Star Trek: Discovery 3x11

Star Trek: Discovery 3x11

In der Folge Su'Kal der US-Serie Star Trek: Disovery geht es für unsere Crew in den Verubin Nebel und der Ursache des Unglücks auf die Spur, welches vor mehr als 100 Jahren die Föderation in die Knie zwang. Aber auch ein aktueller Gegner lässt sich blicken und läutet den Endspurt der Staffel ein.

Cast der Serie Star Trek: Discovery (c) CBS All Access
Cast der Serie Star Trek: Discovery (c) CBS All Access
© ast der Serie Star Trek: Discovery (c) CBS All Access

Su'Kal

Nach dem Zweiteiler um Philippa Georgiou (Michelle Yeoh) und deren Abschied aus Star Trek: Discovery, schaltet die dritte Staffel gleich mehrere Gänge (vielleicht einen zu viel) hoch, um mit Su'Kal das Endspiel einzuläuten. Als Zuschauer gilt es hier, sich anzuschnallen und die Aufmerksamkeitsschraube anzuziehen, denn Autorin Anne Cofell und Regisseurin Norma Bailey geizen nicht mit wichtigen Informationen, die man schnell mal verpassen kann.

Dennoch wirkt die Episode in meinen Augen nicht überladen, hat teilweise sogar ein paar Längen, denn ungleich Michael (Sonqua Martin-Green), Hugh (Wilson Cruz) und Saru (Doug Jones) durchschaut man als Zuschauer die Haupthandlung sehr viel schneller, die sich leicht als ein Holodeckabenteuer erkennen lässt, in welchem Sorgenkind Su'Kal (Bill Irwin) für eine gefühlte Ewigkeit auf Rettung wartet. Obendrein winkt mit Osyraa (Janet Kidder) und ihrem doch relativ unerwartetem Auftritt ein erster großer Test für „acting Captain“ Fähnrich Tilly (Mary Wiseman), den man sowohl als bestanden, als auch als nicht bestanden werten kann. Letzteres, weil die Folge mit einem Cliffhanger endet, der sich sehenlassen kann.

Adira

Aber fangen wir vorne an. Adira (Blu del Barrio) ist noch auf der Abschiedsfeier für Georgiou, als Gray (Ian Alexander) sich plötzlich blickenlässt. Die vorherigen Worte von Paul (Anthony Rapp) verschallen bereits, als Gray versucht, sich und seine vorübergehende Abwesenheit zu erklären.

Mir haben diese kleinen Momente zu Beginn der Folge sehr gefallen. Dass Star Trek: Discovery vorrangig emotional geprägt ist, dürfte mittlerweile klar sein. Ja, es wird mitunter viel (vielleicht ein wenig zu viel) geweint, viel umarmt und auch diese Woche wieder ab und zu auf die Tränendrüse gedrückt. Auch Adira hat glasige Augen, nachdem Gray sich erklärt hat - und versteht ihn. Für mich ist das genau das, worauf es ankommt.

Sich gegenseitig erklären und verstehen, die Eindrücke des anderen akzeptieren, auch wenn sie mitunter aus dem eigenen Blickwinkel zunächst nicht wirklich verständlich sein mögen. Mich stört diese Emotionalität jedenfalls nicht, ich empfinde sie eher als Bereicherung. Und vielleicht ist das die Zukunft? Also, dass man offener mit seinen Gefühlen umgeht und einem die eigenen Tränen nicht mehr peinlich sind?

Aber nicht nur Adira darf Gefühle zeigen. An erster Stelle steht diese Woche wohl Paul Stamets, der sich bereits vor der Außenmission große Sorgen um Hugh macht und mit Blick auf den Cliffhanger allen Grund dafür hat. Tolle Leistung von Anthony Rapp, dem man durchgehend anmerkt, wie viel Hugh ihm bedeutet. Wobei auch andere (Haupt-)Figuren mit ihren Gefühlen zu kämpfen haben und das offensichtliche Thema während der Haupthandlung daraus besteht, sich in die Welt von Su'Kal und dessen Ängste quasi hineinzufühlen - denn genau die muss er überwinden, bevor es die Möglichkeit einer Rettung überhaupt geben kann.

Letzte Anmerkung hier wäre noch, dass Adira gegen Ende die Initiative ergreift und sich aufmacht, um das Außenteam vor dem sicheren Tod zu retten. Ein wenig Unterstützung von Jett Reno (Tig Notaro) - die selbst leider nicht großartig in Erscheinung tritt - ist dabei sicher. Offenbar hat Adira die neue „Familie“ nun akzeptiert und setzt das eigene Leben dafür aufs Spiel - hat mir sehr gefallen.

CBS All Access
CBS All Access - © CBS All Access

Saru

Nachdem unsere Crew erfährt, dass sich trotz der mehr als hundert Jahre noch ein Lebenssignal an Bord der Khi'eth befindet, ist vor allem Saru Feuer und Flamme, um eine Rettungsmission zu starten. Zu Beginn bringt er damit die ganze Crew in Gefahr und lässt sich beinahe zu spät von Michael und Book (David Ajala) überzeugen, erst einmal wieder aus dem Nebel zu fliegen und Books wendigeres Schiff die Gegend erkunden zu lassen - was trotzdem noch gefährlich genug ist.

Hier wird bereits deutlich, dass die Mission für Saru gefährlich persönlich angelegt ist. Zwar verständlich, weil es um seine Spezies geht, aber für den Captain eines Schiffes mindestens grenzwertig zu betrachten. Dass er mit auf die Außenmission geht, scheint aber wiederum sehr angebracht zu sein und führt uns an Bord der Khi'eth zu einer Erkundungstour, die nicht nur die Hintergründe des Szenarios offenbart, welches unser kleines Team dort erwartet, sondern sich auch mit der Kultur der Kelpianer beschäftigt, die Saru natürlich am besten kennt und somit auch lösungsweisend in Erscheinung treten darf. Selbst, wenn es bis dahin noch einige Hindernisse zu überwältigen gilt.

Khi'eth

Dr. Issa (Hannah Spear) war schwanger und hat Vorkehrungen getroffen, um ihrem Sohn Su'Kal ein Überleben und eine Ausbildung / ein Training in holografischer Umgebung zu ermöglichen, ehe irgendwann hoffentlich jemand auftaucht, um ihn zu retten. Uns erwarten dabei jede Menge Offenbarungen, unter anderem auch über die Natur des Planeten, der zum Großteil aus Dilithium besteht, sowie über Su'Kal selbst, der The Burn offenbar einst verursacht hat und beinahe ein weiteres Unglück dieser Art auslöst.

Überraschend sind bereits die Veränderungen, die das Außenteam mit Ankunft auf der Khi'eth erfährt. Ein Holoabenteuer mit Michael als Trill, Hugh als Bajoraner und Saru als Mensch hat wohl kaum jemand erwartet. Das gibt Doug Jones endlich mal die Gelegenheit, ohne Maske zu agieren, was auf jeden Fall sehenswert ist. Die Erklärung, die es später dazu gibt, ist allerdings sehr dürftig. Überhaupt sind bei den ganzen Holofiguren kaum Kelpianer dabei, da ist auch die Frage, weshalb Sarus Aussehen menschlich gestaltet wird, berechtigt.

Insgesamt weiß der ganze Trip aber zu gefallen und stellt unsere Protagonisten vor zahlreiche Herausforderungen, die es auch nächste Woche noch zu bewältigen gilt. Su'Kal muss sich seinen Ängsten stellen, wozu nicht nur das Monster, sondern auch die Realisierung, dass es eine Außenwelt gibt, gehört. Michael und Saru können bereits kleinere Erfolge im Umgang mit Su'Kal verbuchen, während Hugh ein bisschen zu kurz kommt. Bleibt abzuwarten, wie groß Adiras Rolle nächste Woche ausfällt.

Aber die Andersartigkeit dieses Abenteuers sticht bereits mit den ersten Szenen hervor und verliert ihren Reiz selbst dann nicht, wenn wir als Zuschauer bereits mehr wissen als unsere Protagonisten. Hätte von euch eigentlich jemand auf dem Schirm gehabt, dass The Burn durch ein („altes“) Kind verursacht sein könnte, welches sich vor einem Monster fürchtet? Ich sicher nicht. Finde die Erklärung aber mit Blick auf alles, was uns im Verlauf der Folge präsentiert wird, durchaus schlüssig. Vielleicht ein bisschen zu sehr Doctor Who für eine Star Trek Serie, aber andererseits auch wieder nicht.

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%26copy, CBS All Access - © %26copy, CBS All Access

Tilly

Während unser Außenteam damit beschäftigt ist, dass Szenario auf der Khi'eth zu durchschauen, trifft Osyraa mit ihrem Schiff am Rande des Verubin Nebels ein. Mit Tilly im Captain's Chair lässt sich schnell Schlimmes befürchten und Osyraa versucht direkt, unseren acting Captain einzuschüchtern.

Die Unsicherheit mag Tilly stets im Gesicht geschrieben stehen und bereits vor ihrem ersten Kommando-Einsatz braucht es beruhigende Worte von Michael, um sie auf die Rolle vorzubereiten. Aber ganz ehrlich, in meinen Augen macht sie sich nicht schlecht. Sie erkennt rechtzeitig, dass das nahende Schiff nicht der Föderation angehört, kontert Osyraas Worte mit einer Portion Freud und überrascht die eigene Crew sogar, als sie meint, sie würde eher zur Selbstzerstörung der Discovery greifen, als Osyraa das Schiff zu überlassen.

Dass am Ende der Folge die Lage alles andere als rosig aussieht und Osyraa einen Sieg einfährt, ist natürlich bitter. Aber in meinen Augen trifft Tilly dafür keine Schuld. Mit ein bisschen mehr Zeit (eine Minute oder so) wären sie und die Discovery aus dem Gefahrenbereich gewesen, mit Book auf Hilfsmission fürs Außenteam und Osyraa hätte in die Röhre geschaut. Sicherlich weniger spannend, als es jetzt der Cliffhanger ist, wo ein gedankenkontrollierter Paul Kurs auf das Hauptquartier der Föderation setzt. Aber ich hätte es Tilly sehr gegönnt, diese erste Krise zu meistern.

Wie es jetzt weitergeht? Abwarten. Durch Adira werden die Überlebenschancen von Saru und Hugh gesichert, vielleicht holen Book und Michael gar alle an Bord und bringen sie aus der Gefahrenzone, aber dafür muss Su'Kal natürlich seine Ängste vor der Außenwelt überwinden. An Bord der Discovery gewinnt hoffentlich jemand von unserer Crew die Oberhand, ehe es der Sternenflotte an den Kragen geht. Ich würde da auf Tilly oder Jett Reno setzen, aber gut möglich, dass sich ein Mitglied der Brückencrew hervortun darf. Auf wen setzt ihr?

Fazit

Unerwartet, überraschungsreich, charakterbetont und mit Blick auf die Staffel zielführend. Mit anderen Worten: eine positive Überraschung, die vielleicht ein bisschen zu viel in eine Folge steckt, aber durchgehend zu fesseln weiß und die beiden letzten Episoden der Staffel dank des Cliffhangers mit großer Spannung erwarten lässt. Von mir gibt es dafür vier von fünf Sternen. Und von euch?

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Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 27. Dezember 2020
Episode
Staffel 3, Episode 11
(Star Trek: Discovery 3x11)
Deutscher Titel der Episode
Su'Kal
Titel der Episode im Original
Su'Kal
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 24. Dezember 2020 (Paramount+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 25. Dezember 2020
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 25. Dezember 2020
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Freitag, 25. Dezember 2020
Autor
Anne Cofell Saunders
Regisseur
Norma Bailey

Schauspieler in der Episode Star Trek: Discovery 3x11

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