Star Trek: The Next Generation 5x18

Star Trek: The Next Generation 5x18

Und täglich mischt der Androide sich tot: Dank eines äußerst cleveren Zeitparadoxons brilliert die Serie mit Spannung, Humor und kuriosen Details. Eure Nummer 3 - und völlig verdient ganz oben dabei!

Offizielles Szenenbild aus der „Star Trek: The Next Generation“-Episode „Cause and Effect“ / (c) Paramount
Offizielles Szenenbild aus der „Star Trek: The Next Generation“-Episode „Cause and Effect“ / (c) Paramount

Was passiert?

Die Enterprise gerät in Turbulenzen und explodiert. Doch kurz darauf ist alles wieder scheinbar normal - bis man erneut in Gefahr gerät und explodiert. Die Crew muss kreativ denken und schnell handeln, um zu verhindern, dass sich ihr Schicksal immer und immer wieder wiederholt ...

Dies & das

  • Die USS Bozeman stammt aus dem Jahr 2278 und die Crew trägt hier die roten Uniformen, die erstmals in „Star Trek II: The Wrath of Khan“ zu sehen waren.
  • Schwester Alyssa Ogawa erhielt hier ihren Nachnamen.
  • Hier wird das erste Mal erwähnt, dass es möglich wäre, den Warpkern abzustoßen.

Offizielles Szenenbild aus der %26bdquo;Star Trek: The Next Generation%26ldquo;-Episode %26bdquo;Cause and Effect%26ldquo; © Paramount
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Zitate

Still no help for the Klingon.“ (Data)

How'd you know I was bluffing? - I just had a feeling - I guess it's better to be lucky than good. - It's the way your left eyebrow raises when you're bluffing. Just kidding, commander.“ (Riker & Crusher)

This is going to sound pretty wild.“ (LaForge)

Must be déjà vu. - Both of us? About the same thing?“ (LaForge & Crusher)

Bum!

Selten so geschockt in eine Episode der meist entspannten Next Generation gestartet! Mit einer Zerstörungsorgie samt Kernbruch und geplanter Evakuierung geht es mitten hinein - doch das Stichwort im letzten Teil des Satzes ist: geplanter Kernbruch. Denn bevor man irgendwen hätte retten können, fliegt das schöne Schiff einfach so in die Luft. Nach 55 Sekunden der Episode. Bäng!

Alles auf Anfang

Doch nach dem Knall ist vor dem Knall: Irgendetwas ist geschehen - das Leben an Bord geht ohne eine Einblendung wie „drei Stunden zuvor“ einfach normal weiter. Man befindet sich scheinbar auf einer Routinemission. Teile der Führungscrew haben sogar etwas Zeit zum Pokern.

Würde man sich nicht konstant über das „Warum“ wundern, hätte man hier eine wunderschöne, kleine Familienszene, die zeigt, dass eben nicht alles nur Job ist. Schön auch, wie Crusher Riker foppt, als dieser befürchtet, sein Pokerface wäre enttarnt worden. Kurz darauf wird der Doktor jedoch zum Dienst gerufen: Geordi hat Schwindelgefühle - die Expertin tippt auf Überarbeitung. Während der Behandlung kommt Crusher jedoch etwas sonderbar vor: Sie hat das merkwürdige Gefühl, diese Untersuchung schon einmal durchgeführt zu haben. Spooky Déja-Vu. Später in ihrem Quartier wird es nicht besser - abgesehen davon, dass ihre Freizeitklamotten wirklich schlimm sind, hört sie beim Einschlafen Stimmen und zerbricht ein Glas.

Was ist hier los? Doch findet sich keine Erklärung für die Stimmen - man setzt die Mission fort, bis man eine ungewöhnliche Anzeige entdeckt: Eine Verzerrung des Raum-Zeit-Kontinuums. Langsam könnten gewiefte Zuschauer nun vielleicht schon den Braten riechen. Die Enterprise gerät in Gefahr, ein Schiff kommt durch die Verzerrung, Vernichtung droht. Riker hat eine Idee, doch schlägt Data etwas anderes vor. Alles geht den Bach runter, man will evakuieren: Bäng! 12 Minuten rum, zweimal Schiff kaputt. Kein schlechter Schnitt.

Offizielles Szenenbild aus der %26bdquo;Star Trek: The Next Generation%26ldquo;-Episode %26bdquo;Cause and Effect%26ldquo; © Paramount
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Und noch einmal das Ganze

Man pokert erneut. Doch dieses Mal scheint Crusher das Déja-Vu schon früher zu ereilen. Und auch Riker erahnt Crushers Vermutung, er würde Bluffen. Diesmal gewinnt der Doktor also nichts, außer einer erneuten Behandlung von Geordi. Und nun haben beide das Gefühl, dass diese Unterhaltung schon einmal stattgefunden hat - doch ist in den medizinischen Logbüchern nichts zu finden. Abends in ihrem Quartier bleibt alles beim Alten. Die Stimmen kehren zurück, das Glas zerbricht. Crusher will diesmal definitiv nicht bis zum nächsten Morgen warten und sucht ihren Captain auf.

Und auch Picard kann etwas beitragen: Sein aktuelles Buch hat er gefühlt schon einmal gelesen. Eine schiffsweite Diagnose wird erneut durchgeführt - man vertagt sich auf die morgendliche Besprechung. Ihr ahnt es schon? Man diskutiert zwar angeregt, doch muss man erneut durch die Raum-Zeit-Verzerrung abbrechen. Gefahr, anderes Schiff, Rikers abgelehnte Idee, Zerstörung droht, Evakuierung geplant: Und Bäng, die Dritte. Halbe Episode rum - Enterprise three times down.

Weil es so schön war...

Ich muss die Handlung nicht nochmal erzählen, oder? Nur so viel: Die Déja-Vus nehmen zu, Crusher kann Karten voraussagen und schließlich machen auch Riker und Worf mit. Und sogar den Besuch von Geordi ahnt der Doktor voraus. In Gegenwart von Picard findet Crusher dieses Mal das Problem seiner Beschwerden: Sein Visor nimmt Verzerrungen wahr, was zu Schwindel führt. Am Abend befindet sich der Doktor wieder in ihrem Quartier, diesmal jedoch in Uniform und besser vorbereitet. Sie stellt sogar extra das Glas außer Reichweite, bevor sie sich hinlegt und scannt den Raum, als die Stimmen anfangen.

Ehrensache, dass sie das Glas dann durch eine andere Bewegung dennoch zerbricht. Herrlich. Mithilfe von Data und Geordi findet sie heraus, dass es sich bei den Stimmen um die Crew der Enterprise handelt. Die morgendliche Sitzung wird vorverlegt, um die Erkenntnisse zu präsentieren. Geordis Theorie: Man befindet sich in einer Art Zeitschleife, die immer wieder von vorne beginnt und die man theoretisch bereits seit Jahren durchspielen könnte. Purer Horror.

Offizielles Szenenbild aus der %26bdquo;Star Trek: The Next Generation%26ldquo;-Episode %26bdquo;Cause and Effect%26ldquo; © Paramount
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Durch die Analyse der Stimmen ist man nun zumindest auf die Verzerrung und die drohende Zerstörung vorbereitet. Doch was ist zu tun? Agieren? Reagieren? Wer kann wissen, welche Entscheidung die richtige ist? Man könnte schließlich immer wieder die gleiche falsche Entscheidung treffen. Man beschließt eine Art von Nachricht in eine potentiell nächste Schleife zu schicken: An Data. Doch bevor man sich gemeinsam eine Botschaft überlegen kann, kommt es, wie es kommen muss. Bäng. Bis auf eine Einschränkung: Kurz bevor alles in die Luft fliegt, scheint Data noch irgendetwas in seinen Speicher zu programmieren. Die Botschaft vielleicht?

Einmal geht noch

Pokernacht. Gleiche Witze, schnelle Déjà-Vus. Erneut beginnt das lustige Karten vorhersagen. Doch dieses Mal gibt Data nur Dreien aus. Danach jedem drei Gleiche. Was ist nun los? Geordi, VISOR-Probleme, Picards Buch, Diagnosen im Maschinenraum. Datas Ergebnis enthält erneut viele Dreien. Über Interkom hört man dieses Mal nur, wie Crusher erneut ihr Glas herunterwirft: Süß. Kurz danach sitzt man erneut zusammen und diskutiert alle Erkenntnisse. Doch auch dieses Mal ist man unsicher, welche Entscheidungen wozu führen mögen. Ein Teufelskreis.

Immerhin erkennt Geordi, dass man eventuell versucht hat, eine Botschaft zu schicken - weiter kommt man jedoch nicht: Das Drama nimmt erneut seinen Lauf. Diesmal jedoch erkennt Data die Zusammenhänge. Als Riker seinen Vorschlag macht, sieht der Androide dessen drei Rangabzeichen und verzichtet auf seine Idee. Und Riker hat Recht: Der Unfall wird verhindert. Puh, kein weiterer Durchlauf. Man war letztlich über siebzehn Tage in der Zeitschleife. Nun ist jedoch noch eine Sache zu klären: Das fremde Schiff ist die 80 Jahre alte USS Bozeman. Dieses ist offenbar durch die Verzerrung in die Zukunft gereist. Hoffen wir mal, dass sie in der Vergangenheit nicht zu sehr fehlen wird ... Zurückschicken scheint man sie nicht zu wollen. Kein wirklicher Mangel innerhalb der Story, aber zumindest diskutabel, dass darauf nicht weiter eingegangen wurde.

Unerwartet

Eine Episode, die so wenig Story nur variiert und visuell anders präsentiert, hätte auch schnell redundant und langweilig werden können. Hier gelingt Autor Brannon Braga und Regisseur Jonathan Frakes jedoch das Kunststück, aus genau dieser Einschränkung so viel Abwechslung und Spannung zu destillieren, dass die Zeit wie im Fluge vergeht.

The Reviewer's wife

Die Frau des Rezensenten beschlich das Gefühl, hier habe ein findiger Autor an Story gespart und sich somit einen sehr einfachen Arbeitstag gemacht. Dennoch empfand sie das Resultat als erstaunlich spannend und interessant, wenngleich sie diese Art von Zeitlinienmanipulation generell aber immer ein wenig unschlüssig bewertet.

Offizielles Szenenbild aus der %26bdquo;Star Trek: The Next Generation%26ldquo;-Episode %26bdquo;Cause and Effect%26ldquo; © Paramount
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Gib dem Kind einen Namen

Ein schlichter, aber zumindest äußerst passender Titel, der aber viel weniger kreativ ist als die Episode, Zuschauern, die weniger mit dem Thema anfangen können, aber zumindest einen Hinweis an die Hand gibt, dass man sich in seiner Gedankenwelt mit einem typischen Huhn-und-Ei-Problem befassen könnte. Der deutsche Titel („Deja-Vu“) macht da letztlich aber sogar mehr Sinn.

Fazit

Wenn Brannon Braga gerade zu Zeiten von TNG etwas immer besonders gut konnte, dann versponnene SF-Konzepte so zu präsentieren, dass sie spannend und kurzweilig dargeboten wurden. Hier haben wir es fast mit einer beispielhaften Episode dieses Subgenres zu tun, die sich keine Schwächen gönnt, den Cast sinnvoll beschäftigt, Humor und Herz besitzt und am Ende sogar ein wenig Retrofeeling gestattet.

Morgen gibt es noch ein weiteres Review im Enterprise-Review-Project.

Verfasser: Björn Sülter am Sonntag, 15. Mai 2016
Episode
Staffel 5, Episode 18
(Star Trek: The Next Generation 5x18)
Deutscher Titel der Episode
Deja Vu
Titel der Episode im Original
Cause and Effect
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 23. März 1992
Autoren
Cacey Riggan, Tom Silardi, Cacey Riggan
Regisseure
Kiele Sanchez, Angela Goethals, Kiele Sanchez

Schauspieler in der Episode Star Trek: The Next Generation 5x18

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?