Star Trek: Discovery 2x05

Star Trek: Discovery 2x05

In der Folge Saints of Imperfection der US-Serie Star Trek: Discovery steht eine waghalsige Rettungsmission an, die vor allem bei Stamets alte Wunden aufreißt. Bei der Suche nach Spock erhält unsere Crew derweil unliebsame Unterstützung.

Szenenbild der „Star Trek: Discovery“-Episode „Saints of Imperfection“ (c) CBS All Access
Szenenbild der „Star Trek: Discovery“-Episode „Saints of Imperfection“ (c) CBS All Access
© zenenbild der „Star Trek: Discovery“-Episode „Saints of Imperfection“ (c) CBS All Access

Spock

Es ist geradezu faszinierend, wie es nun Woche um Woche darauf hinausläuft, dass Mr. Spock (Ethan Peck) weiterhin uns und unserer Crew entgeht. Dabei gelingt es Pike (Anson Mount), Burnham (Sonequa Martin-Green) und den anderen in Saints of Imperfection nach kleineren Anstrengungen endlich, das Shuttle ausfindig zu machen und trotz Widerstands an Bord zu holen. Doch wer sich erhofft hatte, endlich den Vulcanier zu erblicken, muss sich mit einer unverhofften Überraschung abfinden. Denn es ist nicht Spock, der dort aus dem Shuttle kommt, sondern Philippa Georgiou (Michelle Yeoh).

Ich muss zugeben, dass es in meinem Fall keineswegs eine gelungene Überraschung ist. Sicher, rein thematisch ließ sich damit rechnen, dass zunächst noch Tilly (Mary Wiseman) gerettet werden muss, deren Schicksal den Cliffhanger der letzten Woche lieferte. Von daher ließ sich erahnen, dass das große Geheimnis um Spock und den roten Engel (und ein erster Schritt in Richtung Auflösung dessen) um eine weitere Episode aufgeschoben wird. Aber die ständige Teaserei - dieses Mal auf die Spitze getrieben - fängt langsam an, den Geduldsfaden reißen zu lassen. Bleibt nur zu hoffen, dass die nächste Folge Erlösung bringt - denn nach dem Ende von Saints of Imperfection sollte jetzt endlich der größere Staffelbogen im Fokus stehen (sofern nicht noch unerwartete Sphären an Hindernissen den Weg unserer Crew kreuzen).

Sektion 31

Der nicht ganz so geheime Geheimdienst der Sternenflotte wird diese Woche an Bord geholt, womit wir zumindest erfahren, wer hinter Spock noch her ist. Laut Admiral Cornwell (Jayne Brook), die sich erstmals in der zweiten Staffel zurückmeldet, soll hier am gleichen Strang gezogen werden. Eine Kooperation zwischen Sektion 31 und unserer Crew? Ob das gut geht?

Bereits Georgious erster Aufritt - Michelle Yeoh hat offensichtlich jede Menge Spaß in der Rolle - lässt da nicht nur Pike zweifeln. Denn sehr erkennbar ist der Informationsfluss im Ermittlungsstand einseitig ausgelegt. Da wird mit den (geheimen) Abzeichen gewedelt und die „classified“-Karte zu oft ausgespielt. Teamwork sieht anders aus, wenngleich Leland (Alan van Sprang) sich während der Rettungsaktion ein wenig hilfsbereit zeigt und sogar von Georgiou dazu gezwungen wird, der Discovery ein größeres Zeitfenster zu geben.

Szenenbild der Star Trek: Discovery-Episode Saints of Imperfection
Szenenbild der Star Trek: Discovery-Episode Saints of Imperfection - © CBS All Access

Damit komme ich auch gleich zum größten Kritikpunkt an dieser Folge und so'n bisschen auch an der bisherigen zweiten Staffel. Es sieht aktuell einfach nach einer großen Baustelle aus. Charaktere werden (auf die Discovery) zurückgeholt - nicht selten mit der Brechstange, gell, Tyler (Shazad Latif)? - und die Macher sind offensichtlich sehr bemüht um eine Kurskorrektur, die ein „trekkigeres" Gefühl zum Ziel hat. Letzte Woche ließ sich dort (auch wenn man zu viel auf einmal wollte) durchaus ein Pluspunkt verbuchen. Diese Woche steht die Geheimhaltung der Sektion 31 dem Teamwork wieder deutlich im Wege. Wobei hier auch Michaels Schweigen gegenüber Pike (und allen anderen Mitgliedern der Crew, die nicht um die Imperatorin aus dem Spiegeluniversum Bescheid wissen) in Bezug auf Georgiou erwähnt werden muss. Offen und ehrlich sollte unsere Besatzung halt miteinander umgehen. Von daher hoffe ich inständig, dass Burnham Pike noch das angekündigte Gespräch nachliefert (und wir das auch zu sehen bekommen).

Insgesamt sind es sehr gemischte Gefühle, die die Beteiligung von Sektion 31 hier verursacht. Nicht nur bei Pike und Burnham, sondern halt auch bei uns Zuschauern. Die Rückkehr von Tyler zur Discovery ist nur ein Punkt unter vielen, aber vielleicht der prägnanteste. Natürlich bin ich auf die weitere Entwicklung gespannt und nicht nur, was die Beziehung zwischen Tyler und Burnham angeht. Aber geschmeidig geht anders und sollte auch dementsprechend umgesetzt werden. Jetzt werden die Figuren in Stellung geschmiedet und ich hoffe (erneut), dass daraus mehr hervorgeht, als vorerst vermittelt wird.

Silvia Tilly

Tillys Verschwinden steht selbstredend im Mittelpunkt der Episode und liefert die Rückkehr von Hugh Culber (Wilson Cruz) zur Besatzung. Der Haupthandlungsstrang dieser Woche eben, der sich nicht unbedingt in dieser Form erwarten ließ, aber zumindest bei mir sehr hoch im Kurs ist. Ich mag einfach Pilze und emotional stark involvierte Charaktere.

Dass man Tilly nicht einfach aufgeben würde, steht ohnehin außer Frage. Natürlich lässt Paul nichts unversucht, um ihrem Verschwinden auf die Spur zu gehen. Und natürlich ist Michael jeder noch so abwegige Strohhalm recht, um Tilly aus der Sporenwelt zurückzuholen. Das kann selbst ein Christopher Pike nachvollziehen, der hier das gesamte Schiff für die Rettungsmission riskiert und nicht nur durch seine kleine Ansprache an die übrige Crew Pluspunkte sammelt. Es wird halt niemand aufgegeben und das ist gut so.

Was Tillys Erwachen in der Sporenwelt und ihre Gespräche mit May (Bahia Watson) angeht, ist alles tatsächlich gut umgesetzt. Pinky swear. Ein „Monster" bedroht Mays Welt und Tilly lässt sich darauf ein, der Sache nachzugehen. Ungeachtet der eigenen (entführten) Situation und somit mit viel Liebe zu der Person, der sie damals (also, der echten May) nicht besonders viel Aufmerksamkeit schenkte. Ein Versuch, vergangene Fehltritte zu korrigieren und somit sehr dicht am Charakter. Gerne mehr davon.

Szenenbild der Star Trek: Discovery-Episode Saints of Imperfection
Szenenbild der Star Trek: Discovery-Episode Saints of Imperfection - © CBS All Access

Hugh Culber

Das Highlight dürfte aber die Rückkehr von Hugh sein, der nicht nur Paul hoffnungsvoll entgegenblickt. Seit seinem drastischen Tod durch TyVoq kam sehr große Kritik daran auf, dass man dem ungewöhnlichen Pärchen keine große Zukunft beschert hat. Ich sprach oben weiter von „Kurskorrektur" und führte das als einen Kritikpunkt an. In diesem Fall ist es aber gelungen, auch wenn die Rückkehr von Culber oder die Identität des „Monsters" vielleicht keine große Überraschung mehr ist. Denn es war zu erwarten, dass Hugh irgendwie zurückkommt.

Mich beeindruckt hier aber tatsächlich die emotionale Komponente, die allein dem Können von Rapp (und Cruz, aber in leicht geringerem Maße) geschuldet ist. Bereits der erste Auftritt von TyVoq verzieht seine Miene (insofern bleibt Tyler eine charakterliche Baustelle), aber der gute Paul muss hier einiges durchleiden. Erst ein Wiedersehen, dann die Erkenntnis, dass Hugh nicht mitkommen kann und ein zweiter Abschied bevorsteht und schließlich die Erlösung. Eine gelungene Achterbahnfahrt der Gefühle, die Paul hier durchmachen muss, um letztlich belohnt zu werden. Einfach schön.

Bleibt nur zu hoffen, dass Hugh keine größeren Schäden aus seiner Erfahrung in der Sporenwelt davonträgt. Wäre zwar okay, wenn die Beziehung zu Paul ein wenig auf die Probe gestellt wird und Hugh mit seinen Erfahrungen zu kämpfen hat. Aber „trekkiger" wäre eben, dass die beiden recht schnell zur liebenswerten Beziehung zurückfinden, wie sie uns in Staffel eins (zu Beginn) präsentiert wurde.

Sonstiges

Optisch mal wieder sehr beeindruckend. Ich möchte gar nicht wissen, wie viel Geld da reingesteckt wurde. Jedenfalls ist sowohl die Sporenwelt als auch das Eintauchen der Discovery darin sehr schön gelungen. Und der Nebel? Ich mag Nebel...

Alte und neue Crew sind nun mehr oder weniger beisammen. Gut und schön, aber trotzdem herbeigebrochen. Für die Zukunft in Ordnung, aber bitte dann auch etwas besser und vor allem organischer herbeiführen beziehungsweise behandeln.

Was das Tempo angeht, hat mich die erste Staffel mehr mitgenommen. Die Kapitel der größeren Geschichte wurden schneller abgeschlossen, die Charaktere waren entsprechend gesetzt und es gab dort mehrere WTF-Momente, die aktuell noch ihresgleichen suchen. Bitte nicht aus den Augen verlieren, was die erste Staffel da gekonnt umgesetzt hat.

Fazit

Kein großer Hit, aber unterm Strich noch in Ordnung. Die Rettungsmission ist durchaus gelungen und liefert auch die größten emotionalen Momente. Sektion 31 und deren Involvierung fühlt sich eher nach Brechstange an und ist auch entsprechend umgesetzt. Im Vergleich zur Vorwoche sitzt jedenfalls weit weniger, was sich auch auf die Bewertung meinerseits auswirkt. 3 von 5 Sternchen sind es aber doch. Und bei euch?

Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 16. Februar 2019
Episode
Staffel 2, Episode 5
(Star Trek: Discovery 2x05)
Deutscher Titel der Episode
Die Heiligen der Unvollkommenheit
Titel der Episode im Original
Saints of Imperfection
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 14. Februar 2019 (Paramount+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 15. Februar 2019
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 15. Februar 2019
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Freitag, 15. Februar 2019
Autor
Kirsten Beyer
Regisseur
David Barrett

Schauspieler in der Episode Star Trek: Discovery 2x05

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