Star Trek: The Next Generation 7x26

Was passiert?
Captain Picard hat das Gefühl, immer wieder unkontrolliert vorwärts und rückwärts durch die Zeit zu springen. Bei der Suche nach einer Anomalie und einer Antwort auf die Frage, ob er vielleicht verrückt geworden ist, oder ob die Zeitsprünge tatsächlich passieren, begegnet er Q und einigen Geistern der Vergangenheit. Werden drei Picards ausreichen, um diese vorerst letzte Prüfung der Menschheit zu bestehen?
Dies & das
- Die Produktion zum ersten Kinofilm begann, während diese Episode noch gedreht wurde. Nach Abschluss der Dreharbeiten erhielt die Crew eine zehntägige Pause, bevor sie dann wieder vor der Kamera stand.
- Dies ist das einzige Serienfinale neben Star Trek, bei dem Allan Kroeker nicht Regie führte. Später war er für die Finals von Star Trek: Deep Space Nine, Star Trek: Voyager und Star Trek: Enterprise verantwortlich.
- Für die Szene, als Picard in der Vergangenheit über Subraum mit Riker spricht, wurde eine Sequenz aus der ersten Staffel benutzt.
- Laut John de Lancie meldete er sich bei Rick Berman, um eine Rolle im Serienfinale zu erhaschen. Berman soll de Lancie jedoch geantwortet haben, dass er natürlich dabei ist, und zwar egal ob er die Story mag oder nicht.

Zitate
„Q's interest in you has always been very similar to that of a master and his beloved pet. That was only an analogy, captain.“ (Data)
„It's time to put an end to your trek through the stars.“ (Q)
„Mister Data, you're a clever man. In any time period.“ (Picard)
„Goodbye, Jean-Luc. I'm gonna miss you... you had such potential. But then again, all good things must come to an end...“ (Q)
„That is the exploration that awaits you; not mapping stars and studying nebulae, but charting the unknown possibilities of existence.“ (Q)
„See you... out there.“ (Q)
„I should have done this a long time ago. - You were always welcome.“ (Picard und Troi)
„So, five-card stud, nothing wild... and the sky's the limit.“ (Picard)
Abschied tut weh
Nach sieben Jahren und 178 Episoden war 1994 der Tag gekommen - die zu Beginn gerne kritisierte wie verschmähte und schließlich doch unfassbar erfolgreiche und geliebte Crew rund um Captain Picard setzte sich mit einer neunzigminütigen Abschlussepisode ein Denkmal. Und das nicht aus Quotennot, sondern nur, um danach ins Kino zu wechseln und auch dort den Staffelstab der Classic-Crew zu übernehmen.
Wenn man als Zuschauer den Namen Brannon Braga hört, könnte man schon eine vage Idee bekommen, womit wir es hier zu tun haben. Man entschied sich für ein komplexes Zeitsprung-Konstrukt, das den Captain emotional und in Sachen Handlung in den Fokus rückte. Seine Sprünge durch drei Zeitebenen ließen uns die Vergangenheit der Serie neu erleben, in der Gegenwart verweilen und sogar einen Ausblick auf das wagen, was in 25 Jahren mit den geliebten Helden passieren würde. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen verband man diese an sich schon stimmige Ausgangslage noch mit der Kernstory des Pilotfilms, in dem kein Geringerer als Q die Menschheit vor Gericht stellte. Bis er hier jedoch seinen Auftritt hatte, vergingen rund 40 Minuten. Doch dann wurde klar: Das Verfahren gegen die Menschheit hatte sieben Jahre lang nicht geendet, man hatte sie beobachtet und war nun bereit, ein Urteil zu fällen: Schuldig. Die Menschen hätten ihre Zeit vergeudet und ihre Minderwertigkeit bewiesen. Doch zeigte der Auftritt von Q auch eine Chance: Ein erneutes Rätsel rund um sonderbare Anomalien in der Neutralen Zone. Doch der Reihe nach.
Nichts ist so kostbar wie die Zukunft
Die Eröffnungsszene in der uns bekannten Zeitebene bot durchaus Überraschungseffekt: Worf und Troi bei gemeinsamen Freizeitaktivitäten und schließlich sogar kurz vor einem innigen Kuss. Nun sind mit dem Wissen der neueren Serien unmotivierte Verbandlungen innerhalb der Crew leider keine Seltenheit, hier jedoch durfte man schon die Stirn runzeln. Wenn man dann noch in Betracht zieht, dass man in den folgenden Filmen keinerlei Bezug mehr auf die angedeutete frische Beziehung nahm und, dass schließlich Riker und Troi gar in den Hafen der Ehe einliefen, muss man diesem Intermezzo hier wohl ein klein wenig seine Daseinsberechtigung absprechen. Geschenkt. Viel spannender ist ohnehin der im Bademantel auftauchende Picard, der verwirrt von Zeitsprüngen berichtet.
Während er mit seiner Crew versucht, die Sprünge zu verstehen und gar weitere erlebt, entdeckt man in der Neutralen Zone eine Anomalie - genauer im Devron-System. Picard behält mit jedem Sprung mehr von seinen Erlebnissen, Crusher erkennt durch Scans, dass der Captain die Wahrheit sagt (es lassen sich Erinnerungen an Tage in Sekunden feststellen) und sie erkennt sogar einen kleinen Defekt, der unter Umständen einmal eine schwere Krankheit auslösen könnte. Zerknirscht sitzt eine besorgte Beverly schließlich bei Picard, hält seine Hand und gibt ihm einen Kuss. Es könne viel passieren in der Zukunft, sagt sie. Wohl wahr - und gar nicht abwegig, wenn man die bisherige Beziehung der beiden kennt. Schade jedoch auch hier, dass man in den Filmen auf diese Thematik nie mehr einging.

Nichts ist so kostbar wie die Vergangenheit
Doch auch die Vergangenheit birgt Spannendes: Picard ist plötzlich im Shuttle mit Tasha Yar und steht kurz davor, das erste Mal sein neues Schiff, die Enterprise, zu betreten. Dieser besondere Moment läuft jedoch anders ab, als Picard ihn aus seiner bisherigen Geschichte kennt - er sieht sonderbare Menschen in zerlumpten Kostümen (die ihm bisher nur im Gericht des Q begegnet waren) und verwirrt seine neue Crew mit einem unnötigen Roten Alarm und ungewöhnlichen Befehlen. Auch verwechselt er seinen Sicherheitschef und spricht Worf an (der ja wie er bereits weiß später für Tasha übernahm) und gibt O´Brien Aufgaben bar seines damaligen Aufgabenbereichs (weil er eben auch hier schon weiß, zu was der sympathische Mann fähig ist).
Hier ist es besonders schön zu sehen, wie die ganze Produktionscrew das Schiff, die Uniformen (Trois Rock und Haarreif, Worfs Frisur und Schärpe) und die Charaktere auf Retrofeeling trimmte. Sogar Data ist wieder mehr Pinocchio als die ganzen Jahre zuvor. Kudos!
Als Picard schließlich auf der Brücke nach einem gewissen Q ruft, zweifelt aber vermutlich auch der Letzte am Verstand des neuen Captains.
Nichts ist so kostbar wie die Zukunft
Doch auch in der fernen Zukunft hat Picard es nicht leicht: 25 Jahre nach seinem Abgang von der Enterprise ist aus dem Captain ein alter Mann geworden, der scheinbar wie sein Bruder Robert nun Weinbauer geworden ist. Besuch erhält er von Geordi, der - ganz ohne VISOR und optisch so wie später auch ab „Star Trek - First Contact“ - inzwischen verheiratet ist (offenbar mit der echten Leah Brahms aus dem Seriencanon), drei Kinder hat und Bücher schreibt. Eine gut weitergedachte Geschichte für den einstigen Wirbelwind im Maschinenraum.
Geordi ist jedoch nicht nur auf Besuch da - er sorgt sich um seinen früheren Weggefährten. Picard hat dem Vernehmen nach das Iromodische Syndrom, bei dem die Synapsen nach und nach versagen. Eine unheilbare Krankheit, die meist zu Demenz oder Senilität führt. Doch wirkt dieser Picard nicht senil oder dement - nur etwas alterskauzig. Bis - ja bis er auf einmal mitten in den Weinbergen Menschen mit zerlumpten Klamotten zu sehen scheint und ihre Stimmen hört. Geordis schlimmste Befürchtungen scheinen sich zu bewahrheiten: Der einst so stolze Captain der Enterprise verliert den Verstand.
Doch wäre Geordi nicht Geordi, wenn er seinen Freund schnell aufgeben würde. Picard beharrt darauf, durch die Zeit zu springen und diese sonderbaren Menschen zu sehen. Und er möchte Data besuchen, der inzwischen in Cambridge als Professor ein ruhiges Leben mit Katzen, Haushälterin und einer grau melierten Strähne im Haar führt. Doch auch Data ist skeptisch: Was der Captain über die Zeitsprünge und eine angebliche Anomalie im Devron-System erzählt, klingt phantastisch - lässt sich aber auch nicht völlig entkräften, obwohl es in dieser Zeitperiode keine Hinweise auf die Anomalie gibt. Mit der Hilfe von Admiral Riker will man sich jedoch vor Ort ein Bild machen, wird jedoch vom einst so fröhlichen und nun verhärmt wirkenden ehemaligen ersten Offizier der Enterprise abgebügelt. Was nun? Ein medizinisches Schiff könnte sie mitnehmen - gut, dass Picard da noch eine alte Verbindung hat. An dieser Stelle wird klar, warum man in der Gegenwart die Szene zwischen Picard und Crusher („viel kann passieren in 25 Jahren“) einbaute. Picard und Crusher waren einmal verheiratet, sind inzwischen getrennt und Beverly Picard befehligt ihr eigenes Schiff, die USS Pasteur.
Insgesamt ist es äußerst charmant, die Recken so zusammen in diesem veränderten Kontext zu erleben. Die Wärme, Freundschaft und gegenseitige Wertschätzung spricht aus jeder Szene. Auch zeigt es, wie sehr so eine gemeinsame Zeit aber doch auch eine Momentaufnahme im Leben darstellt. Die Lebenswege haben sich getrennt und die Crew wurde in alle Winde zerstreut. Was im Leben zählt ist letztlich nur das Heute, der Moment. Eine bittersüße unterschwellige Erkenntnis. Diese melancholische Denke findet sich auch in Bezug auf Picard, sein Alter und seine fortschreitende Krankheit. Alle seine Freunde halten ihn für dement oder senil, oder befürchten es zumindest - dennoch helfen sie ihm, gönnen ihm diese letzte Mission und behandeln ihn mit Respekt. Leider keine Selbstverständlichkeit in unserer heutigen Gesellschaft und ein gutes Beispiel dafür, wie es richtig gehen sollte.

Aus 3 mach 1
Ab dieser Stelle werden die Sprünge immer schneller und es macht keinen Sinn mehr, getrennt auf die verschiedenen Szenarien einzugehen. Nach seinem Besuch bei der Gerichtsverhandlung vermutet der Gegenwarts-Picard, dass mehr dahinter steckt, als ein übliches Q-Spiel. Gerade die Tatsache, dass dieser zugab, für die Zeitsprünge verantwortlich zu sein, beschäftigt den Captain. In der Neutralen Zone angekommen wechselte er zum Zukunfts-Picard, der von Gouverneur Worf nach einem kleinen Trick (Picard kennt seinen Klingonen eben) die gewünschte Hilfe erhält. Mit einem für die Crew erneut verwirrenden „Engage!“ wechselt er mitten im Befehl in die Vergangenheit. Nicht nur Troi ist zunehmend besorgt über die unkonventionellen Ansagen und das irrationale Verhalten. Picard jedoch bittet um Geduld. In einer clever recycelten Szene sehen wir sogar kurz den jungen Riker (ohne Bart), der ja zu diesem Zeitpunkt noch auf Farpoint weilt. Beim Teebestellen geht es dann wieder zeitlich nach vorne - mitten in ein Gespräch mit dem allseits bekannten Tomalak. Somit eine letzte Chance zu einem Auftritt für den tollen und viel zu früh verstorbenen Andreas Katsulas, über dessen mieses Makeup sich die Frau des Rezensenten jedoch direkt beklagte. Davon abgesehen war die Szene leider im Kontext der Handlung auch überflüssig, wie die gesamte Einbeziehung der Romulaner.
Auch in der Vergangenheit erreicht man kurz darauf (oder lange davor?) die Anomalie. Und siehe da: Sie ist in der Vergangenheit größer. In der Zukunft hingegen gibt es leider nichts zu sehen - sehr zum Ärger vom alten Picard, der weiterforschen will. Doch lässt ihn seine Ex-Frau abblitzen und zitiert ihn in ihren Bereitschaftsraum. Eine Lektion für den Ex-Captain und Ex-Gatten. Absolut verdient. Denn leider glaubt Beverly inzwischen eher an die Folgen des Iromodischen Syndroms als an eine reale Bedrohung. Auch hier behandelt man das Thema erneut sensibel. Die großen schauspielerischen Leistungen tun ihr Übriges.
Als Beverly den Raum verlassen hat, taucht Q als Greis mit Hörrohr auf - und scheint dem Captain helfen zu wollen. Zumindest erkennt Picard, dass er selbst es ist, der die Menschheit bedroht oder gar zerstören wird. Doch wie?
In der Gegenwart wird die Anomalie genauer untersucht, doch bleibt der Ursprung unklar. Ein umgekehrter Tachyon-Impuls könnte helfen (die Idee stammt von Data aus der Zukunft und beeindruckt den Gegenwarts-Data angemessen). Als sich neben Geordis Augen noch andere alte Wunden von Crewmitgliedern zu regenerieren scheinen, stellt Data eine Theorie auf. Achtung: Technobabble-Alarm. Hier wird es wie immer an solchen Stellen schwierig, der wirren Pseudowissenschaft zu folgen: Zeit, Antizeit - joar. Wir wollen das nicht vertiefen. Picard nutzt die These jedoch direkt in der Vergangenheit. Und beeindruckt damit erneut einen Androiden.
In der Zukunft schwimmen Picard hingegen die Felle davon: Klingonen greifen an und zwingen die USS Pasteur zum Rückzug. Gut, dass die neue Enterprise mit Admiral Riker im Kommandosessel zur Hilfe kommt. Die Pasteur ist aber nicht zu retten - so kommen Picard und seine Leute zurück in ihre alten Jagdgründe. Leider ist zumindest zwischen Riker und Worf das Tischtuch inzwischen offenbar zerschnitten. Ob Troi da ihre Pfoten im Spiel hatte?
Picard versucht, seinen ehemaligen ersten Offizier noch von seiner Sache zu überzeugen, doch ohne Erfolg. Seine Ex-Frau betäubt ihn rigoros. Alle Geduld ist eben endlich - ein Kommentar darauf, dass es eben oft auch leider anders läuft als mit Ruhe und endlosem Verständnis.

In der Gegenwart taucht erneut Q auf und liefert kryptische Hinweise - auch bringt er Picard auf die Erde vor 3,5 Milliarden Jahren, als dort das erste Leben entstand. Doch passiert nichts - vielleicht wegen der riesigen Anomalie, die alles auszufüllen scheint? Picard erkennt, dass die Anomalie in der Vergangenheit immer größer und größer wird und vielleicht so das Entstehen der Menschheit verhindert. Wenn Picard die Anomalie ausgelöst hat, muss er irgendwie herausfinden, was dazu geführt hat. Der Data der Vergangenheit hat eine Idee, ihm fehlt jedoch die Technik dafür. Diese ist in der Gegenwart jedoch bereits erfunden und kann eingesetzt werden - mit ihrer Hilfe sieht man, dass in der Anomalie drei Impulse konvergieren. Aus unterschiedlichen Zeitebenen und alle von der Enterprise. Wirklich? Hier schlich sich ein offensichtlicher Fehler ein: Der dritte Impuls kam nämlich von der Pasteur. Angeblich bemerkte bis zur Ausstrahlung niemand diese Inkonsistenz - der erste, der seitens der Produktion darauf kam, war der damals zehnjährige Sohn von Rick Berman.
Zeit für den alten Picard, der nun auch versteht. Im Pyjama bricht er gen 10 Forward auf, um Riker und seine Freunde zu überzeugen. Hier erfahren wir auch, dass Troi inzwischen verstorben ist und dies zum Bruch zwischen Riker und Worf führte. Ob man das glaubwürdig finden mag, sei mal dahingestellt - es wirkt doch arg konstruiert, ähnlich der Beziehung von Chakotay und Seven auf der Voyager.
Picard sucht inzwischen verzweifelt 10 Forward - er kann sich jedoch nicht mehr erinnern und muss nach dem Weg fragen. Auch sein Auftritt dort führt eher zu Peinlichkeiten. Niemand hört ihm zu. Es ist unfassbar traurig mit anzusehen, wie keiner versucht, seinen zugegeben wirren Ausführungen zu folgen, alle betroffen in die Gegend schauen und Picard immer mehr ins Stottern kommt. Zum Glück rettet ihn Data - der einzige der emotional unbelastet von Peinlichkeit und anderen negativen Gefühle einfach nur inhaltlich zugehört hat - und erkennt das Paradoxon. Die Anomalie wurde in der Zukunft durch drei konvergierende Impulse erzeugt und bewegt sich in der Zeit rückwärts. Der Rest ist überzeugt: Man fliegt zurück und sieht das Entstehen der Anomalie.
In allen drei Zeitebenen deaktiviert Picard den Impuls, doch nichts passiert. Datas neuer Plan sieht vor, mit allen drei Schiffen in die Anomalie zu fliegen und mit einer Warpschale die Anomalie zu versiegeln. In der Zukunft und Gegenwart kein Problem - hier folgt man Data und Picard. In der Vergangenheit mag man diesem Braten jedoch nicht trauen - doch kann Picard die Zweifel schnell zerstreuen - vielleicht zu einfach. Seine Rede ist zwar gut, doch hätten die meisten vermutlich nicht angebissen. Hier rauscht es im Drehbuchblätterwald.
In der Anomalie begegnet man sich schließlich - zuerst explodiert die alte Enterprise, dann die gegenwärtige. Als schließlich die letzte in einer Art Wirbel der Anomalie zu verschwinden droht, befindet sich Picard wieder im Gerichtssaal - mit Q. Es hat funktioniert, die Anomalie ist kollabiert und die Menschheit gerettet. Wieder einmal dank Picard, wie Q süffisant erklärt.
Viel wichtiger ist jedoch die Erkenntnis, worum es eigentlich ging: Q erklärt, dass der Prozess nie zu Ende geht - eine schöne Metapher für ewiges Lernen und Streben. Auch ermuntert er Picard, weiterhin seinen Horizont zu erweitern. Die Message: Erforsche dich! Erforsche deine Möglichkeiten! Hübsch und pures Star Trek. Es bleibt noch, Q zu danken. Mit seinem Eingreifen hat er letztlich zur Rettung beigetragen. Ein schöner letzter Auftritt für den allmächtigen Clown, der die Serie wie ein Hauptdarsteller geprägt hat.
Die Episode endet dort wo sie begonnen hat: Zurück am Anfang - Picard, Schlafanzug, Troi und Worf, angedeuteter Kuss. Doch diesmal ist alles in Ordnung mit dem Captain. Abends spielt die Crew wie so oft Poker und liefert eine schöne Unterhaltung über die Zukunft und Chancen, sie gemeinsam zu verbessern. Als man meint vollzählig zu sein, erscheint plötzlich Picard. Zum ersten Mal möchte er am Spiel seiner Kollegen teilnehmen - neue Horizonte, neue Möglichkeiten. Nur der Himmel ist das Limit.
Die böse, böse Anomalie
Bei all dem Lob bleibt natürlich noch ein Thema offen. Wie kann die Crew in der Zukunft das Entstehen der Anomalie Stunden nach dem auslösenden Impuls sehen, wenn sie doch eigentlich in die Vergangenheit wächst? Oft wurde dieses Thema kommentiert, oft diskutiert. Die plausibelste Lösung ist meiner Ansicht nach die Erklärung, dass die Anomalie erst normal entsteht, wächst und dann irgendwann beginnt zurück zu reisen. Sinnbefreit? Teilweise. Konstruiert? Zu einfach? Vielleicht. Aber doch zumindest ein Ansatz, der ausreicht.

The Reviewer's wife
Die Frau des Rezensenten sah viele gute Ideen und Themen, spürte aber auch diverse Längen an der Episode. Vielleicht war sie aber auch zu müde? Oder es lag an ihrem Feindbild. O-Ton: Bei Q mit schwarzem Lippenstift hört der Spaß endgültig auf. Auch die alte Crusher missfiel ihr - besonders das Spiel von Gates McFadden. Schade, aber hier gab es leider mal keinen Konsens in Sachen Begeisterung.
Gib dem Kind einen Namen
Besser hätte man den Abschluss nicht benennen können: Der Titel „All good things“ (must come to an end) rahmt die Serie wunderbar ein, lässt viel Interpretationsspielraum und hat auch noch einen epischen Klang auf seiner Seite. Dass es im Deutschen wieder plakativ wurde (Gestern, heute, morgen) muss man schlucken. Vermutlich hatte man Angst, dass „Alle guten Dinge“ zu sehr nach „Aller guten Dinge sind drei“ klingt. Schwamm drüber.
Fazit
All Good Things ist der perfekte Abschluss einer wunderbaren Serie, die es sich erlaubte aufzuhören, als man noch nach weiteren Abenteuern dürstete. Die Episode schließt nicht nur den Rahmen der Serie und geht auf ihre Charaktere ein, sie bietet auch ein großformatiges Zeitparadoxon und lässt somit nostalgisch-sentimentale Blicke in die Vergangenheit und eine potentielle Zukunft der geliebten Helden zu. Denker-SF meets Abenteuer meets Humor meets Q. Was will man mehr? Ein Höllenritt. Toll!
Nächste Woche geht es weiter mit dem zweiten Platz von DS9: Schon wieder Fellknäuel?
Verfasser: Björn Sülter am Samstag, 2. Juli 2016(Star Trek: The Next Generation 7x26)
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?