂ€re es bei dem momentanen Kenntnisstand nicht.
Als letzte Anmerkung zu Cole: Seine Geschichte erinnert ein wenig an die AnfĂ€nge der Serie. Der Tod von Mama Winchester und in dem Zusammenhang auch der DĂ€mon âYellow Eyesâ liefern da einige Parallelen - auch wenn die genauen VerhĂ€ltnisse etwas anders gestaltet wurden. Ohne seine Familie wĂŒrde auch die Option bestehen, dass Cole zum JĂ€ger wird und hin und wieder den Winchesters ĂŒber den Weg lĂ€uft. Aber davon wird er auch wegen Deans ErklĂ€rungen sicher absehen.
Girls, Girls, Girls
Das ist mal ein gelungener und amĂŒsanter Einstieg in einen neuen Fall fĂŒr Sam und Dean. Die Idee mit der Datingapp ist köstlich und dass Shaylene (Elysia Rotaru) sich nicht als kanadischer Trucker entpuppt, sondern Seelen als Gegenleistung fĂŒr ein SchĂ€ferstĂŒndchen verlangt, ist mal was anderes. Crowleys Gefolge scheint da Ă€hnliche Ideen zur Seelensammlung zu haben wie der King of Hell selbst (auch wenn dieser spĂ€ter nicht gerade begeistert von der Vorgehensweise ist). DĂ€monen als ZuhĂ€lter - irgendwie passend.

Die Winchesters, die ohnehin momentan in einer Flaute an neuen FĂ€llen stecken, bekommen also wieder was zu tun und stolpern nebenbei auch ĂŒber die Hexe Rowena (Ruth Connell), die uns bereits in Soul Survivor angeteasert wurde. Ăberhaupt entwickelt sich die gesamte Geschichte sehr schön und bringt die verschiedenen Plotlines (mit Ausnahme von Castiels Handlung) nahtlos zusammen. Hier wirkt nichts forciert oder gar an den Haaren herbeigezogen. Jede Schlussfolgerung und jeder Schritt der Figuren sind nachvollziehbar. In Frage stellen lieĂe sich höchstens, wie Cole es geschafft hat, Dean zu finden. Der befragte DĂ€mon dĂŒrfte da kaum in der Lage gewesen sein, einen genauen Aufenthaltsort anzugeben.
BezĂŒglich der beiden BrĂŒder fĂ€llt allerdings wieder einiges auf: ZunĂ€chst einmal findet das Kainsmal keinerlei ErwĂ€hnung, obwohl das zu erwarten gewesen wĂ€re. Das ist deshalb komisch, weil das Thema noch nicht vom Tisch sein sollte und Dean in dieser Episode mehrere DĂ€monen tötet (wenn auch nicht mit solch ĂŒbertriebener Gewaltanwendung wie in der letzten Folge). Dann gibt es die Szenen mit Dean und Cole, zu denen Sam spĂ€ter dazustöĂt. Hat er wirklich nur gesagt, was Cole hören sollte oder steckt mehr hinter der Aussage, dass er (Dean) „beyond saving“ ist? Die ganzen AusfĂŒhrungen klingen ehrlich und, als Sam ihn darauf ansprechen will, blockt er wieder ab. Von wegen BM-Szene.
Rowena
Mit Rowena wird uns eine Figur nĂ€her vorgestellt, die sich zum neuen Oberbösewicht entwickeln könnte. Gleich mehrmals darf sie zeigen, wie mĂ€chtig und rĂŒcksichtslos sie ist. Neben dem menschlichen Umfeld gilt das auch fĂŒr DĂ€monen, die sie mit ihren âHexbagsâ qualvoll verenden lassen kann. Die Hexe wirkt dabei aber nicht unsympathisch. Sie genieĂt ihre Macht und rettet (vorerst) immerhin zwei Zwangsprostituierte. Das geschieht zwar, um die beiden fĂŒr die GrĂŒndung eines Hexenordens heranzuziehen, aber Ă€hnlich wie Crowley verströmt Rowena dabei ein Charisma der angenehmen Sorte, mit dem man sich als Zuschauer leicht anfreunden kann. Und das trotz der teils grausamen Taten, die sie vollbringt.
Die Hintergrundgeschichte, die sie ihren neuen (aber nur vorĂŒbergehenden) Zöglingen erzĂ€hlt, kann Interesse wecken. Gut möglich, dass sich im Staffelverlauf auch noch andere Hexen blicken lassen, um der AbtrĂŒnnigen auf die Spur zu kommen. Wir wissen bislang nur wenig ĂŒber Hexenorden und dergleichen, womit sich noch einiges an Potential erschlieĂen lĂ€sst.
Die Ăberraschung, die sich vielleicht schon durch Rowenas Auftritte und AusfĂŒhrungen erahnen lieĂ, ist natĂŒrlich, dass sie Crowleys Mutter ist. Der Gesichtsausdruck vom King of Hell, als ihm dĂ€mmert, wen er dort vor sich hat, ist einfach unbezahlbar. Es kommt nicht oft vor, dass jemand Crowley ĂŒberraschen kann, aber Rowena hat es geschafft. Ob sie sich aus ihrer Lage wird befreien können? Und was wird Crowley als NĂ€chstes tun?
Fazit
Eine tolle Folge, die einige HandlungsstrĂ€nge abschlieĂt und neue Möglichkeiten und Wege eröffnet. Rowena ist schon jetzt eine Bereicherung und darf gerne lĂ€nger bleiben. Vielleicht wird ein bisschen viel auf einmal abgeschlossen und zwischen den BrĂŒdern lĂ€uft am Ende nicht alles so rund, wie es sein könnte. Aber die Episode macht Lust auf mehr. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen.
Supernatural: Promo zur Episode 10x08: Verfasser: Christian SchÀfer am Donnerstag, 27. November 2014Supernatural 10x07 Trailer
(Supernatural 10x07)
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