Shining Girls: Review der Pilotepisode der Apple-Serie

Shining Girls: Review der Pilotepisode der Apple-Serie

Die neue Apple-Serie erzählt von einer Frau, die einen brutalen Angriff überlebt hat. Jahre später stößt sie auf eine Spur, die zeigt, dass ihr Angreifer andere Frauen im Visier haben könnte. Daher versucht sie, ihn zu stoppen. In der Hauptrolle brilliert Elisabeth Moss.

Poster zur Serie Shining Girls (c) Apple TV+
Poster zur Serie Shining Girls (c) Apple TV+
© oster zur Serie Shining Girls (c) Apple TV+

In der Serie Shining Girls, die auf Apple TV + erscheint, geht es um eine Frau, die ihren Angreifer jagt, bevor der weiteres Unheil anrichten kann. Doch zu dem Krimiserie-Klischee gesellt sich eine ungewöhnliche Überraschung, die die Zuschauer:innen und auch die Protagonistin erst im Laufe der ersten Staffel verstehen lernen.

Wovon handelt die Serie Shining Girls?

Man kann auf zwei Arten erzählen, wovon die Pilotepisode der Serie handelt, mit der Offenbarung des großen Spoilers oder ohne. Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Roman von Lauren Beukes. Darin ist der besondere Spin, den die Serie auf die Krimistory legt, kein Geheimnis. Für die Mattscheibe ist daraus ein großes Rätsel geworden. Daher wird der große Spoiler hier erst im Kapitel „Wie kommt es rüber?“ angesprochen.

Wir lernen die Recherche-Assistentin Kirby (Elisabeth Moss) kennen, die in den 90er Jahren bei einer großen Zeitung arbeitet. Durch den Tag geht sie mit einer Mischung aus Traurigkeit und Abwesenheit. Das liegt daran, dass sie ein großes Trauma mit sich trägt. Sechs Jahre zuvor wurde sie brutal angegriffen und überlebte die Attacke nur knapp. Der Täter wurde nie gefasst. Nun hat Kirby entschieden, ihre Lebensumstände zu ändern. Sie will aus Chicago nach Florida ziehen, der Tapetenwechsel soll die Wende bringen. Doch dann kontaktiert der Ermittler ihres Falles sie. Er glaubt, dass der Täter erneut zugeschlagen habe - dieses Mal habe der Angriff die Frau das Leben gekostet. Kirby entdeckt, dass ihr Kollege, der Reporter Dan (Wagner Moura, Narcos), die Story bearbeitet und tut sich mit ihm zusammen. Er kämpft gegen eigene Dämonen, doch als Reporter hat er ein Händchen. Gemeinsam versuchen sie, dem Täter auf die Spur zu kommen. Der hat unterdessen ein weiteres Opfer im Visier, wie wir parallel zu Kirbys Geschichte sehen.

Was sich auf den ersten Blick kaum klischeehafter anhören könnte, hat eine Überraschungseffekt zu bieten. Denn Kirby hat nicht nur ein Trauma, sondern noch ein anderes Problem. Ihre Realität ist in konstanter Bewegung. Einen Tag kommt sie nach Hause und wohnt mit ihrer Mutter zusammen, am nächsten Tag öffnet sie die Tür, um festzustellen, dass ihr Ehemann, ebenfalls Reporter, auf sie wartet. Einmal hat sie eine Katze, kurz darauf hat sie einen Hund. Sie selbst versucht, dem Chaos Herrin zu werden, indem sie ein Notizbuch führt, in welchem sie einträgt, welche Veränderungen sich zugetragen haben. Was wahr ist, weiß sie - und wissen wir - nicht. Ist Kirby dabei, am Trauma das Angriffs verrückt zu werden oder spielt die Realität ihr Streiche?

Wie kommt es rüber? Achtung, Spoiler ab hier!

Das große Puzzleteil, das einem nicht nur nach der Pilotfolge fehlt, sondern welches noch länger im Verborgenen bleibt, ist der Umstand, dass in der Serie „Shining Girls“ Zeitreisen eine Option sind. Die nutzt der Täter (Jamie Bell, „Billy Elliot“), um seine Opfer in unterschiedlichen Zeiten zu finden. Dieser Dreh gibt der ansonsten doch arg klischeehaften Prämisse einer Frau, die ihren Angreifer sucht, eine interessante Note. Doch damit wird man erst im Laufe der Episoden belohnt. Zunächst deutet mehr darauf hin, dass Kirby unter einem psychischen Problem leidet.

Doch an ihrer Geschichte kann man trotzdem durchaus interessiert sein, denn wenn Elisabeth Moss eine Rolle annimmt, dann macht sie es richtig. Auch wenn die neue Apple-Serie auf den ersten Blick nicht ihre stärkste Arbeit zu sein scheint, bringt sie die gequälte Intensität, die sie jeder Figur einhaucht. Ihre Präsenz verhilft der Serie zu dem Vertrauensvorschub, den diese braucht. Denn zunächst ist von dem interessanten Drehbuch wie von einem Eisberg nur eine mehr oder weniger unscheinbare Spitze zu sehen. Nur wer zwei, drei Episoden am Ball bleibt, wird mit der langsamen Auflösung eines Rätsels belohnt, von dem man in der Pilotepisode kaum etwas ahnen kann.

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Shining Girls: Deutscher Trailer

Hier abschließend noch der Trailer zur neuen Serie „Shining Girls“:

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