Star Trek: Strange New Worlds 3x10

Star Trek: Strange New Worlds 3x10

Mit der Folge „New Life and New Civilizations“ beendet die US-Serie „Star Trek: Strange New Worlds“ die dritte Staffel. Das pure Böse meldet sich zurück.

Wir bleiben uns treu!
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© Paramount+

New Life and New Civilizations

Im letzten Review hatte ich noch gerätselt, was New Life and New Civilizations (dt.:„Neues Leben und neue Zivilisationen“) in petto haben könnte. Geht es um Marie Batel (Melanie Scrofano) oder einen auf „Eis“ gelegten Gegner wie die Vezda, in Through the Lens of Time durch Fähnrich Gamble (Chris Myers) vertreten? Nun, beides ist hier der Fall und sorgt für ein paar Überraschungen und (erneute) Gastauftritte, die sich sehenlassen können.

Aber fangen wir vorne an. Marie Batel soll verabschiedet werden. Sie hat ihre neue Position erhalten und zu diesem Anlass gibt es natürlich eine kleine Party, die Captain Pike (Anson Mount) sponsert und zu der diverse Crewmitglieder eingeladen sind. Auch Scotty (Martin Quinn), der hier ähnlich wie Uhura (Celia Rose Gooding) in Staffel eins nicht über den, nun ja, „Kleidungsstandard“ informiert wurde. Pelia (Carol Kane) macht noch eine kryptische Bemerkung über ihre Vergangenheit, ehe Chapel (Jess Bush) sich ein bisschen was über Fernbeziehungen anhören muss - denn Dr. Roger Korby (Cillian O'Sullivan) ist gerade auf dem Planeten Skygowan, wo die Vezda als Götter verehrt werden.

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Wenig später stellen Scotty, M'Benga (Babs Olusanmokun) und Chapel fest, dass Gamble beziehungsweise die Vezda aus dem Transporter-Speicher entkommen sind, und wir müssen uns nicht lange fragen, wohin es Gamble verschlagen hat. Denn aus dauert nicht lange, ehe wir beziehungsweise Korby auf Gamble treffen. „Game on“ und Zeit für die Opening Credits.

Es ist von Beginn an klar, dass die Vezda aufgehalten werden müssen und auch, dass Marie irgendwie den Schlüssel dazu in der Hand hält. Eine Verbindung zwischen Skygowan und Vadia IX wird schnell etabliert, ebenso wie andere Verbindungen zwischen den Figuren, ob es nun Pike und Batel oder M'Benga und Gamble betrifft. Letzterer soll das pure Böse verkörpern, ebenso wie seine gefangenen Kumpels auf Vadia IX. Aber was bedeutet es für Marie, wenn sie Gamble stoppen will? Wird sie sich opfern müssen und falls ja, wie wird Pike damit zurechtkommen? Die Folge nimmt sich Zeit, um diese Beziehung für uns offen zu legen. Mit allem „was wäre, wenn?“ und geht dabei auch auf Pikes Schicksal zurück, welches vielleicht nicht so unausweichlich ist, wie angedeutet. Oder doch?

Nebenbei gibt es zahlreiche Figuren, die hier zur Story beisteuern. Und ja, da sind auch neben Korby andere Gastauftritte dabei. Wie Kirk (Paul Wesley) zum Beispiel oder auch dessen Captain der Farragut, V'Rel (Zoe Doyle). Aber der Punkt ist, dass der Zuschauer sich schon fragen darf, ob dieses letzte Abenteuer der dritten Staffel der Serie Star Trek: Strange New Worlds gerecht wird oder nicht. Und genau daran werden sich die Geister wieder einmal scheiden. Mir hat es gefallen, aber es war durchaus nicht das, was ich mir vorgestellt hatte, zumal ein paar Witze oder Handlungsbögen auf Kosten der Autoren gehen und in dieser Form nicht hätten sein müssen. Unterm Strich bleibt die Folge aber fraglos ein mindestens gutes Staffelfinale und hätte unter anderen Umständen auch ein Serienfinale sein können.

Wird es ein Crossover mit Doctor Who geben?

Bevor ich zur eigentlichen Folge komme, möchte ich einmal betonen, dass es in beiden Serien - also Doctor Who und Star Trek: Strange New Worlds - bereits Eindrücke gab, die ein Crossover zwischen beiden Serien fördern würden. Nein, ich bin nicht verrückt und die Produzenten beider Serien offenbar auch nicht. Zufällig schreibe ich auch die Reviews zu Doctor Who und dort hat der Doctor (Ncuti Gatwa) in der letzten Staffel tatsächlich mal eine Bemerkung in Richtung Star Trek losgelassen. Diese kleine Bemerkung am Rande wurde schon in einer Folge der dritten Staffel Star Trek: Strange New Worlds erwidert, als es kurzzeitig (ist mir auch entgangen) eine TARDIS in The Sehlat Who Ate Its Tail zu sehen gab. Jetzt erwähnt Pelia, dass sie es mal mit einem zeitreisenden „Doctor“ zu tun hatte. Zufall? Nein, sicher nicht. Da bahnt sich etwas an. Und ich bin sehr gespannt, was daraus gemacht wird oder ob es bei diesen kleinen Anspielungen bleibt.

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Power Rangers for the win! - © Paramount+

Neues Abenteuer

Mich hat sehr gefreut, dass die Crew hier am gleichen Strang zieht. Das ist genau das Merkmal, welches ich von den Figuren aus Star Trek: Strange New Worlds erwarte und es wird bedient. Wir kennen die Verflechtungen von Christopher Pike, von Marie Batel, von Chapel und Korby, von Spock (Ethan Peck) und „Jim“ Kirk. Wir wissen auch, worauf alles hinauslaufen soll - TOS. Und ja, alle anderen Figuren passen auch wunderschön ins Bild, ob es nun Scotty, Pelia, Una (Rebecca Romijn), Ortegas (Melissa Navia), La'an (Christina Chong) oder sonst wer ist. Das Staffelfinale macht schon sehr deutlich, dass die Figuren im Vordergrund stehen, wenn selbst ein Sam Kirk (Dan Jeanotte) mehr Screentime erhält. Teamwork steht von Beginn an im Vordergrund und das ist gut. Wir mögen zwar den ganzen Techno-Babble nicht verstehen, aber wenn schon Spock sich fragt, wie Gamble aus dem Transporter-Speicher ausbrechen konnte, ist doch klar, dass dieser Vorfall nicht in normalen Bahnen verlaufen wird.

Die normalen Bahnen sind derweil zwar sichtbar, aber werden nicht immer eingehalten. Fängt schon beim Cliffhanger zu Beginn an, wo Korby auf Gamble trifft. Dort sah es jetzt nicht gerade danach aus, als wenn Gamble dem Eindringling gut gegenübersteht, aber auch nicht danach, als wenn Gamble Korby nun direkt ans Leder gehen würde. Okay, ein bisschen vielleicht schon, aber - und das ist durchaus ein Kritikpunkt - Korby geht es gut, nachdem er auf Gamble getroffen ist und die restliche Crew zu Korby aufschließt.

Die erste Person, um die wir uns ernsthaft Sorgen machen dürfen, ist anschließend M'Benga. Gamble benötigt ihn, um durch das interdimensionale Portal zu schreiten, denn beide Figuren haben eine besondere Verbindung und wie wir bereits aus Through the Lens of Time wissen, sieht die Technologie der Vezda und ihrer „Wärter“ oftmals wie Magie aus. Pike darf an einer Stelle sogar Arthur C. Clarke zitieren und Spock erkennt schnell, dass Ursache und Wirkung erneut in der falschen Reihenfolge vorkommen. Um nun M'Benga zu retten, wollen Marie und Christopher durch das Portal schreiten, welches zu Vadia IX führt und wo Gamble seine Artgenossen freilassen will. Aber ohne weiteres ist eine Öffnung nicht möglich, denn dafür ist eine enorme Energiemenge notwendig, die der unserer Sonne gleichkommt.

Es ist ein offizieller Anlass, oder?
Es ist ein offizieller Anlass, oder? - © Paramount+

Skygowan

Es ist wirklich ungewöhnlich, wie der erste Teil der Episode gestaltet wird. Wieder haben wir es mit einer Prä-Warp-Gesellschaft zu tun und wieder einmal spielt diese Gesellschaft keine große Rolle. Dr. Korby mag ja versucht haben, sich in den inneren Rängen hochzuarbeiten, um auf Gamble zu treffen, aber das passiert alles offscreen und auch später, wenn unsere Crew ihm folgt, sind Interaktionen mit den Einwohnern von Skygowan auf ein Minimum begrenzt. La'an darf zwar zeigen, dass sie von Spock den speziellen Griff gelernt hat, aber diese Szene ist nur dafür vorhanden, um Chapel zu beeindrucken.

Wir sehen, wie die Bewohner von Skygowan Gamble feiern, den sie als Gott verehren und sich im Zuge dessen sogar das Augenlicht nehmen. Ich bin zwar kein Experte, was Sekten betrifft, aber welchen Vorteil versprechen sich die Skygowans davon? Ihren Idolen nacheifern? Irgendwie werden die Bewohner als primitiv dargestellt, obwohl sie doch Kontakt zu weiterentwickelten Spezies pflegen. Da ergibt sich leicht ein Widerspruch, wenn man genauer drüber nachdenkt und das stößt doch ein wenig bitter auf. Mir hätte es wesentlich besser gefallen, wenn die Einwohner sich von Beginn an kooperativer gezeigt hätten und ihnen bewusst gewesen wäre, dass die Vezda das pure Böse verkörpern. Aber wir erhalten nicht einmal die Chance, diese Bevölkerung zu verstehen. Eigentlich ist sie nur da, um uns den Weg von Skygowan zu Vadia IX aufzuzeigen - ein Rätsel, welches Scotty und Sam bereits an Bord der Enterprise gelöst haben.

Meine letzte Folge wird emotional
Meine letzte Folge wird emotional - © Paramount+

Und Action!

Kommen wir nun zurück zum eigentlichen Problem - Pike und Batel sollen das Portal durchschreiten, um M'Benga zu retten und sicherzustellen, dass die Vezda in ihrem Gefängnis verweilen. Maries Schicksal wurde schon an Bord der Enterprise festgestellt, aber dennoch ist sie bereit, sich Gamble zu stellen und das Schlimmste zu verhindern. Dafür wird aber Energie benötigt und ich bin doch etwas verwirrt, was die Stärke von Phasern angeht oder weshalb es wieder die Farragut sein muss, die als zweites Schiff zufällig in der Nähe ist.

Ernsthaft, ich mag Kirk und wie in der dritten Staffel seine Beziehungen zu Scott, Spock und anderen ausgebaut wird. Früher oder später muss da vieles passieren und es ist gut, wenn sich Star Trek: Strange New Worlds dessen annimmt und Vorbereitungen trifft. Diverse Szenen lassen sich sogar feiern, wenn Kirk und Spock 3D-Schach spielen und ihre Freundschaft etabliert wird beispielsweise. Aber so Dinge wie die Gedankenverschmelzung stoßen doch ein wenig bitter auf und lassen Kanon-Fetischisten sogar aufschreien, obwohl es nichts Neues mehr ist, aber chronologisch nicht passt.

Fraglos wollten die Autoren etwas Action und schöne Szenen, um uns Zuschauer zu beeindrucken. Das funktioniert hier auch und macht Spaß, denn ohne den synchronisierten Phaser-Beschuss hätte der Folge doch etwas gefehlt. Aber warum ist es wieder die Farragut und Kirk? Gibt es keine anderen Schiffe oder Figuren, die man hätte nehmen können? Manchmal habe ich den Eindruck, dass der liebe Jim ein Stalker ist und bloß darauf wartet, dass die Enterprise seine Hilfe benötigt. Und das ist nicht gut. Zufall hin oder her, sollte nicht immer die Farragut das einzige Schiff der Sternenflotte sein, welches der Enterprise Hilfe anbietet. Gerade hier ist es leider auffällig, weil wir ganz genau merken, dass die Autoren Kirk nutzen wollten.

Und wie stark ist überhaupt ein Phaser-Beschuss? Spock nennt klare Zahlen, die einen schwindelig machen. Die Energie der Sonne oder auch nur die Hälfte davon? Ernsthaft? Damit ließen sich locker ganze Planeten zerstören, was hier auch diskutiert wird, sollten die Phaser ihr Ziel verfehlen. Stellt somit jedes Schiff der Sternenflotte, welches Phaser besitzt, einen Todesstern dar? Und was machen dann die stärkeren Photonen-Torpedos? Ich will darüber gar nicht nachdenken...

Knock, knock, knock...

Aber was auch immer man von der Action-Sequenz halten mag, sie funktioniert und lässt Pike zusammen mit Batel das Portal durchschreiten. Sie sind auf Vadia IX angekommen, M'Benga ist zwar bewusstlos aber lebt und Gamble freut sich schon auf die Auseinandersetzung mit Marie. Keine Ahnung, warum, denn der Endkampf ist doch recht kurz gestaltet und verläuft ohne große Probleme erwartungsgemäß. Es gibt nur einen kleinen Haken, denn ehe Marie bereit ist, zur Statue zu werden, will sie noch ein „Was wäre, wenn?“-Szenario mit ihrem Partner durchspielen.

Ich bin jetzt nicht unbedingt nah am Wasser gebaut, aber diese Eindrücke einer gemeinsamen Zukunft von Pike und Batel haben einen enormen Fußabdruck hinterlassen, der auch mir die eine oder andere Träne über die Wange laufen ließ. Die Szenen der Zukunft sind womöglich ein bisschen kurz und reißen den Zuschauer auch aus dem eigentlichen Abenteuer hinaus, aber sie zeigen eben auch auf, wofür Pike und Batel kämpfen und worauf sie hoffen. Ich fand diesen kleinen Ausflug jedenfalls wunderschön. Maries Schicksal wird zur Seite gelegt, später auch das von Pike und wir dürfen sehen, wie Tochter Juliet (Anna Mirodin) mit dem Sohn von Robert April (Adrian Holmes), Elijah (Eric Miracle), zusammenkommt. Außerdem kommt noch Onkel „Sock“ dazu, herrlich. Quasi eine Kurzfassung von The Inner Light, mit Fokus auf Pike und Batel.

Mir war zwar immer bewusst, dass es nur ein Traum sein kann und Marie ihre Kräfte dadurch sammelt, aber diese Szenen treffen gezielt ins Herz und geben dem Finale das gewisse Etwas, welches sonst gefehlt hätte.

Fernbeziehungen mache ich mit links
Fernbeziehungen mache ich mit links - © Paramount+

Happy End?

Es ist mit Sicherheit kein Happy End, mit dem uns dieses Staffelfinale zurücklässt. Es fehlt noch eine Aussprache zwischen Ortegas und La'an nach Terrarium und auch bei anderen Figuren wollen wir mehr wissen. Aber die Reise dieser Staffel wurde abgeschlossen und hätte auch als Serienfinale dienen können. Es gibt keinen Cliffhanger, womit die Wartezeit auf Staffel vier doch etwas gnädiger erscheint. Ob wir nächstes Jahr schon in den Genuss kommen? Abwarten.

Sicher ist aber, dass wir fünf Staffeln erhalten werden und die Gerüchteküche um Star Trek: Year One brodelt ein wenig, weshalb es nicht unwahrscheinlich ist, dass wir noch eine Serie über die ersten Jahre von Kirk auf der Enterprise erhalten werden. Und was kommt in Sachen Crossover mit Doctor Who? Vielleicht nichts, aber diese Idee muss doch vorhanden sein, oder?

Fazit

Mir hat das Finale gefallen, aber es war nicht das, was ich erwartet hätte. Gut ist sicher, dass es keinen großen Cliffhanger gab, aber ein paar Entscheidungen von den Autoren wollen mir nicht so recht schmecken. Insgesamt also gut gelöst, denn hier wurde großer Wert auf die Figuren gelegt, die Action passte und das Ende ist gleichzeitig ein Ende für eine Story, die von Beginn an aufgebaut wurde. Aber unterm Strich wäre doch wesentlich mehr drin gewesen, weshalb es von mir diese Woche nur dreieinhalb von fünf Sternen gibt. Und von Euch?

Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 13. September 2025
Episode
Staffel 3, Episode 10
(Star Trek: Strange New Worlds 3x10)
Deutscher Titel der Episode
Folge 10
Titel der Episode im Original
New Life and New Civilizations
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 11. September 2025 (Paramount+)

Schauspieler in der Episode Star Trek: Strange New Worlds 3x10

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