Social Distance: Review der Pilotepisode der Netflix-Serie

Social Distance: Review der Pilotepisode der Netflix-Serie

Die Corona-Fernsehprojekte über Quarantäne sprießen mittlerweile zuhauf aus dem Boden. Mit Social Dictance hat Netflix nun sein Projekt vorgelegt und konnte dafür auf zahlreiche große Namen zurückgreifen. In der Pilotepisode begleiten wir Mike Colter als Ike durch eine schwere Zeit des Alkoholentzugs.

Ein Poster zu Social Distance (c) Netflix
Ein Poster zu Social Distance (c) Netflix
© in Poster zu Social Distance (c) Netflix

Die Schauspieler filmen sich selbst zu Hause, die Regisseure dirigieren von weitem und auch das Drehbuch wird über Zoom geschrieben. Die Netflix-Produktion Social Distance ist nicht die erste Serie, die unter Quarantänebedingungen entsteht. Auch Hollywood sucht seit Monaten Mittel und Wege, in dieser Zeit weiter aktiv zu bleiben, die Homemade-Produktion ist ein beliebtes Resultat dieser Bemühungen.

Die neue Netflix-Comedy kommt als Anthologieserie daher. In jeder Episode begleiten wir andere Figuren durch die Quarantäne, jede Geschichte beginnt von neuem.

Wovon handelt es?

In der Pilotepisode treffen wir Ike (Mike Colter, Luke Cage). Er ist von seiner Freundin Raquel (Shakira Barrera) verlassen worden, sein Friseursalon wurde durch die Corona-Regeln stillgelegt und zu allem Überfluss hat er kurz vor der Quarantäne auch noch beschlossen, seinen Alkoholismus zu besiegen. Ike steckt also in alles andere als idealen Umständen, um sich monatelang alleine zu Hause zu verkriechen.

Wir erfahren, dass er jedoch alles daran setzt, es trotzdem zu schaffen. Er besucht Online-Meetings der Anonymen Alkoholiker, er wendet sich hilfesuchend an seinen Sponsor Gene (Steven Weber) und er versucht, die freie Zeit in Kreativität umzusetzen. Nach einem Rückfall zum Alkohol, deutlich für Instagram dokumentiert, muss er lernen, sich selbst zu verzeihen und landet damit wieder da, wo er zu Beginn der Episode war: in einem Online-Meeting für Suchtkranke, in der Hoffnung, es dieses Mal durchzuhalten.

In anderen Episoden begleiten wir unter anderem Marco (Brian Jordan Alvarez) und Shane (Max Jenkins). Die beiden führen eine langjährige Beziehung und leben zusammen, doch die Quarantäne, die sie sehr ernst nehmen, lässt die beiden zunehmend aneinander verzweifeln. Schließlich schlägt Shane einen Dreier vor, um die Stimmung herumzureißen. Doch das geht gehörig nach hinten los. Während im Wohnzimmer Adam (Peter Vack) auf seinen Einsatz wartet, arbeiten Marco und Shane sich via Videochat durch ihre Probleme, bis sie dort ankommen, wo viele im Moment irgendwann landen: Die Umstände sind hart für Beziehungen, doch mit einem offenen Ohr und dem Willen, es gemeinsam zu schaffen, könnte es klappen.

Wie kommt es rüber?

Zum ersten Mal steckt die ganze Welt in denselben Schuhen, auch wenn verschiedene Regionen unterschiedlich stark betroffen sind, verbindet uns alle eines: Wir sind in einer Situation, in der alles neu und für die Zukunft nichts sicher ist. Das nutzen die Macher der Comedy Social Distance in der besten Weise, die möglich ist.

Noch während wir in der Krise stecken, haben sie verstanden, was die Auswirkungen dieser Quarantäne auf die Psyche sind und weben daraus eine unterhaltsame, clevere Comedy in kleinen Einheiten.

Manchmal machen die Charaktere besondere Lebenssituationen durch, zum Beispiel die Beerdigung ihres Vaters über Zoom, manchmal leben sie einfach wie die meisten von uns in der Quarantäne und versuchen jeden Tag aufs Neue, mit dieser Situation klarzukommen. Sie haben Beziehungsprobleme, müssen lernen, mit sich selbst auszukommen und erfahren dabei manchmal mehr über sich und andere, als sie eigentlich erfahren wollten. Eines verbindet die meisten der Charaktere: Die anderen, die Exfreunde, die Nachbarn, die Kollegen scheinen alle besser mit der Situation klarzukommen, scheinen die Isolation mitunter sogar zu genießen. Das ist eine Beobachtung, die wohl auf viele von uns auch zutrifft. In dieser neuen, unbekannten Situation wirkt das Gras auf der anderen Seite so grün wie selten zuvor. Gerade darum ist es wichtig, zu zeigen, dass die Probleme vielfältig sind und jeder sich auf seine Art und Weise durch diese neue Lebenslage schlägt - mal mehr, mal weniger gut.

Was die Netflix-Produktion ebenfalls von vielen anderen unterscheidet, ist die Anzahl an großen Namen, was für vor und hinter der Kamera gilt. Der Streamingdienst schickt für die erste Staffel sein All-Star-Team ins Rennen, Produzenten und Darsteller aus Netflix-Hits wie Orange Is the New Black, GLOW, Dead to Me und 13 Reasons Why sind mit dabei.

Fazit

Die Comedy Social Distance ist clever und unterhaltsam. Sie wirkt nicht wie mit der heißen Nadel gestrickt. Als Autoren haben sich hier geübte und talentierte Leute zusammengefunden, die unser Leben unter den neuen Umständen auf gekonnte Weise gleichzeitig unter die Lupe und aufs Korn nehmen können. Der Cast ist vielfältig, in jeder Episode gibt es bekannte Gesichter zu entdecken und auch hier schwächelt niemand. Jede Episode, jede Story ist rund 20 Minuten lang und wirft ein interessantes Licht darauf, was Quarantäne alles sein kann.

Wer in welcher Episode mitspielt, könnt Ihr hier nachlesen.

Hier abschließend noch der Trailer zur neuen Netflix-Produktion:

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