Suits 6x15

© arvey (Gabriel Macht) und Mike (Patrick J. Adams) in der Serie „Suits“ / (c) USA Network
In der Episode Quid Pro Quo geht es darum, seine Träume aufzugeben - oder eben nicht. Auf jeden Fall kommen die einzelnen Plots Suits-mäßig nicht ohne mehrere Wendungen aus.
I Know They Exist Now!
Mike (Patrick J. Adams) und Harvey (Gabriel Macht) träumen davon, wieder zusammen als Anwälte zu arbeiten, Rachel (Meghan Markle) schließt sich da an, Donna (Sarah Rafferty) und Benjamin (David Reale) träumen davon, The Donna groß rauszubringen und Louis (Rick Hoffman) träumt von einer stabilen Beziehung ohne Geheimnisse. Am Ende der Episode müssen alle einsehen, dass man nicht so einfach da ankommt wo man hinwill, aber dass es doch meistens einen Weg gibt. Meistens, zu Louis' Unglück nicht immer.
Doch wir starten mit Mike, der sich angesichts der moralischen Kosten zunächst dafür entscheidet, seinen Traum platzen zu lassen. Er will weder die kranken Minenarbeiter fallen lassen noch ins Erpressungsgeschäft einsteigen. Das ist eine gute Idee, schließlich macht es nicht den besten Eindruck, wenn man für das Recht kämpfen will und auf dem Weg dahin zum Kriminellen wird. Auf jeden Fall hat er seinen moralischen Kompass jetzt wiedergefunden und verzichtet auf solche Aktionen.
Doch sein bester Freund und seine Verlobte sehen das ein bisschen anders und hängen Loyalität über Moral. So richtig verdenken kann man es ihnen dann auch nicht, immerhin sind es auch nicht die nobelsten Menschen, denen sie dabei auf die Füße treten. Und wieso war Harvey mit seinem Plan auf Rachel angewiesen? Ihr Beitrag war im Grunde sehr ersetzbar, Harvey hat sich selbst schon in ganz anderen Situationen ins Gespräch gebracht, eine Frau in einer Hotellobby sollte ein Leichtes für ihn sein. Doch im Gespräch mit Mike sagt er selbst, Rachel habe die Möglichkeit genutzt ihm zu helfen. Schade nur, dass die Autoren keine Beteiligungsmöglichkeit an dem Plot für sie finden, der sie zu einem wichtigen Bestandteil machen würde. Doch das sind wir ja leider bereits gewöhnt, Rachel als schmückendes Beiwerk ohne eigenen Beitrag zu sehen. Ihre Unterstützung ist in erster Linie symbolischer Art.
Der Plan wurde von Harvey erdacht. Mit den Worten „Niemand hält jemals alle Karten!“ stürzt er zu Beginn der Episode aus seinem Büro und legt los. Was ihm dabei hilft ist die Tatsache, dass er sich in einer Welt bewegt, in der alle anderen richtig viel Dreck am Stecken haben. Meistens muss man gar nicht tief graben. Mit dieser Taktik kommt er wieder ans Ziel. Was langsam etwas abgegriffen wirkt, führt aber dennoch zu befriedigenden Szenen wie die mit Palmer (Scott Lawrence).
Der Mann hat den bevorstehenden Tod mehrerer Menschen verschuldet und er verbringt seine Tage auf einem Winchester-Sofa mit Kristallglas in der Hand. Darf es sowas geben? Die Genugtuung, die Mike und Harvey am Ende erringen, ist ein Millionenbetrag für jeden der Minenarbeiter. Und ich muss zugeben, es macht richtig Spaß Harvey zuzuhören, wie er 200 Millionen verlangt, der höchste Betrag, der bisher in diesem Zusammenhang genannt wurde. Doch schnell danach kommt die Ernüchterung als man sich fragen muss, ist das Gerechtigkeit? Sollte der Mann nicht zusätzlich noch ins Gefängnis gehen? Und wieviel sind 200 Millionen Euro im Vergleich zu dem Geld, auf das er Zugriff hat? Man darf nur hoffen, dass es ein großes Stück aus seinem Portemonnaie reißt.
These Guys Are Vultures!
Unterdessen nimmt der The Donna-Plot immer mehr Platz ein. In der Episode Quid Pro Quo geht es um Investoren und die Frage, was man verlangen darf. Und auch hier bleiben die Suits-Autoren wieder extrem nah an der schmerzlichen Realität: Diejenigen mit Geld nehmen eine Chance nicht wahr, nur weil sie von einer Anwaltsgehilfin kommt, schlimmer noch, hinter den Rücken der Betroffenen mutieren die vordergründig Höflichen zu richtigen Ekelpaketen.
Donna und Benjamin wenden sich am Ende also doch an Stu Buzzini (Ian Reed Kesler). Der ist ein glänzendes Beispiel für das Talent der Suits-Autoren: Sie schaffen es immer wieder liebenswerte, schrullige, aber nicht zu komikhafte Nebenfiguren zu erschaffen, die sie zur richtigen Zeit wieder aus dem Hut zaubern. Donna versammelt mit ihrem aktuellen Plot gerade zwei von ihnen in einer wichtigen Storyline, mal abwarten, wer da noch dazu stößt.
Louis verbaut sich währenddessen vermutlich eine Zukunft mit Tara (Carly Pope). Erst trifft er die fragwürdige Entscheidung, ihr sein größtes Geheimnis anzuvertrauen noch bevor sie seinen Lieblingsfilm kennt. Die beiden haben mit der überraschenden Schwangerschaft und dem entschiedenen Bekenntnis einen mutigen Weg beschritten, den man bewundern kann. Es kann funktionieren und wenn es das tut, dann ist es wunderbar. Doch dafür müsste man in große Entscheidungen etwas mehr Überlegung stecken als lediglich ein kurzes Gespräch mit Rachel. Hätte Louis doch nur Donna oder The Donna gefragt, was er tun soll, dann wäre das alles vermutlich nicht passiert. Denn sein Geständnis tritt am Ende in den Hintergrund, viel gravierender ist der Umstand, dass er Tara aus der Ecke, in die er sich hat drängen lassen, nun Vorwürfe für ihr Verhalten macht. Das ist gar nicht gut und fühlt sich wie ein Rückfall in den alten Louis an, der zu impulsiv oft zurückgetreten hat. Noch dazu kommt, dass Tara so ziemlich von Anfang an mit offenen Karten gespielt hat. Zu erklären, dass man es okay finde und dann Wochen später Vorwürfe daraus zu drehen, ist sehr mies.
Trailer zum Staffelfinale „Character And Fitness“ (6x16) der US-Serie „Suits“:
Verfasser: am Donnerstag, 23. Februar 2017Suits 6x15 Trailer
(Suits 6x15)
Schauspieler in der Episode Suits 6x15
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