Shoresy 1x06

Shoresy 1x06

Endlich gibt es die kanadische Comedyserie „Shoresy“ auch in Deutschland zum streamen bei Netflix. Warum es sich lohnt, sich eine der originellsten Komödien der letzten Jahre einmal anzuschauen, verraten wir im Review.

Die Sudbury Blueberry Bulldogs
Die Sudbury Blueberry Bulldogs
© CraveTV/Netflix

Yeah so, Netflix hat sich die kanadische Eishockey-Comedyserie Shoresy geschnappt und die ersten beiden Staffeln zum streamen bereitgestellt. Wir haben uns aufs Eis gewagt und die erste Staffel einmal genau unter die Lupe genommen. Dabei begleiten wir den aus Letterkenny entsprungenen titelgebenden Hockeyrüpel Shoresy (Jared Keeso) und seine Truppe aus Sudbury, die nach einer Reihe von endlosen Niederlagen in der lokalen Liga schwören, endlich von der Verliererstraße abzukommen.

Nie wieder verlieren

Clubbesitzerin Nat (Tasya Teles) hat genug von ihrem Loserteam, denn die Sudbury Bulldogs können nicht nur ihre Spiele nicht gewinnen, sie locken damit wenig zur Überraschung auch keine Zuschauer in die Halle. Auch Shoresy ist darüber mehr als nur frustriert und schließt mit ihr gemeinsam einen Pakt: Die Bulldogs werden nie wieder verlieren, sonst machen sie den Laden dicht. Um die Chancen zu erhöhen, diesem Schicksal zu entgehen, stehen dem Team einige Veränderungen bevor. Dafür stehen einige Neuverpflichtungen an, so engagiert er vier Bekannte von ihm, die dem Team bis zum Saisonende aushelfen sollen. Zudem gewinnt er noch die Dienste von Jim, Jim und Jim, die als Enforcertrio die Gegner aufmischen sollen, während Sanguinet (Harlan Blayne Kytwayhat) als am wenigsten talentierter Spieler zum neuen Coach umfunktioniert wird. Damit beginnt der hoffentlich unaufhaltsame Aufstieg der Bulldogs.

Große Klappe mit Zahnlücke

Eine kanadische Eishockey-Comedy klingt erstmal ziemlich nischig, eh? Doch genau das ist eine der großen Stärken der Serie, die wie schon „Letterkenny“ einfach furchtlos ihr eigenes Ding durchzieht. Dabei ist die kanadische DNA der Show und die Leidenschaft für den Nationalsport des Landes fester Bestandteil der Struktur und kulturelles Exportgut. Es fallen dabei viele Begriffe aus dem Sport und es gibt so manche Referenz an bekannte Spieler, was für Fans ein netter Bonus ist, aber Neulinge auch nicht abschrecken sollte, denn unabhängig davon sind die kreativen Dialoge der Star der Serie, wie es sich für eine Comedyserie gehört. Sie sprühen geradezu von Wortwitz, Ideen, kanadischem Slang (den gibt es tatsächlich) und gutem Timing.

Allen voran schreitet natürlich Jared Keeso, der nicht nur der kreative Kopf hinter der Serie ist, sondern auch unserer Hauptfigur Leben einhaucht. Shoresy weint bei der kanadischen Nationalhymne und bei der Ehre, das C für Captain auf das Trikot verliehen zu bekommen. Dafür liebt er das „Chirpen“ (Trashtalk) sowohl auf dem Eis, wo Provokation sein zweiter Vorname ist, als auch abseits davon und niemand ist vor ihm sicher. Doch hinter seinen treffsicheren und oftmals gerne vulgären Sprüchen steckt die Liebe zu seinem Sport und allen, die damit zu tun haben. Würde jemand sonst seine Freizeit damit verbringen, als Schiedsrichter oder Linesman für die Junioren zu pfeifen? Bestens ergänzt wird er dabei von Nat und den beiden Schwestern Miigwan (Keilani Elizabeth Rose) und Ziigwan (Blair Lamora), die ihm nicht nur Paroli bieten, sondern auch trotz seiner speziellen Art auf der gleichen Wellenlänge wie er schweben, was die Dialoge zwischen ihnen stets zu Highlights der Episoden macht. Die Serie etabliert früh viele Running Gags (huh?) und beruft sich oft auf diese zurück, was allerdings nie zu aufdringlich oder repetitiv wirkt, was vor allem auf die kurze und knackige Episodenzeit von 25 Minuten oder kürzer zurückzuführen ist.

Keilani Elizabeth Rose, Tasya Teles und Blair Lamora in „Shoresy“
Keilani Elizabeth Rose, Tasya Teles und Blair Lamora in „Shoresy“ - © CraveTV/Netflix

Fazit

Während die derberen Witze für viele Lacher sorgen, so steckt darunter auch eine Liebeserklärung an den Sport und wie er die Menschen verbindet, was ein Kern ist, den „Shoresy“ mit Serien wie Ted Lasso gemeinsam hat. Kulturell gesehen ist es möglicherweise die kanadischste Serie auf Netflix und ein Export, auf den man stolz sein kann, denn die cleveren und höchstamüsanten Dialoge sorgen dafür, dass kein Auge trocken bleibt und einen viele denkwürdige Zitate noch lange begleiten. Wir vergeben dafür gerne fünf von fünf zerbrochene Hockeyschläger.

Serientrailer zu „Shoresy“:

Verfasser: Tim Krüger am Sonntag, 5. Mai 2024
Episode
Staffel 1, Episode 6
(Shoresy 1x06)
Titel der Episode im Original
Don't Poke the Bear
Erstausstrahlung der Episode in Kanada
Freitag, 27. Mai 2022 (CraveTV)
Autoren
Jared Keeso, Trevor Risk
Regisseur
Jacob Tierney

Schauspieler in der Episode Shoresy 1x06

Darsteller
Rolle
Jared Keeso
Harlan Blayne Kytwayhat
Terry Ryan
Ryan McDonell
Max Bouffard
Keegan Long

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