Skylines: Review des deutschen Netflix-Original

© inn (Edin Hasanovic) im Studio von Skylines (c) Netflix 2019
Worum geht's, Digga?
Der Hip-Hop-Produzent und begnadete Beatkünstler Jinn (Edin Hasanovic) hat die Aufmerksamkeit des legendären Labels Skyline Records auf sich gezogen. Er soll nun endlich im Musikgeschäft groß rauskommen. Doch was passiert derweil mit seinem besten Freund, mit dem er zusammen noch in den Clubs Frankfurts aufgetreten ist? Und was hat eigentlich seine sympathische Schwester Lily (Anna Herrmann), gleichzeitig auch Mitbewohnerin im Immobilienbüro ihres Vaters Raimund (Richy Müller), zu tun? Derweil bekommt Labelboss und Rapstar Kalifa (Murathan Muslu) auch Probleme, denn sein Bruder Ardan kehrt aus dem Exil zurück und wirbelt das Musikunternehmen durcheinander. Dazu gesellt sich die LKA-Beamtin Sara (Peri Baumeister), die verdeckte Missionen und V-Männer kontrollieren muss und auch noch Zeugin eines Anschlags ist.
Ich hör' kein Rap!
Lob an diejenigen, die jetzt noch den Überblick behalten haben. Skylines wummert mit dem Beat durch die zumeist nächtliche Mainmetropole und liefert den Zuschauern durchaus ansehnliche und unverbrauchte Drehorte. Die Stadt wirkt komischerweise bis auf die Clubs und Partys recht leer und man fragt sich, ob man selbst ehrfürchtig die „Skyline“ betrachten soll, wie es der junge Jinn macht, als er in die Bürotürme des Labels eingeladen wird. Ohne arrogant klingen oder Frankfurter beleidigen zu wollen, aber im internationalen Vergleich will sich das beeindruckende Gefühl bei der Ansicht der in die Jahre gekommenen Hochhäuser nicht recht einstellen. Dennoch funktioniert die Darstellung der rauen Stadt mit dem tollen Soundtrack und dem realitätsnahen Feeling. Primär die wunderbaren Schauspieler tragen hierzu bei, die mit authentisch klingenden Dialogen in allen Szenen überzeugen können. Hasanovic spielt den lieben jungen aufstrebenden Künstler mit Charme und trommelnden Fingern, von dem man eigentlich mehr sehen will. Die Frage bleibt jedoch, ob der Zuschauer mit all den Haupt- und Nebencharakteren eine emotionale Bindung zum Stoff aufbauen kann oder bei der Vielfalt des Serienangebots im Herbst nicht dann doch lieber etwas anderes schaut oder seine Listen abarbeitet.

Fazit
Nach Sichtung der Pilotepisode ist Skylines absolut solide produziert. Gute Schauspieler, authentische Dialoge, super Musik, interessante Sets mit einer dunklen und coolen Ästhetik lassen im internationalen Vergleich kaum Wünsche offen. Die Serie sieht gut aus und fühlt sich echt an! Doch leider wirkt der Pilot vom Aufbau her überfrachtet. Die vielen Charaktere und Plots zerfasern die ersten 50 Minuten der Serie und man wünscht sich, eigentlich nur mehr von Jinn auf seinem Weg nach oben zu erfahren. Ein Fokus auf den durchaus sympathischen und interessanten Hauptcharakter ließe einem auch schneller einen emotionalen Zugang zur Geschichte erlangen.
Musikfans werden ab dem 27. September ihre wahre Freude in der Frankfurter Hip-Hop- und Rapszene haben und interessante und bekannte Gesichter aus der Branche entdecken. Vielleicht schafft es Showrunner Dennis Schanz noch, die vielen Nebenschauplätze in den insgesamt nur sechs Episoden zu einem Ganzen zu führen.
Hier abschließend noch derTrailervon Skylines: