Star Trek: The Next Generation 7x15

Was passiert?
An Bord der Enterprise stehen die regelmĂ€Ăigen Beurteilungen fĂŒr die Beförderungen junger Offiziere auf dem Plan, als die Crew plötzlich zu einer gefĂ€hrlichen Mission an der cardassiansichen Grenze gerufen wird. Aber nicht nur ein verletzter Föderationsspion, sondern vor allem die Sorgen und Probleme der jĂŒngeren Offiziere mit ihren Vorgesetzten machen allen Beteiligten das Leben schwer. Als Ensign Sito den Auftrag erhĂ€lt, den Besucher zur Tarnung zurĂŒck ĂŒber die Grenze zu bringen, spitzt sich die Situation zuâŠ
Hier könnt Ihr über Eure Lieblingsepisoden abstimmen.
Dies & das
- Alexander Enberg alias Taurik wurde spÀter in Star Trek: Voyager erneut als Vulkanier besetzt. Leider nicht als Taurik, sondern als Vorik. Jeri Taylor, die Enbergs Mutter ist, sah die beiden Charaktere immer als Zwillinge an.
- Es wird Bezug auf die Episode The First Duty genommen. Sito Jaxa war auch damals Teil der Handlung.
- UrsprĂŒnglich wollte man Sito Jaxa in Star Trek: Deep Space Nine zurĂŒckbringen. Es sollte sich herausstellen, dass sie nicht starb, sondern Gefangene der Cardassianer wurde. Die PrĂ€misse fĂŒhrte dann letztlich zur O'Brien-Folge Hard Time
- Die Rolle von Kellner Ben (Bruce Beatty) scheint eigentlich fĂŒr Guinan (Whoopi Goldberg) geschrieben worden zu sein. Diese war aber offenbar verhindert.
Eine Frage des Blickwinkels
„You sure about dessert?“ - „Yes, don't tempt me.“ (Ben und Troi)
„Lavelle.“ - „Sir?“ - „Resume previous course and speed.“ - „Aye, aye sir.“ - „One "aye" is sufficient acknowledgment, Ensign.“ (Riker mimt den bösen Vorgesetzten)
„How would you like to be a spider under that table?“ - „What?“ - „A spider under the table.“
„Is that like a fly on the wall?“ - „I guess so.“ (Sito und Lavelle)
„What could they be talking about?“ - „Have you ever considered learning to lipread?“ (Sam und Taurik)
„My grandfather was Canadian, you know.“ - „Really?“ - „Aren't you one, too?“ - „A grandfather?“ - „No. Canadian, sir. Canadian.“ - „No, I grew up in Alaska.“ - „Oh. Well... they both... get a lot of snow.“ - „Yeah.“ - „It was good talking to you, sir.“ - „Yeah.“ (Sam und Riker)
„Do you think Worf is chewing her out?“ - „No, he always looks like that.“ (Sam und Ben)
„It's not your place to punish me for what I did at the Academy. I've worked hard here. My record is exemplary. If you're going to judge me, judge me for what I am now.“ (Sito zu Picard, eine wundervolle Reminiszenz an Picards eigene Worte Richtung Q im Pilotfilm)
„To all Starfleet personnel: this is the captain. It is my sad duty to inform you that a member of the crew, Ensign Sito Jaxa has been lost in the line of duty. She was the finest example of a Starfleet officer and a young woman of remarkable courage and strength of character. Her loss will be deeply felt by all who knew her. Picard out.“ (Picard ĂŒber Interkom)

Down there
Das Leben an Bord eines Raumschiffes wie der Enterprise besteht nicht nur aus spannenden AuĂenmissionen, Besprechungen mit dem Captain und faszinierenden Entdeckungen aus gemĂŒtlichen BrĂŒckensesseln. Neben den FĂŒhrungsoffizieren, die Woche um Woche im Fokus stehen, gibt es quer durch alle Hierarchieebenen noch unzĂ€hlige Offiziere, die einfach nur ihrer Arbeit nachgehen. Oder solche, die erst lernen mĂŒssen, ihre Arbeit zur Zufriedenheit der Bosse zu erledigen.
AufhĂ€nger und Ausgangspunkt der Handlung sind die regelmĂ€Ăig anstehenden Mannschaftsbeurteilungen, die von Riker (Jonathan Frakes) und Troi (Marina Sirtis) ganz lĂ€ssig in Ten Forward vorgenommen werden. Es geht unter anderem darum, wer fĂŒr eine Beförderung in Frage kommt. Abgesehen davon, dass Riker und Troi das Ganze eher locker zu nehmen scheinen (und im Spaà ÀuĂern, einfach alle befördern zu wollen, inklusive sich selbst), wĂ€hrend ein paar Tische weiter jene jungen Offiziere angstvolle Blicke ob ihrer Zukunft in Richtung ihrer Bosse werfen, erhalten wir hier bereits einen Vorgeschmack auf das, was die Episode mit uns und den Charakteren versuchen wird.
Sie nimmt genau diesen Ball auf und prĂ€sentiert uns eine Dreiviertelstunde, die den hinlĂ€nglich bekannten Blickwinkel schlicht dreht. Auf einmal sind wir in erster Linie mittendrin bei den jungen Offizieren Sito Jaxa (Shannon Fill), Sam Lavelle (Dan Gauthier), Taurik (Alexander Enberg) und Alyssa Ogawa (Patti Yasutake). Alle vier arbeiten in unterschiedlichen Bereichen des Schiffes - die Bajoranerin Sito (bekannt aus der Episode The First Duty) ist im Bereich der Schiffssicherheit Worf (Michael Dorn) unterstellt, Sam Lavelle strebt eine Karriere im Kommandobereich an und ist somit direkter Untergebener von Riker, der Vulkanier Taurik arbeitet bei LaForge (LeVar Burton) im Maschinenraum und Alyssa Ogawa (die man auch schon aus einigen anderen Episoden kennt) ist als Krankenschwester fĂŒr Dr. Crusher (Gates McFadden) tĂ€tig. Vier Bereiche, vier AnfĂ€nger - und vor allem vier Vorgesetzte, die wir aus ĂŒber sechs Staffeln zu diesem Zeitpunkt in und auswendig kennen. Dachten wir zumindest.
You never promised me a rose garden
Fragt man nĂ€mlich Sito & Co., macht es bei Weitem nicht so viel SpaĂ, mit den beliebten Charakteren zusammenzuarbeiten. Zwar scheint Sito selbst im immer etwas bĂ€rbeiĂigen Worf durchaus einen FĂŒrsprecher zu haben und Ogawa in der umgĂ€nglichen Crusher gar eine Art Freundin, doch mĂŒssen Taurik, der - typisch Vulkanier - mit seinen intellektuellen HöhenflĂŒgen LaForge eher auf die Nerven geht und Lavelle, der zu dem unterkĂŒhlt-ruppigen Riker keinen Draht entwickeln kann, sich den Schattenseiten ihres Jobs stellen.
In der Summe muss jedoch jeder der vier in kleinerem oder gröĂerem AusmaĂ erkennen, wo sein Platz ist. So wird selbst Ogawa von Crusher gebeten, die Krankenstation zu verlassen, da die sich anbahnende Krise nur fĂŒr FĂŒhrungsoffiziere relevant ist. Sito muss sich fĂŒr eine kleine Verzögerung wĂ€hrend einer Ăbung vor Riker rechtfertigen (erhĂ€lt aber immerhin einen guten Tipp fĂŒrs nĂ€chste Mal), Lavelle wird zurechtgewiesen, als er zur BestĂ€tigung eines Befehls zweimal âayeâ sagt - hier wirkt Riker kurz wirklich wie ein ĂŒberbĂŒrokratischer Unsympath. Auch in einer spĂ€teren Szene, als Lavelle eine Sonderschicht erbittet, wird er von Picards âNumber Oneâ eher barsch abgebĂŒgelt. Taurik, der neue Warpfeldberechnungen simuliert, scheitert unterdessen an dem typisch-genervten âIch komme darauf zurĂŒckâ-Chef-Gehabe - hier vorgetragen vom eigentlich umgĂ€nglichen LaForge.
Und auch Lavelles Versuch, Riker in Ten Forward in ein privates GesprĂ€ch zu verwickeln, braucht man nicht zu hoch zu hĂ€ngen. Riker kommt zum Entspannen hierher und hat offenbar wenig Interesse, eine gequĂ€lte Unterhaltung zu fĂŒhren. Dass Lavelle dabei auch eher durch FettnĂ€pfchen watet (Riker ist aus Alaska, nicht aus Kanada) und von Riker auch noch auf den Arm genommen wird (âEin GroĂvater?â) ist fĂŒr den Zuschauer natĂŒrlich wundervoll anzusehen und gespielt. Hier wirkt Riker dann auch wieder deutlich sympathischer. FĂŒr den armen Lavelle ist das Ganze aber natĂŒrlich eher frustrierend.
Doch sind das am Ende des Tages nur Kleinigkeiten, die im VerhÀltnis zwischen Vorgesetzten und Untergebenen auch an Bord der Enterprise einfach immer vorkommen.

When you say nothing at all
Viel stĂ€rkerer Tobak ist da schon die Unterhaltung zwischen Captain Picard (Patrick Stewart) und Sito. Im Ăbrigen gebĂŒhrt hier sowohl der Regie als auch der KamerafĂŒhrung ein Lob. Als Picard Sito von ihrem Posten vor der Krankenstation abzieht und bittet, ihn zu begleiten, ist die Distanz zwischen den beiden visuell perfekt umgesetzt. Picard wirkt neben der unsicheren, kleinen und unerfahrenen Sito wie ein Schrank. Er strahlt Ruhe, AutoritĂ€t und StĂ€rke aus, wĂ€hrend Sito neben ihm unsicher lĂ€chelnd von einem Bein aufs andere steigt. Klasse! Dennoch - auch mit dem LĂ€cheln ist es dann ganz schnell vorbei.
Neben seinem DS9-Kollegen Captain Sisko (Avery Brooks) ist Picard vermutlich der einschĂŒchterndste Captain aller âTrekâ-Serien. Er legt seinen Finger messerscharf in die eine offene Wunde in Sitos Vergangenheit und durchbohrt die junge Bajoranerin dabei mit Blicken und Worten, die schlicht schmerzen. Hier nimmt die Serie wunderbar Bezug auf die Ereignisse aus The First Duty in der Wesley Crusher (Will Wheaton), Sito und ein paar andere zusammen mit Nicholas Locarno (Robert Duncan McNeill) bei einer Anhörung logen, um von ihrem eigenen Fehler abzulenken. Sie hatten ein verbotenes Flugmanöver einstudieren wollen und dabei einem Kadetten das Leben gekostet. Picard war damals in Sachen Wesley involviert und hatte Sito kennengelernt.
Hier nun hinterfragt er ganz grundsÀtzlich Sitos charakterliche Eignung und macht ihr deutlich, dass sie an Bord seines Schiffes und in dieser Uniform eigentlich nichts zu suchen hat. BÀng. Sichtlich am Boden zerstört verlÀsst die bedauernswerte junge Frau seinen Bereitschaftsraum. WÀhrend Sisko in solchen Momenten emotional geradezu in Rage gerÀt und man einfach nur noch Deckung suchen möchte, ist es bei Picard gerade diese eisige Beherrschtheit, die Angst macht. Er ist vollkommen gefasst und fokussiert und lÀsst dennoch keinen Zweifel an seinen Motiven. Oder doch?
Fight for your right
Doch wenden wir uns zunÀchst anderen Konstellationen zu. Es gibt nÀmlich durchaus Positives aus dem InnenverhÀltnis der Charaktere zu berichten.
So ist Dr. Crusher zum Beispiel - vermutlich auch schlicht (und etwas klischeehaft) aufgrund ihres Berufes - eine ganz andere Art von Chef. Offen bespricht sie mit Ogawa ihre Empfehlung fĂŒr eine Beförderung und nimmt sich dann noch Zeit, mit der jungen Frau ĂŒber ihren Freund Powell (der in der Episode nicht auftaucht) und deren beginnende Beziehung zu sprechen. Hier ist Crusher eher Freundin oder groĂe Schwester und gewinnt Sympathiepunkte und Charisma. Am Ende der Episode hĂ€tte sie Ogawa sogar vor ihrem Freund (der dem Flurfunk nach auch anderen Frauen nicht ganz abgeneigt zu sein scheint) zumindest dezent gewarnt - wĂ€re nicht dessen Heiratsantrag dazwischengekommen und hĂ€tte sie vorerst verstummen lassen.
Dann hĂ€tten wir Worf und seine erfundene klingonische PrĂŒfung wĂ€hrend einiger KampfĂŒbungen, in der er Sito zwingt, seine Angriffe mit verbundenen Augen abzuwehren. Man könnte fast meinen, Worf hĂ€tte zu viel „Star Wars“ geschaut. Nur, dass in Sito die Macht leider nicht gar so stark ist wie in Luke Skywalker.
Was er jedoch versucht ist, Sito dazu zu bewegen, sich gegen seine unfaire PrĂŒfung aufzulehnen. Sie soll lernen, dass es wichtig ist, fĂŒr seine Ăberzeugungen einzustehen und nicht einfach das, was von oben mit ihr gemacht wird, mit sich geschehen zu lassen. Mit dieser Erkenntnis ebnet er ihr den Weg, noch einmal das GesprĂ€ch mit Picard zu suchen. Ob es sich hier um geplantes Zusammenspiel zwischen den beiden FĂŒhrungsoffizieren handelt, oder ob Worf in seinem Bereich autark agiert, wird nicht klar. Ich vermute jedoch letzteres und vergebe an den Klingonen Bonuspunkte fĂŒr Empathie, KreativitĂ€t und Fairness. Ein empathischer Klingone - habe ich das gerade wirklich geschrieben?

Sito fĂŒhrt dieser Weg jedenfalls direkt zu Picard. Was folgt ist eine erstklassig geschriebene und gespielte Szene in der Picard geradezu entzĂŒckt ĂŒber das forsche Auftreten Sitos wirkt. Mit verschrĂ€nkten Armen lehnt er sich fast lĂ€chelnd zurĂŒck und scheint ihr ein eher aufmunterndes âNa dann mal los!â zuzurufen.
Sito selbst scheint sich hingegen ganz genau mit der Farpoint-Mission auszukennen. Sie entkrĂ€ftet Picards VorwĂŒrfe nun mit fast den gleichen Worten, die dieser damals Q entgegnete. Nur, dass sie diese Argumentation auf sich ganz individuell bezieht: Beurteile mich nicht nach dem was ich war, sondern nach dem, was ich geworden bin. Und Sito wĂ€re bekanntermaĂen auch nicht die erste Bajoranerin, bei der Picard diese Art der Beurteilung anwenden könnte. Man denke nur an seine spezielle Vater/Tochter-Bezhiehung zu Ro Laren.
Und es zeigt sich: Picard ist sehr wohl fair. Er selbst hatte dafĂŒr gesorgt, dass Sito auf sein Schiff versetzt wurde. Eben weil er ihre Geschichte kannte und dafĂŒr sorgen wollte, dass sie eine faire Chance erhĂ€lt, sich zu beweisen. Diese hat sich Sito mit ihrem mutigen Auftreten nun endgĂŒltig verdient. Und nicht nur das: Picard hat sie fĂŒr eine schwierige Mission im AugeâŠ
Death with dignity
Nachdem diese HĂŒrde also aus dem Weg gerĂ€umt werden konnte, fokussiert sich die letzte Viertelstunde der Episode dann genau darauf - die Mission, fĂŒr die Sito sich letztlich freiwillig gemeldet hat - nicht zuletzt, um Captain Picard etwas zu beweisen. Dieser fĂŒhlt sich allerdings sichtlich unwohl damit. Auch als der Cardassianer Joret Dal anmerkt, dass er nicht gedacht hĂ€tte, dass die Freiwillige so jung sei. Wer hier schon entfernt die Alarmglocken schrillen hört, tĂ€uscht sich nicht.
Das Vorhaben, den Förderationsspion zurĂŒck in cardassianisches Gebiet zu bringen, steht in bester „DS9“-Tradition und erweitert die dort vorherrschenden Probleme nicht zum ersten Mal auf den Serienkosmos von Star Trek: The Next Generation. NatĂŒrlich steht dieser Teil der Episode inhaltlich im Hintergrund und auch Gastdarsteller Don Reilly bleibt eher blass. Sein Wunsch nach Frieden fĂŒr sein Volk, sein Frust ĂŒber die immer neuen Konflikte sind aber nette ErgĂ€nzungen zur Handlung.
Dass von der Mission am Ende nur noch ein zerstörtes Shuttle und keine Spur von Sito Jaxa bleiben, kommt zwar nicht unerwartet, ist aber innerhalb der Serie doch eher ungewöhnlich. Im Sinne der etwas heileren Welt an Bord der Enterprise hĂ€tte man ein versöhnliches Ende nicht ausschlieĂen wollen. Picards Rede an die Crew setzt den Verlust in einen angemessenen Rahmen - und unterstreicht auch den Charakter der Episode, die Beteiligten sowie die VorgĂ€nge ernst zu nehmen und zu artikulieren.
Dass Worf in der letzten Sequenz von Kellner Ben aufgefordert wird, sich zu Sitos Freunden zu gesellen (da Sito ihn laut Ben ebenfalls als solchen ansah), ist dann aber wieder typisch Star Trek: The Next Generation. Und das ist in keiner Weise negativ gemeint.
Es geht weiter. Es muss weitergehen. Lavelle erhĂ€lt seine Beförderung, die sich fĂŒr ihn nicht gĂ€nzlich richtig anfĂŒhlt - aber Verlust und Tod sind nicht nur Teil des Lebens, sondern auch Teil dieses Jobs. Und diese Lektion mussten alle an diesem Tag schmerzlich lernen. Gemeinsam.

Poker Face
Das Thema âgemeinsamâ wird auch in einigen Szenen verstĂ€rkt, die die Freundschaft zwischen den Charakteren betonen. Nicht nur in den ZusammenkĂŒnften in Ten Forward sondern auch und vor allem in den gemeinsamen Pokerrunden.
Sowohl die âunteren RĂ€ngeâ spielen gemeinsam und unterhalten sich dabei ĂŒber âdie da obenâ - auch Letztere fĂŒhren bei ihrer eigenen Runde GesprĂ€che ĂŒber âdie da untenâ.
In einer Ă€uĂerst gelungenen Montage aus beiden Szenen (die nur durch die jeweilige Beteiligung von Zivilist und Kellner Ben verbunden werden) erkennen wir, dass die Mechanismen von Freundschaft und Miteinander auf beiden Ebenen greifen. Crusher spricht ĂŒber ihre Sorge, dass Ogawa von Powell hintergangen wird, Riker lĂ€sst seine Unzufriedenheit ĂŒber Sito durchscheinen und muss sich von Worf bremsen lassen. Obendrauf darf er sich am Ende noch von Troi und Crusher eine kleine Standpauke anhören, weil er Lavelle zu kritisch beurteilt. Die beiden Damen fungieren in dieser Szene als Gewissen des Teams und leisten einen wichtigen Beitrag, damit ein AnfĂŒhrer wie Riker die kleinen Dinge nicht ĂŒbersieht. Die beiden halten ihm sogar einen Spiegel vor, indem sie Ăhnlichkeiten zwischen Riker und Lavelle betonen - nicht ganz zu Unrecht, was sich auch in der Spielweise der beiden in den Pokerrunden manifestiert.
Thats what friends are for
Das Leben auf einem Raumschiff ist nicht einfach oder gar ungefĂ€hrlich. So weit sind die Erkenntnisse nicht neu. Es ist jedoch sehr willkommen, wie die Autoren uns hier einmal wieder vor Augen fĂŒhren, wie viele Individuen am Gelingen einer solchen Mission beteiligt sind. Und wie individuell ihre Probleme sind. Am Ende kann eine Crew nur durch Teamarbeit erfolgreich sein. Durch gegenseitige Hilfe und Empathie, gute RatschlĂ€ge, die Weitergabe von Erfahrungen und den Willen, sich selbst und andere ernst zu nehmen. Eine wichtige Lektion, die die Episode kompetent transportiert.
The Reviewer's wife
Die Frau des Rezensenten wartete direkt nach der Episode mal wieder mit einem wunderbar passenden Vergleich auf - sie erinnerte das Geschehen an die ersten Staffeln von Grey's Anatomy, in denen die spĂ€teren Hauptcharaktere sich mehr mit sich und ihren Problemchen mit den Ausbildern und Vorgesetzten beschĂ€ftigten, als mit ihren zukĂŒnftigen Jobs. In diesem Sinne gefiel ihr der Blickwinkel der Episode und vor allem auch das mehr als konsequente Ende, welches sie, gerade fĂŒr Star Trek: The Next Generation, als ĂŒberraschend und untypisch traurig bezeichnete. Dass âwenig Picardâ in der Episode vorkam half nebenbei auch - wobei sie den sonst eher ungeliebten Captain diesmal sogar sehr gut fand.
Gib dem Kind einen Namen
Die Originalvariante ist hier nicht besonders kreativ - âLower Decksâ zielt schlicht auf den Fokus, Nebencharaktere, beziehungsweise hier die niedrigeren RĂ€nge zu beleuchten. Der Begriff âLower Decks Episodeâ ist dabei sogar eine gĂ€ngige Bezeichnung in Fernsehserien. Ob die Bezeichnung auch im Poker Relevanz besitzt, wĂ€re eine Frage an einen Fachmann. Freiwillige vor! Im Deutschen wird es auf jeden Fall richtig plump: Es geht schlicht nur noch um âBeförderungenâ. Einfallsreich ist was anderes.
Fazit
Lower Decks ist der Inbegriff einer kleinen Episode. Der Fokus auf teils bekannte und teils unbekannte Nebencharaktere gelingt spielend, der Blick auf die beliebten und hier teilweise fremd wirkenden Hauptcharaktere fasziniert. Zudem beleuchtet die Episode ganz beilÀufig einen eigentlichen Routinetag an Bord, der durch aktuelle Ereignisse eine traurige Wendung nimmt. Bottleshow at its best!
Morgen geht es im Review-Countdown weiter mit einem weiteren Highlight aus dem Bereich âKlein aber feinâ. Dann am Start: Die wohl hĂ€rteste Abrechnung mit den Grauen des Krieges. Mittendrin: ausgerechnet Jake Sisko.
Verfasser: Björn SĂŒlter am Samstag, 1. August 2015(Star Trek: The Next Generation 7x15)
Schauspieler in der Episode Star Trek: The Next Generation 7x15
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?