Star Trek: Discovery 5x08

Star Trek: Discovery 5x08

In der Folge „Labyrinths“ der US-Serie „Star Trek: Discovery“ gilt es, das letzte Puzzleteil der Schnitzeljagd zu finden. Während Michael dafür einen weiteren Test bestehen muss, gelangen auch die Breen zur Bibliothek, womit die Lage für alle schnell brenzlig wird.

Sonequa Martin-Green in „Star Trek: Discovery“
Sonequa Martin-Green in „Star Trek: Discovery“
© Paramount+

Labyrinths

Labyrinths (deutscher Titel: „Labyrinthe“) leitet das große Staffel- und Serienfinale ein, denn nach dieser Folge geht es ums Ganze - was nicht nur unsere Crew betrifft, sondern auch Moll (Eve Harlow), die inmitten der Breen für ihren verstorbenen Ehemann L'ak (Elias Toufexis) und seine Rückkehr ins Reich der Lebenden kämpft. Ich habe bereits mehrere Vorahnungen, wie diese Geschichte ausgehen könnte, aber mehr dazu später.

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Denn vorerst folgt die Discovery dem aktuellen Hinweis und steuert durch die Badlands, um die von Reno (Tig Notaro) erwähnte Bibliothek zu erreichen. Keine leichte Aufgabe, auch wenn Hy'Rell (Elena Juatco) als Leiterin dieses enorm großen Archivs an Wissen durchaus hilfreich ist. Am Ziel angekommen, ist es vorerst an Michael (Sonequa Martin-Green) und Book (David Ajala), die Bibliothek zu erkunden. Book wird von Hy'Rell eingeladen, weil sich ein Artefakt seines (zerstörten) Planeten im Besitz des Archivs befindet, und Michaels Aufgabe ist es natürlich, das Buch von Dr. Derex unter die Lupe zu nehmen, um den finalen Hinweis auf die Technologie der Progenitoren zu finden.

Währenddessen sieht es für Moll anfangs nicht gut aus. Nur durch ihre Verbindung zu L'ak kann sie ihre Fesseln ablegen und Ruhn (Tony Nappo) davon überzeugen, sich an der Schnitzeljagd zu beteiligen. Der machthungrige Möchtegern-Imperator lässt dabei nie Zweifel an seinen Motiven aufkommen, während seine Untergebenen wie Lt. Arisar (Dorian Grey) von Moll auf die Probe gestellt werden. Hier bahnt sich etwas an, was bereits vor den Opening Credits sichtbar ist.

Die Haupthandlung soll sich um Michael drehen, die in einer Art „Gedankengefängnis“ den letzten Test bestehen muss. Aber ohne Anhaltspunkte, woraus dieser Test besteht, scheint sie zunächst keine Chance zu haben. Ihr Begleiter mit dem Gesicht von Book erweist sich da auch nicht als besonders hilfreich und egal, welchen Weg sie einschlägt, kommt sie dem Ziel nicht näher. Die Lösung kommt am Ende einer Beichte gleich, wenn Michael über ihr Leben reflektiert und ihre Ängste und schlimmsten Befürchtungen äußert. Insofern ein interessanter Test, auch wenn es für den Zuschauer vielleicht absehbar ist, dass ein Betazoid dafür auf die inneren Werte setzt.

Die große Nebenhandlung findet derweil bei den Breen statt, die unter der Führung von Ruhn deutlich auf Krawall gebürstet sind. Kann man dieser Spezies nicht wirklich verübeln, aber wir bekommen während der Episode schon mit, wie Moll langsam aber sicher Onkel Ruhn und sein Handeln in Frage stellt. Diese Nebenhandlung - also abseits von der eigentlichen Bedrohung durch die Breen - hat es jedenfalls in sich und sorgt am Ende für eine Überraschung.

Ferner haben wir noch Rhys (Patrick Kwok-Choon), der zwischenzeitlich die Discovery kommandiert und vor den Breen bewahren muss, unser Wissenschaftsteam aus Adira (Blu del Barrio), Paul Stamets (Anthony Rapp) und Reno sowie Tilly (Mary Wiseman), die Michael gerne an der Stelle von Book als Avatar gehabt hätte. Culber (Wilson Cruz) und Rayner (Callum Keith Rennie) hüpfen derweil zur Bibliothek über, nachdem Michael dort ihr Bewusstsein verloren hat und Book erhält von Hy'Rell ein Artefakt, welches ein paar Wurzeln seiner Heimatwelt Kweijan enthält.

Michael Burnham

Wie weit kann ein Mensch über sich hinauswachsen, ohne dabei gewisse Fehler oder Irrwege eingestehen zu müssen? Das ist genau die Frage, die diese Woche die Handlung vorantreibt und letzten Endes zur Lösung führt. Wir kennen Michael natürlich und wissen, wo ihre Prioritäten liegen. Entsprechend professionell geht sie den „Mindcage“ auch an, sucht nach Hinweisen, woraus der eigentliche Test besteht, und erhält anfangs nur bedingt Hilfe vom Avatar namens Book, der später deutlich gnädiger wird.

David Ajala, Elena Juatco und Sonequa Martin-Green in „Star Trek: Discovery“
David Ajala, Elena Juatco und Sonequa Martin-Green in „Star Trek: Discovery“ - © Paramount+

Michaels Reise, vergleichbar mit anderen Figuren, die vor ähnlichen Herausforderungen standen, ist einerseits ein klassisches Abenteuer (ich verzichte mal auf Referenzen, die jeder Trekkie kennen sollte), aber geht gleichzeitig sehr tief auf diese Figur ein. Denn nein, Michael Burnham ist keineswegs perfekt, was bereits nach den ersten Episoden der Serie sichtbar war. Und Perfektion ist auch nicht das, worauf Leute wie Dr. Derex es abgesehen haben, sondern vielmehr die Fähigkeit, sich der eigenen Fehler, Ängste, Schuld und so weiter bewusst zu sein. Denn wie kann ich als Mensch ein besseres Level erreichen, wenn ich mir über meine eigenen Schwächen nicht bewusst bin? Das ist der Dreh- und Angelpunkt der Folge und mit Sicherheit eine Botschaft, die zum weiteren Nachdenken einlädt.

Michaels Suche nach dem eigentlichen Test ist hier stellvertretend für unsere Suche nach unserer Bedeutung. Oder vielleicht auch nach der Erfüllung, die wir uns für unser Leben erhoffen. Jeder von uns hat Ängste, Hoffnungen, Befürchtungen, fühlt sich manchmal vielleicht auch schuldig, weil man im Nachhinein einen anderen Weg hätte gehen können - unabhängig von der jeweiligen Situation. Genau das wird hier angesprochen, während Michael über ihren eigenen Werdegang reflektiert, den sie durchaus kritisch betrachtet und der letzten Endes zur Lösung führen soll.

Sonequa Martin-Green gibt alles, um uns Captain Burnham als verletzliche Figur aufzuzeigen, was Teil des Tests war. Aber gleichzeitig ist dieser Test auch eine Botschaft an die Zuschauer, sich der eigenen Schwächen, Ängste, Befürchtungen und so weiter bewusst zu werden. Denn wir können nur dann „bessere Menschen“ werden, wenn wir an unseren Schwächen arbeiten, uns dieser bewusst sind und anschließend versuchen, diese zu überwältigen.

Hätte Michael eher auf den eigentlichen Test aufmerksam werden können? Sicher, schließlich handelt es sich bei Betazoiden um Empathen und Dr. Derex musste sicherstellen, dass die Person, die sich diesem letzten Test unterzieht, am Ende auch würdig für die Technologie ist. Eine Faktensuche in der Geschichte des Dominion-Krieges oder auch, sich durch das Labyrinth zu finden, kann zwar aufzeigen, wie engagiert die Person vorgeht und wie hoch die Priorität für die Mission aussieht. Aber zu den inneren Werten lässt sich da nicht viel ableiten. Im Nachhinein mag die Überraschung am Ende ein Stückweit vorhersehbar gewesen sein, aber gefallen hat mir dieser Handlungsbogen auf jeden Fall.

Am Ende bleibt nur noch die Frage, wie der letzte Hinweis ausgesehen hat, den Michael vom Avatar erhält. Denn der dürfte ähnlich wichtig werden wie das letzte Puzzleteil, um die Koordinaten herauszufinden. Aber da müssen wir noch ein wenig warten.

Breen

Falls es etwas gibt, was mir weniger gefallen hat, dann war das Onkel Ruhn. Ich möchte dabei gar nicht seine rücksichtslose Vorgehensweise kritisieren, denn die passt nach allem, was wir über die Breen wissen, durchaus ins Bild und wurde von Rayner ebenfalls bestätigt. Aber am Ende ist es die eigene Dummheit des eindimensionalen Bösewichts, die ihn ins Grab befördert.

Die Breen in „Star Trek: Discovery“
Die Breen in „Star Trek: Discovery“ - © Paramount+

Ein wenig ärgerlich ist jedenfalls, dass wir nie zu sehen bekommen, wie Ruhn sich überhaupt als Anführer seiner Fraktion etablieren konnte. Er mag ja mit L'ak zunächst den Thronerben in seinem Gefolge gehabt haben und zu Beginn erkennt er, dass Moll ihm da einen guten Weg aufzeigt, um seine Macht nicht nur zu erhalten, sondern auszubauen. Aber seine mangelhaften Führungsqualitäten schreien am Ende nach Meuterei. Da ist er der Einzige, der sich wundert, wenn sein eigener Lieutenant die Waffe gegen ihn richtet.

Als die große Bedrohung für die Discovery und auch die Bibliothek mag Ruhn da hervorragend funktionieren und er beschert uns fraglos eine gute Portion Action und Spannungsmomente, die aus seiner kompromisslosen Vorgehensweise resultieren (und die ich nicht missen möchte). Aber wo bleibt die Taktik? Er schickt die eigenen Leute in den Tod, ihm sind die Artefakte seiner Spezies egal, die Hy'Rell hütet und er besitzt offenbar keinerlei Voraussicht, was seine Handlungen und die Konsequenzen daraus betrifft. Stattdessen schaufelt er fröhlich sein eigenes Grab, wenn er sein Gefolge als Kanonenfutter betrachtet und am Ende sogar ein Tergun ignoriert.

Ich hätte mir da eine etwas zweidimensionalere Figur erhofft. Eine, die sich an Abmachungen hält, den Wert der Bibliothek schätzt und erst dann versucht, Moll zu beseitigen, wenn das Ziel in greifbare Nähe gerückt ist. Andererseits macht es durchaus auch Spaß, Ruhn dabei zuzuschauen, wie er Zweifel bei seinem Gefolge weckt und am Ende die Rechnung präsentiert bekommt.

Moll

Moll ist mit Sicherheit der bessere Gegenspieler für die letzten beiden Episoden. Mit ihr können wir mitfiebern, sie wurde als Figur bereits etabliert und Eve Harlow verdient diese Woche ein Lob, wenn sie alles in ihre Rolle steckt und dabei keine Sympathiepunkte einbüßen muss. Hat sie als L'aks Ehefrau nicht ohnehin Anspruch auf den Thron oder sollte deshalb mindestens geschützt werden?

Eve Harlow in „Star Trek: Discovery“
Eve Harlow in „Star Trek: Discovery“ - © Paramount+

Es gehört jedenfalls nicht viel dazu, um zu erkennen, wo Molls großes Motiv liegt und das ist die Rückkehr von L'ak mit Hilfe der Technologie der Progenitoren. Entsprechend verbissen wird sie für ihr Ziel auch kämpfen, was bereits diese Woche der Fall ist. Aber sie geht dabei weit weniger egoistisch vor als der böse Onkel, dessen Fehler sie erkennt und schließlich nutzen kann, um ihn zu beseitigen. Vielleicht nicht die ganz große Überraschung mit Blick auf Ruhns Vorgehensweise, aber doch eine, die mich gefreut hat. Schließlich möchte ich nach wie vor ein kleines Happy End für Moll und L'ak sehen, welches jetzt wieder in Reichweite rückt.

Wie oben weiter bereits geschrieben, habe ich hier diverse Vorahnungen, wie die Geschichte mit den Breen, Moll und L'ak enden könnte. Da spielt natürlich auch mit rein, dass Book in Moll ein Familienmitglied sieht. Von daher glaube ich kaum, dass Moll das Serienfinale nicht überleben wird. Ich glaube sogar, dass sie L'ak zurückholen wird und die beiden mindestens ein kleines Happy End erhalten werden. Aber nach allem, was diese Woche passiert ist, könnte das Happy End noch wesentlich größer ausfallen, denn mindestens diese Fraktion der Breen scheint jetzt hinter Moll zu stehen. Für mich spräche jedenfalls nicht viel dagegen, wenn die Breen am Ende nicht nur unter der Führung von Moll und L'ak stehen, sondern sogar Bemühungen unternehmen, ein Teil der Föderation zu werden. Aber was meint ihr?

Book

Für Cleveland Booker gibt es eine Mini-Handlung, die seine Anwesenheit bei der Mission rechtfertigt. David Ajala erhält außerdem noch die Rolle des Avatars für Michael, aber hier ist sehr offensichtlich nicht Book als Helferlein unterwegs. Unser Book erhält von Hy'Rell ein Artefakt seines Heimatplaneten, welches er mitnehmen darf. Ein paar Stücke von der Wurzel des sogenannten „Worldtree“ von Kweijan. Und hmm, was könnte er damit machen, sollte er Zugriff auf die Technologie der Progenitoren erhalten?

Für mich ist es offensichtlich, dass Books Heimatplanet - ähnlich wie L'ak - wiederhergestellt beziehungsweise wiederbelebt werden wird. Okay, vielleicht muss ein anderer Planet (vorzugsweise unbewohnt) dafür herhalten, aber mit diesen Wurzelstückchen und der passenden Technologie sollte es doch möglich sein, ein neues Kweijan zu erstellen, oder? Etwas weitergedacht, wäre es sogar möglich, dass Book seine Familie zurückerhalten könnte - je nachdem, wie viel mit der Technologie der Progenitoren wirklich möglich ist. Und falls nicht, wird Moll halt weiterhin sein letztes Familienmitglied bleiben.

Zuletzt bleibt hier noch die Beziehung mit Michael, die zwar nach wie vor angeknackst ist, aber ebenfalls auf ein Happy End zusteuert. Schließlich bereut Michael ihren Umgang mit Book und wird nach dem jüngsten Abenteuer sicher versuchen, ihre Beziehung wieder neu zu beleben. Angedeutet wurde das zuvor bereits, aber nach der Beichte von dieser Woche ist eigentlich doch klar, dass die beiden in Zukunft nicht nur einen professionellen Austausch haben werden, oder?

Hy'Rell

Etwas weniger Spekulatius und zurück zur Folge. Der Gastauftritt von Hy'Rell verdient einen separaten Absatz, denn Elena Juatco hat mich mit jedem ihrer Auftritte überzeugt. Schon zu Beginn, als unsere Crew dadurch verunsichert wird, dass die Bibliothek keinerlei Verantwortung für Verstümmelungen oder Tode übernimmt, wenn die Regeln nicht befolgt werden. Später berichtet sie nebenbei vom „Oubliette“ (dt.: Verlies oder Kerker), wo diejenigen hinkommen, die die Regeln nicht befolgen. Und trotzdem ist Hy'Rell eine der sympathischsten Figuren dieser Episode, denn sie teilt bereitwillig ihr Wissen mit allen Figuren, die danach suchen und ist stets hilfsbereit für ihre Gäste. Von Book fordert sie sogar seine Anwesenheit, damit sie mehr über das Artefakt erfahren kann, welches sich in ihrer Bibliothek befindet. Wissen ist ihre Mission und auch die Bereitschaft, dieses Wissen zu teilen. Wie gesagt, eine tolle Gastfigur, die hoffentlich noch mindestens einen weiteren Auftritt erhält.

Elena Juatco in „Star Trek: Discovery“
Elena Juatco in „Star Trek: Discovery“ - © Paramount+

Bei den Breen mag das zunächst nicht danach aussehen, aber was soll eine Bibliothekarin auch schon machen, um Konflikte innerhalb ihres Archivs zu vermeiden? Sie teilt Ruhn auch mit, dass die Bibliothek neutral wie die Schweiz ist und entsprechend Artefakte besitzt, die die Breen für wertvoll erachten. Vielleicht ergreift sie Partei für die Föderation, wenn sie den Breen erstmal einen Besuch verweigert, aber andererseits hat Ruhn jetzt auch nicht den Schlüssel für „Labyrinths of the Mind“ und kann auch keine Argumente für seinen Besuch in der Bibliothek hervorbringen (habe ich schon erwähnt, wie eindimensional Ruhn als Figur ist?). Also Schilde hoch und den Eindringling abwehren, solange es geht.

Und ja, ich habe durchaus mitgefiebert, nachdem die Breen ihre Soldaten ins Archiv befördert haben und auch später, als Ruhn angegriffen hat. Wie kann man nur so rücksichtslos sein? Schließlich ist diese kleine Festung neutral und möchte von allen Kulturen möglichst viel bewahren. Mehr noch, Hy'Rell gibt Book bereitwillig das Artefakt und fordert dafür lediglich, dass er ihr mitteilt, was daraus wird. Diese Einstellung hat mich abgeholt und ist sicher einer der Gründe dafür, weshalb ich noch eine Fortsetzung mit Hy'Rell und Book erwarte.

An Bord der Discovery

Rhys muss die Stellung halten, während die Breen näherkommen und er macht hier einen sehr guten Job. Genau wie der Rest der Brückencrew, mit der wir weniger vertraut sind. Hier schleicht sich auch direkt ein Kritikpunkt ein, denn Owosekun (Oyin Oladejo) und Detmer (Emily Coutts) glänzen durch Abwesenheit, während Asha (Christina Dixon), Gallo (Natalie Niconti), Naya (Victoria Sawal) und andere gefordert werden. Zwar sind diese Figuren uns aufs Auge gedrückt worden und wir können mit der Discovery auch mitfiebern, wenn Krisensituationen eintreffen. Aber weshalb wird nicht auf die üblichen Personen zurückgegriffen, die uns durch die vergangenen Staffeln begleitet haben?

Ich kann derartige Entscheidungen nicht nachvollziehen, auch wenn die Crew miteinander zu harmonieren scheint und entsprechend die wöchentliche Krise meistert. Also, entweder ist da hinter den Kulissen etwas schiefgelaufen, weshalb Owo und Detmer plötzlich raus sind oder es gab andere Pläne für die Zukunft der beiden. In jedem Fall aber traurig, während sich die Abwesenheit von Doug Jones noch halbwegs erklären lässt.

Einen Pluspunkt gibt es aber für das Wissenschafts-Team, welches von Rayner die Aufgabe erhält, einen Weg zu finden, der den Einmarsch der Breen-Truppen ins Archiv aufhält. Hauptsächlich „Techno-Babbel“, aber Reno sticht erneut hervor, wenn sie Hysperia erwähnt und somit bestätigt, dass die Ereignisse aus Star Trek: Lower Decks zum großen Kanon zählen. Diese Info, so nebensächlich sie auch sein mag, hat mich begeistert. Und klar, es war beeindruckend, wie schnell unsere Nerds hier eine Lösung finden.

Insgesamt steht die Discovery zwar weniger im Vordergrund, aber die Crew darf zeigen, dass sie auch ohne ihren Captain und ohne den ersten Offizier zurechtkommt, was keineswegs selbstverständlich ist. Hat mich unterm Strich auch abgeholt, keine Frage. Aber Owo und Detmer vermisse ich trotzdem.

David Ajala in einer Doppelrolle in „Star Trek: Discovery“
David Ajala in einer Doppelrolle in „Star Trek: Discovery“ - © Paramount+

Culber und Rayner

An dieser Stelle gibt es nicht viel zu erzählen, weil sowohl Culber als auch Rayner nicht sehr wichtig für die Episode sind. Culber bestätigt nur, dass Michael ihre Aufgabe allein lösen muss und es dort heißt, abzuwarten statt ihren Tod zu riskieren. Rayner muss später zusammen mit Book zwar ein paar Breen abwehren, aber das ist vermutlich selbstverständlich mit Blick auf die Handlung.

Was ich in der Tat vermisst habe, sind ein paar Äußerungen von Culber, die seine Reise und seine Persönlichkeit betreffen. Da wäre durchaus was drin gewesen, was diese Woche offenbar keinen Platz hatte. Und gerade hier hätte es sich doch angeboten, einmal den Glauben hervorzubringen oder auch die neu entdeckte „Spiritualität“ der Figur, oder? Ich bin mir zwar sicher, dass Hugh darauf noch zurückkommen wird, aber derartige „Pausen“ fühlen sich einfach komisch an.

Rayner bleibt derweil seiner Devise treu, was sowohl positiv wie negativ betrachtet werden kann. Er setzt sich für Michael und die Crew ein, aber seine Haltung gegenüber den Breen hat sich noch nicht verändert. Da sieht er noch immer einen Feind, den es zu zerstören gilt. Mit Blick auf seine Hintergrundgeschichte verständlich und nachvollziehbar, aber Rayner wird sich noch ändern müssen, um vollends in die Föderation einzutauchen. Da bin ich wirklich gespannt, ob und wie er das Serienfinale bestehen wird oder nicht. Denn bislang ist Rayner fraglos eine Bereicherung der Crew, aber könnte jederzeit auch wieder in Hass und eigenmächtige Entscheidungen übergehen. Abwarten.

Fazit

Ich bin trotz aller Kritikpunkte erneut begeistert und hoffe auf ein grandioses Serienfinale mit den letzten beiden Episoden. Entsprechend gespannt bin ich darauf, ob meine Vorhersagen eintreffen werden und wie die Geschichte der Discovery ausgehen wird. Diese Woche lässt jedenfalls kaum etwas zu Wünschen übrig, wenn man die Oberfläche betrachtet. Erst, wenn man tiefer eintaucht, lassen sich Unstimmigkeiten finden. Aber auch diese schmälern nur wenig die Spannung auf das große Finale. Von meiner Seite gibt es erneut viereinhalb von fünf Sternen. Und von euch?

Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 18. Mai 2024
Episode
Staffel 5, Episode 8
(Star Trek: Discovery 5x08)
Deutscher Titel der Episode
Labyrinthe
Titel der Episode im Original
Labyrinths
Länge der Episode im Original
58 Minuten
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 16. Mai 2024 (Paramount+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 16. Mai 2024
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Donnerstag, 16. Mai 2024
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Donnerstag, 16. Mai 2024

Schauspieler in der Episode Star Trek: Discovery 5x08

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