Sneaky Pete 2x10

Sneaky Pete 2x10

Die zweite Staffel des Gaunerdramas Sneaky Pete hebt die Fallhöhe für alle Charaktere mächtig an, denn nicht nur Hochstapler Marius steckt in Schwierigkeiten. Dieses Mal wähnt sich die gesamte Familie akuten Bedrohungen gegenüber.

Giovanni Ribisi und Marin Ireland in „Sneaky Pete“ (c) Amazon
Giovanni Ribisi und Marin Ireland in „Sneaky Pete“ (c) Amazon
© iovanni Ribisi und Marin Ireland in „Sneaky Pete“ (c) Amazon

In der zweiten Staffel von Sneaky Pete findet sich Trickbetrüger Marius (Giovanni Ribisi) erneut in einer verzwickten Situation rund um die Bowman/Bernhardt Familie wieder. Gefahr für die Familienmitglieder und die Aussicht auf elf Millionen Dollar veranlassen ihn entgegen seiner ursprünglichen Aufbruchspläne dazu, noch ein wenig in der Rolle von Pete zu bleiben.

Was geschieht in der zweiten Staffel?

Die zwei Gangster, die Marius am Ende der ersten Staffel zu Leibe rücken, suchen im Auftrag ihres Bosses Luka Delchev (John Ales), der dafür berüchtigt ist, seine Opfer gerne mit ein bisschen Säure zu bearbeiten, den echten Pete (Ethan Embry) und dessen Mutter Maggie (Jane Adams), die im Zuge eines Raubüberfalls eine riesige Geldsumme versteckt haben sollen, die Luka wiederum ganz gerne wieder hätte. Dass dieser es ernst meint, muss Marius schnell feststellen, nachdem die Beobachtung von Lukas Lakaien mit der Entsorgung der Leiche eines seiner neuen Teammitglieder endet.

Marius versucht über Pete, dessen Entlassung aus dem Gefängnis er einfädelt, an Informationen zum damaligen Überfall zu gelangen und macht dabei auch Petes Mutter ausfindig. Diese versichert ihm und Luka, das Geld sei in einem ausgestopften Büffel zu finden, der sich allerdings mitten in einem Casino befindet. Daraufhin versammelt Pete sein Team aus Profis, um diesen aus dem Casino verschwinden zu lassen.

Auch in der Familie kocht jeder sein eigenes Süppchen: Audrey (Margo Martindale) versucht gemeinsam mit Taylor (Shane McRae), verzweifelt die Wahrheit über den Tod des New Yorker Cops Winslow geheim zu halten und muss sich dabei besonders auf Taylor verlassen, denn eine New Yorker Polizistin (Jennifer Ferrin) mit tadelloser Aufklärungsrate taucht auf dem Revier auf, um den Fall ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Taylor selbst hat durch seine Affäre mit der Frau (Justine Cotsonas) seines Intimfeinds noch mehr Dinge zu verbergen, die drohen, ans Tageslicht zu kommen...

Großvater Otto (Peter Gerety) versucht, die Spuren des Killers zu beseitigen, den er in der letzten Staffel für den Mord an sich selbst engagierte und muss sich kurz darauf mit dessen Spross Colin (Michael Oberholtzer) auseinandersetzen, der in Papas Auftragskillerfußstapfen treten möchte. Glücklicherweise steht ihm dabei sein Kumpel Sam (Jay O. Sanders) zur Seite, der ihm in den brenzligen Situationen Rückendeckung gibt.

Carly (Libe Barer) beschäftigt sich nicht nur damit, die Lügen ihrer Familienmitglieder aufzudecken, sie hat es sich zur festen Aufgabe gesetzt, mehr über die Umstände des Todes ihrer Eltern zu erfahren. Die letzte im Bunde ist Julia (Marin Ireland), die ebenso mit Problemen zu kämpfen hat, die sie aus der ersten Staffel mitgenommen hat. Dockery (Chaske Spencer) ist nämlich von ihren neu erworbenen Fähigkeiten als Geldwäscherin ein wenig zu sehr begeistert, denn sie bekommt gleich eine größere Summe vor die Füße geworfen, die sie für ihn ummünzen soll.

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Wie man an der Zusammenfassung erkennen kann, erreichen die vielfältigen Storylines der Charaktere schon beinahe Ensembledimensionen, denn nicht nur Marius wird diese Staffel eine Menge Zeit eingeräumt, sondern der gesamten Familie. Dabei überkreuzen und verbinden sich Figuren und Storyarcs in regelmäßigen Abständen und fließenden Übergängen. Das Ganze klingt nicht nur sehr ambitioniert, sondern läuft genau deswegen auch Gefahr, die Episoden zu überladen oder mit weniger spannenden Storylines für langatmige Abschnitte zu sorgen.

Das klingt nach einem legitimen Problem, jedoch schafft es Sneaky Pete fast über die gesamte Strecke mit nur wenigen Ausnahmen, wie etwa Taylors Affäre, die Krisen und Notfälle seiner Figuren interessant zu halten. Großen Anteil daran haben die wirklich gelungene Figurenzeichnung und das durch die Bank mitreißende Spiel seiner Darsteller, denn alle Familienmitglieder wachsen einem schnell wieder ans Herz und sind sympathisch genug, um mit ihnen mitzufiebern. Da hilft es vor allem auch, dass man bereits nach der ersten Folge wieder gebannt darauf wartet, wie sich Profischwindler Marius dieses Mal aus den schier ausweglosen Situationen heraustrickst, nachdem die Geschehnisse im Hotel eskalieren und klarwird, dass er die Situation nicht unter Kontrolle hat.

Das macht einen grundsätzlichen Reiz der Serie aus, denn bei vielen herkömmlichen Conman-Geschichten wirkt es jederzeit so, als ob der planende Protagonist stets alles unter Kontrolle hat. Der für seine Gefährten und ihn bittere Start und die Tatsache, dass er immer wieder improvisieren muss, erwecken den Eindruck, dass sein Kartenhaus jederzeit zusammenfallen kann, was die Spannung und Fallhöhe aufrechterhält. Stilistisch gesehen bringt man viel Gewohntes, inklusive dem an die „Ocean's“-Filmreihe erinnernden Finale.

Das kann einen trotz der einwandfreien Inszenierung und Twists nicht mehr ganz so vom Hocker reißen, weil eben auch ein paar Dinge wie etwa das Fake-FBI sich als etwas vorhersehbarer erweisen, denn wie wir aus der ersten Staffel bereits gelernt haben, sind im Zweifelsfall bis auf die Zielperson einfach alle eingeweiht. Hauptschurke Luka wird zudem zwar genügend Zeit eingeräumt, um Eindruck zu hinterlassen, doch an Bryan Cranstons hochklassige Performance als Vince aus der ersten Staffel kommt er letztendlich nicht heran, auch wenn John Ales seine Aufgabe nicht schlecht macht. Grundsätzlich hinterlassen die Gastdarsteller, zu denen sich unter anderem noch Jane Adams, Ethan Embry, Desmond Harrington und Joseph Lyle Taylor gesellen, definitiv einen guten Eindruck. Trotz der Kritikpunkte macht es letztendlich auch wirklich Spaß, zu sehen, wie sich die Dinge im Verlauf des Finales entfalten und wie der Plan in Bewegung gerät.

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Es ist auch interessant zu beobachten, dass die gesamte Familie schon längst viel mehr als nur ein Mittel zum Zweck für Marius gewesen ist, dessen schwierige Vergangenheit beziehungsweise Jugend immer wieder kurz aufblitzt. Die entstandene Bindung zur Familie bleibt zwar von seiner Seite aus unausgesprochen, kommt aber auch ohne große Worte aus, denn alleine die Panik, in der er Julia (Marin Ireland) in der Auftaktepisode per Telefon zurief, sie sollte durch die Tür feuern, zeigt, wie sehr es ihn mitnehmen würde, sollte einem Familienmitglied etwas zustoßen. Grundsätzlich machen aber alle Figuren eine große Entwicklung im Laufe der Staffel durch, denn allen Charakteren wird viel Zeit eingeräumt, um sich zu entfalten.

Auch wenn die Storylines stets ansprechend bleiben und einen problemlos bei der Stange halten, lässt sich nicht in Abrede stellen, dass die Folgen wirklich vollgepackt mit Plot sind. Das mag vielleicht tatsächlich ein wenig zu viel sein, doch letzten Endes stört es den temporeichen Fluss der Staffel nicht, auch wenn die eine oder andere Verschnaufpause das Ganze auf positive Weise ein klein wenig hätte entschlacken können. Dabei beruft man sich auf ein gewohntes Muster und liefert dem Zuschauer einen bereits bekannten Rhythmus. Damit geht man schlussendlich auf Nummer sicher. Sich diesbezüglich ein wenig mehr zu trauen, hätte der einen oder anderen Stelle vielleicht noch etwas Würze gegeben.

Die meisten Geschichten werden befriedigend aufgelöst oder wie im Fall von Otto und Colin auch noch sehr passend mit den Geschehnissen des Finales zu einem runden Ende verknüpft. Speziell für Julia bleiben als Ausnahme aber viele Dinge offen, da sie einerseits immer noch Dockery (Chaske Spencer) im Nacken hat und auf der andere Seite kurz davor steht, Marius als Schwindler zu enttarnen, was wohl, sollte es eine dritte Staffel geben, einer der wichtigen Ausgangspunkte dafür sein dürfte.

Fazit

Die zweite Staffel mag zwar unterm Strich im Vergleich zur ersten Season einen ganz knapp schwächeren Gesamteindruck hinterlassen, befindet sich aber dennoch durchgehend auf einem sehr hohen Niveau. Tolle Schauspieler, sympathische Charaktere und ein sich immer wieder steigernder Spannungsbogen sorgen trotz teilweise arg gefüllter Episoden dafür, dass Sneaky Pete auch diese Season ziemlich gute Unterhaltung liefert.

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Verfasser: Tim Krüger am Sonntag, 1. April 2018
Episode
Staffel 2, Episode 10
(Sneaky Pete 2x10)
Deutscher Titel der Episode
Ausgetauscht, ausgetrickst
Titel der Episode im Original
Switch
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 9. März 2018 (Amazon Prime Video)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 9. März 2018
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 9. März 2018
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Freitag, 9. März 2018
Autoren
Fred Golan, Graham Yost
Regisseur
Michael Dinner

Schauspieler in der Episode Sneaky Pete 2x10

Darsteller
Rolle
Margo Martindale
Peter Gerety
Shane McRae
Libe Barer

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