Suits 7x08

© abriel Macht und Patrick J. Adams in der Serie „Suits“ / (c) USA Network
Mit 100 feiern wir eine Jubiläumsepisode, die sich vom ersten Moment wie ein Etappensieg anfühlt. Doch das ist okay, denn das Endspiel darf gerne noch auf sich warten lassen.
Zur Feier des Tages gehen wir chronologisch durch die Episode, die mit Sequenzen der Figuren in ihren eigenen vier Wänden startet. Das liegt auf der Hand, auch wenn man sich langsam fragen muss, ob nicht alle wichtigen Charaktere in einem riesigen, blass-altrosa eingerichteten Bed-and-Breakfast wohnen, in dem unten eine Dame in den mittleren Jahren dafür sorgt, dass niemand die monströse Glocke am Empfang läuten kann, ohne einem Small Talk über die Schönheit von Plastik-Deko-Rosen zu entgehen.
Und dann legt Donna auch noch ein Buch, das nicht nur emotionalen, sondern auch historischen Wert hat, mit der aufgeschlagenen Seite nach unten auf den Tisch. Für Menschen mit dieser Bildung und diesen Möglichkeiten haben die Mitglieder der Suits-Clique nicht nur auffällig schlechten Geschmack in Sachen Inneneinrichtung, sondern auch sonst einiges an Bildungslücken vorzuweisen. Doch kehren wir zurück zu der eigentlichen Sache, die uns die ersten Minuten der Jubiläumsepisode mitteilen wollen: Nämlich, dass es mittlerweile auch beim letzten Erfolgsmenschen angekommen ist, dass das wahre Glück im Privaten liegt. Wir dürfen uns also auf einen, vielleicht sogar zwei romantische Küsse einstellen. Aber damit der Ehrgeiz nicht ganz zurückstecken muss, dürfen Harvey (Gabriel Macht) und Mike (Patrick J. Adams) nebenbei auch noch einen Fall lösen. Dieses Mal geht es nicht darum, die eigene Kanzlei zu retten. Zum Wohle der Menschheit ziehen die beiden ganz nach dem Motto ihrer Idole Batman und Robin ein paar zwielichtige Gestalten aus dem Verkehr, die dank Macht und Moneten auf denen herumtrampeln können, die es nicht so gut getroffen haben.
Roger, you heard him, he has a witness.
Dabei müssen wir erneut etwas Überraschendes feststellen: Wer hätte gedacht, dass Harvey ein so schlechter Schauspieler ist? Aber das macht kurz darauf ohnehin nichts mehr aus, denn Batman und Robin müssen erkennen, dass ihnen die Sache über den Kopf gewachsen ist. Erst geben sie den Fall an Robert Zane (Wendell Pierce), einen Mann mit einer Straßenvergangenheit, ohne auch nur eine Sekunde zu bedenken, dass er vielleicht eigenes Interesse am Ausgang des Falles finden könnte. Und noch dazu schaffen sie es, die Tochter ihres neuen Gegenspielers zu beledigen, indem sie sie wie eine Unmündige behandeln. Na gut, das letzte geht vor allem auf Mikes Kappe und es ist auch nicht das erste Mal, dass er seine jeweilige Partnerin vergisst vor lauter Weltenretterspielen.
Dass Frank Gallo (Paul Schulze) seine Meinung plötzlich ändert, dafür kann das verhinderte Superheldenduo nichts, das geht auf die Serienautoren, die sich nicht so richtig viel Mühe gegeben haben, die Hürden, über die man bei Specter Litt springen muss, auch zu verdienen.
Dann kommt Rachel (Meghan Markle) ins Spiel und zeigt, wie erwachsen und unabhängig sie ist - indem sie sich als Mittel zur Erpressung ihres Vaters bereitstellt. Mit der Figur der Rachel können die Autoren einfach keinen Fuß mehr ins Trockene bekommen, seit sie sich mit Mike eingelassen hat. Der hat zwar an und für sich nur hehre Absichten, aber beruflich zieht die Junganwältin einfach den Kürzeren durch ihre Beziehung. Das Beste wäre es wohl mittlerweile wirklich, Rachel nimmt ihren Mont Blanc und ihre Highheels und schlägt ihr Lager in einer anderen Kanzlei auf.
Doch der Fall geht ohne Rachel weiter. Ihr kleines Manöver ist nur ein kurzer Umweg auf dem Weg zum großen Showdown. In dem dürfen statt des altbewährten Teams dann Robert und Harvey Gerechtigkeit in die Welt bringen. Doch die melodramatische Musik müssen die Serienmacher gar nicht ausschalten, denn es geht nahtlos weiter mit Harvey und Alex (Dule Hill), die ein altes Unrecht gerade rücken.
It takes a big man to say that.
Doch keine Sorge, Mike bekommt auch noch seinen Moment, er löst sein Versprechen ein, Frank in den Augen seiner Tochter zu rehabilitieren. Das kann der Vater zwar nicht mehr sehen, aber wir wissen, dass die Welt zumindest auf eine gewisse Weise wieder etwas mehr ins Gleichgewicht gekommen ist.
Für die beiden anderen Plots spielt Rachel eine überraschend große Rolle, aber ohne es selbst zu wissen. In den letzten Sekunden ist sie der Grund, aus dem Donna (Sarah Rafferty) auf der Türschwelle kehrt macht und sich daran erinnert, dass sie das Beste verdient. Ungünstigerweise sitzt das Beste beziehungsweise der Beste jedoch gerade mit seiner Freundin zusammen und redet sich gekonnt aus dem Vergessen eines Beziehungsjubiläums heraus. Doch das endgültige Happy End hat noch Zeit, die Serie hat ja hoffentlich noch ein paar mehr Episoden vor sich.
Vor der anderen Tür haben wir Louis (Rick Hoffman), dem Rachel zuvor versichert hat, dass sie ihn nicht anders sehen würde, selbst wenn er zu Sheila (Rachael Harris) ginge. Und, ganz klar, das tut er natürlich auch.
Fazit
Die Jubiläumsepisode 100 bringt das Ende zu einem Fall, der so gar nicht zu Specter Litt passen mag. Dank Mike kämpfen sie gegen das Böse in Form einer unüberschaubaren Corporation statt ebensolche zu decken. Es geht um Menschenleben und um eine Verschwörung in großem Stil. Mike und Harvey dürfen einmal wirklich Batman und Robin sein, inklusive großem Showdown mit rauer, dramatischer Stimme vorgetragen.
Trailer zur nächsten Episode der US-Serie „Suits“, „Shame“ (7x09):
Verfasser: am Donnerstag, 31. August 2017Suits 7x08 Trailer
(Suits 7x08)
Schauspieler in der Episode Suits 7x08
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